Wirtschaft

China meets Switzerland: Ren Jianxin von ChemChina und Syngenta-Präsident Michel Demare.
Bild: EPA/KEYSTONE

5 Schweizer Firmen, die wie Syngenta nach China verkauft wurden – das ist aus ihnen geworden

03.02.16, 16:41 04.02.16, 18:34

Eterna

Bild: KEYSTONE

Mit der Übernahme wollte China Haidan der traditionsreichen Uhrenmarke Eterna aus Grenchen wieder neues Leben einhauchen. Die Chinesen setzte auf rigorose Kostenkontrolle und Gewinnoptimierung. Sogar der CEO, Jianguang Shang, wurde ins Management von Eterna integriert. Zuletzt verzeichnete Eterna einen Personalzuwachs. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg nach Firmenangaben von 62 auf 80.

Corum

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Zwei Jahre nach Eterna griff der Haidan-Konzern erneut nach einer Schweizer Uhrenfirma: Das 1955 gegründete Unternehmen Corum aus La-Chaux-de-Fonds. Auch bei Corum scheint sich die Strategie der Chinesen zu bewähren: Kurzarbeit oder Entlassungen stehen und standen nicht zur Diskussion. Corum beschäftigt 80 Personen in La Chaux-de-Fonds und 30 Angestellte im Rest der Welt.

Saurer

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2012 verkaufte OC Oerlikon die Geschäftseinheiten Naturfasern und Textilkomponenten für rund 650 Millionen Franken an die chinesische Jinsheng-Gruppe. Zur Übernahme gehörten auch die Schweizer Standorte der traditionsreichen Textilmaschinenfirma Saurer in Arbon und Wattwil mit allen rund 180 Mitarbeitenden. Auch diese Übernahme scheint zu funktionieren: Jinsheng verhalf Saurer zu mehr Aufträgen auf dem asiatischen Markt. Ende 2016 soll Saurer in Schanghai an die Börse gehen.

Swissmetal

Bild: KEYSTONE

Bei der Kupferproduzentin Swissmetal waren die Chinesen die Rettung: Die Investoren der Beteiligungsgesellschaft Baoshida kauften 2012 die Werke in Reconvilier BE und Dornach SO und retteten so Dutzende Jobs. Das Metallwerk stand bereits in Liquidation.

Es gab einen Aderlass, der allerdings noch sanft ausfiel: Ein Jahr nach der Übernahme wurden 20 der 250 Angestellten im bernischen Reconvilier und im solothurnischen Dornach entlassen. Bis 2018 werden nun alle Stellen in Reconvilier zusammengefasst.

Hotel Palace Luzern

Bild: KEYSTONE

Im Herbst letzten Jahres verkaufte der Immobilienfonds der CS das traditionsreiche Palace Hotel in Luzern an den chinesischen Investor Yunfeng Gao. Was aus dem Hotel Palace wird, muss sich erst noch zeigen. Gao hat sich kurz nach der Übernahme bereit erklärt, die nötigen finanziellen Mittel für Renovierungsarbeiten zur Verfügung zu stellen.

Gao ist in der Schweizer Hotellandschaft kein Unbekannter: Der Chinese hat bereits in zwei Hotels in Melchsee-Frutt investiert. In Engelberg plant er ein Hotelprojekt für 100 Millionen Franken.

Weitere China-Deals in Sicht

Im letzten Jahr haben auch die chinesischen Firmen HNA Group und Wanda Group nach Schweizer Firmen gegriffen: HNA kaufte den Flughafendienstleister Swissport, Wanda kaufte den Zuger Sportrechtevermarkter Infront Sports&Media.

Wie es mit diesen beiden Firmen weitergeht, ist zurzeit noch offen. Bei Swissport hiess es, das Unternehmen werde innerhalb der HNA-Gruppe weiter als eigenständiger Betrieb operieren.

Klar ist aber: Die Einkaufstour der Chinesen in der Schweiz ist noch lange nicht zu Ende. Laut der Investmentbank JP Morgan sind 2016 so viele Schweizer Firmenkäufe und -fusionen zu erwarten wie seit Jahren nicht mehr – und einige davon werden Milliardendeals. Da werden die Chinesen nicht abseits stehen.

(egg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sheez Gagoo 07.02.2016 22:30
    Highlight By the way wird wohl in wenigen Stunden der Verkauf der Uhrenmarke Maurice Lacroix nach China bekanntgegeben.
    0 0 Melden
  • Sheez Gagoo 03.02.2016 22:52
    Highlight Die Gruppe, die Eterna und Corum übernommen hat hiess Haidian und nicht Haidan. Sie hat sich aber vor einer Weile umbenannt und zwar in Citychamp Watch & Jewelery Group Ltd.
    3 0 Melden
  • Pater Noster 03.02.2016 18:39
    Highlight Ich habe gerade gesehen, das 20 Minuten den fast genau gleichen Artikel ca. eine halbe Stunde nach Watson publiziert hat. Ist das abgeschrieben? Oder reiner Zufall?
    27 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 19:45
      Highlight 20 minuten oder wotson, spielt doch keine Rolle. Syngenta geht nach China.
      11 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 20:24
      Highlight Das ist kaum Zufall, oft verwenden die Newsmedien die meist von Newsagenturen formulierten News unbearbeitet und eben auch unkontrolliert weiter. Oft schon sind deswegen auch schon grosse, renommierte Medienhäuser wie zb. die BBC auf die Nase gefallen, weil sie unkontrolliert Schwachsinn verbreitet haben. Ein Experiment vor einigen Jahren zeigte, wie schnell die Medien inkl. renommierter Fachmagazine was abdruckten, ohne den Inhalt zu prüfen. Überall stand, je mehr Schokolade man esse, desto mehr nimmt man ab. Obwohl schwer zu glauben sind alle drauf reingefallen.
      15 0 Melden
    • Sabina Sturzenegger 03.02.2016 20:51
      Highlight Na ja, "den fast gleichen Artikel" würd ich jetzt nicht sagen... Musst du 20 Minuten fragen, ob sie abgeschrieben haben.
      6 1 Melden
    • Pater Noster 03.02.2016 22:02
      Highlight Ja Inhaltlich unterscheiden sie sich in einigen Punkten. Ich fand es nur gerade spannend, dass beide Artikel zum gleichen Thema (Inhalt) fast gleichzeitig erschienen sind. Watson war zuerst ;-).
      1 0 Melden
    • InfinityLoop 03.02.2016 22:42
      Highlight Artikel ähnlich,vielleicht.Geh aber Kommentare lesen 🙄
      3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 17:59
    Highlight Erklärt mir bitte jemand warum so viel ins Ausland verkauft wird?

    Die Frage ist ernst gemeint und ich hoffe auf seriöse, fundierte Antworten und keine seltsamen Verschwörungstheorien.
    15 8 Melden
    • Typu 03.02.2016 18:34
      Highlight Die qualität der firmen ist gut bzw haben immenses potential sowie fundiertes know how. Da der schweizer zu doof ist für grosse ideen kaufen uns halt die ausländer leer um ihre visionen zu verfolgen. Aber jeder firmenkauf hat seine spezifischen gründe. Zumeist ist der zugang zu know how entscheidend.
      24 7 Melden
    • InfinityLoop 03.02.2016 18:40
      Highlight Firmen mit mehr Finanziellen Möglichkeiten .Höherer Risiko bereitschaft .Die Schweizer sind nicht umedingt für's Risiko bekannt
      25 1 Melden
    • Pater Noster 03.02.2016 18:42
      Highlight @Rhabarber
      Ich vermute mal, dass aufgrund des tiefen Zinsniveaus händeringend nach Geldanlagen gesucht wird. Neben Imobilien sind sicher auch Firmen eine Investition die Rendite generieren kann. Zudem wandelt sich China langsam zum Dienstleistungsland, weg vom Produktionsland und es entsteht eine wohlhabende Mittelschicht. Beides Argumente für den Ankauf von Firmen (z.B. Uhrenmarken) oder auch Investitionen in die Hotelerie.
      16 0 Melden
    • teufelchen7 03.02.2016 18:50
      Highlight @rhabarber, sie haben in der schweiz keinen geeigneten käufer gefunden...
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 18:51
      Highlight Das klingt alles schlüssig. Vielen Dank euch für die Antworten :-)
      6 2 Melden
    • _kokolorix 03.02.2016 19:44
      Highlight china ist ein notorischer unrechtsstaat.
      die chinesische wirtschaft wird kaum mehr wachsen wie in den letzten jahren. desshalb versuchen die chinesischen profiteure ihr vermögen im ausland anzulegen. irgendwann in nächster zeit wird der chinesische staat anfangen die neureichen zu enteignen und davor wollen sie sich schützen
      5 12 Melden
    • InfinityLoop 03.02.2016 20:04
      Highlight @kokoloco Na na na,nicht immer mit dem Finger auf andere zeigen.Bald sind wir selber ein Unrechtsstaat 🤔
      7 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 20:22
      Highlight Ach du meine Güte. Und die USA, Russland, Europa sind alles Musterknaben und begehen niemals Unrecht.

      Ich könnte mir noch vorstellen, dass sie mit Outsourcing anfangen. Weil China ja kürzlich den Umweltschutz entdeckt hat.

      http://www.srf.ch/news/international/china-macht-ernst-mit-umweltschutz
      4 1 Melden
    • ch2mesro 03.02.2016 20:23
      Highlight die chemtrails sind der grund!
      6 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 20:31
      Highlight Ich vermute auch politische Interessen der Chinesen. Sie bauen ihren Einfluss im Ausland enorm aus, sichern sich Seewege, bauen Riesenhäfen ausserhalb Chinas, investieren in Afrika und anderswo enorme Beträge in teils scheinbar schwierige Geschäftsfelder. Rendite steht glaube ich nicht im Vordergrund, es geht wohl mehr um die Sicherung von Know-How und/oder Ressourcen, die schlussendlich nur der Weiterentwicklung und wirtsch. Stabilität von China selbst dienen sollen. Die denken da eher mittel- bis langfristig.
      9 0 Melden
    • _kokolorix 04.02.2016 06:37
      Highlight ich meine das nicht so, dass alle anderen musterknaben sind. aber einer westlichen regierung wird eine enteignung schlicht unmöglich sein. in china ist der staat allmächtig gegen seine bürger. wenn die partei beschliesst jemanden zu bestehlen oder umzubringen, dann wird das gemacht
      2 1 Melden
    • MonImago 05.02.2016 09:20
      Highlight Die spielen halt Monopoli.
      0 0 Melden
  • Kevegoal 03.02.2016 17:51
    Highlight Die Chinesen machen es immerhin besser als manche Amerikaner. Siehe GE mit Alstom.
    31 3 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 03.02.2016 17:50
    Highlight China ist eine Wirtschaftsmacht die Langfristig den USA den Rang ablaufen werden. Ausserdem sind Deals mit Chinesen eig immer Fair.
    22 7 Melden
    • Typu 03.02.2016 18:35
      Highlight Logisch wird china das. In der geschichte war china grundsätzlich das zentrum der welt. Das wird sich wiederholen. Ihre ambitionen sind zu ausgeprägt. Bei den chinesen gehts jetzt um transfer/einkauf von know how.
      12 1 Melden
  • Lumpirr01 03.02.2016 17:43
    Highlight Umgekehrt haben natürlich auch Schweizer Firmen mehrere, jedoch eher kleinere ausländische Unternehmen gekauft. Spontan kommt mir da als Beispiel die Roche in den Sinn, welche für etwas mehr als 1 Milliarde Franken den US-Krebsspezialisten Foundation Medicine (FMI) sowie das französische Biotechunternehmen Trophos für 460 Millionen Franken gekauft haben. Zukäufe nach dem Motto "klein aber fein" macht in meinen Augen für die Schweizer durchaus mehr Sinn als der Kauf von riesigen Multis...........
    21 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 17:34
    Highlight ausländische investoren im allgemeinen haben wohl kaum eine emotionale bindung zu einem schweizer unternehmen. kombiniert mit purem gewinnstreben kann das gefährlich sein.. auch wenn die schweiz zumindest kurzfristig profitiert.
    16 17 Melden
    • InfinityLoop 03.02.2016 18:33
      Highlight Als hätte ein Inländischer Investor nicht nur Gewinnoptimierung und Rendite im Sinn.Darum Investiert die Läute.Ich investiere mein Geld auch nicht in Aktien wegen emotionaler Bindung.Das Märchen mit den Patrons war mal
      27 2 Melden
  • barmi 03.02.2016 17:17
    Highlight Eterna 2011
    Corum 2013
    = 4 Jahre? 😁
    10 0 Melden
    • Sabina Sturzenegger 03.02.2016 17:58
      Highlight Oh. 😬 Falsch gerechnet. Sorry und danke!
      13 1 Melden
  • Hans der Dampfer 03.02.2016 17:03
    Highlight Mir sind die Chinesen einfach unsympathisch. In Italien gehört denen schon halb Venedig. Sie kaufen alles Klangheimlich mit dem Geld das die Ausländischen Investoren einst in den Nullerjahren wie blöd ins Land gepumpt hatten.
    16 36 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.02.2016 18:02
      Highlight Wieso unsympathisch? Weil sie jetzt auf dem Weltmarkt mitmischen und bald die westlichen Industrienationen in allem überflügeln? Was sie tun, tun sie jedenfalls besser als die verfluchten Plutokraten, die immer nur an ihr eigenes Konto denken.
      16 12 Melden
    • Gantii 03.02.2016 20:05
      Highlight klangheimlich?

      hab schon öfters solche berichte gehört (zb. swissmetals damals) - klingt für mich jetzt weniger nach heimlich..
      3 0 Melden
    • Serjena 04.02.2016 15:54
      Highlight @derSpecht wären die Italiener nicht so faul und glauben immer noch das "die goldene Eier legende Henne vom Himmel fällt" und würden so viel arbeiten wie die Chinesen hätten sie selbst dieses Geschäftsmodell aufbauen können.
      1 1 Melden
    • Biene Maja 05.02.2016 06:41
      Highlight In der globalen Geschäftswelt sind so unqualifizierte Bemerkungen und Bezeichnungen wie "unsympathisch" völlig daneben, nutzlos, sinnlos und primitiv. Ein bisschen Bildung und Ahnung von Volkswirtschaft und internationalen Beziehungen würde wahrlich helfen.
      1 1 Melden
  • Donald 03.02.2016 16:44
    Highlight Schade. Schlussendlich bringt es der Allgemeinheit nichts und auch geht es den Firmen nachher kaum besser.
    8 45 Melden
    • Duweisches 03.02.2016 17:02
      Highlight Nicht? Beispiel 4 fleissig überlesen? 🙄
      27 1 Melden
    • Scaros_2 03.02.2016 17:03
      Highlight Aber sie existieren weiterhin was > all ist.
      24 1 Melden
    • Mafi 03.02.2016 17:07
      Highlight In keinem der obrigen Fälle ging es den Firmen schlechter wie wenn sie nicht übernommen geworden wären. Im Gegenteil. Bitte Artikel lesen ;)
      29 2 Melden
    • _mc 03.02.2016 17:10
      Highlight stimmt, bringt nix. liquidation, arbeitslose und steuerausfälle brächten der allgemeinheit viel mehr..
      37 1 Melden
    • sentir 03.02.2016 20:46
      Highlight Syngenta gehört nicht zu den obigen Beispielen da gesund und munter. Nichts mit Liquidation, Arbeitslosen usw.
      Der Verkauf ist der Gier der Aktionäre und VR zu verdanken.
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