Wirtschaft
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Remo Stoffel, managing director of Swiss Priora Holding AG poses in front of a picture of the planned '7132 hotel' after a news conference in the town of Kloten near Zurich March 25, 2015. Stoffel presented plans to built the '7132 hotel', a 381 metres (1,250 ft) high tower in the eastern Swiss mountain resort of Vals. the building would be the highest in Europe and the highest hotel in the world.   REUTERS/Arnd Wiegmann

Investor Stoffel weiss den Tourismus im Bündner Bergdorf zu steuern. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Weil Remo Stoffel die Preise für die Valser Therme erhöht hat, gehen kleine Hotels ein – und werden von Stoffel gekauft

Der Valser Investor hat die Eintrittspreise für die Therme erhöht – was Übernachtungen in anderen Hotels nicht mehr lohnenswert macht. Jetzt hat Stoffel bereits das zweite gebeutelte Garni gekauft.



In Vals geht die Angst um – die Angst vor der Allmacht Remo Stoffels, der seit der Übernahme von Peter Zumthors Therme seinen Einfluss im Bündner Bergdorf sukzessive ausdehnt.

Blick auf die Therme Vals, von Architekt Peter Zumthor, links, mit dazugehoerigen weissen Hotelgebaeuden, aufgenommen am Mittwoch, 18. Maerz 2015, in Vals. Im Hinblick auf die angekuendigte Medienkonferenz am 25. Maerz 2015 zum geplanten Hochhaus-Projekt der Bauherrschaft 7132 AG von Investor Remo Stoffel und Unternehmer Pius Truffer stellen wir ihnen dieses neue Bildmaterial zur Verfuegung. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Blick auf die Therme Vals. Bild: KEYSTONE

Und zwar so:

Im August 2014, nach dem Umbau der Therme von Peter Zumthor, die Stoffel übernommen hatte, hatten sich die Eintrittspreise verdoppelt. Verlierer sind die ohnehin schon gebeutelten kleinen Hoteliers: Einer davon, Koni Schnider, befürchtete, er würde das über längere Sicht nicht überleben, und verkaufte Stoffel sein Garni, wie der «Tages-Anzeiger» am Dienstag schreibt. Es ist bereits das zweite Hotel, das an den Investor übergeht. 

Stoffel verschaffte sich durch die Erhöhung der Preise einen massiven Vorteil: Während die Gäste seines Thermehotels das Bad gratis nutzen können, zahlen jene der anderen Hotels mehr. Wer die Rechnung macht, übernachtet nicht mehr in Unterkünften im Dorf, sondern gleich in der Therme. Jetzt will Stoffel gemäss «Tages-Anzeiger» die Preise für Hotelgäste in einem zweiten Schritt von 45 auf 60 Franken erhöhen.

Änderung des Thermen-Kaufvertrags 

Dabei hätte die Therme einst der ganzen Bevölkerung dienen sollen. Als Stoffel 2011 der Gemeinde ein Investitionsangebot unterbreitete, hiess es: «Der Investor garantiert der Gemeinde, dass die Zugangsmöglichkeiten der Bevölkerung und der Gäste von Vals zur Therme im heutigen Rahmen aufrechterhalten werden.» 

Im späteren Kaufvertrag, den der neue Gemeinderat mit Stoffel abschloss, musste sich dieser nur noch dazu verpflichten, der Öffentlichkeit «unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Hotel­betriebs» Zutritt zu gewähren. Von dieser Änderung wusste die Bevölkerung allerdings lang gar nichts; der Vertrag wurde unter Verschluss gehalten. 

Stoffels «Femme de Vals»

(dwi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Heimat-Valserin 08.07.2015 00:14
    Highlight Highlight Therme hin oder her, berichtet doch einmal über andere Angebot, wenn auch nur kleine, die es in Vals gibt.
    2 0 Melden
  • christianlaurin 07.07.2015 11:58
    Highlight Highlight So was ist nicht Kapitalismus a'la Adam Smith. Er selbst hat gesagt solchen Dinger gehoeren nicht im das Handes eine einziger. So was gehoert im Trust von mehren. So was ist was man nennt "Crony Capitalism"
    7 0 Melden
  • The oder ich 07.07.2015 09:40
    Highlight Highlight Hört auf zu heulen: das hier ist der real existierende Kapitalismus, und der kennt weder Freunde noch Heimat.
    33 16 Melden
    • 7immi 07.07.2015 19:13
      Highlight Highlight ich persönlich nehme es egoismus... ob kapitalismus, sozialismus, ... wenn mans ausnutzt, ist alles schädlich.
      8 1 Melden
  • iNDone 07.07.2015 09:21
    Highlight Highlight Ja so siehts aus im Bündner Tourismus, ein paar wenige die auf Vorrat jammern füllen sich die Taschen und der ganze Rest der Bevölkerung schaut in die Röhre. Quo vadis Grischun?
    32 3 Melden
    • Karl33 07.07.2015 10:16
      Highlight Highlight nicht ein paar wenige füllen sich die taschen, sondern: ein paar wenige kriegen vom rest der bevölkerung die taschen gefüllt.
      20 0 Melden
  • conszul 07.07.2015 09:11
    Highlight Highlight Einfach traurig und erbärmlich, Vals beim kläglichen Untergang anzusehen. Schade um die schöne Therme und das Dorf.
    49 0 Melden
    • Ani_A 07.07.2015 11:11
      Highlight Highlight @netshark: Ja das stimmt zwar, schade um den schönen Ausflugsort ist es trotzdem.
      13 0 Melden
  • Nick Name 07.07.2015 08:07
    Highlight Highlight Ein weiteres Kapitel in der Schildbürger-Geschichte "Ein Mann kauft ein Dorf". Bloss - ich reibe mir bei jedem weiteren Kapitel halb verwundert, halb resigniert, halb zornig (rechne! ;-) ) die Augen -: Es geschieht tatsächlich!
    Bitte, Valser und -innen (und -aussen, also die von dort Kommenden, aber nicht dort Wohnenden), unternehmt etwas. Ausser natürlich, ihr wollt, dass der grösste Teil der bisherigen Touristinnen und Touristen bei euch nicht mehr kommen (kann). Wie ich.
    84 0 Melden
    • Heimat-Valserin 08.07.2015 00:13
      Highlight Highlight Bitte liebe ehemalige und bisherige Gäste aus nah und fern ihr seid weiterhin herzlich willkommen. Es gibt noch vieles zu entdecken in Vals... auch ausserhalb der Therme.
      Ich finde es schade, dass mein Heimatdorf immer nur mit der Therme verknüpft wird. Es gibt dort oben noch ganz viel mehr. Und im Dorf genügend Übernachtungsmöglichkeiten, familiengeführte Hotels und eine Bergbahn für den Sommer und Winter.
      6 0 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 07.07.2015 08:01
    Highlight Highlight Ich will den Kapitalismus lieben,
    weil so viel für ihn spricht.
    Ich will den Kapitalismus lieben,
    aber ich schaff es einfach nicht.
    - funny van dannen
    41 3 Melden
    • Hanjo 07.07.2015 09:47
      Highlight Highlight Und weils so gut ist hier noch zum Anhören / Mitlesen:
      Play Icon
      3 0 Melden
  • stadtzuercher 07.07.2015 07:16
    Highlight Highlight tja, die dummen valser. sie haben diesen deal gewollt, jetzt müssen sie halt bluten dafür. es ist nicht der böse ausländer, der sie über den tisch zieht, sondern wie meist in solchen fällen ein einheimischer.
    72 16 Melden
    • Baba 07.07.2015 07:53
      Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass man die Einwohner von Vals "dumm" nennen kann. Diese wurden scheinbar von ihren eigenen Gemeindevertretern über den Tisch gezogen, indem im Vertrag klammheimlich der Passus über die Zugangsgarantie zur Therme entfernt wurde... Anscheinend ein wirkliches Dreckspiel, das die Gemeindebehörden hier getrieben hat. Ein interessanter Tagi-Artikel vom April 2015 http://tinyurl.com/or8co5t
      50 2 Melden
    • blueberry muffin 07.07.2015 08:44
      Highlight Highlight Stimmt, natuerlich ist es ja alles andere als Naiv gerade Politikern und Milliardaere beim Wort zu nehmen.

      Ist ja bekannt, das man schwer reich wird wenn man sich um das Allgemeinwohl kuemmert und nicht etwa durch Egoismus.
      16 11 Melden
    • iNDone 07.07.2015 09:24
      Highlight Highlight Die Valser dumm zu nennen ist respektlos, das ist eher ein Problem von Naivität und Zukunftsängsten. Aber als Stadtzürcher müssen sie ja aus Gründen arrogant auftreten.
      22 13 Melden
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