Wirtschaft

Die Sommerferien des britischen Parlaments machen Rupert Murdochs Fusionsplänen einen Strich durch die Rechnung. Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

Parlament macht Sommerferien – Rupert Murdoch braucht Geduld für die «Sky»-Übernahme 

16.07.17, 13:16 16.07.17, 16:01

Rückschlag für 21st Century Fox: Der US-Unterhaltungskonzern von Medienmogul Rupert Murdoch muss sich bei der geplanten Übernahme des britischen Bezahl-TV-Anbieters Sky gedulden.

Eine sechs Monate dauernde kartellrechtliche Prüfung des 11,7 Milliarden Pfund (14,7 Mrd. Franken) schweren Deals dürfte in Grossbritannien frühestens im September beginnen, wenn das Parlament aus der Sommerpause zurückkehrt. Das sagte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums am Freitag dem Finanzdienst Bloomberg.

Die Komplettübernahme durch den Murdoch-Konzern, der schon 39 Prozent an Sky hält und zu dem bereits die einflussreichen britischen Blätter «The Times» und «The Sun» gehören, ist nicht nur wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken umstritten. Murdoch hatte bereits 2011 versucht, die volle Kontrolle bei Sky zu übernehmen. Damals liess ein Abhörskandal bei der zu seinem Medien-Imperium gehörenden Sonntagszeitung «News of the World» den Plan scheitern.

21st Century Fox ohne Zugeständnisse

Britische Abgeordnete haben die Affäre um abgehörte Telefonate und bestochene Polizisten nicht vergessen und fordern eine umfassende Untersuchung der Fusionspläne. Hinzu kamen in jüngerer Vergangenheit Berichte über sexuelle Übergriffe hochrangiger Fox-Mitarbeiter. Der US-Konzern brachte in einem Statement seine Enttäuschung über die Verzögerung zum Ausdruck, versprach aber, weiterhin mit den britischen Behörden kooperieren zu wollen.

Die «Financial Times» berichtete jedoch unter Berufung auf eingeweihte Kreise, dass 21st Century Fox nicht vorhabe, Zugeständnisse zu machen. Dadurch würde die Übernahme nicht einfacher. Die britische Ministerin für Kultur und Medien, Karen Bradley, hatte erst jüngst ihre Sorge um die Medienvielfalt geäussert. Die Murdoch-Familie könne «erhöhten Einfluss» auf Berichterstattung und Politik in Grossbritannien erhalten, warnte sie. (sda/dpa)

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