Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Französischer Minister Sapin (Archivbild): Herabstufung zur Kenntnis genommen. Bild: AP

Lahmende Konjunktur

Fitch stuft Frankreich herab

Die Ratingagentur Fitch sorgt sich um Frankreich. Angesichts der schwächelnden Wirtschaft senkt die US-Agentur ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit des EU-Landes.

13.12.14, 15:31 13.12.14, 16:26

Ein Artikel von

Die Ratingagentur Fitch hat das Kreditrating von Frankreich gesenkt. Die Bonitätsnote des Landes sei von «AA+» auf «AA» herabgestuft worden, teilte Fitch am späten Freitagabend in London mit. 

Die Aussichten für den Staatshaushalt seien trübe, es mangele an Reformen, hiess es zur Begründung. Der französische Finanzminister Michel Sapin nahm die Herabstufung zur Kenntnis. Die eingeleiteten Reformen würden langsam Erfolge zeigen, teilt er am Samstag mit. 

Nach Meinung von Analysten der Bank Société Générale dürfte die Herabstufung nur geringfügige Auswirkungen für die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone haben. Frankreich dürfte weiterhin zu sehr niedrigen Zinsen Geld aufnehmen können, da die Europäische Zentralbank (EZB) als «Brandschutz» wirke. «Die Frage ist, wie lange die Märkte Frankreich Zeit lassen, um seine Reformen umzusetzen», sagte ein Analyst im Rundsender France Info. 

Zum Sparen aufgefordert

Das schuldengeplagte Land war jüngst auch von der Eurogruppe zum Sparen aufgefordert worden, um die Vorgaben des Euro-Stabilitätspakts einzuhalten. 

Die Voraussetzungen zum Sparen sind allerdings schlecht. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich steigt immer weiter an. Die Partner in Europa und die konservative Opposition fordern von der Regierung des sozialistischen Staatspräsidenten François Hollande seit Jahren eine deutliche Erhöhung des Rentenalters, Senkung der Arbeitskosten und signifikante Einsparungen des aufgeblähten Verwaltungsapparats. 

«AA» ist die drittbeste Bonitätsnote bei Fitch. Bei S&P verfügt die zweitgrösste Euro-Volkswirtschaft ebenfalls über die drittbeste Note «AA». Bei Moody's hat Frankreich noch die zweitbeste Note «AA1». (ssu/afp/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 13.12.2014 17:14
    Highlight Dies ist die logische Folge einer grenzenlosen Verkennung der Lage durch die Franzosen: Längst fällige Reformen wurden nicht gemacht und heute ist es zu spät.
    In Frankreich beabsichtigt niemand mehr ein Unternehmen zu gründen.
    Die Wettbewerbsfähigkeit sinkt rapide.
    Die Arbeitslosigkeit steigt kontinuierlich.
    Der Staat ist bankrott.
    Aus der Rezession wird eine Depression.
    Die Banken stehen vor gewaltigen Problemen.
    Und all dies unter einem absolut unfähigen Präsidenten!
    3 0 Melden

Die grosse Macron-Show – der Franzose bewirbt sich am WEF um die Merkel-Nachfolge

Angela Merkel meldet sich in Davos auf internationaler Bühne zurück. Doch die deutsche Führungsrolle in Europa ist keineswegs mehr selbstverständlich. Denn auch Frankreichs Präsident Macron meldet Ansprüche an.

Als Emmanuel Macron seine Rede nach einer Stunde beendet, erheben sich die Leute im Saal. Die versammelte Elite aus Managern, Wissenschaftlern und Politikern applaudiert dem französischen Präsidenten. Schnell drängt sich ein Pulk von Menschen um Macron, sie wollen ihn sehen, ihn fotografieren, mit ihm sprechen.

Es ist der Auftritt eines Stars. Wer ihn zum Massstab nimmt, kann schnell zu dem Schluss kommen, dass hier der neue Anführer Europas gesprochen hat.

Vier Stunden zuvor …

Artikel lesen