Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Flugplatz Altenrhein von oben.
bild: zvg

Wer von Altenrhein SG nach Wien fliegt, bestimmt den Preis selber – aber klappt das auch? Ein Besuch vor Ort

Als erste Fluggesellschaft überhaupt lässt People's Viennaline ihre Passagiere den Ticket-Preis selber bestimmen. Wer will, kann für einen Franken von Altenrhein nach Wien fliegen. Was das mit den Menschen macht, zeigt ein Besuch. 

16.06.16, 10:18 08.08.16, 18:09


Ein kleiner Teil von Altenrhein liegt am Bodensee. Dort herrscht Idylle. Der Rest der Ostschweizer Gemeinde ist eher schmucklos. Industrie beherrscht den Ort.

Doch es gibt einen Flughafen. Oder besser gesagt einen Flugplatz. Wegweiser mit der Aufschrift «Flugplatz Altenrhein» lotsen zum Airport. Um diesen besser bekannt zu machen, haben sich die Verantwortlichen folgendes einfallen lassen. Die Fluggesellschaft, die von Altenrhein nach Kroatien, Griechenland oder Italien fliegt, bietet Tickets für die Route nach Wien an, bei denen der Passagier den Preis bestimmt. 

Der Eingang: Am Flugplatz Altenrhein ist alles ein bisschen kleiner.
bild: watson 

Und tatsächlich. Kurz nach 13.30 Uhr tröpfeln mehr und mehr Leute in die zuvor leere Schalterhalle. Eine ganze Gruppe gibt Gepäck am Check-In-Schalter auf. Alle haben im Voraus gebucht. Es geht rasch, die Wege sind kurz. Da bleibt sogar noch Zeit für ein Bierchen in der Bye Bye Bar.

«Wie viel ich bezahlt habe, ist Privatsache.»

Passagier aus der Schweiz

Ein Mann, der seine Mütze tief in die Stirn gezogen trägt, steht jetzt am Schalter. Was er sagt, ist schwer zu verstehen. «Noch Tickets nach Wien?», ist irgendwann hörbar. «Ja, wir haben noch Plätze frei», antwortet die Frau hinter dem Schalter freundlich und lächelt.  Sofort zückt der Mützenträger sein Portemonnaie und steckt ihr Bargeld entgegen. Wie viel, ist nicht erkennbar. Er möchte es auch nicht preisgeben, als er sein Ticket in den Händen hält. Das gehe niemanden etwas an.

Umfrage

Passagiere können den Flugpreis selber bestimmen - eine gute Idee?

  • Abstimmen

533 Votes zu: Passagiere können den Flugpreis selber bestimmen - eine gute Idee?

  • 14%Ja. Gut für mich, dann bezahl ich nämlich nix kchchchch
  • 18%Nein, die Fluggesellschaft geht so zu Grunde.
  • 68%Interessantes Modell, mit etwas Solidärität könnte es sogar funktionieren.

Ein junger, gut gekleideter Brillenträger – auch er spricht leise am Schalter – ist wenig später ebenfalls Besitzer eines Wien-Tickets. «Klar profitiere ich vom Angebot, wie viel ich bezahlt habe, ist Privatsache.» Draussen schüttet es wie aus Kübeln, die Maschine aus Wien landet. Eine Frau in fortgeschrittenem Alter hat für ihren Flug soeben 50 Franken hingeblättert. Fotografieren lässt sie sich nicht. Sie schätze das Angebot, sagt sie. Mit ihrem Einkommen lägen Kurztrips per Flugzeug eigentlich nicht drin.

Reger Betrieb vor dem Nachmittagsflug in der winzigen Schalterhalle. 
bild: watson 

In der Schalterhalle könnte man schlicht eine soziale Studie durchführen: Es erstaunt, dass die Schnäppchenjäger sich so verschlossen geben. Es scheint, als ob sie sich für ihr Tun schämen.

Schlecht ausgelastete Flüge füllen 

Das Angebot gibt es seit etwas mehr als zwei Wochen. Es gilt ausschliesslich für die Nachmittagsflüge Altenrhein – Wien und umgekehrt. Und nur unter der Woche, nicht samstags und sonntags. Die Airline fliegt viermal täglich aus der Ostschweizer Provinz in die österreichische Metropole und zurück. Die beiden Nachmittagsflüge waren bisher unterdurchschnittlich ausgelastet. Deshalb die Aktion. 

«Zurück fliege ich für einen Euro. Die sind selber schuld, wenn sie so etwas anbieten.»

Passagierin aus Österreich

Gemäss People's-Viennaline-Sprecher Thomas Mary stellen sich täglich zwischen 5 und 30 Personen, die den Preis selber wählen, an den Schalter.

Das müssen sie auch. Wer billig fliegen will, kann nicht im Voraus buchen. Solche Tickets können nur vor Ort und frühestens eine Stunde vor Abflug gekauft werden. Ob es dann noch Platz hat, ist unsicher. Nur die Anzahl Sitze, die nicht über den normalen Weg an den Mann gebracht werden konnten, werden für das Spezial-Angebot freigegeben. Und für diese gilt: First come, first serve. 

Rund um den Flugplatz sind Industrie-Betriebe angesiedelt.
bild: watson

Erst im Flugzeug vom Angebot erfahren hat eine Studentin aus Wien, die jetzt in Altenhein auf den Bus nach St.Gallen wartet. Sie diskutiert mit einem Pärchen, welches sie auf dem Weg in die Schweiz kennengelernt hat. Leicht genervt meint sie: «Hätte ich davon gewusst, hätte ich sicher nicht weit über 100 Euro bezahlt.» Zum Glück habe sie noch keinen Rückflug gebucht. Fast drohend fügt sie an: «Zurück fliege ich für einen Euro. Die sind selber schuld, wenn sie so etwas anbieten.»

Welcher Preis ist ein fairer Preis?

Ob es Personen gibt, die tatsächlich für bloss einen Franken fliegen, will Mary nicht sagen. Er möchte nicht, dass sich die Passagiere an einem Richtpreis orientieren. «Die Leute sollen sich Gedanken machen über den Wert eines Fluges, das ist uns wichtig.» Was nichts koste, sei nichts wert, so Mary weiter. Für einen Studenten liege ein «fairer» Preis wahrscheinlich tiefer als für einen gut verdienenden Manager. «Zehn Prozent des selbstbestimmten Preises gehen übrigens an das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen», fügt er an. 

So wirbt die Fluggesellschaft vor Ort.
bild: watson 

Ob die Botschaft bei den Passagieren ankommt, bleibt fraglich. «Warum seid ihr hier und wie viel habt ihr bezahlt?», fragt die Studentin das Paar im Bus. Er guckt seine Partnerin kurz an, bevor er antwortet. «Ehrlich gesagt, sind wir geflogen, um des Fliegens Willen; bei diesen Preisen kann man das schon mal machen». Eine Nacht würden sie in St.Gallen verbringen, bevor es wieder zurück nach Wien geht. Zum Spezialpreis – den auch sie nicht verraten wollen – selbstverständlich. 

Das Variabel-Preis-Angebot gilt noch bis Ende Oktober. Wie es danach weitergeht, ist offen. 

Das könnte dich auch interessieren:

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

46
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • theeagle 16.06.2016 18:04
    Highlight Ich empfinde es als eine sehr gelungene Aktion. Zum ersten mal macht man sich wirklich Gedanken darüber, was es einem selber wert ist.

    Die Normalpreise der People's sind gar nicht so hoch wie sie scheinen. Wenn man sich die Tarifbedingungen des teuersten Fluges durchließt und diesen mit anderen Airlines (Swiss etc.) vergleicht, fliegt man mit dem 319€ Tarif zu einem recht günstigen Preis. Die Swiss verlangt den gleichen Preis mit (fast) den selben (sogar schlechteren) Konditionen. Dazu kommt noch, dass die Parkplätze in Altenrhein wesentlich günstiger sind und die Anreise auch kürzer ist.
    6 4 Melden
  • MaxHeiri 16.06.2016 14:09
    Highlight Ich finde die Idee aus Marketingsicht gut, indem man aufzeigt, dass man ab St.Gallen direkt nach Wien fliegen kann. Auf der anderen Seite ist halt das Problem da, dass man seine Einnahmen kannibalisieren könnte, indem plötzlich brav zahlende Kunden ihre Tickets auch so beziehen.
    15 0 Melden
  • crazyfuffi 16.06.2016 13:30
    Highlight Das ist rein betriebswirtschaftlich nicht so abwegig wie es tönt.
    Man spricht in diesem Zusammenhang von Fixkosten, die unabhängig von der Anzahl Passagiere anfallen (Lohn Crew, Spritverbrauch etc.) Und variablen Kosten, die pro Passagier anfallen (evtl. Verpflegung an Bord, falls diese Inbegriffen ist etc.)

    Die Variablen Kosten sind wohl ziemlich tief und somit kann die Airline eben auch bei tiefen Preisen einen sogenannten Deckungsbeitrag erzielen, der zur Gewinnerzielung oder zur Bezahlung der Fixkosten verwendet werden kann.
    23 3 Melden
    • Gsnosn. 16.06.2016 16:38
      Highlight Ich habe dein Text nicht gelesen aber ich muss antworten! Geiles Logo hast du!!!
      7 32 Melden
  • 7immi 16.06.2016 13:09
    Highlight Für die airline ist es kein verlust, da sie sonst leer zurück fliegt (da extrem tiefe auslastung). so gesehen bessert jeder euro die bilanz auf. das ist also kein "neuartiges tarifsystem" sondern wirtschaftliches denken, um die finanzielle lücke zu schliessen und marketing. würde sie das auf allen flügen einführen, wäre sie wahrscheinlich schnell bankrott. die gewinnmargen der airlines sind nämlich ohnehin schon mikrig, die preise am limit.
    26 1 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 13:33
      Highlight @7immi: Stimmt fast. Jeder Passagier löst gewisse zusätzliche Kosten aus, sei es nur das zusätzliche Kerosin oder der erhöhte Aufwand für die Reinigung. Die Flughafentaxen können wir wahrscheinlich weglassen, die kommen wohl so oder so 1:1 noch zum Ticketpreis hinzu.

      Insofern ist es eine klassische Grenzkostenbetrachtung, welche die kurzfristige Preisuntergrenze festlegen sollte.
      8 2 Melden
    • 7immi 16.06.2016 15:52
      Highlight das ist richtig, hoch sind diese kosten aber nicht. auch die zusätzlichen treibstoffkosten fallen auf der kurzstrecke nicht ins gewicht. ausserdem bezahlen die fluggesellschaften eine strafe auf leere sitze in wien, soviel ich weiss...
      8 0 Melden
    • SJ_California 16.06.2016 17:19
      Highlight 7immi, das scheint mir ein logischerer Grund zu sein als die Deckungsbeitragsrechnung. Wäre noch interessant zu wissen, wie hoch diese Strafgebühr pro Platz ist. Wäre doch eine Rechercheaufgabe für Watson!
      3 1 Melden
    • 7immi 17.06.2016 00:32
      Highlight @sj
      da die fixkosten eines flugs gigantisch sind, dürfte das sehr wohl der hauptgrund sein. eine solche strafe beläuft sich idr auf keine zehn franken/sitz...
      1 0 Melden
    • SJ_California 17.06.2016 09:37
      Highlight Beim besten Willen glaube ich nicht, dass diese Leute mehr als 50.- bei diesem Angebot bezahlen. Damit deckst du nur 0,0000irgendwas Prozent der Fixkosten. Entweder gibt es diese Fluggesellschaft nicht mehr lange oder es ist ein reines Marketinginstrument.
      0 2 Melden
  • TheDoc 16.06.2016 12:54
    Highlight Mein Preis: 100.- pro Flug für diese Distanz
    10 2 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 13:36
      Highlight Der Flieger hat 76 Plätze, gibt in dem Fall pro Flug CHF 7'600 Umsatz.

      Das Angebot würde dann nicht lange aufrecht erhalten, wenn alle Sitze zu dem Preis weggingen. Und andere zahlen dann sogar nur 1 Euro. Was das Grounding noch ein wenig beschleunigen würde...
      8 3 Melden
    • Johnny Guinness 16.06.2016 16:30
      Highlight auf der homepage kosten die Hinflüge zwischen 119 und 311 CHF, was ich doch recht viel finde. Heute fliegt man fuer 600 franken nach nyc retour, ob das gut ist, ist eine andere Frage, aber es is Realität. Ich hätte jetzt 110 franken retour bezahlt, aber jetzt, da ich weiss wie viel die Tickets normalerweise kosten, hätte ich skrupel nur 110 zu bezahlen. Wie sieht der Konsens auf Watson aus, was wuerdet ihr bezahlen_
      5 1 Melden
    • SJ_California 16.06.2016 17:23
      Highlight Hin- und zurück für weniger als 400.- würde ich gerne bezahlen, allerdings nur solange ich nichts von diesem Angebot weiss. Ich glaube wenn man etwas gratis haben kann legt man höchstens einen symbolischen Preis hin. Das menschliche Hirn funktioniert nun mal so.
      4 1 Melden
    • Alnothur 16.06.2016 18:22
      Highlight Die Leute bezahlen so lange einen angemessenen Preis, wie es eine soziale Kontrolle gibt, und man sieht, wer vom Betrag "betroffen" ist. Das ist bei einer - auch kleinen - Airline halt nicht mehr der Fall...
      Übrigens, mit dem Nachtzug kommt man für unter 200.- hin und zurück ;)
      5 0 Melden
    • Döst 16.06.2016 20:01
      Highlight @Johnny:
      119.- ein regulärer im voraus buchbarer Preis.
      Die "zahl was Du willst Preise" sind max. 1 h vor Abflug nur vor Ort buchbar. Evtl. gehst wieder nach Hause.
      Von dem her finde ich 50.- angemessen.
      Kerosin rechnet man bei A320 übrigens 3.5 Liter/100 km und Passagier. Die Strecke ist ca. 600 km Luftlinie = ca. 21 Liter Kerosin. Bei Fr. 0.50 pro Liter sind das dann Fr. 10.50.
      Also bei Fr. 50.- verdienen sie durchaus ein wenig, denn ein leerer Sitz verursacht fixe Kerosinkosten von Fr. 10.50.
      7 2 Melden
  • Human 16.06.2016 12:37
    Highlight Dann weiss ich ja nun wie ich dieses Jahr doch günstig nach Budapest komme 😁
    12 2 Melden
  • Anded 16.06.2016 12:25
    Highlight Wäre wohl besser, wenn man den Preis kurz zusammen mit dem Verkäufer besprechen müsste. Man muss ja nicht seine Finanzen offen legen. Man gibt an warum man nach Wien fliegen möchte, was man dort so vor hat, und wie man das eigne Budget so einschätzt (keine Zahlen). Danach schlägt der Verkäufer einen fairen Preis vor. Wer es nötig hat, kann auch hier lügen. Das schlechte Gewissen dürfte dann aber noch grösser sein. Und wer nicht reden möchte soll einfach den normalen, vollen Preis bezahlen.
    33 4 Melden
  • sailinj 16.06.2016 11:23
    Highlight Die Firma ist selber Schuld wenn sie sowas anbietet.... :-D das war der lustigste Spruch...
    Im Ernst: absolut keine Privatsache was die Leute zahlen. Jeder ders nicht sagt hat ein schlechtes Gewissen. Einige Konsumenten sind wohl in der Lage ein solches Angebot zu verstehen. Alle anderen sollens bitte bleiben lassen oder per Anhalter fahren.
    Die Geiz ist Geil und Schnäppchen-Kultur ist alles Andere als geil...
    82 6 Melden
    • Fumo 16.06.2016 11:55
      Highlight "Die Geiz ist Geil und Schnäppchen-Kultur ist alles Andere als geil"

      Aber die 300% Gewinnmargekultur ist in Ordnung?
      Und um vorzubeugen, die Gewinnmarge ist der Reingewinn. Denn es ist sowas wie: "Aber es müssen auch Löhne und Infrastruktur bezahlt werden blablabla" zu erwarten ;)
      18 24 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 13:29
      Highlight @Fumo: 300% Gewinnmarge würde bedeuten, dass ein Flug zu "weit über 100 Euro" (der im Artikel genannte Preis) gerade mal "weit über 25 Euro" Vollkosten auslöst. Die "weit über 75 Euro" wären dann die 300% Gewinnmarge. Also wären die Vollkosten für den Flug bei Vollbesetzung (selbst bei 200 Euro Ticketpreis) um die 3'800 Euro. Man muss nicht BWL studiert haben, um zu verstehen, dass das Quatsch ist. Aber es würde vielleicht helfen...

      Zum Vergleich: Easyjet hatte 2015 eine pre tax margin von 14.6 %. Ich habe keine Ahnung, wie du auf Grössenordnungen von 300% kommst. Bitte sage es mir.
      24 1 Melden
    • Fumo 16.06.2016 13:35
      Highlight Vielleicht indem ich seinen Begriff "blablabla-Kultur" aufgegriffen habe und es wegen "Kultur" genau so allgemein gemeint habe wie er und nicht nur auf diesen einen Fall der Luftfahrtbranche?
      4 12 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 14:33
      Highlight @Fumo: Zeig mir anhand eines einzigen konkreten Beispiels ein Business, welches legal ist und eine Gewinnmarge von 300% abwirft. Ein einziges. Du darfst dich aller verfügbaren Quellen bedienen. Einzige Bedingung: Belege deine Behauptung mit Zahlen. Z.B. einem Geschäftsbericht.

      Wenn du das nicht kannst, werte ich deinen Kommentar als solchen als blablablabla. Mir ist bewusst, dass dir das egal ist. Das musst du mir nicht extra noch schreiben ;-)
      9 1 Melden
    • Fumo 16.06.2016 14:54
      Highlight Ich gehe jetzt sicher nicht extra für dich Fakten raussuchen die du dann eh nicht anerkennen wirst weil sie von mir kommen ;)
      Denkst du ein iPhone kostet 700.- in der Herstellung? Oder kauft Emmi die Milch beim Bauer zum Preis ein den wir im Laden bezahlen?
      Ja? Das glaubst du? Gut, darfst du gerne weiterhin.
      1 19 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 16:08
      Highlight @Fumo: Weil du keine Fakten hast.

      Ich empfehle dir die Grundlagen der BWL anzueignen, wenn du hier gross mit Begriffen wie "Gewinnmarge" diskutieren willst.

      Dir ist schon bewusst, dass der Endpreis eines Produktes nicht nur die Kosten des Rohmaterials beinhaltet? Offenischtlich nicht, denn sonst würdest du nicht hanebüchene Aussagen zum Preis eines Liter Milchs beim Bauern machen. Zwischen dem Liter Rohmilch beim Bauern auf dem Hof im Tank bis zum verpackten Liter Milch im Laden sind mehrere Transporte, Verarbeitung, Verpackung, Lagerung, Administration etc. Nennt sich Wertschöpfungskette.
      12 1 Melden
    • subreena 16.06.2016 16:45
      Highlight Die Milch einkaufen ist das eine... Transportieren, Abfüllen, Verpackung, Transport in den Laden, Löhne für die Leute die all dies tun, Wartung der Maschinen und Fahrzeuge die bei den Arbeiten eingesetzt werden usw
      kommen dann noch auf den Milchpreis oben drauf. Als Beispiel (Zahlen 2014): Milch kostet im Einkauf 71 Rappen/Liter, verkauft wird sie für bis zu 1.55. Schon ohne Weiterverarbeitung komme ich da nicht auf 300% Gewinnmarge...
      http://www.srf.ch/news/wirtschaft/gleiche-milch-andere-preise
      8 1 Melden
  • Dewar 16.06.2016 11:23
    Highlight Weiss gerade nicht, was ich davon halten soll... Einerseits finde ich solche Angebote gut, weil es einen den Wert von Dingen, Dienstleistungen und Arbeit hinterfragen lässt. Wir machen uns viel zu selten Gedanken über Qualität und die wahren Kosten unseres Konsums. Auch können sich so auch Leute mal was leisten, deren schmales Budget es ihnen normalerweise nicht erlaubt. Gerade beim Fliegen finde ich es aber auch problematisch, da Flüge sowieso viel zu billig sind. Fliegen soll meiner Meinung nach teuer sein, genau wie Autofahren und sonst alles, dessen Kosten man nicht in Geld aufwiegen kann.
    40 8 Melden
  • nukular 16.06.2016 11:10
    Highlight Ich bin mehr als zufrieden mit der airline. Wenn man in wien studiert und mal heim möchte, ist man damit sehr schnell. Auch finde ich die 99euro nicht viel. Man bekommt da im flugzeug was kleines zu essen und zum trinken gibts vom bier über cola bis zum wein fast alles. Auch finde ich die sitze mehr als nur bequem. Viel besser als im öbb railjet 7h rumzugurken, bei den billigen sitzen. Da zahle ich lieber 50euro mehr und bin 3x schneller daheim.
    P.s ich glaube kaum, dass die studentin oben im artikel für 1euro zurückfliegt...wenn man weiss was der flug wert ist, zahlt man auch dementsprechend.
    40 4 Melden
    • Maon 16.06.2016 13:53
      Highlight Nimm den Schlafwagen, da hast du auch Service inbegriffen und zahlst ca. 87.-
      Ausserdem verlierst du keine Zeit, da du über Nacht unterwegs bist...
      6 1 Melden
    • nukular 16.06.2016 14:54
      Highlight Schlafwagen nur im notfall.. daa kann ich genau so gut 10fr mehr zahlen und fliegen. Denn auch als standartpreis um 99fr/euro ist das fliegen noch billig.
      2 2 Melden
    • Maon 16.06.2016 15:57
      Highlight Und der ökologische Aspekt ist egal?
      5 0 Melden
    • nukular 16.06.2016 16:20
      Highlight Ganz ehrlich? Die öbb machts ja selber vor... steigt selber ins fernbussgeschäft ein und konkurenziert sich damit selber von der strasse aus? Und sie wollen mir was von ökologisch erzählen? Und weiteres, das flugzeug fliegt ja so oder so. Ob ich jetzt drinn sitze oder nicht...
      2 8 Melden
    • Maon 16.06.2016 17:00
      Highlight Ja die DB und ÖBB muss ich nicht verstehen, doch ein Bus ist immer noch sehr viel ökologischer als ein Flugzeug...
      Blödstes Argument, das geht! Nach dem Moto "Die Leute sterben ja so oder so irgendwann. Ob ich sie jetzt töte oder nicht..."
      Wenn du das Flugzeug nicht nutzt und es immer weniger tun fragt sich die Airline bald ob es sich lohnt jedes Flugzeug fliegen zu lassen.
      6 3 Melden
    • nukular 16.06.2016 17:51
      Highlight Also ein blödes argument ist es gar nicht!
      1. Da ist die ganze rumfahrerrei mit dem auto nach deutschland um einkaufen zu gehen sicher noch schädlicher...
      2. Ein blödes rumfliegen ist es sicher nicht, v.a die strecke wien-altenrhein nicht. Da dies rege von den firmen genutzt wird und eher weniger Touristen damit fliegen.
      3. Ja, irgendwann sterben wir alle. Doch zu sagen dass mir dies egal wäre stimmt nicht.
      4. Ja, weniger flüge,weniger umweltbelastung. Doch solange man für 7euro von bratislava nach berlin fliegen kann, müssen zuerst die airlines teurer werden.
      3 3 Melden
  • Fumo 16.06.2016 10:47
    Highlight Gratis Pizza, Flüge so günstig wie man möchte und beides funktioniert. Ob der Drang nach Wachstum vielleicht doch nicht das Beste für die Wirtschaft ist?
    Aber nein, 6 Wochen Ferien? Da gehen Firmen kaputt. 1:12? Niemals! Das führt zur Ruin des Marktes. BGE? Geht's noch? Dann bricht ja alles zusammen...
    Schön zu sehen dass einzelne Betriebe beweisen dass Geld nicht alles ist und man rein mit den nötigsten überleben kann.
    65 29 Melden
    • Raembe 16.06.2016 11:10
      Highlight Was bringt es abgelehntem nachzutrauern? Vorwärts schauen!
      8 12 Melden
    • stef2014 16.06.2016 11:18
      Highlight Wäre schön wenn wirklich alles so romantisch ist wie von dir beschrieben. Hinter beiden Aktionen kann man trotzdem Wachstumsgedanken erkennen wenn man will. Aber, wenn allen Seiten gedient ist und solche Aktionen auch noch symbolisch für eine andere, neue Art von Markt stehen, dann will ich diesen Trend auch als erfrischende Innovation feiern.... :)
      20 0 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 11:21
      Highlight Gratis Pizza funktioniert nur so lange wie nur jene davon profitieren, die nicht anders können und genügend da sind, die für ihre Pizzen bezahlen.

      Selbstgewählte Preise für Flüge funktioniert genau für die "Restenverwertung" und so lange, wie die Erträge mindestens die Grenzkosten decken.

      Würde die Fluggesellschaft heute alle Sitze zum "was-es-dir-Wert-ist"-Preis verkaufen, könnte sie übernächste Woche Konkurs anmelden. So gut kenne ich die Geiz-ist-geil-Konsumenten. Leider.

      1:12, 6 Wochen Ferien und BGE sind zwar schöne populistische Stichworte, mir fehlt da aber der Zusammenhang.
      21 11 Melden
    • Fumo 16.06.2016 11:52
      Highlight "1:12, 6 Wochen Ferien und BGE sind zwar schöne populistische Stichworte, mir fehlt da aber der Zusammenhang."

      Dann hast du es soweit nicht verstanden dass eine Erklärung auch nichts bringt.
      13 20 Melden
    • sailinj 16.06.2016 12:50
      Highlight @ Fumo: schon klar, dass 300% Gewinnmarge nicht OK sind. Das Prinzip mit gratis Pizza etc., wie auch schon erwähnt hier, geht aber nur so lange gut wie andere dafür zahlen. Der goldene, nachhaltige Mittelweg ist das was es braucht: und da passt weder Geiz noch Abzocke rein.
      6 0 Melden
    • stef2014 16.06.2016 13:05
      Highlight Tonino, das mag sein. Schlussendlich gilt es aber ein Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern. Ein solches System könnte das nicht garantieren. Aber wenn es Nischenangebote gibt die man so gestalten kann, warum nicht?

      Ich denke was Fumo meint ist, dass die Wirtschaftsleute uns konstant in einem Panikmodus halten um den Status Quo, bzw. Wachstum nicht zu gefährden. Die Motivation zu arbeiten entsteht ja nicht aus unserem natürlichen Drang dazu, sondern aus der Angst heraus nicht ausgegrenzt zu werden. Und das demonstriert man uns mit negativen Szenarien (Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit etc)
      2 1 Melden
    • Charlie Brown 16.06.2016 13:13
      Highlight @Toninio: Was veranlasst dich konkret, mich persönlich anzugreifen? Du kennst mich nicht, unterstellst mir aber, ich würde mich so verhalten.

      Ich weiss nicht, wie sehr du dich sozial engagierst und verhältst. Ich für meinen Teil muss da nicht gross ein schlechtes Gewissen haben.
      1 2 Melden
    • Fumo 16.06.2016 13:37
      Highlight "Ich denke was Fumo meint ist, dass die Wirtschaftsleute uns konstant in einem Panikmodus halten um den Status Quo, bzw. Wachstum nicht zu gefährden. Die Motivation zu arbeiten entsteht ja nicht aus unserem natürlichen Drang dazu, sondern aus der Angst heraus nicht ausgegrenzt zu werden. Und das demonstriert man uns mit negativen Szenarien (Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit etc)"

      Danke, sowas meinte ich.
      3 4 Melden

SP-Politiker Wermuth fordert Regeln für Schamlippen-OPs

Die Verkleinerung der Schamlippen ist der am stärksten wachsende OP-Trend der Welt. Das schockiert SP-Politiker Cédric Wermuth. Er fordert mehr Transparenz vom Bund. 

Die Schönheitsindustrie boomt – der Wunsch nach vermeintlicher Perfektion macht auch vor dem Intimbereich nicht Halt. Immer mehr Frauen lassen sich die Schamlippen operativ verkleinern. Der Eingriff ist umstritten. Nun wird er sogar im Bundeshaus diskutiert.

Am Dienstag reichte SP-Nationalrat Cédric Wermuth einen Vorstoss mit dem Titel «Zunahme von kosmetischen Operationen, insbesondere Labioplastik» im Parlament ein. Darin stellt Wermuth dem Bundesrat Fragen wie: «Auf was führt er den …

Artikel lesen