Wirtschaft
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«Grundeinkommen in der Schweiz und Finnland: Gleiches Geld für alle», so titelt heute Spiegel Online. 

«Spiegel»-Artikel wirft hohe Wellen: 43 Prozent sind Feuer und Flamme für Schweizer Idee des Grundeinkommens 

25.12.15, 17:10 28.12.15, 10:48


Für viele Deutsche mag es sich wie ein Weihnachtsmärchen angehört haben: In der Schweiz wird man vielleicht bald einfach so Geld verdienen, ganz ohne zu arbeiten. So steht es in einem Artikel von Spiegel Online, der am heutigen Weihnachtstag veröffentlicht wurde. 

Die Einleitung des Berichts, in dem die zwei verschiedenen Konzepte des bedingungslosen Grundeinkommens aus Finnland und der Schweiz verglichen werden, beginnt wie folgt: «Eine Idee geht um in Europa – die Idee des Grundeinkommens. Unter diesem Motto könnte das Jahr 2016 stehen.»

Die Prognose, dass das Grundeinkommen im Jahr 2016 die politische Agenda in Europa dominieren könnte, wirkt auf den ersten Blick etwas gar gewagt. Zumal die Chancen auf eine tatsächliche Einführung des Grundeinkommens, zumindest in der Schweiz, relativ gering sind. Doch die Idee wird bei unseren Freunden aus dem Nachbarland rege diskutiert – und findet erstaunlich viel Anklang.

Laut einer Umfrage am Ende des «Spiegel»-Artikels finden über 43 Prozent der Teilnehmenden das Schweizer Modell «eine gute Idee». Nur gerade 18,8 Prozent halten gar nichts von einem bedingungslosen Grundeinkommen. Teilgenommen am Poll haben bereits über 30'000 Personen. 

#Grundeinkommen trendet auf Twitter

Der «Spiegel»-Artikel hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst: Nicht nur in den Kommentarspalten, sondern auch auf Twitter wird das Konzept des Grundeinkommens intensiv diskutiert. Der Hashtag #Grundeinkommen gehörte praktisch den ganzen Nachmittag zu den fünf meist diskutierten Themen Deutschlands.

Und auch auf Twitter wird die Idee des Grundeinkommens mehrheitlich positiv aufgenommen. Hier ein paar Beispiele:

In den Kommentarspalten von Spiegel Online ist ob der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ebenfalls eine Diskussion ausgebrochen. Die User betrachten das Konzept durchaus kritisch, doch der Tenor ist überraschend positiv. Es wird allerdings stark daran gezweifelt, ob die Schweizer die Initiative denn auch tatsächlich annehmen werden. (cma)

Beispiele aus der «Spiegel»-Kommentarspalte

«Die Schweizer stimmen jedes Jahr über alles mögliche ab. Die Tatsache, dass es ein Referendum zum Thema geben wird bedeutet noch lange nicht, dass das auch angenommen wird. Im Gegenteil. Ich gebe dem Referendum keine Chance. Aber schön, dass wir das Thema mal wieder platzieren konnten.»

«Spiegel»-Userin mica221

«Die Schweizer voran, sie haben begriffen. [...] Die Unwirtschaftlichkeit der Arbeitsagentur in D und der Zustände der Hartz 4 Geissel als auch die Chancengleichheit der Schichten die ein solches Modell birgt.

«Spiegel»-User hornochse

«Anders als die Politiker, die nie den Folgen ihrer Entscheidungen ausgesetzt sind oder diese gar verantworten müssten, weiss die Schweizer Bevölkerung, dass letztlich sie für jedes Ergebnis einer Volksabstimmung hinstehen muss bzw. sie die Kosten trägt. Das bedingungslose Grundeinkommen wird deshalb in der Schweiz, in welcher Form auch immer, keine Mehrheit finden. Vor kurzem wurde darüber abgestimmt, ob der gesetzliche Urlaubsanspruch von 4 auf 6 Wochen heraufgesetzt wird - es fand sich keine Mehrheit dafür. - So als kleiner Hinweis zur Realität in der Schweiz.»

«Spiegel»-User raphael_vomsee

«In der Schweiz standen in den vergangenen Jahren schon viele Linke Träumereien zur Abstimmung, alle wurden ausnahmslos mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Schweizer haben halt schon immer gewusst, dass man nach ‹Freibier für alle› mit einem dicken Kater aufwacht.»

«Spiegel»-User aspi01

«Wenn schon, ist das Schweizer Modell aus den im Artikel genannten Gründen interessant. Als Wirtschaftslaie würde ich aber vermuten, dass dann die Preise enorm steigen würden und der Grundbetrag infolge dieser Inflation entsprechend an Wert verlöre - so dass man eben doch weiterhin auf Einkommen aus Erwerbstätigkeit angewiesen wäre. [...] Dennoch: der Gedanke bleibt verführerisch ...»

«Spiegel»-User baiki

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Brikne, 20.7.2017
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • gaba 29.12.2015 14:09
    Highlight Ich glaube, ich hätte da noch eine neue, gute Idee, wie sich das finanzieren lässt... Würde gerne mal mit Andreas Gross darüber sprechen. Liest der hier?
    1 0 Melden
  • R&B 26.12.2015 14:17
    Highlight Wer keine direkte Demokratie hat, muss sich nicht mit den ganzen Auswirkungen befassen und die Konsequenzen der eigenen Handlung tragen. Ich bin mir sicher, dass wenn deutsche Bürger darüber entscheiden dürften, die Zustimmung dramatisch abnehmen würde.
    4 5 Melden
  • Tilman Fliegel 26.12.2015 06:51
    Highlight Ich hätte mir jetzt mehr Informationen und weniger tweets und Leserkommentare gewünscht. Z.b. Was sind die Unterschiede zwischen dem schweizerischen und finnischen Model.
    29 0 Melden
  • Aberbitterschön 26.12.2015 00:02
    Highlight Es ist sehr wichtig, dass wir die Frage heut diskutieren. Ob das bedingungslose Grundeinkommen "die" Lösung ist mag ich nicht mit Bestimmtheit zu beantworten. Ich bin mit aber sicher, dass es durch die fortschreitende automatiesierung der Wirtschaft sehr bald zu wenig Arbeit giebt um alle zu beschäftigen. Da braucht es ein System wo für alle ein Leben ermöglicht. Kreative Köpfe sind gefragt.
    18 0 Melden
    • Stefan von Siegenthal 29.12.2015 22:55
      Highlight Und nächstes Jahr bei der Abstimmung mitmachen! Natürlich wird das abgelehnt werden (die AHV wurde im ersten Anlauf auch haushoch abgelehnt), aber es geht darum ein Zeichen zu setzen. Die Mehrheit der Schweizer wird erst dann darauf ansprechen, wenn wir eine Arbeitdlosenquote über 10% haben (wie die Finnen jetzt) aber je eher, desto besser. Heute haben wir ein sehr gutes System, das ist aber so nicht skalierbar auf 40% Arbeitslose (wäre zu teuer).
      0 0 Melden
  • demokrit 25.12.2015 23:04
    Highlight Dass die Zustimmung in Deutschland so hoch ist, ist eine direkte Folge des Demokratiedefizits in Deutschland, welches zu einem Mangel an politischer Erziehung geführt hat.
    10 5 Melden
  • Raphie 25.12.2015 19:23
    Highlight Ja klar finden die die idee super. Bei so vielen harz 4 bezügern wird es auch nicht lange dauern und es stehen noch mehr vor den toren der schweiz. ( sorry die tore haben wir ja abgeschafft)
    42 76 Melden
    • kiawase 25.12.2015 21:32
      Highlight sorry aber dieser kommentar tut hier nichts zur Sache
      35 25 Melden
    • samara 26.12.2015 11:01
      Highlight @simply smarter: Das Grundeinkommen soll ja auch überall eingeführt werden, nicht nur in der Schweiz. Dann brauchen die Leute ihre Heimat nicht mehr zu verlassen.
      11 0 Melden
    • semi-nonsens 29.12.2015 21:07
      Highlight @simply smarter
      Das "bedingungslos" ist nicht auf Personen bezogen, sondern auf die Leistung, die zu erbringen wäre.
      1 0 Melden
  • Kookaburra 25.12.2015 19:16
    Highlight Ich sag ja:

    Weil sich für Unternehmen die Lohnkosten pro Person um 2'500.- verringern. (Was jenachdem eine Halbierung der Lohnkosten ausmachen kann.)

    Weil der Konsum angekurbelt (und fairer verteilt) würde.

    Weil durch frei werdende Kapazität Innovation geschaffen werden könnte.

    Weil der wuchernden Sozialindustrie der Boden entzogen würde.

    Weil das Machtgefüge sich von der Wirtschaft weg zum Bürger verschöbe.

    Weil die Finanztransaktionssteuer überffällig ist und Spekulation vermindert.

    Weil Kinderaufziehen, Haushalt, Freiwilligenarbeit und Kulturschaffen möglichst Möglich sein sollte.
    68 22 Melden
    • Ikarus 25.12.2015 22:00
      Highlight Falsch, da die ahv/iv/arbeitslosenkassen usw zusammen in einen topf wandern ist das meiste bereits bezahlt und wird nicht nur von firmen finanziert;) bist du also falsch informiert worden
      14 5 Melden
    • Charlie Brown 25.12.2015 22:33
      Highlight @Gargamel: Der Beweis, dass das mit den sinkenden Lohnkosten Augenwischerei ist, liefert Rhabarber verdankenswerterweise mit ihrem Link. Darin steht: "Dafür kämen aber durch eine „BGE-Steuer“ in Höhe von rund 50 Prozent des neuen Gehalts (5000 Franken) Steuerkosten hinzu. Die Gesamtkosten für einen Arbeitsplatz würden deshalb im Durchschnitt gleichbleiben." Aha. Nix gespart an Lohnkosten. Also: Bitte bei der Wahrheit bleiben.
      5 0 Melden
    • Kookaburra 26.12.2015 13:35
      Highlight Die Lohnkosten bleiben für den Arbeitgeber gleich.

      Ihr habt recht!

      Ich habe Mist verzählt! Ich habe es diesmal aber nicht absichtlich gemacht und entschuldige mich. Sorry.
      6 0 Melden

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