Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
France's far-right National Front political party leader and member of the European Parliament Marine Le Pen holds a paper with the message

Hat Grund zu Freude: Marine le Pen. Bild: VINCENT KESSLER/REUTERS

Marine Le Pen: Wenn sie Frankreichs Präsidentin wird, ist Europa am Ende

Die Chefin des rechtsradikalen Front National gilt bereits jetzt als Siegerin der kommenden Lokalwahlen in Frankreich – und als Favoritin in den nächsten Präsidentschaftswahlen. Die Folgen für Europa und den Westen wären verheerend. 

16.03.15, 16:26 17.03.15, 22:05

philipp löpfe



Am kommenden Wochenende finden in Frankreich Lokalwahlen statt. Der Sieger scheint bereits festzustehen: Der rechtsradikale Front National (FN) soll gemäss Umfragen über 30 Prozent der Stimmen erhalten und damit die stärkste Partei Frankreichs werden. Bereits in den Europawahlen vom vergangenen Mai hat jeder vierte Franzose für den FN gestimmt. 

French far-right politician Jean Marie Le Pen and father of Marine Le Pen, the National Front party candidate for the 2012 French presidential elections, delivers a speech in front of a statue of Joan of Arc, to mark the 600th anniversary of her birth, Paris, Saturday, Jan. 7, 2012. (AP Photo/Francois Mori)

Der grimmige alte Jean-Marie le Pen. Bild: AP

Der FN ist keine der vielen Protestparteien, die seit der Eurokrise wie Pilze nach einem warmen Regen aus dem Boden schiessen. Gegründet wurde der FN schon 1972 von Jean-Marie le Pen, einem archetypischen Wutbürger: Er ist verbittert über den Niedergang der ehemaligen Grande Nation, griesgrämig und offen antisemitisch. Die Gaskammern der Nazis bezeichnete le Pen einst als «Detail der Geschichte». 

Schluss mit Anti-Semitismus

Vater le Pen erzielte zwar bei den Präsidentschaftswahlen 2002 einen Achtungserfolg. Er schlug im ersten Wahlgang den linken Kandidaten Lionel Jospin, hatte aber danach gegen den bürgerlichen Jacques Chirac nicht den Hauch einer Chance. Unter ihm blieb der FN eine Protestpartei, die nicht über ihren rechtsradikalen Sympathisantenkreis herauskam, will heissen: Es war eine Partei von verbitterten, ewig gestrigen, alten Männern. 

Unter Marine le Pen hat sich der FN gewandelt und ist auch für Junge und Frauen interessant geworden. Die 46-jährige Tochter des Gründers ist von ganz anderem Kaliber als ihr Vater: Sie ist eine Frohnatur, schlagfertig, witzig und kommt beim Stimmvolk hervorragend an. 

Kaum hatte sie beim FN das Szepter übernommen, stellte sie zwei Dinge klar: Erstens, dass sie und nicht mehr ihr Vater das Sagen hat und zweitens, dass ab sofort Schluss sei mit Antisemitismus. Den Holocaust bezeichnete sie als «Höhepunkt der Barbarei», und die paar Unbelehrbaren, die das immer noch nicht begreifen wollten, wurden aus der Partei entfernt.

epa04637937 Leader of the French party National Front (FN) Marine Le Pen pets a cow as she visits the 2015 Salon de l'Agriculture (Agriculture Fair) in Paris, France, 26 February 2015. The 2015 Salon de l'Agriculture runs from the 21 February to the 01 March, and has become a landmark campaign ground for french politicians.  EPA/IAN LANGSDON

Volksverbunden: Marine le Pen an einer Viehmesse. Bild: IAN LANGSDON/EPA/KEYSTONE

Ist der FN unter Marine le Pen also weichgespült worden, eine Art französische Antwort auf die SVP? Weit gefehlt. Der FN ist sozialer und konsequenter als der neoliberale Blocher. Am meisten Zulauf erhält der FN heute von enttäuschten linken Wählern, von den Verlierern der Globalisierung in den Industriestädten im Norden Frankreichs. Ihnen verspricht die Partei Schutz vor billigen Arbeitskräften und höhere Löhne. Zu diesem Zweck will sie die französische Wirtschaft vor der globalen Konkurrenz abschotten und den Franc wieder einführen. 

Sozialer als die SVP – und radikaler

Wie de SVP, nur noch viel radikaler, will Marine le Pen gegen Muslime und Brüssel vorgehen. Der Islam ersetzt bei ihr das Judentum als Feindbild. Deshalb gilt: Null-Toleranz gegenüber muslimischen Symbolen wie Burkas. In den Moscheen darf nur französisch gepredigt werden, wer als Freiheitskämpfer in den Dschihad zieht, verliert die französische Staatsbürgerschaft; und ja, auch die Todesstrafe soll wieder eingeführt werden. Seit dem Angriff auf «Charlie Hebdo» sind diese Forderungen sehr populär geworden. 

«Russland zu brüskieren, wie wir das gegenwärtig tun, heisst, Russland in die Arme Chinas treiben.»

Marine le Pen

Die EU erntet bei le Pen nur Hass und Spott. Frankreich soll aus Euroland austreten und zum Franc zurückkehren. Wirtschaftliche Nachteile sieht sie keine. Weil alle öffentlichen Schulden damit ebenfalls in Franc notiert würden, würde daraus keine Mehrbelastung entstehen, sagt Marine le Pen. Im Gegenteil, Frankreich würde so endlich seine Währung abwerten und wieder Wettbewerbsvorteile gewinnen können. Dass ausländische Investoren, die rund zwei Drittel der französischen Staatsschulden kontrollieren, das anders sehen, interessiert le Pen nicht.

Die USA haben ausgedient

Brisant sind auch die aussenpolitischen Absichten der Marine le Pen. Der FN hat kürzlich einen Kredit in der Höhe von neun Millionen Euro von einer russischen Bank erhalten, und die Chefin macht kein Geheimnis aus ihrer Bewunderung für Wladimir Putin. «Russland zu brüskieren, wie wir das gegenwärtig tun, heisst, Russland in die Arme Chinas treiben. Das wird uns dereinst fürchterlich ärgern», erklärte sie kürzlich in einem Interview mit der «Financial Times». 

Für die westliche Schutzmacht USA hat le Pen bloss Verachtung übrig und bezeichnet sie als «die am meisten diskreditierte Macht in Nahe Osten». Nur mit Russland sei eine Lösung im Irak und Syrien und Frieden mit dem IS heute möglich. 

«Unser Zeitpunkt ist gekommen.»

Marine le Pen

Sollte Marine le Pen dereinst tatsächlich als neue Präsidentin in den Palais de l’Elysée einziehen, wären die Folgen für Europa und den Westen desaströs: Der Euro, und möglicherweise auch die EU, würden zerbrechen. Die beiden historischen Erzfeinde Frankreich und Deutschland könnten sich wieder in die Haare geraten und der Westen wäre gespalten. Leider ist dieser Albtraum nicht gänzlich auszuschliessen. 

Vom Paria zum Präsidentschaftsanwärter

Marine le Pen hat den FN von einem verachteten politischen Paria in eine Partei verwandelt, die für den Mittelstand wählbar geworden ist. Folgerichtig will der FN nun an die Macht. «Unser Zeitpunkt ist gekommen», sagt Marine le Pen selbstbewusst und mit einem breiten Lachen. Sie hat auch allen Grund dazu: Alle Umfragen besagen, dass sie zumindest den ersten Wahlgang bei den nächsten Präsidentschaftswahlen locker gewinnen wird.  

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

81
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
81Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 20.04.2017 14:44
    Highlight Wir leisten uns im Umgang mit den neuen Bewohnern aus fremden Religionen eine Naivität, die unfassbar ist. Während wir über Multikulti labern, erobern Teile der muslimischen Einwanderer Stück für Stück unsere Städte, in die sich selbst Polizisten nicht mehr trauen. Das ist in Berlin so (Wedding), in Paris noch heftiger. Die hohe Zustimmung für Erdogans Pläne zeigt, dass Demokratie bei einem grossen Teil der Türken überhaupt nicht zündet. Was erwarten wir? Dass sich das in der 5. oder 6. Generation von selbst erledigt? Oder tun wir bzw. die Politiker endlich was dagegen?
    15 5 Melden
  • Therealmonti 11.03.2017 10:56
    Highlight Interessant, was watson-Leser hier schreiben. Auch aufschlussreich. Links oder rechts – das soll jeder selber mit sich ausmachen. Für Journalisten sollte nur eines gelten: Der Wahrheit verpflichtet sein. Ohne wenn und aber. Neutral soll ein Journalist mitnichten sein. im Gegenteil. Aber der Wahrheit verpflichtet. Unbedingt. Sich nicht verbiegen lassen. Weder von links noch von rechts, weder von Geld oder Religion oder sonst was.
    PS. Löpfe traue ich dies zu. Seine Gattung ist im Zeitalter der Social Media – so fürchte ich – am Aussterben. Auch unter den Journalisten. Nicht zum Wohl der Welt.
    6 0 Melden
  • Señor Ding Dong 17.03.2015 13:19
    Highlight Zum Thema EU generell:

    Auch wenn man kein Freund der EU ist, muss man einsehen, dass Europa sich irgendwann als Gesamtvolk verstehen und einigen muss. Ansonsten sind wir den Grossmächten ausgeliefert. Wer gegen die USA wettert und gegen Russland und China, sollte verstehen, dass nur ein geeinigtes Europa unabhängig bleiben kann.

    Es kommt der Tag, wo nicht zählt, wer wieviel auf dem Konto hat, sondern wer welche und wieviele Freunde hat. Ist schon ein- zweimal vorgekommen. Und dann wird die perfekt isolierte, von Völker- und anderen Rechten "befreite" Schweiz schnell mit zählen fertig sein.
    51 42 Melden
    • Maxx 17.03.2015 14:29
      Highlight Korrupt und verlogen brechen die EU Regierungen permanent ihre eigenen Regeln. Wir haben nun eine Europa-Diktatur, gesteuert aus Brüssel. Von Parlamentariern die fette Gehälter abkassieren + auf keinen Fall etwas ändern wollen. Die alternative ist ein Wirtschaftsfreiraum mit klaren Regeln. Jedes Land bestimmt selber, nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit wird vereinfacht. Einwanderung kann jedes Land nach seinem Gusto regeln. Z.B. nach dem Modell Kanada oder Australien. Öffnen Sie ihren Geist, bleiben Sie nicht stehen. Im Leben gibt es nie nur eine Alternative - von wegen alternativlos..
      64 31 Melden
    • Wiederkehr 17.03.2015 17:27
      Highlight Meinst Du es sei im Interesse der Völker Europas, Machtpolitik zu betreiben?
      16 16 Melden
    • Señor Ding Dong 17.03.2015 17:44
      Highlight @sewi: Meinst du, dass, wenn alles den Bach ab gegangen ist (und das wird es), es jemanden einen Sch*dreck interessiert, was im "Ineresse" der Völker Europas liegt oder, was das "Interesse" der Schweiz ist?

      Typische Schweizermentalität. Du denkst immer noch, dass sich die Schweiz auf ewig aussuchen kann, bei welchen Spielen sie mitspielen möchte und bei welchen nicht. Ich hoffe, du hast recht.
      25 29 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • poga 17.03.2015 09:27
    Highlight @oskar Es war nicht meine absicht das System derEU in Frage zu stellen. Siegenen mir aber hoffentlich recht wenn ich sage dass viele Entscheidungen innerhalb der EU bon einer zu schmalen Bebölkerungsschicht getragen wird.
    24 3 Melden
  • Sillum 17.03.2015 09:08
    Highlight Wieder einmal ein (leider) nicht gekennzeichneter Kommentar. Und erst noch voller Schreibfehler. (Wie de SVP, nur ) Wenn Herr Löpfe bloss schon SVP schreiben muss, vertippt er sich! Das nennt man seriöser Journalismus.
    24 55 Melden
    • Raphael Bühlmann 17.03.2015 16:01
      Highlight "seriöse[n] Journalismus" ;)
      31 8 Melden
    • Alex23 17.03.2015 16:01
      Highlight Das nennt man seriösen Journalismus. Seriösen mit n, Akkusativ maskulin. Wenn man schon andere wegen Orthographie oder Grammatik kritisiert, sollte man selbst diese selbst beherrschen ....
      40 7 Melden
  • nitram 2000 17.03.2015 08:34
    Highlight ... diese ganzen Reaktionären Triebtäter und ihr Anhänger-Pöbel... diese verschwörungsgläubigen, unterbelichteten Lämmer .. was hab ich euch satt... Putin, Erdogan, Le Pen, Blocher, US Republikaner, Orban, Pegida... Im Geiste alles der gleiche Müll. Boshaft. Brutal. Dumpf. Menschenverachtend. Rückwärtsgewand. Chauvinistisch. Geistig arm

    Humanismus und Freiheit stehen auf dem Spiel.
    Eine traurige Zeit.

    94 77 Melden
    • thompson 17.03.2015 10:31
      Highlight Die einzige Antwort auf die Islamisierung des Abdendlandes und den linken EU Unsinn. Humanismus und Völkerrecht ist was für Prediger in der Wüste. Marie le Pen ist wählbar und Frankreich aufräumen. Vive la France
      64 71 Melden
    • nitram 2000 17.03.2015 10:58
      Highlight Genau, Faschismus gegen Islamismus. Ich würde einen direkten Schlagabtausch via Faustkampf im Stadion sehr begrüßen. Bedingung: Keine überlebenden! Endlich ein wirklich großartiges Sportereignis! Und beim nächsten mal: Hardcore Ego-Kapitalisten gegen ewig gestrige Kommunisten ... bigotte Katholiken gegen fanatische Zionisten ... die Welt wird dann doch bald wieder ein besserer Ort :-) FREU!

      48 29 Melden
    • nitram 2000 17.03.2015 11:04
      Highlight ... im Übrigen machen genau solche dumpfen Parolen "Humanismus und Völkerrecht ist was für Prediger in der Wüste. " überdeutlich, warum Le Pen gerade für Franzosen absolut nicht wählbar sein sollte. Demokratisches Wahlrecht sollte man eventuell schon irgendwie an den IQ knüpfen ... auch an den Emotionalen IQ ... "tut uns leid, wir konnten bei ihnen keinerlei Empathie feststellen, auch mit der allgemeinen Intelligenz siehts nicht sooooo rosig aus ... dann noch die ausgeprägte Tendenz zu gewalttätigen Verhalten ... so können wir ihnen leider nicht das Wahlrecht erteilen"
      40 30 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Inti 16.03.2015 23:20
    Highlight Nieder mit dem Faschismus!!!
    Nieder mit dieser menschenverachtenden, brutalen, sadistischen und rassistischen Ideologie!
    Wehret den Anfängen!!!
    Französinnen und Franzosen, macht die Augen auf...
    63 64 Melden
    • saukaibli 17.03.2015 13:04
      Highlight Leider nimmt der Nationalismus und damit einhergehend dere Faschismus in ganz Europa zu. Wohin uns das führen wird, wissen wir aus der Geschichte, nur leider ist ein grosser Teil der Menschen lernresistet und intelligenzimmun. Ich freue mich schon auf den nächsten grossen Krieg, du etwa nicht?
      31 22 Melden
    • Wiederkehr 17.03.2015 17:29
      Highlight Das machen Sie doch..... deshalb wählen sie Le Pen......
      14 21 Melden
    • Wiederkehr 17.03.2015 17:32
      Highlight @ saukaibli: der heutige Faschismus heisst Islam oder Antifaschismus.....die Rechten sind allgemein toleranter gegenüber anderen Meinungen als der linke Meinungsfaschismus.....in jeder SVP Versammlung hat es mehr Secondos als in einem von linksfaschistischen Aktivisten besetzten Haus.....
      29 28 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • oskar 16.03.2015 22:47
    Highlight interessant, wie viele ewiggestrige wutbürger hier jedesmal loszetern wenn herr löpfe einen artikel schreibt. manchmal lassen sie sogar faschisten vom front national hochleben, nur um gegen herrn löpfe, die eu, die muslime und sonstige wunderbar hochstilisierte feindbilder zu protestieren
    74 60 Melden
    • poga 16.03.2015 23:20
      Highlight Interessant wie ein bisschen Kritik an dem genannten Schreiber gleich Wutbürger Getue ist. Kommt mir vor wie innerhalb der Europäischen Union ein bisschen Kritik und man ist schon Populist/Ewiggestern/Fachist/Muslimhasser usw. Ich behaupte mal dass ein bisschen Kritik an FR SVP AFD usw ganz gut ist. Fakt ist aber auch dass ich mich an keinen Artikel von Herrn Löpfe erinnern kann der nicht gegen rechte Parteien schiesst. Da jedem Journalist bewusst sein muss dass solche Artikel Leute durchaus beeinflussen wäre ein bisschen Ausgewogenheit sicher nicht fehl am Platz
      45 17 Melden
    • Ville_16 17.03.2015 12:36
      Highlight @oskar

      Nur weil jemand nicht "links" ist, ist er noch lange nicht fascho. Bitte etwas mehr Toleranz für die Meinungsfreiheit.
      33 10 Melden
    • saukaibli 17.03.2015 13:07
      Highlight @Ville_16: Persönliche Angriffe ohne irgendwelche Argumente hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Meinungsfreiheit heisst, dass du deine Argumente vorbringen darfst, doch leider bringt kaum einmal ein Kritiker von Herr Löpfe je ein Gegenargument ins Spiel. Vermutlich fehlt es bei denen an Intelligenz und die kann man Herrn Löpfe nun mal nicht absprechen.
      12 18 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • karl_e 16.03.2015 21:56
    Highlight Das sind die Früchte des Neoliberalismus.
    35 24 Melden
    • Jol Bear 16.03.2015 22:45
      Highlight Wenn Frankreichs Wirtschaftsordnung oder -Politik als Beispiel für Liberalismus oder Neoliberalismus herhalten sollte, dann geht die Musik der Heavy Metal Band Manowar glatt als dezente Kammermusik durch.
      51 12 Melden
  • klugundweise 16.03.2015 21:46
    Highlight
    Die Schweiz: multiethnisch, vielsprachig mit einer Vielzahl gewachsener Mentalitäten und Kulturen, aber im Wesentlichen mit gleichen Rahmenbedingungen. Im nachhaltigen Frieden lebend. Identität stiften Kantone oder gar Regionen.

    Wenn gesagt wird, es sei unmöglich, dass die EU genau auch das werden kann, wieso gibt es dann die Schweiz?
    43 24 Melden
    • poga 16.03.2015 22:03
      Highlight Weil hier die Wähler viel mehr mitbestimmen können und weil die ganzen Lobbies hier in der Politik nicht ganz so stark vertreten sind. Des weiteren darf man in der Schweiz auch eine andere Meinung vertreten ja man darf sogar die direkte Demokratie anzweifeln aber man darf hier auch für ein Minarettverbot stimmen. Innerhalb der Europäischen Union kann mann entweder mit dem Strom schwimmen oder rechtspopulistisch sein einen gemäsigten rechten Ausgleich gibt es nicht. Und EU kritische Stimmen werden da schlicht und einfach ignoriert. Das unterscheidet die Europäische Union und die Schweiz.
      77 16 Melden
    • oskar 16.03.2015 23:43
      Highlight @poga: beim teil zur schweiz gebe ich dir recht, beim teil zur eu nur teilweise. die eu hat sehr wohl demokratisch gewählte organe und die regionen innerhalb der eu, die durch landesgrenzen zerschnitten sind, verfügen dank der eu über viel mehr automomie als früher. aber natürlich kann der bürger in der schweiz insgesamt mehr mitbestimmen. es macht allerdings nicht sinn, ständig die schweiz mit der eu zu vergleichen. unser system funktioniert gut - für knapp 8 mio. leute. die eu muss für 100tausende personen aus unterschiedlichsten ländern funktionieren. eine ungleich schwerere aufgabe. es wäre sinnvoller die situation der jetzigen eu-staaten mit mit ihrer situation vor dem eu beitritt zu vergleichen. das ergebnis ist klar: das allermeiste ist besser geworden - und europa hat wohl die längste friedensperiode seit jahrhunderten
      20 13 Melden
    • Wiederkehr 17.03.2015 17:44
      Highlight Weil die verschiedenen Schweizer zusammen in einem Staat leben wollten, die verschiedenen Europäer aber nicht, oder noch nicht.
      14 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wiederkehr 16.03.2015 20:30
    Highlight Dass der Anhänger Grosseuropas Herr Loepfe jetzt Gift und Galle gegen die zukünftige Präsidentin Frankreichs spuckt, hat vor allem einen Grund: er sieht wie seine politischen Irrlehren immer wieder von der Realität ausgelöscht werden. Wenn Marine Le Pen Präsidentin wird, ändert sich nicht viel in der französischen Innenpolitik, denn auch der FN wird den Staatssozialismus weiterführen. Der Euro zerbricht entweder am Grexit oder an Marine Le Pen. Der Euro ist nicht Europa, die EU noch viel weniger. Dass eine Präsidentin die sich an den Schweizer Volksrechten orientiert, von internationalistisch inspirierten Menschen als Bedrohung wargenommen wird, sagt wenig über Le Pen, viel aber über die Anhänger des europäischen Grossreiches aus. Mit dem Franc wird die französische Autoindustrie wieder konkurenzfähig, oder kauft Herr Loepfe einen Citroen wenn der VW nicht teurer ist?
    65 63 Melden
    • Philipp loepfe 16.03.2015 22:26
      Highlight Ich bin toyota-Fan
      46 15 Melden
    • Le_Urmel 17.03.2015 08:16
      Highlight Die Wahlbeteilligung in der Schweiz liegt bei knapp 30%, selbst bei nationalen Vorlagen wie Zuwanderung, Minarett etc wird gejubelt wenn die Bürgerbeteiligung bei 55% liegt. In Deutschland sind die Werte der Kommunalwahlen.

      Was nützt die Demokratie, wenn niemand sie nutzt.

      Was Frankreich angeht, wenn Le Pen gewählt wird, wird die Achse Frankreich auseinanderbrechen, die EU wird eine Farce und der Wind in Europa wird rauher, besonders auch für die Berge (Schweiz)
      20 10 Melden
    • Wiederkehr 17.03.2015 16:46
      Highlight @ Loepfe: mögen Sie auch politisch verirrt sein, in Sachen Autos sind wir uns einig....
      9 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Martin Sommer (1) 16.03.2015 20:21
    Highlight Wenn der Watson Worte wie: Rechtsradikal, Wutbürger und sogar Antisemit verwendet, dann kann die Partei ja nur Gutes bewirken! Alles was sich dem erweiterten Arm des US Imperiums- Der EU entgegenstellt muss ganz einfach gewählt werden. einen anderen Weg gibts nicht, wenn wir uns als Gesellschaft ernst nehmen wollen.

    Notiz an WatsOn: Schuster bleib bei deinen Leisten. Lasst es mit politischen Beiträgen. Mit Katzenfotos habt ihr n' glücklicheres händchen.
    62 91 Melden
    • phreko 16.03.2015 21:30
      Highlight Gratuliere, komplett ohne Hirn zu Wählen und Abzustimmen muss ja gewaltig gute Lösungen ergeben.
      51 27 Melden
    • oskar 16.03.2015 23:48
      Highlight es leben die verschwörungstheoretiker und schwarz-weiss mahler: "us imperialsmus" "alle abwählen" blablabla. muss toll sein, wenn man für alle komplexen fragen einen klaren schuldigen kennt und sich auch nicht um differenzierte einschätzungen bemühen muss. alle weg - basta
      23 10 Melden
    • decay 17.03.2015 07:17
      Highlight Als wens mit hirn bessere lösungen gibt..
      10 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roger Gruber 16.03.2015 19:57
    Highlight Der Niedergang der EU und des Euros kann nicht schnell genung geschehen. Dieses Konstrukt dient der Unterwerfung und Enteignung der Völker, sowie der unwidersprochenen und vollständigen Etablierung der Eliten. Überall in der EU steigen die Schulden, der Mittelstand dünnt aus. Sogar in DE, dem Wirtschaftswunder der EU. Lediglich einige wenige profitieren. Die Auflösung dieser EU schafft Raum für eine neue, welche aus der Asche entstehen kann. Wir brauchen keine EU für die Politiker, Banken und Konzerne, in welcher die Menschen dem System (den Eliten) dienen. Wir brauchen das genaue Gegenteil.
    68 33 Melden
    • Ruedi Widmer 16.03.2015 22:29
      Highlight Sie haben recht: Wir brauchen keine Staaten für Banken und Konzerne. Aber warum hängen dann die Anti-EU-Parteien wie z.B. die SVP mit den Bankern im Bett? Weil beide Angst vor demokratischer Kontrolle haben! Nur im Rahmen internationaler Zusammenarbeit kann die global operierende Wirtschaft, die regelmässig mit Steuertricks die einzelnen Staaten gegeneinander ausspielt, von den Völkern kontrolliert werden. Und von Blocher habe ich noch nie etwas negatives über die Globalisierung gehört.
      38 20 Melden
    • nitram 2000 17.03.2015 08:21
      Highlight "Dieses Konstrukt dient der Unterwerfung und Enteignung der Völker" hahahahahaha .. hahahahaahhahahahaa ..
      Darf hier eigentlich jeder kommentieren?
      15 18 Melden
    • Martin Sommer (1) 17.03.2015 22:46
      Highlight nitram 2000 du bist wohl auch einer bei dem 1+1 3 ergibt. sonst würdest du das verzinste geldsystem längst begriffen haben. geh googeln. los!

      9 4 Melden
  • Tobi-wan 16.03.2015 19:52
    Highlight WATSON, das letzte Newsportal in dem in den Leser-Kommentaren nicht bei jeder Gelegenheit pauschal gegen links, den Islam oder anderes gehetzt wird. Es gibt also noch differenziert denkende Leser. Danke, weiter so!
    44 27 Melden
    • poga 16.03.2015 20:36
      Highlight Naja bis auf den letzten Satz haben sie recht. Aber differebziert denkende Leser gibt es hier auf nicht mehr sie sind einfach auf der anderen Seite
      17 19 Melden
  • Maxx 16.03.2015 19:03
    Highlight Nein, dann kommt es endlich gut! Weiss nicht, was an der jetzigen Situation gut ist oder kommen soll. Ein paar Eurokraten versuchen die Demokratie-Diktatur einzuführen. Wo nur Brüssel das Sagen hat. Schlimm. Mit Marine zerfällt dieses Gebilde endlich und man kann neu anfangen. Go for it.
    50 35 Melden
    • Ruedi Widmer 16.03.2015 22:20
      Highlight Wenn für Sie Krieg besser als die EU ist, dann viel Freude...
      26 28 Melden
    • danydee 17.03.2015 04:45
      Highlight Sind das die beiden Varianten die Sie sehen Herr Widmer? EU oder Krieg?
      14 5 Melden
    • decay 17.03.2015 07:20
      Highlight Si vis pacem para bellum
      3 6 Melden
  • Jol Bear 16.03.2015 18:28
    Highlight Sollte Marine Le Pen Präsidentin werden, würde das Europa tatsächlich durcheinanderbringen und zu unabsehbare Folgen auch in andern Ländern führen. Allerdings wäre sie demokratisch gewählt. Spätestens dann müsste Anlass zum Überdenken der Politik der EU gegeben sein resp. dafür schon zu spät sein. Das Bestreben zur europäische Vereinheitlichung und Überwindung der Nationalstaaten dürfte vorerst unterbrochen sein. Das viel zu forsche Vorgehen der EU-Politik, mit zahlreichen Entscheiden ohne den erforderlichen Rückhalt bei den Bürgern hätte dann ein kontraproduktives Chaos angerichtet.
    53 13 Melden
    • Lowend 16.03.2015 19:20
      Highlight Auch Hitler wurde demokratisch gewählt und darum ist auch die Überhöhung der Demokratie durch die Nationalisten grundfalsch, denn nicht immer hat die Masse recht, denn sonst gäbe es etliche der grössten Denker, Dichter und Künstler nicht und der röhrende Hirsch über dem Sofa würde gar zur Kunst erklärt.
      46 44 Melden
    • Jol Bear 16.03.2015 20:36
      Highlight @Lowend: richtig, demokratische Wahlen allein sind noch keine Garantie gegen Diktaturen. Gefährlich ist es dann, wenn ein (gewählter) Präsident oder Regierung die Macht bei sich konzentrieren kann oder nach ihrer Wahl das System derart umbaut, dass sich alle Macht bei ihr konzentriert. Ausgleichende Kraft gibt es nur, wenn Macht nirgends konzentriert und dezentral verteilt ist, Präsidenten und Regierungen möglichst durch Parlament und Bürger kontrolliert und beschränkt werden können. Das ist der Vorwurf an die EU: zuviel Macht ist zentral konzentriert, die Bevölkerung hat zu wenig Einfluss, die Regierungen heben ab und wenn es zu lange zu weit getrieben wird, schlägt die Stunde der Links- oder Rechtsextremisten (Bsp. Griechenland).
      43 5 Melden
    • Lowend 17.03.2015 10:29
      Highlight Schöne Herleitung, nur falsch! Dieser EU-Moloch ist ein uraltes Propagandamärchen der Rechtsextremen, denn sagen sie mir bitte eine Person in der EU, die nur annähernd die Macht eines amerikanischen Präsidenten hat und meiner Meinung nach ist es ja sogar das Problem der EU, dass sie eher zuwenig Macht hat und die Nationalstaaten tun können, was sie wollen, ohne irgend eine Konsequenz von Resteuropa befürchten zu müssen und wenn ihre Theorie eines Zusammenhangs zwischen einem mächtigen, zentralistischen Staat und Rechtsextremismus bestünde, müsste über der USA längst die Hakenkreuzfahne wehen.
      12 17 Melden
  • Lowend 16.03.2015 18:21
    Highlight Der FN ist also nationalistischer als die SVP und dazu noch sozialistischer und gibt sich auch noch als die grosse Arbeiterpartei? Da stellt man sich die Frage, wie man diese Schwesterpartei der SVP bezeichnen kann, ohne nicht gleich an das grosse, historische Vorbild vieler rechten Europäer zu erinnern? Muss man nun wieder diesen Gruss mit dem rechten Arm üben, oder schaffen es die demokratischen Kräfte Europas, das nationalistische Monster diesmal endgültig zu vernichten? Hoffen wir, dass es gelingt!
    59 57 Melden
  • Hans Jürg 16.03.2015 18:06
    Highlight Wenn sie Präsidentin wird, ist vor allem die Demokratie in Frankreich am Ende und mit ihr werden bald wirder Konzentrationslager und ethnische Säuberungen in Europa Einzug halten.
    Aber sie wird wohl nie Präsidentin von Frankreich. Hoffentlich.
    39 73 Melden
    • MaskedGaijin 16.03.2015 21:41
      Highlight Also bitte. Etnische säuberungen, KZ... Frankreich hat immer noch ein Parlament mit gewählten Politikern. Auch wenn Le Pen gewählt würde wird Frankreich nicht zum totalitären Einparteienstaat.
      28 9 Melden
    • Martin Sommer (1) 17.03.2015 22:49
      Highlight made my day :D
      3 0 Melden
  • Amboss 16.03.2015 17:43
    Highlight Erstens: Jetzt hört endlich auf, "Europa" zu schreiben, wenn ihr die "Europäische Union", den "Euro" oder was auch immer meint.
    Europa gibt's auch noch, wenn die Menschheit längst ausgestorben ist.

    Zweitens: Diese ganze Untergangsrethorik verfängt einfach nicht. Wenn der Euro oder die EU auseinanderbrechen gibt's eine gewisse Zeit lang etwas Trouble und bald schon hat man sich neu organisiert.
    Die ist sogar besser als die unaufhörliche Depression, in welcher sich viele Eurostaaten befinden. Besser auch für die Arbeitnehmer in Deutschland, welche hochproduktiv für Hungerlöhne arbeiten



    65 24 Melden
  • Eisenhorn 16.03.2015 17:35
    Highlight Extreme Parteien die plötzlich wählbar werden haben sich gemäßigte Politiker selber zuzuschreiben. Wie unfähig muss der Rest der Politik sein dass blanker Hass salonfähig wird? Das Volk scheint immer mehr das Vertrauen in Politik und Wirtschaft zu verlieren. Die Leute kommen sich von dem Kapitalismus betrogen und von den Politikern verraten vor. Genauso bei uns, da werden unsinnige Initiativen angenommen weil keiner mehr den Wirtschaftsverbänden glaubt. Was vor 10 Jahren noch "zum Schutz der Wirtschaft" abgelehnt wurde wird heute angenommen weil es die Wirtschaft einfach zu weit getrieben hat.
    77 5 Melden
  • Nummer 83 16.03.2015 17:27
    Highlight Sehr guter Artikel!!
    25 19 Melden
  • zombie1969 16.03.2015 16:58
    Highlight "Wie de SVP, nur noch viel radikaler, will Marine le Pen gegen Muslime und Brüssel vorgehen. Der Islam ersetzt bei ihr das Judentum als Feindbild. Deshalb gilt: Null-Toleranz gegenüber muslimischen Symbolen wie Burkas"
    Fast getroffen! Allerdings trifft doch eher zu:
    Wie de SVP, will Marine le Pen gegen radikale und gewalttätige Muslime und Brüssel vorgehen. Der radikale und menschenverachtende Teil des Islam ist bei der SVP das Feindbild. Deshalb gilt: Null-Toleranz gegenüber muslimischen frauenverachtenden Symbolen wie Burkas"
    42 19 Melden
  • Gantii 16.03.2015 16:45
    Highlight Was für eine weiterentwicklung!
    Vom Antisemitismus zum Muslimen-Hass... *klatsch*
    45 29 Melden
    • decay 16.03.2015 17:30
      Highlight Jedes zeitalter braucht ne hassfigur...thats life.geschichte wiederholt sich und wir lernen nicht oft bis nie was daraus
      31 9 Melden
  • Donald 16.03.2015 16:44
    Highlight Ich bin ja auch nicht für den FN, aber das hier ist einfach ein super Artikel. Und zwar ein super schlechter! Der Autor scheint mir sozusagen neo-konservativ zu sein.
    29 49 Melden

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Im ersten Lebensjahr des Kindes haben Mütter Anrecht auf bezahlte Stillpausen, finanziert vom Arbeitgeber. Im Alltag werde dieses Recht aber oft missachtet, sagt eine Expertin. Deshalb soll neu die Erwerbsersatzordnung (EO) dafür bezahlen, fordert eine Nationalrätin.

Wie familienfreundlich ist der Schweizer Arbeitsmarkt? Das Thema ist hochpolitisch: Stichworte sind etwa Krippenfinanzierung, Tagesschulen oder Vaterschaftsurlaub. Weniger im Fokus von Politik und Medien hingegen steht das Thema Stillen am Arbeitsplatz. Das könnte sich nun ändern. Eine vor Kurzem eingereichte Motion verlangt jetzt, die Stillpausen zukünftig durch die Erwerbsersatzordnung EO zu finanzieren.

Eigentlich ist die heutige Sachlage klar. Per 1. Juni 2014 wurde das Arbeitsgesetz …

Artikel lesen