Wirtschaft
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epa04249397 A handout picture released by Greenpeace shows Greenpeace activists at sea on board of a raft from the Rainbow Warrior ship (back) deployed at an oil retaining barrier, 100 metres off the Es Vedra small rocky island's natural reserve, south western Ibiza, eastern Spain, 11 June 2014. The action was held to raise public's awareness of planned oil drillings in Balearic Islands waters. Greenpeace activists unfoled a 144-metre banner reading 'No Oil' (unseen).  EPA/PEDRO ARMESTRE/GREENPEACE  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Bild: EPA

Umweltschützer als Spekulant

Greenpeace-Mitarbeiter verzockt Spendermillionen

Panne bei Greenpeace: Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung hat bei Spekulationen mit Devisen Millionenverluste erwirtschaftet. Das Geld stammte aus Spenden.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wird von einem Finanzskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter in der Greenpeace-Zentrale in Amsterdam verlor bei Währungsgeschäften insgesamt 3,8 Millionen Euro (4,6 Millionen Franken). Das Geld stammte nach Spiegel-Informationen aus Spenden, die von finanzstarken Greenpeace-Länderorganisationen wie der deutschen an die Zentrale in Holland überwiesen wurden. 

Bei Termingeschäften setzte ein Mitarbeiter der Finanzabteilung auf sinkende Eurokurse. Doch es kam schliesslich ganz anders. Dem Mitarbeiter sei eine «ernsthafte Fehleinschätzung» unterlaufen, und man habe ihn mittlerweile entlassen, sagt Mike Townsley von Greenpeace International. 

Verlust gravierend, aber nicht existenzbedrohend

Derzeit laufen noch weitere Untersuchungen, wie es zu diesem Millionenverlust kommen konnte. Als Ursache habe man auch Organisationsfehler im internen Kontrollsystem entdeckt. Diese seien mittlerweile aber behoben, versichert Townsley. Derzeit schliesst die Umweltorganisation aus, dass sich der betreffende Finanzexperte persönlich bereichern wollte. Auch Korruption sei nicht im Spiel gewesen. 

«Wir können uns bei unseren Mitgliedern nur entschuldigen und auf ihr Verständnis dafür hoffen, dass auch unsere Organisation und unser Personal nicht frei von Fehlern sind», sagt der Greenpeace-Sprecher weiter. Der Verlust sei gravierend, aber nicht existenzbedrohend. Die Gelder waren bestimmt für jene Länderorganisationen, die sich noch im Aufbau befinden. 

Aktuelle Kampagnen der Öko-Aktivisten, so Townsley, seien nicht gefährdet. Greenpeace International verzeichnete im letzten vorgelegten Jahresbericht von 2012 Einnahmen von rund 270 Millionen Euro, das meiste davon Spenden der knapp drei Millionen Unterstützer. (mik)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Snozzlebert Crackerdong 20.06.2014 15:02
    Highlight Highlight Schon witzig dass man als Greenpeace Mitglied erst ein paar Tage nachdem es in den Medien auftauchte, per Mail darüber Informiert wird.
    Da sieht man wieder dass nicht nur die bösen Banken komisch wirtschaften. Für die, die es Interessiert, hier die Entschuldigung von Greenpeace:

    Lieber Herr XXXXX

    Durch Ihre Unterstützung von Greenpeace sind Sie Teil einer engagierten, mutigen und kreativen Bewegung von Millionen Umweltschützerinnen und Umweltschützern auf der ganzen Welt. Wir weisen die Öffentlichkeit auf Umweltzerstörung hin und haben schon oft von Greenpeace-Erfolgen für unsere Meere, Regenwälder oder die Arktis berichtet. Wir sind eine grosse Bewegung mit einem gemeinsamen Ziel: die Erhaltung des wertvollen Lebensraums Erde für Mensch und Tier.

    Doch in einer Bewegung erzählt man einander nicht nur von Erfolgen, sondern man gesteht auch Fehler ein.

    Leider hat ein Mitarbeiter von Greenpeace International, welches die Aktivitäten von Greenpeace weltweit koordiniert, einen groben und folgenschweren Fehler gemacht. Er hat seine Befugnisse überschritten, schwankende Wechselkurse falsch eingeschätzt und so ein bedeutendes Defizit im Budget von Greenpeace International verursacht. Nach allem was wir wissen wollte er sich nicht selber bereichern. Doch leider konnten die internen Kontrollsysteme nicht rechtzeitig greifen. Das gesamte Greenpeace-Team ist sehr bedrückt, viele sind wütend. Wir setzen uns mit ganzer Kraft und Energie dafür ein, dass so etwas nie wieder passiert.

    Ich verstehe, wenn Sie von dieser Nachricht überrascht und enttäuscht sind. Aus tiefstem Herzen möchte ich bei Ihnen um Entschuldigung bitten. Und ich kann Ihnen versichern:

    Alle Spenden aus der Schweiz sind von Greenpeace International in die geplanten Tätigkeiten und Projekte weitergeleitet worden. Jeder Schweizer Franken, der von uns an Greenpeace International überwiesen wird, fliesst gemäss unseres Stiftungszwecks und gemäss Vereinbarung mit Greenpeace International in die Kampagnenarbeit und in allgemeine Support-Aufgaben. Greenpeace Schweiz tätigt selber keine Währungsgeschäfte und würde dies auch nie tun. Wir verfügen sowohl über sehr restriktiv gehandhabte Spenden- und Anlage-Richtlinien als auch über ein etabliertes internes Kontrollsystem, welches jährlich durch eine externe Revisionsstelle geprüft wird.

    Weltweit geben derzeit alle Greenpeace Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen ihr Bestes, damit der Einsatz für die Umwelt uneingeschränkt weiterläuft. Aktuell kämpfen wir unter anderem für Europas Energiesicherheit, die Entgiftung der Textilindustrie, das Überleben des Sumatra-Tigers, die Rettung der Bienen und gegen die Überfischung der Meere.

    Wenn Sie Fragen oder Zweifel haben oder einfach Ihren Unmut loswerden wollen, rufen Sie uns bitte an unter +41 44 447 41 71 oder schreiben Sie uns an suse.ch@greenpeace.org. Wir sind für alle Ihre Anliegen und Nachfragen offen.

    Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen und hoffen, dass Sie gerade auch in schwierigen Zeiten Teil der Greenpeace-Bewegung für den Schutz der Umwelt treu bleiben.


    Verena Mühlberger

    Co-Geschäftsleiterin Greenpeace Schweiz

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