Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

1 Million Dollar im Papiersack: Ex-CS-Bankerin gesteht Hilfe zur Steuerhinterziehung

Eine ehemalige Bankerin der Grossbank Credit Suisse hat sich in den USA wegen Steuervergehen für schuldig bekannt.

20.07.17, 07:18 20.07.17, 07:43

Die Schweizerin habe als Leiterin des Zürcher Nordamerika-Desk der Credit Suisse zwischen 2002 bis 2011 US-Steuerzahlern geholfen, durch das Verbergen von Vermögen und Einkommen auf Schweizer Bankkonten ihren Steuerpflichten zu entgehen, teilte das US-Justizministerium in der Nacht auf Donnerstag mit.

Die entgangenen Steuereinnahmen hätten zwischen 3,5 Millionen und 9,5 Millionen Dollar betragen.

Die Bankerin habe bei der CS die Aufsicht über 1000 bis 1500 Kundenbeziehungen gehabt, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem sei sie persönlich für die Konten von 140 bis 150 Kunden verantwortlich gewesen, bei denen es sich zu 95 Prozent um US-Kunden aus New York, Chicago und Florida gehandelt habe. Diese hätten insgesamt Vermögen von gegen 400 Millionen Dollar gehalten.

Strafe bis zu 5 Jahren Gefängnis

Die Strafe für die Angeklagte soll am 8. September verkündet werden. Ihr könnte eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren drohen.

Die frühere Bankerin habe den US-Kunden mit zahlreichen Massnahmen beim Verbergen ihrer Gelder geholfen, wie das US-Justizministerium schreibt. So habe sie die mit den Konten zusammenhängende Post in der Schweiz zurückbehalten.

Abhebungen habe sie als kleinere Beträge unter 10'000 Dollar strukturiert und als Checks in die USA geschickt oder sie habe Geldbezüge in CS-Filialen ausserhalb der USA – etwa in den Bermudas – arrangiert. Etwa 20 bis 30 ihrer Kunden hätten ihre Vermögen zudem via Stiftungen oder Trusts in Steuerparadiesen gehalten.

In den Jahren 2002 bis 2008 sei die Bankerin zudem etwa zweimal pro Jahr in die USA gereist, um sich mit Kunden zu treffen.

Als die CS ab 2008 begonnen habe, die Konten von US-Kunden zu schliessen, habe sie ihnen weiterhin beim Verbergen ihrer Vermögen geholfen: Einem der Kunden habe sie dabei rund eine Million Dollar in bar in eine Papiertüte gepackt und ihn angewiesen, «die Strasse in Zürich entlang zu laufen» und sich eine neue Bank zu suchen. Weitere US-Kunden habe sie an andere Institute wie etwa die Bank Frey oder die Bank Wegelin verwiesen.

Die Grossbank Credit Suisse hatte sich im Jahr 2014 für schuldig bekannt, Amerikaner bei der Umgehung ihrer Steuerpflichten unterstützt zu haben. Sie hatte in der Folge eine Busse von rund 2,6 Milliarden Dollar bezahlt. (sda/awp)

Das könnte dich auch interessieren:

«Ich dachte, ich verblute»: Zürcherin muss 144-Notruf wählen, obwohl sie im Spital liegt

41 herrlich ironische Beispiele, wie uns das Leben ab und an ein Schnippchen schlägt

Kritik am Transmenschen-Gesetzesentwurf: «Der Bundesrat signalisiert: Ihr existiert nicht»

«Ihr Zürcho sind huorä Laggaffä! Wixxo! Losers!»

«Liebe Frau Seiler Graf, Ihre SP ist jetzt die neue SVP ...»

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Ist Vollgeld gut für die Natur? Diese Frau ist davon überzeugt

Als Naturwissenschaftlerin hat Katharina Serafimova erkannt, wie wenig nachhaltig das heutige Geldsystem ist. Sie setzt sich für die Vollgeld-Initiative ein, denn sie stelle die entscheidende Frage: Wer trägt die Verantwortung?

Die Welt des Geldes ist männlich dominiert. Das betrifft nicht nur das Bankenwesen, sondern auch seine Kritiker. Als die Vollgeld-Initianten im März vor die Medien traten, sass nur eine Frau auf dem Podium: Katharina Serafimova, Sozialunternehmerin aus Zürich. Sie war nicht nur wegen ihres Geschlechts eine auffällige Erscheinung, sondern auch durch ihren Zugang.

Als Umweltwissenschaftlerin beschränkt sie sich nicht auf die Geldherstellung und Kreditvergabe. Ihr «Kerngeschäft» ist das weite …

Artikel lesen