Wirtschaft
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REMOVES WRONG COUNTRY REFERENCE - FILE - In this undated file picture, women stand in the graveyard of Distomo, Greece, where victims of a 1944 Nazi massacre are buried. In World War II German soldiers killed 214 people as punishment for an attack by partisans. When Nazis deported Greece Jews to death camps in 1943 the Jews had to pay their train fare themselves.  The Jewish community of Thessaloniki, Greece’s biggest, says it is examining the possibility of reclaiming the rail fares from today's Germany. (AP Photo, File)

Gräber in Distomo, Griechenland: Die Nazis verübten hier 1944 ein Massaker. Bild: Uncredited/AP/KEYSTONE

Kriegs-Reparationen: Athen beziffert deutsche Schuld auf 278 Milliarden Euro

Erstmals nennt die griechische Regierung eine konkrete Zahl: Deutschlands Reparationsschuld aus dem Zweiten Weltkrieg soll sich demnach auf rund 278 Milliarden Euro belaufen.

06.04.15, 23:13 07.04.15, 10:21


Ein Artikel von

Der griechische Vize-Finanzminister Dimitris Mardas hat erstmals konkrete Zahlen genannt: Als Reparationsschuld Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg erwarte die Regierung in Athen 278,7 Milliarden Euro.

Die Summe nannte Mardas im Parlament, bei einer Sitzung des parlamentarischen Komitees, das untersuchen soll, wie Griechenland seinen Berg von Staatsschulden angehäuft hat.

Laut Mardas setzt sich die Summe folgendermassen zusammen: 10,3 Milliarden Euro betrage der Wert der Zwangsanleihe, die Griechenland den deutschen Besatzern gewähren musste. Die restliche Summe entspreche den Entschädigungszahlungen, die den Angehörigen der Opfer der Besatzung zustünden. Hinzu komme Schadensersatz für die damals zerstörte Infrastruktur im Land.

«Die Rechnungsprüfer haben gute Arbeit geleistet, als sie all die Daten zum Thema ‹Deutsche Reparationen› gesammelt haben», erklärte Mardas. «Alle Akten sind vollständig.» Das Material stehe nun jeder zuständigen Behörde zur Verfügung, die davon Gebrauch machen wolle.

50'000 Dokumente geprüft

In der Griechenland-Krise ist immer wieder von deutschen Reparationsschulden gegenüber Athen die Rede. Eine konkrete und offiziell bestätigte Summe wurde bisher aber nicht genannt.

Den von Mardas erwähnten Bericht hat ein sechsköpfiges Expertenteam des griechischen Rechnungshofs geschrieben; 50'000 Dokumente sollen die zuständigen Mitarbeiter dafür geprüft haben.

Ausserdem haben sie eine Aufstellung aller Zerstörungen und Beschlagnahmungen während der Besatzung erstellt. Die Daten dafür wurden vom Kultusministerium zur Verfügung gestellt.

Ob die Bundesregierung die genannte Summe von 278,7 Milliarden Euro für diskussionswürdig hält, ist mehr als fraglich. Der deutsche Standpunkt war bisher stets, dass es juristisch keine Verpflichtung zu weiteren Reparationszahlungen gebe. Die griechische Seite hingegen spricht das Thema regelmässig an. (gec/juh)

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hiess es, die griechische Regierung habe eine Summe von 287 Milliarden Euro genannt. Tatsächlich sind es aber rund 278 Milliarden Euro. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Huber 07.04.2015 05:52
    Highlight Wenn das Volk weiter nicht arbeiten will, wird das nie was. Ein Beispiel. Ein Bekannter von mir ist nach Griechenland ausgewandert, hat dort Rebbergen. Er hat ca. 12 Arbeitskräfte. 11 sind aus Polen (kein Grieche gefunden) aber ein Grieche hat er doch noch und der ist 70 Jahre. Die Jungen Griechen wollen einfach nicht arbeiten. Die sitzen den ganzen Tag rum und studieren wie sie zu Geld kommen können. Das es mit Arbeit gemacht wird, auf das komme sie nicht.
    22 22 Melden
    • MaskedGaijin 07.04.2015 08:03
      Highlight Haben sie das aus der Bild-Zeitung?
      24 8 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 07.04.2015 08:14
      Highlight Meine Vermutung: Dein Bekannter zahlt absolute Dumping-Löhne, bei denen es sich nur lohnt Schwarz zu arbeiten und dem 70 jährigem zahlt er gar nichts.
      22 4 Melden
    • tom99 07.04.2015 08:43
      Highlight Ihr müsst es ja nicht glauben, wenn ihr nicht wollt... auch wenn es stimmt: Ein Freund kam aus Griechenland zurück und sagt mir, dass er sich für sein Land schäme.. Sein Onkel kaufte sich einen neuen Mercedes aus Subventionen für Olivenöl, dass es gar nicht gibt. Sein "Freund" bei der Behörde hatte deren Existenz bestätigt.....
      7 3 Melden
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  • Donald 07.04.2015 00:55
    Highlight Verjährt bzw. die "Schuldner" leben nicht mehr. Diese Ressourcen hätte man sicher sinnvoller einsetzen können.
    6 3 Melden
  • Chris P. Bacon 07.04.2015 00:43
    Highlight Zufälligerweise genau die Summe, welche Griechenland der EU zur zeit schwach ist, hmmm... (so genau weiss ich es natürlich nicht, aber wem der Zynismus darin nicht nicht auffällt, kann auch nur noch mit Finanz-Trösterlis über die Vergangenheit hinweg geholfen werden)
    13 4 Melden
  • thompson 07.04.2015 00:31
    Highlight Gerade die Griechen! Tausende Nord+Schwarzafrikaner werden täglich in Parks und auf der Strasse von Nazis, zusammen geschlagen. Wer fordert die Kohle für die Einwanderer?
    5 6 Melden
    • MaskedGaijin 07.04.2015 08:06
      Highlight Ich glaube es sind täglich Hunderttausende.
      3 5 Melden
  • Statler 07.04.2015 00:09
    Highlight Zum Thema Griechenland empfehle ich die letzte Ausgabe von «Die Anstalt»... da wird das Thema Reparationen ebenfalls behandelt... und wie die Raute nicht müde wird zu sagen: «Regeln sind Regeln - Schulden müssen bezahlt werden - & keine Tricks»...
    13 1 Melden
  • elivi 07.04.2015 00:09
    Highlight weiss ned was die damit erreichen wollen. Die kommen ca. 50 jahre zu spät mit sowas.
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    • Statler 07.04.2015 10:33
      Highlight Nicht wirklich, elivi - sie versuchen es seit ca. 50+ Jahren und hören immer dieselben Ausreden. Das Thema ist nicht neu - nur hat bei uns bisher niemand davon Kenntnis genommen, weil das nie an die grosse Glocke gehängt wurde.
      3 2 Melden
  • Michèle Seiler 06.04.2015 23:51
    Highlight Ich möchte mich nicht grundsätzlich gegen solche Zahlungen aussprechen, aber die Art, wie sie eingefordert werden ...

    Ich versuche ja wirklich, dieser neuen Regierung gegenüber fair zu bleiben, aber ehrlich gesagt erinnert mich ihr Verhalten (oder zumindest das, was davon zu den Medien durchdringt) an das Verhalten kleiner Kinder (wenn nicht noch schlimmer) ... Und das nervt echt.
    16 6 Melden
    • Statler 07.04.2015 10:15
      Highlight Die Griechen wurden jahrzehntelang vertröstet und mit fadenscheinigen Begründungen abgespeist. Das «nervt» die Griechen bestimmt auch.
      Das Verhalten Deutschlands ist diesbezüglich einfach nur arrogant und bar jeglichen Anstands. Dass die Griechen das mediale Interesse jetzt ausnutzen, um vielleicht doch mal noch zu ihrem Recht zu kommen, ist nur all zu verständlich. Es ist eine uralte Schuld, die beglichen werden sollte. Und gerade die Deutschen, die jetzt so auf der Zahlung der griechischen Schuldzinsen beharren, sollten sich zuerst an der eigenen Nase nehmen.
      6 5 Melden
    • Michèle Seiler 07.04.2015 13:07
      Highlight Glaubst du, dass dieser Vergleich angemessen ist?
      1 0 Melden
    • Michèle Seiler 07.04.2015 13:19
      Highlight "Dass die Griechen das mediale Interesse jetzt ausnutzen, um vielleicht doch mal noch zu ihrem Recht zu kommen, ist nur all zu verständlich."

      So kann man es natürlich sehen ... Man möge mir allerdings verzeihen, dass ich das für eine sehr naive Annahme und auch einseitige Sicht halte (Griechenland als unschuldiges Opfer, dem's nur um Gerechtigkeit geht und nicht etwa darum, jemandem eins auszuwischen oder sich vor Verantwortung zu drücken).

      Natürlich nicht alle Griechen mit eingeschlossen.
      3 0 Melden
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  • Oberon 06.04.2015 23:28
    Highlight Da sieht man halt das die Regierung nur an neuem Geld interessiert ist und nicht willens oder fähig ist ihre eigenen Strukturen zu erneuern.

    Es wird spannend wie der Untergang von Griechenland weiter geht.
    48 32 Melden
    • Statler 07.04.2015 00:12
      Highlight Ihnen ist bewusst, dass die Griechen von dem vielen Geld so gut wie gar nichts sehen, sondern dass das dazu da ist, die Schulden bei den Banken zu bedienen?
      Mit den ganzen «Hilfskrediten» werden nicht die Griechen gerettet, sondern die Banken, die (einmal mehr) zu dämlich waren, die Risiken richtig einzuschätzen und den Griechen Kohle in den Hintern geblasen haben, was das Zeug hält. U.A. damit sie Panzer und U-Boote kaufen konnten (bei wem wohl?). Griechenland hat heute die grösste Panzer-Armee Europas. Qui Bono? Sicher nicht die Griechen...
      20 2 Melden
    • koala 07.04.2015 00:31
      Highlight Neues Geld? Bei den Reparationszahlungen handelt es sich um altes Geld, das von den bisherigen deutschen Regierungen immer aufgeschoben worden ist. Eigentlich wären diese Zahlungen schon seit Jahrzehnten fällig gewesen! Durch schwammige einseitige Vereinbarungen seitens des Auswärtigen Amtes Deutschland haben die meisten Opfer dieser grausamen Verbrechen bis heute noch keinen Cent gesehen. Das ist und bleibt eine Schande! Gerade für ein Land mit einer solch schwerwiegenden Geschichte.
      13 10 Melden
    • Menel 07.04.2015 00:58
      Highlight Informieren sie sich mal darüber, mit welchen Formulierungen sich die Deutschen, nach dem 2. WK aus den Zahlungen herausgewunden haben und wie Griechenland mundtot gemacht wurde.
      18 7 Melden
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