Wirtschaft
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Drei Mitglieder der Forschungsgruppe vor ihren Versuchsfeldern in Chuka, Kenia.
bild: Franziska Hämmerli

Wie diese kleinen Biobauern die industrielle Landwirtschaft abhängen – in JEDER Hinsicht

Eine Langzeitstudie in Kenia hat zum ersten Mal bewiesen, dass organische Landwirtschaft mindestens so hohe Erträge liefert wie konventionelle. Damit ist ein altes Vorurteil widerlegt.

12.07.16, 16:26 13.07.16, 13:59

philipp löpfe, kenia



Bio ist zwar gut und recht, aber leider nicht effektiv. So lautet das gängige Klischee, auch unter Experten. Führende Entwicklungsökonomen wie etwa der Brite Paul Collier fordern deshalb, dass auch die Entwicklungsländer, vor allem in Afrika, endlich auf industrielle Landwirtschaft und Gentechnologie umstellen. «Wir müssen von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft wegkommen», fordert er im Einklang der Nahrungsmittelindustrie und der herrschenden öffentlichen Meinung. Collier ist Professor in Oxford und Autor des Buches «Der Hungernde Planet», einem Standardwerk der Entwicklungspolitik.  

«Die konventionelle Landwirtschaft hat das Hungerproblem nicht gelöst. Für uns hat die organische Landwirtschaft das grösste Potenzial für die Zukunft.»

Lukas Rüttimann, Deza

Auf den ersten Blick mag dies einleuchten. Die afrikanische Landwirtschaft ist sehr viel weniger produktiv als etwa die europäische. Der Schwarze Kontinent muss deshalb rund einen Viertel seine Nahrungsmittel importieren. Dazu kommt, dass die Bevölkerung rasant wächst, und der Klimawandel die Erträge schwinden lässt. Angesichts dieser gewaltigen Herausforderungen bezeichnet Collier den Verzicht auf industrielle Landwirtschaft und Gentech als «europäische Romantik» – oder gar als «kriminell».

Widerlegte Vorurteile

Doch auch führende Experten können sich irren. Das zeigen die Resultate einer Langzeitstudie, die vom Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft (FiBL) in Kenia in Zusammenarbeit mit dem staatlich-kenianischen Agroforschungsinstitut ICIPE durchgeführt wurde. Unterstützt wurde die Forschung von Biovision, einer Stiftung für ökologische Entwicklung (siehe Kasten), aber auch vom Eidgenössischen Departement für Entwicklungszusammenarbeit (Deza), dem liechtensteinischen Entwicklungsdienst und von Coop.

Die Ergebnisse der Studie werden mit detaillierten Grafiken erläutert.
bild: Franziska hämmerli

Die Schlüsse der Studie stehen im krassen Widerspruch zur gängigen Vorstellung der vermeintlich unproduktiven Bio-Landwirtschaft. Das wichtigste Ergebnis lautet nämlich: Mit niedrigeren Input-Kosten und höheren Preisen auf dem Markt, wird das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern ab dem fünften Jahr höher und bringt ein 53% höheres Einkommen im sechsten Jahr. «Das ist signifikant», sagt David Amudavi, Leiter von Biodivision Africa Trust. «Damit ist erstmals wissenschaftlich bewiesen worden, dass organische Landwirtschaft nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist.»

Dass dieser Beweis ausgerechnet in Kenia erbracht wurde, ist erstaunlich. Bio, so ein weiteres Vorurteil, gilt als Luxus, den sich nur wohlhabende Länder leisten können. Dabei macht organische Landwirtschaft gerade in einem Land wie Kenia sehr viel Sinn: Rund zwei Drittel der rund 45 Millionen Einwohner sind Kleinbauern, Lebensmittel sind das wichtigste Exportgut. Nur eine nachhaltige Landwirtschaft kann daher für einen bescheidenen Wohlstand sorgen.

Die hässlichen Nebenwirkungen der grünen Revolution

Dieses Ziel gerät in Gefahr. Die traditionelle Landwirtschaft befindet sich in einer Krise, denn die so genannte «grüne Revolution» der Nachkriegszeit wendet sich immer stärker gegen ihre Kinder: «Mehr als die Hälfte der fruchtbaren Erde ist heute krank», so Amudavi. «Das hat eine gross angelegte Untersuchung vor zwei Jahren gezeigt.»

Die grüne Revolution war der Versuch, mit dem Einsatz von Dünger und Pestiziden den Ertrag der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern im Sinne von Collier zu steigern. Nach anfänglichen Erfolgen mehren sich nun jedoch die Anzeichen, dass dieser Versuch nicht nachhaltig ist. Die schädlichen Nebenwirkungen mehren sich. In Kenia beispielsweise verwenden die Bauern seit Jahrzehnten das gleiche Saatgut, den gleichen Dünger und die gleichen Unkrautvertilgungsmittel. Das Resultat sind sinkende Erträge und übersäuerte Böden.

Gesunder Mais dank Bio: Versuchsfeld in Chuka, Kenia.
bild: Franziska hämmerli

Die Folgen sind dramatisch. Obwohl in Kenia offiziell kein Hunger mehr herrscht, wird es offensichtlich, dass die «Versorgung mit Lebensmitteln nicht genügend ist», wie sich Noah Adamtey, der Koordinator des Forschungsprojekts, ausdrückt. Was das konkret bedeutet, schildert Roger Thurow eindrücklich in seinem Buch «The Last Hunger Season»: Kleinbauern müssen oft monatelang praktisch ohne Essen auskommen und ein paar Kilo mehr Mais können darüber entscheiden, ob ein Kind weiterhin die Schule besuchen kann oder nicht.

«Es lassen sich kaum Unterschiede bei der Wirksamkeit bei organischen und konventionellen Schädlingsbekämpfungs-methoden feststellen.»

Komi Faiboe, Spezialist für Schädlingsbekümpfung

Was unterscheidet die organische Landwirtschaft von der konventionellen? Einerseits setzt sie auf das Prinzip der Rotation. Konventionelle Bauern pflanzen stets das Gleiche an, meist Mais. Damit laugen sie die Böden aus und versuchen das, mit einem übertriebenen Einsatz von Dünger wettzumachen. Dies führt zur  weit verbreiteten Übersäuerung der Böden.

Bei der organischen Landwirtschaft hingegen wechseln sich Mais, Bohnen, Kohl und andere Nutzpflanzen ab. Anstatt Dünger wird hochwertiger Kompost verwendet, der aus Mist und Biomasse hergestellt wird. Auf diese Weise bleibt die Fruchtbarkeit der Äcker auf natürliche Art und Weise erhalten.     

Die Push-Pull-Methode einfach erklärt.
YouTube/BioVisionFoundation

Das Prinzip ist genauso einfach wie genial: Zusammen mit dem Mais wird eine Pflanze angebaut, deren Geruch den schlimmsten Schädling, den Stengelbohrer, vertreibt. Das ist der Push-Faktor. Den Pull-Faktor bildet ein am Rande des Maisfeldes angebautes, spezielles Gras. Es lockt den Stengelbohrer an – und bringt seine Larven um. Mit der «Push-Pull-Methode» werden so die Schädlinge vernichtet und – was ein entscheidender Faktor ist – ihre natürlichen Feinde geschont.  

Wespen aus Peru killen Schädlinge in Kenia

Dieses Prinzip wird in den Laboren der staatlichen Forschungsanstalt ICIPE minutiös analysiert und weiter entwickelt. So hat es sich beispielsweise gezeigt, dass der Einsatz einer bestimmten Wespenart aus Peru einen anderen, weit verbreiteten Schädling, wirksam bekämpfen kann.

Labor der Forschungsanstalt ICIPE in Nairobi. Hier wird untersucht, wie Schädlinge mit natürlichen Feinden ausgeschaltet werden können. bild: franziska hämmerli

Die Resultate sind ermutigend. «Es lassen sich kaum Unterschiede bei der Wirksamkeit bei organischen und konventionellen Schädlingsbekämpfungsmethoden feststellen», sagt Komi Faiboe, der diese Forschung beim ICIPE leitet.  

Die Auseinandersetzung zwischen organischer und konventioneller Landwirtschaft war bisher zum grössten Teil ein Glaubenskrieg. Mit kurzfristig angelegten Studien können beide «beweisen», dass ihre Methode der anderen überlegen ist. Das gilt für die vorliegende Studie nicht. Sie ist seit 2007 im Gang und kann daher signifikante Aussagen über die Langzeitwirkung machen. 

So sind die Wissenschaftler vorgegangen 

Um jeden Verdacht auf Parteilichkeit auszuräumen, haben die Forscher grossen Wert auf Fairness gelegt. Parallel untersuchten sie zwei verschiedene Arten von organischer und konventioneller Anbauweise. Sie unterschieden dabei zwischen Anbauflächen mit niedrigem und hohem Input.

Entscheidend für den Erfolg: Hochwertiger Kompost.
bild: franziska hämmerli

Bei niedrigem organischem Input wird Mist und das Rotationsprinzip verwendet, bei hohem Input der komplexe Kompost und ein Bewässerungssystem. Ein solches System besitzen auch die konventionellen Anbauflächen mit hohem Input.   

Kranke Böden werden in sieben Jahren wieder gesund

Konventioneller Anbau mit niedrigen Inputkosten ist die in Kenia am weitesten verbreitete Methode. Deshalb sind die Erträge niedrig und die Böden krank. Eine Umstellung auf organische Anbauweise, idealerweise mit hohen Inputkosten, muss daher das langfristige Ziel sein. Das hätte nicht nur bessere Erträge zur Folge, auch der Boden würde geheilt. «Im Durchschnitt dauert es rund sieben Jahre, bis ein kranker Boden wieder gesund ist», sagt Noah Adamtey.

«Eine industrielle Landwirtschaft zu forcieren, wäre sinnlos.» 

David Amundavi, Biovision Afrika

Inzwischen hat auch die Regierung realisiert, wie wichtig Bio-Landwirtschaft für die Zukunft des Landes ist. Wie Afrika generell leidet auch Kenia unter hoher Arbeitslosigkeit. Eine Industrie, die genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, gibt es im Agrarland nicht. In der Vier-Millionen-Stadt Nairobi leben deshalb 60 Prozent der Bewohner unter misslichsten Umständen in Slums. Eine Landflucht der Kleinbauern würde diese Zustände noch verschlimmern. «Eine industrielle Landwirtschaft zu forcieren, wäre deshalb sinnlos», sagt David Amundavi.

Wie ändert man das Verhalten von Kleinbauern?

Diese Einsicht scheint sich allmählich durchzusetzen. Der kenianische Landwirtschaftsminister liess bei der Vorstellung der Studie eine sehr wohlwollende Grussbotschaft verlesen, und der anwesende Vertreter des Deza, Lukas Rüttimann, stellte unmissverständlich klar: «Die konventionelle Landwirtschaft hat das Hungerproblem nicht gelöst. Für uns hat die organische Landwirtschaft das grösste Potenzial für die Zukunft.»

Wissenschaftliche Beweise und politische Einsicht genügen nicht. Kleinbauern ändern ihr Verhalten nicht so rasch, zu stark sind Tradition und Irrglauben bei ihnen verankert. «Für junge Bauern bedeutet Bio oft überholt», klagt Samuel Ledermann, wissenschaftlicher Berater bei Biovision. «Dabei müssen gerade Bio-Bauern über viel Wissen und Erfahrung verfügen.»

Sie haben umgestellt: Kenianische Bio-Bauern. bild: franziska hämmerli

Die Bio-Landwirtschaft mainstream-fähig zu machen, ist eine grosse Herausforderung, die nur in kleinen Schritten zu schaffen sein wird. Langfristig gibt es jedoch kaum eine Alternative. Übersäuerte Böden, abnehmende Biodiversität, wachsende Bevölkerung und die Klimaerwärmung werden den Wandel erzwingen. «Die Gesundheit unserer Erde wird unsere Zukunft bestimmen», stellt David Amudavi unmissverständlich klar.

Die Zukunft liegt in der Agrarwirtschaft

In einem Punkt hat Paul Collier jedoch Recht. Es ist ein Skandal, dass ein so fruchtbarer Kontinent wie Afrika immer noch Nahrungsmittel importieren muss. Länder wie Kenia müssten in der Lage sein, nicht nur ihre Bevölkerung zu ernähren, sondern auch mit dem Export von gesunden Lebensmitteln ihre Handelsbilanz aufzubessern. Mit Bio-Landwirtschaft wäre das zu schaffen.

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nima Ofner 13.07.2016 00:23
    Highlight und wenn sie, wir noch permakultur zum bio dazu nehmen werden kleine anbauflächen noch ertragsreicher!
    noch fruchtbarer! ist einfach arbeitsintensiv und benötigt viel wissen
    4 2 Melden
  • chicadeltren 13.07.2016 00:20
    Highlight Ob Bio oder konventionell - wenn Kenia vorwärts kommen will muss die Landwirtschaft effizienter werden. Solange der Grossteil der Bevölkerung in der Lebensmittelbeschaffung gebunden ist, fehlen die Ressourcen für Industrie und Dienstleistung.
    4 7 Melden
    • Emperor 15.07.2016 17:25
      Highlight "leidet unter hoher Arbeitslosigkeit" ... also ich glaube nicht, das die noch mehr "Resourcen freimachen" sollten...
      2 0 Melden
    • chicadeltren 15.07.2016 21:07
      Highlight Das ist mir tatsächlich ein Rätsel. Man würde meinen, es käme etwas Unternehmergeist auf, zumal der Arbeitsmarkt dort kaum so stark reguliert sein dürfte wie hier. Dennoch muss prinzipiell erst Grundbedürfnisse abgedeckt werden um ein
      0 1 Melden
  • rodolofo 12.07.2016 22:48
    Highlight Noch vorteilhafter sieht es aus, wenn wir die Bodenfruchtbarkeit anschauen, auf denen diese (den Konventionellen ebenbürtigen) Erträge erzielt worden sind!
    Das Konventionelle, Agroindustrielle Set mit Hochertragssorten, Kunstdünger und Pestiziden bis hin zur Gentechnologie beinhaltet Monoklulturen. Diese sind zwar rationell und damit billig zu bewirtschaften, verwandeln aber den fruchtbaren Boden nach und nach in eine Wüste!
    Die Errosion durch Auswaschung und Dürre verläuft in den Tropen viel schneller und verhehrender ab, als im gemässigten Klima!
    Der Biolandbau hingegen ahmt den Urwald nach.
    15 2 Melden
    • Nima Ofner 13.07.2016 00:24
      Highlight permakultur ahmt den Urwald noch schöner nach
      4 1 Melden
    • rodolofo 13.07.2016 08:08
      Highlight Ich sehe die Permakultur als interessantes Experimentierfeld, bei dem in einer "Nichtstun-Landwirtschaft" die Bedürfnisse der anwesenden Flora und Fauna maximal berücksichtigt wird.
      In "Vertragslandwirtschaften" und "Gemüseabos" wird auf der zwischenmenschlichen Ebene maximal auf die Bedürfnisse von Bio-ProduzentInnen eingegangen, die in die Tragtaschen der GemüseabonentInnen das hineinpacken können, was sie jeweils ernten.
      Bereits entwickeln sich aber "konventionellere" Verfahren , jedenfalls dort, wo die Permakultur mehr als eine Dschungel-Kulisse für Esotherik-Kurse abgeben muss...
      0 0 Melden
  • StefanZaugg 12.07.2016 21:37
    Highlight "Wespen aus Peru killen Schädlinge in Kenia" - Die Einführung von nicht-nativen Spezies war schon seit eh und je eine wundervolle Idee...
    33 2 Melden
  • Tingeltangelbob 12.07.2016 20:25
    Highlight Diesem mister collier ist wohl etwas wichtiges entgangen. Der lebensmitelimport, den afrika stemmen muss, rüht vor allem davon, dass man viele bauern praktisch gezwungn hat selber "rentable", für export bestimmte, lebensmittel anzupflanzen. Dadurch wurden extrem viele bauern abhängig von saatgut und pestiziden, verschuldeten sich immer mehr, und ihr boden wurde unfruchtbar.
    Die öffnung afrikas, und damit anbindung an das globale kapital (industrielle landwirtschaft) war für den kontinent etwas von schlimmsten. Nestle kauft wasser auf, saudis das land und monsanto verkauft billige monokulturen.
    40 1 Melden
  • pamayer 12.07.2016 19:13
    Highlight das haut mich ja vom sockel! so eine optimistische studie!
    danke!

    und jetzt... zetteln monsanto und syngenta über strohmänner einen bürgerkrieg in kenya an, dass der gute bio-anbau zerstört ist und alle auf allen vieren um das überteuerte saatgut betteln kommen müssen?
    oder stampfen irgendwelche paragraphen aus dem boden, welche besagen, dass weltweit nur noch patentiertes saatgut zulässig ist - was ja zum teil schon realität ist.

    mein szenario ist etwas düster, aber es wurden schon wegen kleineren konzerngewinnen gemordet.
    46 10 Melden
    • Heinz Nacht 13.07.2016 19:22
      Highlight Drückt der Aluhut?
      0 1 Melden
    • pamayer 15.07.2016 13:34
      Highlight was soll das mit dem aluhut???


      die aktuelle woz 28-30 bringt einen ausführlichen leitartikel zu diesem thema. scheint an ein grosses wunder zu grenzen, dass ein 3. welt staat einmal nicht brutal unter die räder gekommen ist.
      1 0 Melden
  • Phrosch 12.07.2016 18:49
    Highlight Sehr interessant. Trotzdem frage ich mich, ob nicht mindestens teilweise Äpfel mit Birnen verglichen werden. Viel höhere finanzielle Erträge sind noch nicht höhere Erträge im Sinn von grösseren Ernten und Nahrung für mehr Menschen.
    24 11 Melden
    • MikoGee 12.07.2016 19:44
      Highlight Wenn man auf lange Sicht tegelmssig gleich viel ernten kann anstelle des Düngens, bei dem die Erträge immer weniger werden weil die Böden auslaugen, dann mit Sicherheit! Ganz zu schweigen der Effekte, die diese Chemiekeulen und Gentechnik auf die Umwelt und den Menschen selbst hat, da muss man ein wenig über den Tellerrand sehen.
      28 7 Melden
  • 2sel 12.07.2016 18:47
    Highlight Nun ja, alles gut und recht, aber Afrika muss sich auch mal wirklich mit der "Familienplanung" beschäftigen... Die Bevölkerung wächst und wächst, da werden auch Landesintern immer mehr Lebensmittel benötigt. Diese können auf lange Zeit weder mit konventionellem noch mit bio Anbau bewältigt werden.
    19 34 Melden
    • Hackphresse 12.07.2016 20:43
      Highlight Schonmal darüber nachgedacht warum man so viele Kinder zeugt? Wenn du arm wärst und keine Altersvorsorge winkt mit 65, was tust du dann? Genau! 5-6 Kinder welche sich um dich kümmern können wenn du alt bist. Das war vor 2 Generationen ähnlich bei ärmlichen Familien. Mein Vater (IT) hatte 5 Geschwister, meine Mutter (CH) 2, meine Oma (CH) 7. Also sag mal deiner Lieblingspartei (mir egal welche) dass mit wachsendem Wohlstand, die Geburtenrate sinkt (siehe DE, JAP... Usw.), damit man da etwas dran macht, statt idiotische Vorschläge wie Kondome verteilen zu bringen.
      50 4 Melden
  • Toerpe Zwerg 12.07.2016 18:35
    Highlight "Mit niedrigeren Input-Kosten und höheren Preisen auf dem Markt, wird das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern ab dem fünften Jahr höher und bringt ein 53% höheres Einkommen im sechsten Jahr."

    Können Sie das bitte noch dahingehend ausführen, inwiefern diese Feststellung der Ernährung der wachsenden Bevölkerung Rechnung trägt? Sie sagen nichts darüber aus, wie hoch die kalorienmässigen Flächenerträge ausfallen oder ob sich die Bevölkerung die höheren Preise leisten kann.

    Ich vermute: Diese Produzentinnen exportieren und die industrielle Produktion der USA ernährt die Bevölkerung.
    28 3 Melden
    • Stachanowist 12.07.2016 18:53
      Highlight Merci Zwerg. Wollte genau zum selben Satz nachfragen.
      16 3 Melden
    • Homes8 12.07.2016 19:02
      Highlight Industrielle Düngung macht den Boden krank, schädigt die Mikroorganismen im Boden. Das sollte Grund genug sein, um auf die langfristig bessere Bioproduktion zu setzen.
      Der Mensch täte gut daran die Erde als grossen Organismus zu betrachten.
      28 7 Melden
    • HerrBircher 12.07.2016 19:54
      Highlight @Toerpe Zwerg
      Kurzfristig wird wohl das Szenario eintreffen, welches Sie beschrieben haben.
      Langfristig sorgen die höheren Einnahmen und die tiefere Arbeitslosigkeit hoffentlich dafür, dass sich auch die Einheimischen die lokalen Bio-Produkte leisten können.
      14 2 Melden
    • Hackphresse 12.07.2016 20:52
      Highlight Wir können denen ja 1 zu 1 finanziell helfen, ihre eigene Ware zu brauchen statt unseren Genmanipulierten, überdüngten Dumping-Scheiss runterzuschicken. Dann brauen wir im Westen aus unserer Überproduktion einfach Biospritt um vom Nahen Osten unabhängiger zu werden...
      Wusstet ihr dass im Langstreckenrennsport der Bioethanolanteil im Treibstoff bei 20% liegt, dafür aus der Zapfsäule nur 5% und die Deutschen sogar gegen E10 sturmgelaufen sind?
      Sorry fürs abschweifen aber trotzdem... Just sayin
      6 3 Melden
    • Toerpe Zwerg 12.07.2016 21:26
      Highlight Ginge das alles in Anlehnung an Hackphresse nicht auch einfacher und besser? Wir hören auf, unsere ertragsmaximierte und hochtechnisierte Landwirtschaft zu subventionieren und stampfen Handelsschranken und Importzölle für Agrarprodukte ein. Statt Entwicklungshilfe geben wir zinslose Darlehen an Bauernkooperativen und an Projekte zur Nahrungsmittelverarbeitung.
      16 0 Melden
    • Hackphresse 13.07.2016 01:45
      Highlight Kurze Frage. Sind Zinslose Darlehen an Bauernkooperativen und Projekte zur Nahrungsmittelverarbeitung nicht auch Entwicklungshilfe? 😏

      Und wenn man sich das Video ansieht, kann man sehen dass die Felder mit Push and Pull Methode ertragreicher sind, als die Kontrollfelder mit konventionellem Anbau gleich neben an. Und da sich die Kranken/übersäuerten Böden nach durchschnittlich 7 Jahren wieder erholen sollten sich das Landwirte weltweit überlegen. Und zwar bevor die Böden komplett unfruchtbar sind und zu Wüste werden.

      Die Überproduktion kann man dann ruhigen Gewissens für Biospritt nutzen.
      2 1 Melden
    • Philipp Löpfe 13.07.2016 07:11
      Highlight Der Export von hochwertigen Nahrungsmitteln ist eine Chance für Kenia – allerdings erst, wenn die eigene Bevölkerung satt ist.
      4 0 Melden
    • @ursus 13.07.2016 10:36
      Highlight Wie die höheren Preise auf dem Markt erzielt werden sollen, hat sich mir nicht erschlossen.
      Grundsätzlich sollten zuerst die Europäer und die Nordamerikaner damit aufhören, ihre eigene Landwirtschaft zu subventionieren. Erst dann erhalten die Bauern in Afrika und Lateinamerika eine faire Chance.
      6 0 Melden
  • Bowell 12.07.2016 18:26
    Highlight Wäre m.M. nach noch wichtig bei solchen Artikeln die Quelle zu nennen, also einen Link zum Journal oder DOI reicht auch.
    15 1 Melden
  • John Smith 12.07.2016 18:08
    Highlight Sorry aber der Artikel scheint mir ein wenig Irreführend. In der Einleitung wird gesagt, dass die niedrigere Effektivität von Bio ein Vorurteil sei. Später handelt die Studie aber von Profit für die Bauern anstatt von Nahrungsproduktion. Ist denn jetzt Bio in der Lage, so viele Menschen zu ernähren wie konventionelle Landwirtschaft oder nicht? Ein simpler vergleich von Tonnen Getreide pro km2 über 10 Jahre wäre klar verständlich. Saure Böden und Wespenbekämpfung sind zwar interessante Probleme aber unter dem Strich geht es um geerntete Kalorien.
    27 7 Melden
    • HerrBircher 12.07.2016 19:56
      Highlight So wie ich das verstanden habe, kann miitels Bio-Produktion auf gesunden Böden gleichviel oder mehr produziert werden, als auf übersäuerten, konventionell bewirtschafteten Böden.
      16 2 Melden
    • Philipp Löpfe 13.07.2016 07:11
      Highlight So ist es HerrBircher
      4 0 Melden
  • Harius 12.07.2016 18:05
    Highlight Also, es wurde gezeigt: Biologischer Anbau kann für Bauern in Kenia längerfristig wirtschaftlich lohnenswert ( = höheres Einkommen als mit konventionellem Anbau) sein.
    Aber die Erträge waren nicht höher als in der konventionellen industriellen Landwirtschaft. Da gibt es etliche andere Studien, die zeigen dass das nicht der Fall ist, und mit dieser Studie hier ist nichts widerlegt.
    Wieso geht es immer um Bio gegen konventionell? Viel besser wäre es doch die Vorteile beider Anbaumethoden zu kombinieren. Bio ist nicht heile Welt, genau so wenig ist konventioneller Anbau des Teufels.
    24 8 Melden
    • rodolofo 12.07.2016 23:27
      Highlight Das versucht die "Integrierte Prodktion (IP)".
      Das Problem ist halt, dass IP-Bauern sehr viel nachschauen gehen auf ihren Feldern und dann vielleicht sogar noch mehr Gift spritzen, weil sie wieder eine neue Krankheit entdeckt haben...
      Auf der anderen Seite habe ich einmal einen Film gesehen von Spanischen Treibhaus-Bauern, die sich nicht mehr anders zu helfen wussten, als (gezüchtete) "Bio-Nützlinge" auszusetzen, da die "Schädlinge" gegen alle Spritzmittel resistent geworden waren.
      Moderne Bio-Spritzmittel, wie spezifische Viren gegen den Apfelwickler machen den Biolandbau "konventioneller".
      4 0 Melden
  • Homes8 12.07.2016 17:14
    Highlight Eine alte Bauernweisheit lautet:
    Me cha alles pschisse, nume dr Bode nid.

    Die Mikroorganismen des Bodens sind noch weitgehend unerforscht. Trotzdem wird mit Hilfe der Gentechnik an der Natur manipuliert. Das wird auch noch negative Folgen haben.
    61 9 Melden
    • leu84 12.07.2016 18:48
      Highlight Und nur, um die Bankkonti der Investoren zu füllen. Man braucht ein patentiertes Saatgut und das dazugehörige Spritzmittel. Da man jedes Jahr anbauen und ernten wird, ist das Geld so gut wie im Sack...
      15 4 Melden
  • Rodolfo 12.07.2016 17:06
    Highlight Endlich! Ein informativer und ehrlicher Artikel von Löpfe. Das wird Syngenta und Monsanto eher nicht freuen, denn die Zukunft für Afrika liegt in der organischen Landwirtschaft! Doch müssen auch wir in der Schweiz dazu lernen: Menschen mit grossem Garten stellen wöchentlich ihren Grünabfall (Garten, Rasen, Küche) zum Abholen vor die Türe und kaufen dann teuren, säuernden Dünger - anstatt sich einen Kompost anzulegen! Denn ein richtig gepflegter Kompost stinkt nicht! Probier's! Anleitungen für "komposten" gibt's im Internet jede Menge......
    70 7 Melden
  • saukaibli 12.07.2016 16:57
    Highlight Dass Afrika Lebensmittel importiern muss hat auch andere Gründe. Zum Beispiel lohnt sich die eigene Produktion teilweise gar nicht, weil die EU Afrika mit hoch subventionierten Landwirtschaftsprodukten überschwemmt. Solche Subventionen können afrikanische Staaten nicht zahlen und wenn sie für ihre eigenen Produkte Schutzzölle erheben wollen, werden sie von der EU massiv sanktioniert. Eine gut funktionierende, kleinbäuerliche Bio-Landwirtschaft könnte ein guter Anfang sein, denn so braucht man wenigstens keine Chemie oder Saatgut von europäischen Halsabschneider-Firmen.
    97 2 Melden
    • Philipp Löpfe 12.07.2016 17:25
      Highlight saukaibli hat Recht. Subventionierte Lebensmittel nach Afrika zu schicken, ist Unsinn.
      59 3 Melden
  • meine senf 12.07.2016 16:57
    Highlight Ermutigend. Das Problem ist nur, dass Syngenta und Monsanto eine grössere politische Lobby-Gruppe haben als einzelne Kleinbauern. Sonst hätten sich die erwähnten Vorurteile gar nie verbreitet. Ähnliche Geschichten laufen ja auch mit "Golden Rice".
    Allerdings dürfte es kaum sinnvoll sein, südamerikanische Wespen in Afrika auszusetzen oder umgekehrt. Das ist genau so ein Irrweg. Selbst wenn man sich sicher ist, dass die fremden Wespen dem lokalem Ökosystem nicht schaden, hat man garantiert was übersehen. Siehe Kaninchen in Australien.
    40 4 Melden
    • rodolofo 12.07.2016 23:36
      Highlight Da sich die "Schädlinge" sowieso globalisieren, bleibt uns vielleicht nichts anderes übrig, auch "Nützlinge" zu globalisieren.
      So hat Sepp Holzer, der Agrar-Rebell aus dem Österreichischen Lungau und mit der "Holzer'schen Permakultur" in vielen Projekten auf der ganzen Welt engagiert für das "Wieder fruchtbar machen von Wüste" herausgefunden, dass das Kamerun-Schaf den Japanischen Knöterich (aus Gärten ausbrechende, invasive Zierpflanze) frisst.
      Sein Leitspruch: Wenn ein Lebewesen da ist, dann frage Dich nicht, warum es stört, sondern wie Du es nutzen kannst!"
      (Integration statt Ausgrenzung)
      7 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 12.07.2016 16:48
    Highlight Das grosse Problem sind die Agrarkonzerne die dann fast nichts mehr verdienen, der Widerstand wird daher gewaltig sein.
    60 3 Melden
  • Donald 12.07.2016 16:43
    Highlight Dann würde man Monsanto und Syngenta ja das Geschäft vermiesen... unfair oder? 😉
    61 4 Melden

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