Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Schuldenkrise

Griechischer Finanzminister vergleicht Handeln der Troika mit CIA-Foltermethoden

Giannis Varoufakis beharrt auf einem Schuldenschnitt für Griechenland - und vergleicht im SPIEGEL-Interview die Methoden der Troika mit dem Waterboarding: Kurz vor dem Herzstillstand dürfe man kurz atmen, «dann drückt man uns wieder unter Wasser.»

13.02.15, 14:59 13.02.15, 15:35

Ein Artikel von

Giannis Varoufakis: «Dann drückt man uns wieder unter Wasser...» Bild: ALKIS KONSTANTINIDIS/REUTERS

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis erhebt schwere Vorwürfe gegen die ausländischen Gläubiger des Landes. Den von der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds nach Griechenland entsandten Vertretern warf er vor, sein Land sprichwörtlich unter Wasser zu drücken. «Kurz vor dem Herzstillstand wird uns gestattet, ein paar Atemzüge zu nehmen. Dann drückt man uns wieder unter Wasser, und alles geht von vorn los», sagte Varoufakis dem SPIEGEL in einem Interview.

Zwar handele es sich bei den Beamten der Troika um anständige Leute, doch ihr Auftrag richte grossen Schaden an: «Es gab auch bei der CIA sehr gute Menschen, die gegen ihren Willen beim Waterboarding eingesetzt wurden und sich deshalb in einem schrecklichen moralischen Dilemma befanden», sagte Varoufakis.

Von der Bundesregierung verlangt er weiterhin, einem Schuldenschnitt für Griechenland zuzustimmen. «Jeder weiss, dass Griechenland seine derzeitige Schuldenlast ohne einen neuen Vertrag niemals wird tragen können», sagte er in dem am Donnerstag autorisierten Gespräch mit dem SPIEGEL. «Ich verstehe, dass die Bundesregierung das Wort 'Schuldenschnitt' vermeiden will. Tatsächlich aber wäre ein solcher besser und am Ende für die Gläubiger sogar günstiger als eine Verlängerung der Kredite.»

ssu

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • klugundweise 13.02.2015 16:10
    Highlight Und ins Stammbuch von allen die meinen die Schweiz müsste bei der EU ebenso auftreten:
    SYRIZA ist eine LINKE Partei, die mit der etablierten rechtsbürgerlichen Politclique aufräumen, die Korruption bekämpfen und sich vom Knebel der Finanzwirtschaft befreien will.
    Wenn wir Schweizer das auch wollen, müssen wir die radikalen Vertreter der SP wählen!
    4 1 Melden
    • Oban 13.02.2015 16:37
      Highlight Ne auf keinen Fall die sind des Teufels diese Linken in der Schweiz, aber die Linken in Griechenland sind für unsere SVP-Anhänger die Helden.
      2 1 Melden
  • AlphaEpsilon 13.02.2015 15:22
    Highlight Varoufakis for President!
    4 1 Melden

Hat Novartis Trump geschmiert?

400’000 Dollar hat das Schweizer Pharmaunternehmen an eine Briefkastenfirma von Michael Cohen, dem persönlichen Anwalt von Donald Trump, überwiesen. Es besteht der begründete Verdacht, dass es sich dabei um Bestechungsgelder handelt.

Es könnte aus dem Drehbuch eines billigen Thrillers stammen: 99’980 Dollar hat Novartis jeden Monat zwischen Oktober 2017 und 2018 an eine Firma namens Essential Consultants LLC überwiesen. Das schreit förmlich danach, dass diese Zahlungen nicht sauber sind. Zu offensichtlich ist es, dass die 100’000-Dollar-Grenze nicht überschritten werden durfte, sei es, um interne Controller oder externe Behörden nicht aufzuschrecken.

Nicht nur die Art und Weise der Zahlungen ist suspekt, auch der Empfänger. …

Artikel lesen