Wirtschaft
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Luftaufnahme Franz-Josef-Land, August 2011

«Schutz der russischen Nordflanke»: Luftaufnahme von Franz-Josef-Land. Bild: Wikipedia

Wettlauf um Bodenschätze: Russland stationiert Raketen in der Arktis

Erst ein grosses Manöver, jetzt Abwehrraketen: Russland untermauert mit zunehmender Militärpräsenz seine Ansprüche auf Bodenschätze im Nordpolarmeer. Hauptkonkurrenten in der Region sind Kanada und Dänemark.

06.04.15, 22:08 07.04.15, 09:36


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Das Gebiet ist karg und unwirtlich, doch unter dem Boden werden wahre Schätze vermutet. Um den Anspruch darauf zu verdeutlichen, baut Russland seine Militärpräsenz in der Arktis immer weiter aus. Die Armee habe in der Region Abwehrraketensysteme vom Typ Panzir stationiert, teilte Generalmajor Kirill Makarow Moskauer Medien zufolge mit.

Es gehe um einen Schutz der «Nordflanke» des Landes, zitierten die Medien den Generalmajor. Geplant sei auch die Verlegung von Kampfjets des Typs MiG-31. Zudem soll auf der Insel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer ein militärisches Frühwarnsystem entstehen.

Russisches Abwehrraketensystem Panzir-S1

Das Abwehrsystem Panzir-S1. Bild: Wikipedia

Auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land traf bereits am Montag Baumaterial für eine Marineanlage ein. Die in Seweromorsk nahe der Grenze zu Norwegen stationierte russische Nordflotte plane in der Region östlich von Spitzbergen mehrere «Objekte», sagte Armeesprecher Wadim Serga der Agentur Tass.

Russland behauptet, dass sein Festlandsockel am Meeresboden so weit in die Arktis reiche, dass Moskau den Nordpol beanspruchen dürfe. Um den Anspruch zu unterstreichen, hatte eine U-Boot-Besatzung 2007 die russische Trikolore aus rostfreiem Titan in den Meeresboden unter der Eiskappe gerammt.

Vor einem Jahr hatte der Kreml ausserdem ein grosses Militärmanöver in der Arktis abgehalten. Transportflugzeuge vom Typ Iljuschin IL-76 setzten damals auf den Neusibirischen Inseln tonnenweise Militärtechnik ab.

Nicht nur ein Streit um Bodenschätze

Bisher zählt der Meeresboden der Arktis zum sogenannten Gemeinsamen Erbe der Menschheit. Die Aufteilung des Gebiets, das wegen der schmelzenden Eismassen leichter zugänglich wird, ist nicht hinreichend geklärt. Neben Russland erheben auch die Anrainerstaaten Dänemark, Kanada, Norwegen und die USA Ansprüche.

Dänemark etwa versucht, sich die Rechte für ein Gebiet von fast 900'000 Quadratkilometern im Arktischen Ozean zu sichern. Einen entsprechenden Antrag hat die dänische Regierung Ende vergangenen Jahres am UNO-Hauptquartier in New York abgegeben. Daneben können jedoch auch die anderen Staaten rund um den Arktischen Ozean Anträge bei der UNO stellen.

Grund der Anstrengungen sind unter anderem wirtschaftliche Interessen: Milliarden Kubikmeter Gas und Millionen Tonnen Erdöl unter dem arktischen Eis sollen das Rohstofflager der Zukunft bilden. Die meisten der für Öl- und Gasproduktion interessanten Gebiete liegen jedoch vergleichsweise nahe an den Küsten der Arktisstaaten und sind somit schon vergeben.

Daneben handelt es sich bei den Forderungen aber auch um politische Signale. Niemand weiss, welche geopolitische Rolle die Gebiete in Zukunft spielen werden. Da wäre es schlecht, sie sich heute einfach entgehen zu lassen. (irb/chs/dpa)

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