Wirtschaft

Rund 100'000 Flugtickets von Air Berlin verfallen 😳

01.10.17, 13:19 01.10.17, 15:10

Nach dem Insolvenzantrag sind viele Flüge von Air Berlin ausgefallen. Die Langstreckenverbindungen stehen komplett vor dem Aus. Jetzt ist klar, wie viele Kunden von gestrichenen Flügen von ihrem Kaufpreis wohl nichts mehr sehen.

Rund 100'000 Kunden der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bekommen für ihre gestrichenen Flüge erst einmal kein Geld zurück. Ein Unternehmenssprecher bestätigte diese Zahl von Betroffenen am Samstag der Nachrichtenagentur DPA. Die «Rheinische Post» hatte zuvor darüber berichtet.

Vor allem Langstreckenflüge betroffen

Es handelt sich vor allem um Fluggäste mit Fernzielen, die vor dem 15. August, dem Tag der Insolvenzanmeldung, Tickets gekauft haben. Deren Geld geht in die Insolvenzmasse der Fluggesellschaft, es ist damit bis zum Ende des Insolvenzverfahrens gesperrt. Im günstigsten Fall erhalten die Kunden dann als Gläubiger einen kleinen Teil des Kaufpreises zurück.

Anders sei die Lage für Passagiere mit Flugscheinen, die sie nach dem 15. August erworben hätten, sagte der Sprecher. «Dieses Geld legen wir zur Seite.» Sollte ein Flug ausfallen, werde der Ticketpreis komplett erstattet.

Air Berlin hatte am Montag angekündigt, die Langstrecken bis zum 15. Oktober nach und nach einzustellen. Dazu gehören Flüge in die USA, die Karibik und nach Abu Dhabi. Die Gesellschaft hat seit dem Insolvenzantrag auch wiederholt Kurz- und Mittelstreckenflüge gestrichen.

Der Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Klaus Müller, nannte es in der «Rheinischen Post» «erschreckend, wenn so viele Menschen mit teuer bezahlten Langstreckentickets Opfer der Insolvenz von Air Berlin wurden. Dies zeigt, dass die Airlines unbedingt ebenso eine Insolvenzversicherung abschliessen müssen, wie es Reiseveranstalter bereits für Pauschalreisen tun müssen».

Verkaufsverhandlungen laufen

Air Berlin verhandelt derzeit mit Lufthansa und Easyjet über einen Verkauf grosser Teile des Unternehmens. Bis zum 12. Oktober soll das Geschäft perfekt sein. Vorstandschef Thomas Winkelmann sieht gute Jobperspektiven für 80 Prozent der rund 8000 Beschäftigten. Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat bereits rund eine Milliarde Euro bewilligt, um 61 Flugzeuge von den Leasinggesellschaften der Air Berlin zu erwerben.

(dsc/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • tomtom2000 01.10.2017 17:12
    Highlight Wer mit der Cumulus KK gebucht hat, hat eine Airline Insolvenz Versicherung inclusive … so steht’s im Kleingedruckten... bin gespannt, ob meine Reise nach Düsseldorf im Dezember durchgeführt wird...
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  • Dr Barista 01.10.2017 16:24
    Highlight Wer also ein Ticket VOR der Insolvenzanmeldung (im Glauben an einen Flug durchgeführt wird) erhält sein Geld nicht mehr, wer aber danach (mit vollem Wissen, dass die Fluggesellschaft pleite gehen wird) gebucht hat kriegt das Geld noch zurück... na danke Justiz und Finanzsystem...
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    • Oban 01.10.2017 18:22
      Highlight Nicht ganz, wer vor der Insolvenz gebucht hat, kann sich in die Tabelle eintragen und wenn nach der Liquidation noch was übrig bleibt gibt es noch ein paar €.
      Wer nach der Insolvenz gebucht hat, dessen Geld ging auf ein Konto auf das AB keinen direkten zugriff hat, sprich wenn sie die Leistung nicht erbringen, kriegen sie kein Geld.
      Der Sinn einer Insolvenz in Eigenverwaltung ist nun mal das man das Geschäft reorganisieren oder aufteilen kann ohne ständig mit Altlasten konfrontiert zu sein.
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  • Alnothur 01.10.2017 14:20
    Highlight Oder man bezahlt beim Ticketkauf noch die vier, fünf Franken für die Ticketversicherung. Aber wer mit AirBerlin fliegt, ist sich wohl eh zu billig dafür.
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    • Calvin WatsOff 01.10.2017 19:19
      Highlight 😂😂😂 Der war gut.😂
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  • CASSIO 01.10.2017 13:43
    Highlight "100'000 Kunden der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin bekommen für ihre gestrichenen Flüge erst einmal kein Geld zurück.", aber LH und DS ziehen sich die Filetstücke für lau rein.
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    • Juliet Bravo 01.10.2017 22:30
      Highlight Das würde wohl jede Airline auch machen. Bei der Swissair-Pleite hat sich Crossair z.B. auch die Filets einverleibt.
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    • Hoppla! 01.10.2017 22:43
      Highlight Darf ich deine Glaskugel mal ausleihen? Bis am 12.10. laufen Verhandlungen, aber du weisst schon am 01.10., dass die Filetstucke für lau (= gratis?) verschenkt werden. Nicht übel!
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    • CASSIO 02.10.2017 20:31
      Highlight juliet bravo, auf kosten vieler gläubiger. mir ist schleierhaft, weshalb es hier keine auktion gibt. weshalb kommen nicht die meistbietenden in den genuss der flugzeuge?
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    • Juliet Bravo 03.10.2017 01:06
      Highlight Cassio, wenn es keine Bieter gibt? Ryanair hat z.B. ein grosses Brimborium veranstaltet, sich dann aber vornehm zurückgehalten als es um konkrete Gebote ging ( - Flotte passt natürlich nicht und GAV-gewöhnte Mitarbeiter auch nicht.). Dann bleibt halt nun LH.
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    • Juliet Bravo 03.10.2017 01:10
      Highlight Was ich meine, Cassio, ist: es gibt halt eventuell keinen, der einen besseren Preis als die LH zahlt.
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