Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Quiz

Wie gut weisst du über deine Ferienansprüche Bescheid?

Wie viele Ferientage stehen mir zu? Darf mein Chef einen Urlaubsantrag ablehnen? Und was passiert, wenn am Ende des Jahres noch Ferientage übrig sind? Olga Uehlinger von der advocenter GmbH lieferte uns die Antworten. Und wie gut kennst du dich aus?

04.07.14, 11:02 04.07.14, 11:55
1.Wie viele Ferientage stehen einem Vollzeit-Mitarbeiter zu?
AP THE JOURNAL TIMES
Bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens 25 Tage, danach wenigstens 20 Tage.
Bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens 28 Tage, danach wenigstens 22 Tage.
Bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens 30 Tage, danach wenigstens 25 Tage.
2.Darf der Chef einen Ferienantrag ablehnen?
Ja, er darf, er hat jedoch auf die Interessen des Arbeitnehmers bei der Ferienplanung Rücksicht zu nehmen.
Er darf das nur machen, wenn der Arbeitnehmer die Ferien kurzfristig beantragt.
Nein, das darf er nicht.
3.Der Chef hat die Ferien genehmigt. Dann ändert sich die Situation im Unternehmen – kann er die Genehmigung widerrufen?
Ja, wenn die betriebliche Situation sehr schwierig ist und nichts anderes zulässt.
Ja, aber er muss dann die vom Arbeitnehmer für die Ferien getätigten Auslagen kompensieren.
Nein, die Genehmigung ist definitiv und kann nicht gegen den Willen des Arbeitnehmers rückgängig gemacht werden.
4.Kann der Arbeitgeber zu Beginn des Jahres verlangen, dass die Mitarbeiter ihr komplettes Ferienpensum planen müssen?
Nein, das kann er nicht verlangen.
Ja, weil er alle nötigen Angaben für eine Betriebsplanung zur Verfügung haben muss.
Ja, aber nur wenn sich der Betrieb im Sanierungsstadium befindet oder kurz vor der Schliessung steht.
5.Ein Mitarbeiter hat noch ein grosses Pensum an Ferientagen übrig. Kann der Arbeitgeber verlangen, dass der Mitarbeiter die Ferien stückelt, damit er nicht so lang am Stück ausfällt?
Ja, wenn er dies begründet und es im Interesse des Betriebes liegt.
Die Stückelung ist immer zulässig, jedoch sollen mindestens zwei Wochen auf einmal gewährt werden.
Er kann die Stückelung nur verlangen, wenn der Arbeitnehmer noch mehr als 20 Ferientage zur Verfügung hat.
6.Wenn jemand unbezahlte Ferien nimmt, zum Beispiel für ein Sabbatical: Hat er dann noch Anspruch auf die gesetzlichen Ferientage?
EPA
Natürlich, die Ferientage müssen vom Arbeitgeber voll entschädigt werden, die genommenen unbezahlten Ferientage – per Definition – nicht.
Der Arbeitnehmer hat den Anspruch nur, wenn er einen wichtigen Grund gehabt hat, die unbezahlten Ferientage zu nehmen.
Wenn die Arbeitsüberlastung im Betrieb zu gross ist, dann hat man keinen Anspruch mehr auf die gesetzlichen Ferientage.
7.Verfallen nicht genommene Ferientage am Jahresende automatisch?
Sie verfallen nur, wenn der Arbeitnehmer seinen Ferienanspruch nicht rechtzeitig geltend gemacht hat.
Sie verfallen nur im Falle einer ungerechtfertigten Kündigung seitens des Arbeitnehmers.
Nein, diese sollten jedoch nach Möglichkeit im Verlauf des betreffenden Dienstjahres gewährt/bezogen werden.
8.Kann man sich nicht genommene Ferientage auszahlen lassen?
Nein, dies ist gesetzlich unzulässig.
Ja, wenn der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis fristlos kündigt.
Ja, aber nur wenn der Arbeitgeber wegen der Arbeitsüberlastung im Betrieb mehrmals die Ferien verweigerte.
9.Sind Ferientage vererbbar?
Nein, die Ferientage sind persönlicher Natur und können weder auf einen anderen übertragen noch vererbt werden.
Vererbbar ist nur der Anspruch auf Auszahlung des Ferienguthabens und nur an Kinder oder Ehegatten des verstorbenen Arbeitnehmers.
Ja, die Verpflichtungen aus dem Arbeitsverhältnis sowie die Ferientage gehen auf die Erben über.
10.Kann ein Arbeitgeber die Angestellten zwingen, zu einem bestimmten Zeitpunkt Ferien zu nehmen?
Ja, der Arbeitgeber darf den Zeitpunkt der Ferien seiner Arbeitnehmer festlegen.
Ja, aber nur wenn die Umstände des Betriebs dies fordern und der Arbeitnehmer vor Abschluss des Vertrags darüber informiert wurde.
Nein, das ist auf keinen Fall zulässig.

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • saukaibli 04.07.2014 13:47
    Highlight Tja, wenn ich Punkt 4. vor vier Jahren gekannt hätte, hätte ich den bei Swisscom gerne angebracht. Dort mussten wir bis Oktober die kompletten Ferien, also jeden einzelnen Tag, für das nächste Jahr eingeben.
    Aber wenn ich den auch noch gebracht hätte (war nicht der einzige Punkt wo die Firma gegen Mitarbeiterrechte verstossen wollte/hat), hätten die mich noch früher entlassen, denn Widerspruch war da ganz und gar nicht gerne gesehen.
    1 0 Melden
    • Cheese 30.09.2014 06:34
      Highlight War in meinem Lehrbetrieb auch so. Gut zu wissen! Danke, watson
      0 0 Melden

«Das Bitcoin-System verbraucht mehr Strom als die Schweizer Volkswirtschaft»

Bei der Produktion eines Bitcoins geht so viel Strom drauf, wie eine Familie in zwölf Jahren verbraucht - Tendenz steigend. Ökonom Alex de Vries über die verheerenden Folgen der Kryptowährung für das Klima.

Der niederländische Ökonom und Blockchain-Experte Alex de Vries sorgt für Furore in der Energie- und Umweltszene. Seine Studie, die gerade im Fachmagazin «Joule» erschienen ist und von unabhängigen Gutachtern geprüft wurde, zeigt, welch gigantische Mengen Energie die Produktion und Verwaltung der Digitalwährung Bitcoin verschlingt. Laut de Vries hat das Bitcoin-System schon jetzt einen höheren Energiebedarf als viele Staaten.

Beim «Schürfen», dem Erzeugen von Bitcoins, lösen Rechner …

Artikel lesen