Wirtschaft
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Uber zieht nach Unfall selbstfahrende Autos aus dem Verkehr

26.03.17, 17:10 27.03.17, 07:54


A self-driven Volvo SUV owned and operated by Uber Technologies Inc. is flipped on its side after a collision in Tempe, Arizona, U.S. on March 24, 2017. Picture taken on March 24, 2017.   Courtesy FRESCO NEWS/Mark Beach/Handout via REUTERS  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. EDITORIAL USE ONLY.  MANDATORY CREDIT.

Ein Unfall mit Folgen. Bild: X80001

Der US-Fahrdienstanbieter Uber hat seine selbstfahrenden Autos nach einem Unfall aus dem Verkehr gezogen. Bei dem Zusammenstoss in Tempe im Bundesstaat Arizona sei niemand schwer verletzt worden, sagte ein Uber-Sprecher am Samstag.

An dem Zusammenstoss sei nicht der Wagen des Fahrdienst-Vermittlers, sondern der Fahrer des anderen Autos schuld gewesen, der die Vorfahrt genommen habe, sagte eine Sprecherin der Polizei in Tempe im Bundesstaat Arizona dem Finanzdienst Bloomberg am Wochenende.

Niemand sei ernsthaft verletzt worden. Uber machte zunächst keine Angaben dazu, ob der Wagen zum Zeitpunkt des Unfalls von der Software oder vom Menschen am Lenkrad gesteuert wurde.

Der Aufprall muss einige Wucht gehabt haben: Unter anderem der TV-Sender ABC veröffentlichte Fotos, auf denen zu sehen war, wie ein umgebautes Auto mit Ubers Roboterwagen-Sensoren auf dem Dach auf der Seite lag. Ein Passagier war dem Unternehmen zufolge nicht an Bord.

Uber befördert testweise auch Fahrgäste mit den Wagen, die in Pittsburgh und Arizona unterwegs sind. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Entwicklung, Anthony Levandowski, hatte Ende Februar gesagt, dass rund ein Dutzend selbstfahrende Autos der Firma auf der Strasse seien.

Mehrere Kontroversen

Um Ubers Roboterwagen-Programm waren zuletzt mehrere Kontroversen entbrannt. In Arizona fahren die Wagen überhaupt erst, weil Kalifornien sie rausschmiss. Denn Levandowski startete im Dezember Testfahrten in der Uber-Heimatstadt San Francisco, ohne eine Erlaubnis für selbstfahrende Fahrzeuge zu beantragen, wie sie über zwei Dutzend Unternehmen besitzen, darunter etablierte Autobauer, Zulieferer oder die Google-Schwesterfima Waymo.

Nachdem Uber sich weigerte, eine solche Lizenz zu beantragen, annullierte Kalifornien die Kennzeichen der Autos. Uber musste nach Arizona ausweichen. Inzwischen gab der Fahrzeug-Vermittler klein bei und besorgte sich die Erlaubnis für Kalifornien.

Noch während der Fahrten in San Francisco überquerte einer der Uber-Wagen eine Fussgänger-Kreuzung auf Rot. Uber sprach damals von menschlichem Versagen und es entstand der Eindruck, dass ein Mensch in dem Moment das Auto gesteuert habe.

Später berichtete die «New York Times» aber unter Berufung auf interne Unterlagen, dass die Software die rote Ampel nicht erkannt habe und der menschliche Fehler darin bestanden habe, nicht schnell genug eingegriffen zu haben.

Unfälle mit selbstfahrenden Autos waren zum Beispiel auch Google und der Firma Waymo passiert, in der der Internet-Gigant die Entwicklung inzwischen gebündelt hat. Aber meist waren Menschen den vorsichtig fahrenden Roboterwagen von hinten aufgefahren. Nur einmal nahm ein Google-Auto einem Bus bei niedriger Geschwindigkeit die Vorfahrt und es gab einen Blechschaden.

Klage von Waymo

Uber steht zudem unter Druck wegen einer Klage von Waymo mit dem Vorwurf, die Wagen des Fahrzeug-Vermittlers seien mit gestohlener Technologie der Google-Roboterwagen unterwegs.

Levandowski – einer der langjährigen führenden Technik-Entwickler bei Google – habe bei seinem Abgang bei dem Internet-Konzern Dateien mit Geschäftsgeheimnissen heruntergeladen, heisst es. Dazu gehöre die Technologie der Laser-Radare, mit denen die Autos ihre Umgebung abtasten. Die Uber-Technik habe Ähnlichkeiten mit den Systemen der Google-Wagen, behauptet Waymo.

Uber wies die Klage als Versuch, einen Konkurrenten auszubremsen, zurück. Levandowski hatte die Laser-Radare bei Google federführend entwickelt. (sda/dpa/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Carl Carlsson 26.03.2017 19:57
    Highlight Bananaware: Das Produkt reift beim Kunden!
    9 4 Melden
    • Alex_Steiner 27.03.2017 17:47
      Highlight "An dem Zusammenstoss sei nicht der Wagen des Fahrdienst-Vermittlers, sondern der Fahrer des anderen Autos schuld gewesen, der die Vorfahrt genommen habe, sagte eine Sprecherin der Polizei in Tempe im Bundesstaat Arizona dem Finanzdienst Bloomberg am Wochenende."
      1 0 Melden
  • Madison Pierce 26.03.2017 18:45
    Highlight Schade um die Hysterie... Wenn die Software nicht Schuld am Unfall war, gibt es keinen Grund, die Autos zurückzuziehen.
    7 2 Melden
    • Charlie Brown 27.03.2017 10:23
      Highlight Nun, wenn das ganze System - als Kombination von Hardware und Software - mit einer ganz alltäglichen Situation (Vorfahrt erzwungen) überfordert ist, dann gehört das Zeug (noch) nicht auf öffentliche Strassen. Oder siehst du das grundsätzlich anders?
      3 0 Melden
    • Madison Pierce 27.03.2017 14:39
      Highlight Mir scheint, man ist bei Fahrfehlern von Software weit empfindlicher als bei "menschlichem Versagen".

      Verursacht ein Mensch eine solche Kollision, kann er meist den Führerausweis behalten oder ist spätestens nach einem Monat wieder auf der Strasse. Bei der Software hingegen spricht man gleich von Abbruch der Tests.

      Software wird Unfälle verursachen. Aber im Labor bzw. nur auf Teststrecken kann man nicht alle Fehler ausmerzen, gewisse Fehler müssen auf der Strasse "gemacht" werden. Ein Mensch soll aber natürlich bei Fehlern eingreifen, was hier offensichtlich nicht geschehen ist.
      1 0 Melden
  • Tilman Fliegel 26.03.2017 18:16
    Highlight Weiss nicht wie's bei uber ist, aber einige der grossen Tech Firmen liefern doch eher lausige Softwarequalität. Da würde ich als zulassende Behörde erstmal wissen wollen, wie die Testen.
    14 2 Melden

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... ursprünglich aus Deutschland, studierte aber an der ETH und der Universität Zürich Mathematik und Computation. An der ETH legte Klarmann mit seiner Lebenspartnerin Judith Ellens 2008 auch das Fundament für Eaternity, ein Start-up, das für mehr …

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