Wirtschaft

Wie Zypern mit EU-Pässen für Reiche Milliarden verdient

18.09.17, 12:06

Bild: EPA/EPA

Zypern soll mit dem Verkauf von EU-Pässen an reiche Investoren unter anderem aus Russland und der Ukraine Milliarden verdient haben. Seit 2013 habe die Regierung in Nikosia mit dem Verkauf der «Goldenen Visa» an Superreiche mehr als vier Milliarden Euro eingenommen, berichtet der «Guardian».

Die britische Zeitung beruft sich auf geleakte Unterlagen, die sie eigenen Angaben zufolge einsehen konnte. Darin seien Hunderte Namen aufgelistet, unter ihnen ein ehemaliges Mitglied des russischen Parlaments und die Gründer einer bedeutenden ukrainischen Bank. Einige der Superreichen stünden unter Korruptionsverdacht.

Die zypriotische Regierung bestätigte, dass das EU-Land die Staatsbürgerschaft an Bürger aus Drittländern vergibt, die grössere Summen auf der Insel investieren. Die Vorwürfe, dass auch unter Korruptionsverdacht stehende Investoren aus der Ukraine oder Russland darunter sind, wurden nicht kommentiert.

«Wir wollen diese Veröffentlichungen nicht kommentieren», sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides am Montag. «Verurteilte Personen sind von diesem Programm von vornherein ausgeschlossen», sagte ein hoher Vertreter des Innenministeriums.

«Goldene Visa» umstritten

Wie es aus Regierungskreisen weiter hiess, verlaufe das Staatsbürgerschafts-Programm für Investitionen sehr gut, «wie auch in zahlreichen anderen Staaten der EU. Es ist nichts Neues.» Auch in Portugal, Irland, Griechenland, Ungarn, Malta und Bulgarien bekämen Investoren EU-Pässe.

Die «Goldenen Visa» sind seit Jahren umstritten, da sie eine Eintrittskarte für alle EU-Länder sind – mit dem Recht, sich dort frei zu bewegen.

Die zypriotische Staatsbürgerschaft kann erhalten, wer mindestens zwei Millionen Euro für die Gründung eines Unternehmens eingezahlt hat. Dieses muss mindestens fünf EU-Bürger beschäftigen und vor dem Antrag fünf Jahre lang existiert haben.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Antragsteller eine Immobilie für mindestens 500'000 Euro gekauft hat. In Zypern seien allein im vergangenen Jahr 400 solche Pässe vergeben worden, so der «Guardian». (sda/dpa)

Merkel und Europa

Roger Köppel «interviewt» (lobpreist) Viktor Orban – und wir sollten auf der Hut sein!

Der gewagte Poker der Angela Merkel 

Die EU wird deutsch und deutlich – und die Griechen werden geopfert

Der amerikanische Albtraum: Griechenland wird ein «failed state» 

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Werden Angela Merkel und Emmanuel Macron Europa retten?

Die grosse Koalition in Deutschland könnte zur grossen Chance für dringend nötige Reformen der EU werden – wenn die SPD es nicht vermasselt.

Die Sondierungsgespräche für eine grosse Koalition in Berlin sind erfolgreich abgeschlossen, das Jammern darüber gross. Rechts wird bemängelt, dass weder Steuern massiv gesenkt noch Reformen angepackt werden. Links trauert man der Bürgerversicherung nach und beklagt die Obergrenze für die Zuwanderung.

Die Kommentare der Polit-Gurus fallen denn auch wenig schmeichelhaft aus. Ob die grosse Koalition «wirklich eine gute Idee» sei?, fragt die «NZZ» besorgt. Das «Wall Street Journal» spricht …

Artikel lesen