Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ATHENS, GREECE - JUNE 17: (EDITORS NOTE: IMAGE CONTAINS PROFANITY) Protesters during a pro-government rally calling on Greece's European and International Monetary creditors to soften their stance in the cash-for-reforms talks on June 17, 2015 in Athens, Greece. The European Commission has said that Greece and its international creditors need to come to an agreement within the next 2 weeks to avoid a possible default, after weekend talks collapsed. (Photo by Milos Bicanski/Getty Images)

Zwischen Wut, Enttäuschung und Zynismus: Griechische Bürger fordern, dass die Misere endlich gelöst wird.  Bild: Getty Images Europe

Griechenland muss offenbar Gehälter und Renten kürzen

Egal wie die Gespräche mit den Euro-Partnern ausgehen – laut einem Zeitungsbericht hat Griechenland im Juni nicht mehr genug Geld für seine laufenden Verpflichtungen. Die Gläubiger erwarten demnach Einschnitte bei Renten und Gehältern.

21.06.15, 07:56 21.06.15, 08:35


Ein Artikel von

Griechische Rentner und Staatsbedienstete müssen sich darauf einstellen, dass ihre Bezüge für Juni nicht mehr voll ausgezahlt werden. Das berichtet die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) unter Bezug auf interne Berechnungen der Geldgeber.

Demnach fehlen Athen am Monatsende 2 bis 3,6 Milliarden Euro. Grund seien die dramatisch gesunkenen Steuereinnahmen.

Dies habe zum einen zur Folge, dass die Regierung die fällige Rate von 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht begleichen könne. Zum anderen müsse sie aber auch Renten und Gehälter kürzen. Die Aufwendungen hierfür liegen Ende Juni bei 2,2 Milliarden Euro.

Frühestens Mitte Juli wieder liquide

Auch eine Einigung Athens mit den Geldgebern in der kommenden Woche würde an den Kürzungen nichts ändern, berichtet die Zeitung. Dies liege daran, dass Reformen erst noch im griechischen Parlament beschlossen werden müssen. Ausserdem müssen fünf nationale Parlamente der Europartner einer Auszahlung der letzten Hilfsgelder von 3,7 Milliarden Euro zustimmen. Daher werde Athen frühestens Mitte Juli wieder liquide sein, schreibt die Zeitung.

Am Montag kommen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone zu einem Sondergipfel zusammen. Die Fronten scheinen jedoch verhärtet. Selbst der bislang Athen-freundlich eingestellte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker geht im «Spiegel» deutlich auf Distanz zur dortigen Linksregierung.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) warnte die Regierung in Athen eindringlich vor den Folgen eines Bruches mit der Eurozone. In der FAS sagte er: «Was nicht geht: aus dem Euro ausscheiden, seine Schulden nicht zurückzahlen, aber erwarten, dass die Mittel aus dem EU-Haushalt weiter fröhlich fliessen.»

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis hingegen erklärte, es sei an Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich zu bewegen. «Die deutsche Kanzlerin steht am Montag vor einer entscheidenden Wahl», schreibt er in einem Gastbeitrag für die FAS(wal)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lumpirr01 21.06.2015 12:27
    Highlight laut:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechische-milliardaere-reederei-steuerfrei/11319316.html

    bezahlen die griechischen Reedereien praktisch keine Steuern, obwohl sie einen Anteil von ca. 15% am weltweiten Transportvolumen beherrschen. Die Steuerbefreiung basiert auf der griechischen Verfassung. Die alten griechischen Parlamentarier, Superreichen und Regierungen haben es fertiggebracht, diese Steuerbefreiung in die Verfassung zu bringen. Soldarität zu den einfachen griechischen Bürgern scheinen diese "Gauner" nicht zu kennen; ist ja auch nötig, denn die EU bezahlt ja!!!
    12 1 Melden
    • Karl33 21.06.2015 12:39
      Highlight Das ist ja bei uns nicht anders. Wenn CEO Glasenberg über 100 Mio steuerfrei Einkommen kassiert, weil der FDP Bundesrat Merz ein neues Schlupfloch für solche Grossverdiener geschaffen hat, applaudiert die gesamte bürgerliche Politik.
      Einziger Unterschied: Bei uns verdient die normale Bevölkerung NOCH genug, wo in Griechenland halt nichts mehr übrigbleibt.
      17 2 Melden
    • Lumpirr01 21.06.2015 13:11
      Highlight @Karl33: Sorry, aber mit dieser Interpretation bin ich nicht einverstanden; immerhin hat das Schweizervolk diese Unternehmungssteuerreform 2 angenommen: Wenn jemand eine Aktie eines Unternehmens kauft, welches Geld auf der hohen Kante hat, dann kauft er eben auch ein Stück von diesem Geld! Benötigt nun diese Firma dieses Geld nicht mehr und gibt es dem Eigentümer zurück, wieso sollen nun plötzlich Steuen anfallen? Rückzahlungen einer Wertschrift, einer Schuld, eines Kontos oder eines Sparheftes sind nun mal bei uns steuerfrei. Damit ist es aber bald vorbei, denn nur noch wenige haben Reseven!
      5 3 Melden
    • Karl33 21.06.2015 13:42
      Highlight Siehst du, genauso wie du Steuerbefreiungen für unsere Reichen verteidigst, verteidigen andernorts die Lobbyisten die Steuerbefreiungen ihrer eigenen Reichen und Reeder.
      -
      Mit einem gewissen ideologischen Standpunkt kann man Steuerbefreiungen für Reiche immer argumentativ rechtfertigen. Wusstest du, dass diese griechischen Reeder ihr Einkommen bereits einmal versteuert haben (Mehrwertsteuer), und deshalb zu Recht kein zweites Mal mehr darauf Steuern zahlen müssen, Stichwort Mehrfachbesteuerung? (öhm, oder so)
      4 1 Melden
    • Lumpirr01 21.06.2015 13:46
      Highlight Ergänzung: "Damit ist es aber bald vorbei, denn nur noch wenige haben Reseven! " : Damit meine ich die noch kleinen Kapitalreserven, welche die Firmen noch nicht als steuerfreies AGIO den Aktionären zurückbezahlt haben.
      3 0 Melden
    • Lumpirr01 21.06.2015 15:27
      Highlight @Karl33: Dein Posting suggerirt, dass die Reichen bei uns keine Steuern bezahlen. Das ist nicht richtig. Es wäre vermessen zu behaupten, unsere Reichen würden für die nach Gestz steuerpflichtigen Bestandteile nicht aufkommen. AGIO ist nun mal nicht steuerpflichtig im Gegensatz zu Einkommen & Vermögen! Ausserdem bezahlen die Arbeitgeber Pensions - & AHV Argeberbeiträge und sponsern vieles! Auch dem normalen Arbeitnehmer geht es bei uns im Gegensatz zu vielen Behauptungen immer besser. Schau Dir nur mal die Grösse der neuen Autos an! Die wachsen in der Breite ständig im Gegensatz zum Parkplatz!
      3 1 Melden
    • Karl33 21.06.2015 18:39
      Highlight eben, lumpir, das meinte ich. Man kann alle Steuersubventionnen schönreden. Ich habe mich noch schnell schlau gemacht: Diese Reeder sind nicht steuerbefreit, sondern zahlen einfach sehr tiefe Tarife, ähnlich wie Apple, Starbucks, Transocean um 1% oder weniger. Die nutzen bloss den globalen Steuerwettbewerb und versteuern ihre Gewinne dort wo die Steuern tief sind, zum Beispiel in der Schweiz, Kanton Zug. Also alles in Butter.
      1 0 Melden
  • Adonis 21.06.2015 11:57
    Highlight Wozu den "normalen" Griechen die Schuld geben. Das Kapital macht ja bei uns auch was es will. Gänge es bei uns umgekehrt, wird wohl in den nächsten Jahren bei uns eintreffen. Werden uns die genau gleich einschneidenden Massnahmen treffen. Frage: Wer wird uns helfen? Die Chinesen, oder die Russen? Den Amerikanern wird wegen des rüstungswahns das Geld ausgegangen sein.
    9 8 Melden
  • Maria B. 21.06.2015 11:30
    Highlight Gewiss, man kann Unmut und Frustration des griechischen Volkes über die sehr einschneidenden Sparmassnahmen gut verstehen, denn die meisten Leute leiden ganz offensichtlich darunter. Andererseits ist es halt so, dass dieses Land nie buchhalterische Kriterien kannte, stets aus dem vollsten schöpfte, was sozial und steuertechniscj möglich war, dies verbunden mit einer aussergewöhnlich hohen Korruptionsrate. Nun aber einfach Angela Merkel mit Hitlerschnauz darzustellen und die ganzen Gläubiger- und Geberländer als Halsabschneider zu diffamieren - das kanns gewiss nicht sein, Eigenveranrwortung gehört nun mal zum Leben, und wer sie nicht beizeiten wahrnehmen, den bestraft es, das Leben. Eine Tatsache, derer sich auch manche Schweizer, die immer nur gerne aus dem "Vollen" (anderer) schöpfen wollen, rechtzeitig bewusst werden müssten....
    23 8 Melden
    • phreko 21.06.2015 14:19
      Highlight Du zielst am Problem vorbei. Dass vieles falsch lief ist allen bekannt. Aber wie das ganze nun wieder in geordnete Bahnen zu lenken ist, ist das aktuelle Problem. Durch all die Massnahmen welche Griechenland diktiert wurdeb hat sich NICHTS verbessert, jedoch wollen dies gewisse Leute nicht einsehen. Da kann man noch lange sagen sie haben es sich selber eingebrockt, da dies irrelevant ist.
      4 1 Melden
  • saukaibli 21.06.2015 11:17
    Highlight Was ich einfach nicht verstehe, aber ich bin ja kein Ökonom: Wenn man den Menschen ihr ganzes Einkommen wegnimmt, wie soll sich dann die Wirtschaft erholen? Was bringt es genau, wenn man den griechischen Staat kaputtspart nur um den internationelen Banken die Kohle in den Arsch zu schieben, die griechische Privatleute diesen schulden? Wieso geht von dem Geld, das angeblich den Griechen geliehen wird, nur 11% an den Staat? Wieso hat die Troika alles nur schlimmer gemacht und trotzdem hackt man auf dem griechischen Staat herum? Kann mir das mal einer erklähren? Danke.
    26 1 Melden
  • Bijouxly 21.06.2015 08:33
    Highlight Mich würde interessieren, was denn die Zahlen Griechenlands eigentlich sind, z.B. im Verhältnis zu Spanien oder Portugal? Höhe der Rente, Rentenalter, Lohn der Staatsangestellten, Durchschnittslohn eines Lehrers usw. damit man sich einmal ein Bild davon machen kann, was diese "Einschneidungen" denn bedeuten. Danke!
    29 2 Melden

Zalando wegen Hitzesommer mit Gewinnwarnung – Aktie stürzt ab

Das anhaltende Sommerwetter in Europa durchkreuzt die Pläne von Zalando. Zum zweiten Mal in sechs Wochen strich der grösste Online-Modehändler des Kontinents seine Umsatz- und Gewinnerwartungen zusammen.

An der Börse rauschte die Aktie nach der Prognosesenkung in den Keller und brach zum Handelsstart zeitweise um über 20 Prozent auf 33.47 Euro ein. Dies war der tiefste Stand seit August 2016. Damit hielt der Konzern, der gerade sein zehnjähriges Bestehen feiert, mit grossem Abstand die rote …

Artikel lesen