Wirtschaft

Nobelhotel Waldhaus in Flims ist pleite

Nobelhotel Waldhaus in Flims ist pleite

Es ist eines der bekanntesten Hotels in der Schweiz: das Waldhaus in Flims. Nun hat es hat seine Bilanz deponiert. 

07.04.15, 10:48 07.04.15, 12:48

«Mit grossem Bedauern informieren wir Sie über die heutige Bilanzdeponierung der Waldhaus Flims Mountain Resort AG», heisst es in einem Mail an die Presse am Dienstagmorgen. Der Hotelbetrieb habe seit mehreren Jahren Geldabflüsse hinnehmen müssen, die nur dank den Gewinnen aus Zweitwohnungsverkäufen kompensiert werden konnten. Zudem müsse nach einer Neubewertung die gesamte Anlage um 35 Millionen Franken abgeschrieben werden. Dies führte zu einer massiven Überschuldung. Verhandlungen mit Investoren waren nicht erfolgreich. 

Trotz Frankenstärke mehr Logiernächte

Die massive Aufwertung des Frankens Mitte Januar hat den Schweizer Tourismus nicht gebremst. Die Zahl der Logiernächte ist gegenüber dem Vorjahresmonat sogar deutlich angestiegen.  Die Schweizer Hotels verzeichneten im Februar insgesamt 3,1 Millionen Übernachtungen. Gegenüber Februar 2013 ist das eine Zunahme von 6 Prozent. Sowohl die Zahl der in- als auch der ausländischen Gäste ist gestiegen.

Der Hotelbetrieb wird aber weitergeführt. Dafür wurde eine Auffangsgesellschaft gegründet, die das Hotel vom Konkursamt mietet. Die Saison werde wie geplant am 22. Mai eröffnet. Mit Ausnahme von maximal sieben Personen könnten alle 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten. Die Löhne seien bis zum 31. März 2015 ausbezahlt, die Lieferantenrechnungen seien mehrheitlich noch für die Lieferungen vom Februar 2015 beglichen. Allerdings verlieren mehr als 900 Aktionäre ihr Aktienkapital. 

Investor gesucht

Ein Ziel der Auffanggesellschaft ist es, die Luxus-Herberge mitsamt der Mitarbeiter-Crew einem neuen Eigentümer zu übergeben. Ein Investor ist zwar noch nicht gefunden. Die Chance, einen zu finden, sei aber gross, sagte Gion Fravi, Verwaltungsratspräsident der Waldhaus Flims Mountain Resort, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Das Waldhaus Flims wurde 1877 eröffnet und verfügt über 333 Betten in 150 Gästezimmern, 16 Seminar-, Bankett- und Kongressräume und 6 Restaurants in verschiedenen Gebäuden. Es besteht aus dem «Grand Hotel Waldhaus» im klassisch-feudalen Grand-Hotel-Stil, dem rustikaleren «Grand Chalet Belmont» und der im Sommerhausstil erbauten «Villa Silvana». Dazu kommt der Jugendstil-Pavillon mit Saal, Restaurants und Bars. Die Häuser liegen im grössten Hotelpark der Schweiz mit einer Fläche von 200’000 m². Auf dem Areal stehen rund 24 Gebäude. 

Im Herbst 2006 war das Flimser «Waldhaus» Austragungsort der dritten Auswärtssession der eidgenössischen Räte nach Genf (1993) und Lugano (2001). (whr/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • klugundweise 07.04.2015 17:22
    Highlight Ein Fall für Remo Stofel! Ist auch ohne Heli erreichbar und die Valser haben Ruhe...
    1 0 Melden
  • Frau Bissig 07.04.2015 12:03
    Highlight Das ist bedauerlich ! Ich hab' zwar gelesen,dass im Februar-trotz dieses Euro-und Franken-Tam-Tam's-die Hotel's in der Schweiz sich nicht beklagen dürften...-Evtl. kommt's drauf an,in welcher Region die Hotel's stehen (?).
    6 4 Melden
    • Zern 07.04.2015 13:19
      Highlight Der Euro war nicht das Problem vom Waldhaus... Viel zu teure Infrastruktur (Diverse Gebäude, riesen Parkanlage, unterirdische Gänge) etc. etc.
      11 1 Melden

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