Wirtschaft
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Haben sich durchgesetzt: Angela Merkel und Wolfgang Schäuble. Bild: EPA/DPA

Jetzt weiss Europa, dass die Macht in Berlin hockt. Aber wird das die Deutschen glücklich machen?

Die Einigung mit Griechenland ist ein Sieg für Deutschland. Deutschland ist definitiv zum europäischen Leithammel geworden. Daran wird alles PR-Geschwurbel nichts ändern.

13.07.15, 12:21 14.07.15, 09:42

In Brüssel und Berlin werden jetzt die PR- und Presseleute Überstunden machen. Die Einigung sei ein Sieg der Vernunft, es sei ein Kompromiss erreicht worden, der allen Seiten gerecht werde und die europäische Einheit sei gerettet worden, wird der Tenor lauten. 

Das ist nicht völlig falsch. Tatsächlich hätte ein Grexit zu nicht abschätzbaren wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen geführt. Griechenland als «failed state» ist ein Risiko, das weder die EU noch die NATO eingehen kann. Es wäre schlicht Wahnsinn.

Wolfgang Schäuble wird viel Lob erhalten

Die jetzt erzielte Einigung – vorausgesetzt, sie wird von den betreffenden Landesparlamenten auch abgesegnet – ist jedoch kein Grund, euphorisch zu werden. Sämtliche PR-Kunst wird nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Europa in den vergangenen Wochen grundsätzlich verändert hat. 

«Das Vorgehen gegen Griechenland ist reine Rachsucht, die vollständige Zerstörung der nationalen Souveränität und das Ende der Hoffnung auf Besserung.»

Paul Krugman, New York Times

Europa spricht jetzt deutsch. Das ist allen klar geworden. Es ist der deutsche Finanzminister und Hardliner Wolfgang Schäuble, der sich letztlich durchgesetzt hat. Dafür wird er viel Lob im eigenen Land erhalten. Kommentare in Sinne von: Er habe klaren Kopf behalten und sich nicht von den griechischen Spielern erpressen lassen, werden jetzt zuhauf geschrieben werden. 

Man kann Schäubles Triumph jedoch auch ganz anders bewerten. In der «New York Times» spricht Paul Krugman von «reiner Rachsucht, kompletter Zerstörung der nationalen Souveränität und keiner Hoffnung auf Besserung». Sein Fazit: Es handle sich um einen grotesken Verrat an allem, wofür das europäische Projekt bisher gestanden habe.

Musste klein beigeben: Alexis Tsipras. Bild: EPA/ANP

Geschrieben im ersten Frust – Krugman ist ein dezidierter Befürworter eines Grexit – mag dies übertrieben sein. Doch Tatsache bleibt: Die Deutschen haben die Griechen gedemütigt – und sie taten es mit Absicht. Die Art und Weise, wie Tsipras, Varoufakis & Co. stets als Spieler und Amateure verunglimpft worden sind, und die Art und Weise, wie selbst eine so renommierte Anstalt wie die ARD diese an Propaganda grenzende Verunglimpfung mitgetragen hat, wird Spuren hinterlassen. 

Wie werden Frankreich und Italien reagieren?

Bisher hat Deutschland es vermieden, die Rolle einer europäischen Führungsmacht zu spielen, und hatte dafür gute Gründe. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Die griechische Tragödie hat allen klar gemacht, wo die Musik spielt; und amerikanische Aussenminister werden sich künftig nicht mehr wie einst Henry Kissinger fragen, wen sie anrufen sollen, wenn sie mit Europa telefonieren wollen. Sie werden sich direkt mit dem Kanzleramt in Berlin verbinden lassen.

Ob und wie die neuen Machtverhältnisse in Europa goutiert werden, wird sich zeigen. Frankreich, Italien und Spanien sind derzeit wirtschaftlich angeschlagen und zu keiner ernsthaften politischen Reaktion fähig. Aber auch in diesen Ländern ist nicht unbemerkt geblieben, dass die Züchtigung der Griechen nicht zuletzt den Zweck hat, zu verhindern, dass sie auf dumme Gedanken kommen. 

«Bei der EZB fällt die Unterscheidung zwischen einer gerechtfertigten Notstandsmassnahme und widerrechtlicher Erpressung schwer.»

Martin Hellwig, Finanzprofessor

Ein weiteres Opfer ist die Europäische Zentralbank. Verfassungsrechtlich ist sie zwar zur Unabhängigkeit verpflichtet. Mit der Kündigung der Notkredite hat sie jedoch eindeutig Stellung zugunsten der Deutschen bezogen. Auch dies wird, wenn es denn einmal aufgearbeitet sein wird, Konsequenzen haben. (Okay, das ist ein bisschen technisch. Wer es genau wissen will, hier ein Link zu einem Artikel des deutschen Finanzprofessors Martin Hellwig.) 

Wer soll all diese Exporte konsumieren?

Vor allem aber wird das Modell der deutschen Wirtschaftspolitik bald an seine Grenzen stossen. Der Trumpf Export wird nicht mehr stechen. Die USA sind nach 2008 nicht mehr länger bereit, die Rolle des «Konsumenten in letzter Instanz» zu spielen. Will heissen: alle Überschüsse aus China und Europa aufzusaugen, und wenn, dann bezahlen sie es mit einem immer wertloser werdenden Dollar. 

In China stockt der Absatz von deutschen Luxusautos. Bild: KIM KYUNG-HOON/REUTERS

China seinerseits ist im Begriff, seine Wirtschaft umzumodeln, ein Unterfangen mit vielen Fallstricken. Das zeigt der aktuelle Börsencrash, der unter anderem dazu geführt hat, dass Bestellungen für deutsche Luxusautos storniert oder ganz abgesagt werden. 

Euroland als getuntes Exportmonster nach deutschem Vorbild wird langfristig nicht funktionieren. Das ökonomische Gleichgewicht innerhalb von Europa muss wieder hergestellt werden. Davon will man in Berlin nichts wissen. 

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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56Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 14.07.2015 13:28
    Highlight "Die Deutschen" wird das ganz und gar nicht glücklich machen, denn die Figuren, die in Berlin hocken und schön brav die Marschbefehle aus Washington ausführen, kümmern sich einen feuchten Dreck um "die Deutschen" und fragen diese schon gar nicht nach ihrer Meinung.
    Was in Europa momentan in praktisch jedem Land stattfindet, ist eine reine Demokratiesimulation.
    1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 14.07.2015 10:25
    Highlight an alle die finden, dass die eu unter der leitung der schwäbischen hausfrau alles richtig macht, gemacht hat, machen wird, die sollten sich mal diesen artikel zu gemühte führen...!!!
    auch hier auf watson zu lesen!

    Schweizer Griechenland-Helfer: «In den Spitälern sterben Kinder in den Armen von Ärzten, weil es keine Nadeln mehr gibt»
    http://wat.is/jGrvbBAA6UyHVaBC
    2 0 Melden
    • Crecas 14.07.2015 12:55
      Highlight Ich würde viel eher sagen, dass die Griechische Regierung es nie so weit hätte kommen lassen müssen. Der hochgelobte Spieltheoretiker Varufakis hat sich ordentlich verzockt und jetzt ist das Leid des Griechiachen Volkes noch viel grösser als es gewesen wäre.

      Das ist eine Tragödie.
      0 3 Melden
  • Michèle Seiler 13.07.2015 22:34
    Highlight Wie soll es nach Ansicht dieser Menschen weitergehen? Soll man die Steuerzahler in der EU - WIR sind das nicht - dazu überreden, noch einmal ihr Geld zu geben, dieses Mal aber direkt dem griechischen Volk? Was ändert das an der Schwierigkeit des Landes, mit Geld umzugehen? Will man Geld ganz abschaffen? Und wenn nicht, wie sieht der konkrete Plan aus, um die Schere zwischen Reichen und Armen zu schließen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass auch jeder mit dem, was er hat, zufrieden ist und leben kann? Und wie - für die, die kritisieren, dass das heute fehlt - lassen sich gleichzeitig die (ursprünglichen) Werte der EU aufrecht erhalten?
    7 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.07.2015 09:43
      Highlight gute überlegungen und aussagen resp. fragestellungen. 👍

      es gibt da meiner meinung nach nur ein riesen grosses problem.
      der mensch als solches...
      so wie er sich entwickelt hat und noch weiter entwickeln wird...

      die unsägliche doktrin des lebens, dass man(n & frau) besser sein muss als (je)der andere, um (über)leben zu können und diese doktrin wird uns allen bereits mit den genen mitgegeben und das ganze leben lang vor augen gehalten!

      [überspitzung off] aber etwas wahres hat es halt schon daran...😶
      0 0 Melden
  • Michèle Seiler 13.07.2015 22:33
    Highlight Wie zum Beispiel, dass es die griechische Vorgängerregierung war, die das Land in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat. Dass sich die neue griechische Regierung nicht immer anständig verhalten hat. Oder, dass niemand sie dazu gezwungen hat, der EU beizutreten, sondern sie sich eher reingemogelt haben. Darüber hinaus scheinen mir die neuen Forderungen dort anzusetzen, wo die Finanzprobleme der Griechen ihren Ursprung haben - oder habe ich da etwas in der Entwicklung verpasst?
    6 8 Melden
    • Crecas 14.07.2015 07:14
      Highlight Dies ist eine sehr realistische und pragmatische Einschätzung der Situation. In den Artikeln von Herr Löpfe sind's leider jeweils nur Populismus und Ideologie...
      4 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.07.2015 13:31
      Highlight Die EU hat sich aber auch nicht gerade gegen den Eintritt der Griechen gewehrt, obwohl die haarsträubenden Zahlen des Staatshaushaltes wohlbekannt waren. Geopolitik halt: Man bindet die strategisch bedeutenden Randregionen in den grossen Verbund ein.
      Und die Finanzprobleme der Griechen könnten ganz Europa völlig egal sein, genau wie früher, wenn diese ihre Drachme hätten und ihre miese Volkswirtschaft nicht durch ein schwachsinniges Währungskonstrukt wie den Euro an Resteuropa angebunden wäre.
      1 0 Melden
  • Michèle Seiler 13.07.2015 22:31
    Highlight Ich verstehe das nicht.

    Ist es der Anblick der armen Griechen auf der einen Seite und die "Bankenrettung" auf der anderen Seite, die viele dazu verleitet, die EU als die Schuldige zu sehen und diejenigen, die darauf beharren, dass sich das System in Griechenland verändert, als die Machthaber (die Nazi-Keule, die bei manchen zum Einsatz kommt, ist dann natürlich besonders nützlich ...)?

    Kann es sein, dass sich bei manchen jetzt jahrelange Abneigung entlädt? Und glauben sie wirklich, dass sie damit, dass sie der jetzt nachgeben, Europa etwas Gutes tun?

    Ich bin auch gegen eine ungerechte Verteilung, aber in meinen Augen wird da einigen relevanten Dingen zu wenig Beachtung geschenkt, um das Vorgehen als vernünftig anzusehen.
    6 6 Melden
    • Joey Madulaina 15.07.2015 10:41
      Highlight Griechenland hat es verbockt, ja. Aber das waren andere Regierungen. Tsipras und Syriza können nicht dafür, dass ihre Vorgänger scheisse gebaut haben. Das Volk kann man nicht leiden lassen, nur weil es früher korrupete Politiker gewählt hat - es hat ja auch davon profitiert. Die Geldgeber wollen aber nicht Korruption oder Steuerhinterziehung bekämpfen. Diese Reformen werden eher behindert als vorangetrieben. Privatisierungen, MWST-Erhöhungen, aber keine Erhöhungen odrt Extrasteuern für Reiche und Konzerne wollen die Geldgeber. Das schadet der Wirtschaft und dem Land nachhaltig, macht die Leute arm und wer profitiert? Die gleichen wir zuvor, die die Griechen mit in die Krise geritten haben (Banken)! Das hat nichts mit Rettung zu tun, aber das wundert beim IWF ja nicht und die EU will die linke Regierung weg haben.
      0 0 Melden
  • Thomas Binder 13.07.2015 22:16
    Highlight Einmal mehr danke, Philipp Löpfe!

    Die Selbstentlarvung der notorischen Entwerter anderer als "schwere (bösartige) Narzissten" - immer wieder bemitleidenswert peinlich.

    Es ist an der Zeit, dass wir 97-99% wunderbar farbenprächtiges grau Sehenden endlich realisieren, dass es nie um Deutsche gegen Griechen, Schweizer gegen andere Europäer, Amerikaner gegen Russen, Israelis gegen Palästinenser, Moslems gegen Christen etc. pp geht, sondern immer um "1% (Sadisten) versus 99% (Masochisten)" aller Nationen, Ethnien, Ideologien und Religionen.
    6 3 Melden
  • gaba 13.07.2015 20:55
    Highlight Die Griechen sind eingebrochen und haben so das Vertrauen der Deutschen zurückgewonnen. ... und wie gewinnen wir nun das Vertrauen in Deutschland zurück?
    16 2 Melden
    • Wolfsblut_2 13.07.2015 22:23
      Highlight Gar nicht. Deutschland hat, wie die Geschichte zeigt, noch nie mit Macht umgehen können und die deutsche Gründlichkeit zeigt wieder einmal ihre hässliche Fratze. Mir macht dieses Land und seine Menschen Angst.
      12 10 Melden
    • Michèle Seiler 14.07.2015 08:06
      Highlight Und mir Menschen, die sich in ihren Handlungen von Verallgemeinerungen leiten lassen. So what?
      7 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.07.2015 13:33
      Highlight Ingwer: Wiederholen Sie Ihren Eintrag doch einmal, indem Sie für "Deutschland" z.B. "Juden", "Araber" oder "Afrikaner" einsetzen und gehen Sie dann mal in sich, um rauszufinden, wieso ihr Kommentar einfach nur ekelhaft ist.
      2 2 Melden
  • Le_Urmel 13.07.2015 19:35
    Highlight Ja und hunderttausende sind als 5. Kolonne in die Schweiz eingewandert, um den Fehler der 40er Jahre nicht zu wiederholen und die Schweiz davon kommen zu lassen.

    Aber alle die hier gegen die Deutschen polemisieren, was wäre denn die Alternative? Der Grexit? Bei einer Nation, die kaum exportiert?

    Schuldenschnitt und dann? Niemand würde GR Geld geben, selbst das rohstoffreiche Argentinien hat die letzten Schuldenschnitte kaum überlebt, aber es einfach den Deutschen die Schuld zuzuschieben, während die hartnäckigsten Gegener GR das Balitkun, NL und Portugal waren
    14 10 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 13.07.2015 19:09
    Highlight Ich hoffe doch sehr, Merkel und Schäuble kriegen ein schönes VR-Mandat bei den Investmentgesellschaften die sich nun an der Privatisierung eine goldene Nase holen. Genosse Schröder hat gezeigt, wie's geht...
    17 7 Melden
  • Crecas 13.07.2015 18:52
    Highlight Jetzt weiss Europa auch, dass Tsirpas und Varufakis einen grossen Mist gemacht haben. Wie schon vor 2 Wochen prophezeit: In der Retrospektive wird man sich wünschen, man hätte eine andere, gesprächsbereitere und kooperativere Regierung gehabt. Jetzt braucht das Land wegen der Zuspitzung der Situation mind 25 Mrd mehr (das ist der Betrag zur Refinanzierung der Banken, die durch die Zuspitzung der Krise grosse Abflüsse zu verzeichnen hatten und nach der Wiedereröffnung noch weit grössere Abflüsse sehen werden). 25 Mrd mehr heisst noch mehr Leid für das Volk. Das hätte verhindert werden können.
    6 15 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.07.2015 17:15
    Highlight Deutschland hat nicht verhandelt, sondern Griechenland erpresst.
    31 11 Melden
  • lalala 13.07.2015 16:33
    Highlight Ich habe mich ja schon länger nicht mehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt, aber was wäre die Alternative gewesen ?
    Der Grexit will ja auch niemand.

    Oder anderes gefragt, wie würden Sie, Herr Löpfe dieses Problem lösen?
    11 9 Melden
    • blueberry muffin 13.07.2015 17:18
      Highlight Finanzausgleich wie in der CH und der USA? Schuldenschnitt?
      16 6 Melden
    • Michèle Seiler 13.07.2015 17:34
      Highlight Schon wieder Schuldenschnitt? Gab's für die Deutschen nach dem Krieg mehr als einen? 😉
      4 13 Melden
    • _kokolorix 13.07.2015 17:49
      Highlight also die schulden die griechenland angehäuft hat betragen weniger als 1% des eu bip! ein kleines minus, sagen wir in den rüstungsausgaben, und griechenlands schulden wären weg. jetzt müsste die eu für diesen schuldenschnitt, der übrigens unweigerlich kommen muss, die erforderlichen reformen des griechischen staatsapparats fordern. als da währen: unerbittliches eintreiben der steuern, verkleinern der aufgeblähten verwaltung, energische bekämpfung der korruption. kleinere renten und privatisierung von staatsunternehmen sind absichtlich nicht dabei, da sie kontraproduktiv sind. wenn die griechen nicht spuren, bleiben sie auf ihren schulden sitzen. so hat eine regierung eine reelle chance die reformen mit dem nötigen nachdruck durchzusetzen, da sie die eingetriebenen steuern nicht sofort dem iwf oder den banken abliefern muss, sondern für den aufbau von notwendigen infrastrukturen verwenden kann. erst wenn diese chance ungenutzt bleibt kann man über strafmassnahmen diskutieren.
      ahh, und für die grandiose fehlleistung, den griechen so viele kredite gewährt zu haben, sollten alle banker die boni der letzten 5jahre spenden.
      15 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.07.2015 22:15
      Highlight Grexit, Itaxit, Franxit, usw.. ist wahrscheinlich keine Frage des wollens, sondern höchstens wer ist der Erste und wann folgt der Zweite.
      4 4 Melden
  • Wilhelm Dingo 13.07.2015 16:21
    Highlight Das mit den Exportmonster verstehe ich nicht: Wenn der eine tüchtiger ist als der andere, dann wird der tüchtige reich, der weniger tüchtige arm. Wenn das nicht so wäre, hätten wir eine Planwirtschaft.
    11 26 Melden
    • Matthias Studer 13.07.2015 16:54
      Highlight Leider muss ich sie enttäuschen. Tüchtig ja, aber nicht so tüchtig.
      Sagen wir mal so. Die Arbeiter werden nur zum Teil von der Firma bezahlt. Ein grosser Teil wird durch den Steuerzahler finanziert. Stichwort 1 Euro Jober. Zum anderen profitiert Deutschland vom schwachen Euro. Der Mindestlohn wurde noch nicht wirklich eingeführt und auch die Sozialleistungen sind nicht gerade rosig. Deutschland mauserte sich in den letzten Jahrzehnten vom Hochlohn zum Niedriglohnland Europas. Sehr zum Leidwesen der "faulen Franzosen und Südeuropäer'.
      21 3 Melden
    • saukaibli 13.07.2015 16:57
      Highlight Es können nun nicht alle Länder viel mehr exportieren als importieren, das sollte nicht so schwer zu verstehen sein. Und mit Tüchtigkeit hat das wenig zu tun. Mal auf die Schweiz bezogen: Zürich "exportiert" viel mehr als die Walliser. Wenn die Walliser von den Zürchern kein Geld über den Finanzausgleich bekommen würden, wären sie bald in einer Situation wie die Griechen. Aber die Walliser können 12h/Tag schuften und werden trotzdem nicht so produktiv wie die Zürcher aufgrund Bevölkerungsdichte, Geografische Lage, Infrastruktur usw.
      26 4 Melden
    • blueberry muffin 13.07.2015 17:22
      Highlight Die Deutschen arbeiter sind aber alles andere als reich, also verlassen sie sich darauf das der Rest ihr Zeug kauft.

      Schliesslicg wollen auch die super reichen Deutsche, die als einziges von den tüchtigen Arbeitern profitieren, nicht 10'000 BMWs in der Garage.
      12 4 Melden
    • Nikoletta Seraidou 13.07.2015 17:27
      Highlight Das ist einfach. Das Zauberwort heißt Handel- oder Exportüberschuss. Klingt sehr fleißig, oder? In Wahrheit bedeutet es, dass diese Produktivität nicht bei den Arbeitern ankommt. Anders gesagt: der normale Arbeiter bekommt nichts von dem Boom ab. Die Gehälter bleiben niedrig oder fallen. Die "Reichen" werden überdurchschnittlich reicher. Jetzt kann man sagen ist doch die Sache von Deutschland. Leider nein. Durch die tiefen Gehälter/Handelsüberschuss geraten andere Länder auch unter Druck und müssen Anpassungen machen. Gewinner sind nur die "Reichen".
      24 2 Melden
    • _kokolorix 13.07.2015 17:29
      Highlight deutschland subventioniert seine exportwirtschaft massiv. durch lohnzuschüsse können unternehmen löhne zahlen welche weit unter den lebenshaltungskosten liegen. kein anderes land in europa tut dies. desshalb hat der exportüberschuss in deutschland nur wenig mit 'tüchtigkeit' zu tun, aber viel mit verantwortungslosigkeit. trotz rekordergebnissen in den letzten jahren nimmt diese bezuschussung nicht etwa ab, nein sie steigt und zwar massiv ca 15%+
      22 4 Melden
    • Amboss 13.07.2015 20:04
      Highlight http://www.zeit.de/2014/51/schlachthof-niedersachsen-fleischwirtschaft-ausbeutung-arbeiter

      Da finden sie ihre Antwort
      3 3 Melden
    • Wilhelm Dingo 14.07.2015 08:28
      Highlight @Amboss: danke für den Artikel, schlimm, sowas, darum kaufe ich ja nur noch Bio-Fleisch oder wenigsten aus CH, auch wenn bei uns nicht alles rosig ist. Als Begründung reicht das aber nicht, in griechischen Schlachtereien geht es sicher nicht besser zu und her.
      2 1 Melden
    • Amboss 14.07.2015 12:01
      Highlight @Dingo: Die Zustände bzgl. Tierschutz ist auch ein Thema klar. Aber ich habe den Artikel deswegen verlinkt, weil er aufzeigt, weshalb die Eurozone krankt, und weshalb die Griechen keine Chance haben.
      In D schuften rumänische "Sklaven" für 2 Euro die Stunde. Zusammen mit der deutschen Hochtechnologie gibt dies einen Mix, wogegen GR keine Chance hat.
      Und wofür? Bringt dies Deutschland etwas? Nein. Man exportiert zwar viel, macht die anderen kaputt, schafft aber keinen Wohlstand.
      3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.07.2015 15:40
    Highlight Es wird wohl das Ende der EU sein, denn kein Land und Volk möchte so gedemütigt werden, wie die Griechen von D.
    Da kommt bestimmt ein Itexit, Spanexit, Portexit, Holexit, Danexit, Nowexit, ..... Lieber früher als später.
    18 10 Melden
    • Hanjo 13.07.2015 22:13
      Highlight Den Nowexit sehe ich allerdings nicht wirklich, für Norwegen? Ist nicht in der EU und kann daher auch nicht gut austreten, aber fände Schwexit eh ein interessanteres Wort, liesse sich auch als Sommer-Drink vermarkten.
      8 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.07.2015 15:36
    Highlight D hat dafür gesorgt, dass Griechenland nie mehr wirtschaftlich funktionieren kann. Jeder nur so kleine Gewinn wandert nach D. Statt Bomben hat man irre "Verträge" eingesetzt. Ich leide mit den Menschen dort.
    42 7 Melden
  • A75 13.07.2015 14:37
    Highlight Niemand (auch nicht Schäuble oder Merkel) ist in der Lage, ein Patentrezept zur Lösung des griechischen Dramas zu unterbreiten. Man kann über die Griechenland-Krise und den erreichten Kompromiss denken, was man will. Jede Glaubensrichtung (griechische und deutsche) hat seine Rechtfertigung. Die Deutschen wirken aber mit ihrer Machtdemonstration nicht wirklich sympathischer. Schade, dass die Macht-Interessen vor den EU-Idealen gestellt werden. Schade für Europa, schade vor allem für die Deutschen. Für die nächsten Jahrzehnten sind sie in GR (und wohl anderen EU-Ländern) kaum willkommen.
    18 6 Melden
    • saukaibli 13.07.2015 17:01
      Highlight Dazu kommt, dass die Deutsche Methode in den letzten fünf Jahren alles nur noch schlimmer gemacht hat. Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist um ein Drittel gesunken und die Staatschulden um das Gleiche gestiegen. Nach fünf Jahren sollte man eigentlich merken, dass etwas nicht funktioniert.
      20 4 Melden
  • EKIM66 13.07.2015 14:06
    Highlight Ob man Deutschland hier einen Vorwurf machen darf ist eigentlich egal. Was aber allen jetzt klar sein sollte ist, dass die A Länder den grossen Benefit haben. EU zahlt Wirtschaft-Förderung Gelder an die B-Countries, dafür kaufen diese Industrie & Rüstung-Güter in den A-Countries. Dafür zieht es gut ausgebildete Fachkräfte in die A-Countries ab. Das B-Country bleibt mit hohen Schulden zurück ...und ohne Fachkräfte. Griechenland ist hoch korrupt, von den Politiker bis runter zum kleinen Coffee shop Besitzer. Das witzige ist ....alles wissen es! UND alle rechnen damit. So kauft man Länder!
    17 1 Melden
  • Oberon 13.07.2015 13:45
    Highlight Juhu, der Blick und 20min Troll hat wieder zugeschlagen.

    5 10 Melden
  • sobre 13.07.2015 13:45
    Highlight Die Deutschen waren und sind immer schon grössenwahnsinnig.
    20 14 Melden
  • Sagitarius 13.07.2015 13:43
    Highlight Wie und wo steht eigentlich die Schweiz in diesem ganzen Speil?
    8 1 Melden
  • Joshzi 13.07.2015 13:41
    Highlight Ein trauriges Kapitel in der Geschichte Europas, dass es die demokratische Institution es zulassen, dass die Wirtschaft eines ihrer Mitgliedländer zerstört wird. Seit Jahren findet eine gigantische Umverteilung von Staatsvermögen in privates Vermögen statt, Löhne und Renten gekürzt, der griechische Staat quais handlungsunfähig gemacht. Der BIP ist um 25% eingebrochen und Europa sieht immer noch nicht ein, dass ihr Austeritätsdiktat keine langfristige Lösung darstellen kann. Die Institution Europa ist an dieser Herausforderung kläglich gescheitert.
    26 3 Melden
  • Hierundjetzt 13.07.2015 13:32
    Highlight Lieber Herr Löpfe, wie immer bei Ihrem etwas sonderbar einseitigen Deutschland-Bashing erklären Sie wohlweislich die katastrophale Konsequenz für die Schweiz nicht, die Ihr Gedankenexperiment hat. Sollte Ihr "Wunsch" nach Reduktion der Exporte eintreffen, ist die Exportnation Schweiz die erste die massiv (!) darunter leidet. Unsere Exporte gehen zu 60% nach DE und zu 80% in die EU. Hat DE den Pfnüsel, ist die CH krank. Wünschen Sie das uns wirklich? Ich denke nicht...
    11 16 Melden
    • blueberry muffin 13.07.2015 17:25
      Highlight Darum haben wir die Nazis schonmal geduldet. Wie oft noch?
      13 11 Melden
    • Shlomo 13.07.2015 17:50
      Highlight Deine Germanophilie in allen Eheren. Aber ich glaube du hast in der Schule beim Thema Volkswirtschaft nicht wirklich aufgepasst. Kein Land auf der Welt kann über eine längere Zeit einen handelsüberschuss oder auch -defizit haben.
      Deutschland lebt auf kosten anderer und kein Politiker in Deutschland hat den Mut dies den Deutschen endlich zu sagen.
      15 4 Melden
  • amore 13.07.2015 12:38
    Highlight Während des 2. Weltkriegs musste man grosse Angst haben vor den Deutschen. Und heute ist es wieder so weit. So wie Deutschland mit einem befreundeten Land umgeht ist inakzeptabel. Ich nenne das Wirtschaftskrieg, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Ja, das Vertrauen muss wieder aufgebaut werden. Nicht das Vertrauen zu Griechenland. Das Vertrauen zu Deutschland.
    94 47 Melden
    • saukaibli 13.07.2015 12:51
      Highlight Und das dämlichste daran, die Deutschen werden später für das Ganze auch ihre Zeche bezahlen. Nur sind Mutti und die schwäbische Hausfrau bis dahin schon lange nicht mehr an der Macht und können die Schuld ihren Nachfolgern in die Schuhe schieben. Deren Kurzsichtigkeit und Gier hat die EU an den Anfang ihres Ende geführt.
      56 19 Melden
    • Hierundjetzt 13.07.2015 13:37
      Highlight Was hat ein Weltkrieg damit zu tun? Ah stimmt, wir waren ja nicht dabei und daher moralisch überlegen. PS wir haben aktiv Menschen in den Tod getrieben und haben dafür aus Auschwitz das Zahngold ermordeter Menschen gekauft. Das können wir nämlich unglaublich gut: alles besser wissen
      18 9 Melden
    • blueberry muffin 13.07.2015 17:26
      Highlight Wieso ein Weltkrieg? Beide wurden von Deutschland gestartet. Und wieder will DE Europa regieren.
      13 10 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.07.2015 12:35
    Highlight Treffender kann man es nicht sagen!
    44 16 Melden
  • DerWeise 13.07.2015 12:33
    Highlight Als hätte DE im 2. WK nicht genug Schaden angerichtet... Und wie einfach man sich mit einem "der faule Grieche" von offenen Reperationszahlungen drücken kann...
    55 38 Melden
    • Michèle Seiler 13.07.2015 17:01
      Highlight Weil die ja sooo viel mit der aktuellen Situation zu tun haben ...

      Wie ich neulich mal gelesen habe: Wollen wir diese Zahlungen mit denen verrechnen, die das deutsche Volk mit seinen Steuern in den letzten Jahren nach Griechenland geschickt hat? Mal sehen, was dann noch übrig bleibt.

      Und wie viel Schaden haben eigentlich die Griechen und andere Länder vor dem 2. Weltkrieg angerichtet, für den noch nicht (genug) gezahlt wurde? Wollen wir uns das auch mal näher anschauen?

      Kritik üben ist das Eine, Stimmung machen ist das Andere.

      Und gegen einseitige Schuldzuweisungen, bei denen das Gefühl eine wichtigere Rolle spielt als Fakten, stelle ich mich konsequent.
      9 9 Melden
    • Michèle Seiler 13.07.2015 17:08
      Highlight *andere Länder = andere Völker.
      5 3 Melden
    • Tsunami90 14.07.2015 06:29
      Highlight Naja, der Alt-Kanzler Helmut Schmidt findet die forderungen nach Reparationszahlungen für gerechtfertigt.

      http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_73823228/helmut-schmidt-griechenland-reparationen-wohl-gerechtfertigt.html

      Die Verweise auf den 2. Weltkrieg sind eigentlich als Aufforderungen der Demut zu verstehn. Deutschland hat die Geschichte dieses Kontinents mehr als genug geprägt.
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    • DerWeise 14.07.2015 10:18
      Highlight das deutsche Volk hat noch keinen Cent gezahlt und was kann der Grieche dafür, dass DE ihre Banken, die sich in GR verzockt hatten gerettet und die Schulden EU-weiz sozialisiert hat
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Geregelter Betrieb in Gefahr – SDA bietet gefeuerten Redaktoren befristete Verträge an

Als Sparmassnahme entliess die Nachrichtenagentur SDA altgediente Journalisten, andere mussten ihr Pensum reduzieren. Jetzt bedrohen freiwillige Kündigungen das Funktionieren der demoralisierten Redaktion. Die SDA-Spitze bietet deshalb bereits entlassenen Journalisten neue Arbeitsverträge an – aber nur auf Zeit.

«Ein Abschiedsapéro nach dem anderen»: So fasste ein Sportredaktor der SDA die derzeitigen Geschehnisse bei der krisengeschüttelten Nachrichtenagentur Ende März auf Twitter zusammen. Die vielen Abschiede sorgen für eine angespannte personelle Situation. Die Redaktionsleitung hat Mühe, den Schichtbetrieb so zu organisieren, dass der Service ab Sommer in üblichem Umfang und gewohnter Qualität aufrechterhalten werden kann.

Doch es ist nicht nur der im Rahmen eines Sparprogramms angekündigte Abbau …

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