Wirtschaft
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Das Beispiel dieser Frau zeigt, dass die Schweiz von Lohngleichheit noch weit entfernt ist

Sie ist Akademikerin, gehörte zum obersten Kader – und verdiente 70 Prozent weniger als ihr Nachfolger. Die Lohngleichheit auf juristischem Weg einzufordern, ist aber schwierig.

Doris Kleck / Nordwestschweiz



«Dass es auch mich so treffen könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten und vor allem nicht in diesem krassen Ausmass.» Die Aussage stammt von einer Frau, Akademikerin. Sie gehörte zum obersten Kader einer bekannten Dienstleistungsfirma. Sie möchte anonym bleiben. Nennen wir sie Elvira S.

S. hatte herausgefunden, dass ihr Nachfolger 70 Prozent mehr verdiente als sie. Sie habe dem Anforderungsprofil schon bei Stellenantritt punkto Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung entsprochen. Anders ihr Nachfolger: «Seine Qualifikationen entsprachen in den meisten Belangen nicht dem Anforderungsprofil», sagt Elvira S.

Die grösste Hürde für Lohnklagen ist meist die Beweisführung. Schweizer reden nicht gerne über ihre Löhne. S. hatte einen Vorteil. Sie bemerkte den höheren Lohn ihres Nachfolgers, weil sie Zugang zu den Akten hatte. Sie sammelte weitere Informationen, liess bei ihrem Anwalt eine Abklärung machen, ob das Gleichstellungsgesetz angewendet werden könne, sprach mit Fachpersonen und studierte die einschlägige Literatur:

«Nachdem mir das Ausmass der Lohndifferenz voll bewusst wurde, war für mich klar, dass ich das nicht einfach hinnehmen konnte und durfte.»

Elvira S. wartete mit rechtlichen Schritten, bis sie die Firma verlassen hatte. «Wegen der Angst vor Rachemassnahmen wehren sich die meisten Frauen erst, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist», sagt Andrea Gisler. Sie ist Anwältin und Präsidentin der Frauenzentrale Zürich. Zwar gibt es im Gleichstellungsgesetz einen speziellen Kündigungsschutz für Frauen, die sich gegen eine Diskriminierung wehren. Dieser dauert sechs Monate bis nach Abschluss des Verfahrens. Eine Analyse vom letzten Juni zeigt aber, dass bei der Urteilsverkündung 84 Prozent der Arbeitsverhältnisse aufgelöst sind.

76.3 Prozent der Klagen wegen Lohndiskriminierung gehen zugunsten der Firmen aus. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Rechtsprechung zum Gleichstellungsgesetz. Der Arbeitgeberverband leitet daraus ab, dass Lohndiskriminierung nicht verbreitet ist.
Die Autoren kommen in der Analyse jedoch zu einem anderen Schluss. Sie bemängeln, dass das Gleichstellungsgesetz bei Gerichten und Anwälten zu wenig bekannt ist. Deshalb werde oft aufgrund des Obligationenrechtes und nicht aufgrund des Gleichstellungsgesetzes prozessiert, sagt Anwältin Andrea Gisler.
Letzteres sieht für die Klagenden eine Beweislasterleichterung vor: Die Lohndiskriminierung muss «glaubhaft» gemacht, aber nicht bewiesen werden.

Aufwendig und zermürbend

Gemäss Bundesrat sind sieben Prozent der Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau nicht erklärbar. Er will deshalb, dass Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern alle vier Jahre Lohnanalysen durchführen. Sanktionen sind keine vorgesehen.

«Klagen sind enorm aufwendig, zermürbend, und sie dauern lange.»

Die Vorschläge sind umstritten. Am Freitag befasst sich die vorberatende Kommission des Ständerates damit. Gegen die Gesetzesänderung wehrt sich der Arbeitgeberverband. Er bestreitet, dass es sich bei diesen sieben Prozent um Diskriminierung handelt: «Die Lohnunterschiede bestehen vereinfacht gesagt nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen Männern und Müttern wegen deren Erwerbsunterbrüchen. Von einer systematischen Diskriminierung kann keine Rede sein», sagt Kommunikationschef Fredy Greuter. In Einzelfällen könne man die Gerichte anrufen: «Der Schutz der Arbeitnehmenden vor Lohndiskriminierung ist gewährleistet.»

Für Regula Bühlmann, beim Gewerkschaftsbund verantwortlich für das Dossier, ist diese Aussage ein Hohn: «Klagen sind enorm aufwendig, zermürbend, und sie dauern lange.» Sie seien zudem ein Risiko für die berufliche Karriere. Das bestätigt Andrea Gisler: «Frauen in Führungspositionen exponieren sich nicht gerne. Denn man kennt sich innerhalb der Branchen und will sich die Zukunft nicht verbauen.»

Angst vor dem Imageschaden

Elvira S. gelangte vor die Schlichtungsstelle und bekam 15 Prozent der geforderten Summe zugesprochen. Dennoch nennt sie das Verfahren eine Enttäuschung. Die Mitglieder der Schlichtungsstelle seien überfordert gewesen. Zudem seien sie bei der Begründung des Vergleichsvorschlages selbst in die unbewusste Diskriminierungsfalle getreten, was sie erschüttert habe.

Weitere aussergerichtliche Gespräche mit dem ehemaligen Arbeitgeber blieben erfolglos. Erst, als S. eine Klagebewilligung eingeholt hatte, bewegte sich die Firma und war zu einer substanziellen Nachzahlung bereit. Die Vermutung: Das Unternehmen wollte einen öffentlichen Gerichtsprozess aus Imagegründen vermeiden. S. stimmte dem Kompromiss ebenfalls zu.

frau büro

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit: Wie das Gleichstellungsgesetz durchgesetzt werden kann, ist heftig umstritten. Bild: shutterstock.com

Doch weshalb kommt es zu Diskriminierung? Fordern Frauen zu wenig Lohn, zahlen Firmen absichtlich zu wenig oder fehlt ihnen das Bewusstsein? «Es ist von allem ein wenig: Es ist ein gesellschaftliches Problem», sagt Elvira S. Umso wichtiger sei es, dass das Thema immer wieder auf den Tisch komme.

Lohnverhandlungen muss S. keine mehr führen: Sie hat sich selbstständig gemacht.

(aargauerzeitung.ch)

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – Fehlanzeige!

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 20.01.2018 08:16
    Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen, wieviel sie verdient hat.
  • Bruno Wüthrich 19.01.2018 10:02
    Highlight Highlight 70 Prozent sind natürlich schon krass. Noch fast krasser finde ich, dass es eine Akademikerin trifft. Da frage ich mich halt dann schon, weshalb da überhaupt ein Studium absolviert wurde.

    Denn 70 Prozent lassen sich nicht allein mit einem deutlich zu hohen Lohn des Nachfolgers erklären. Die Frau muss sich auch deutlich unter Wert verkauft haben (oder sie war aus einem anderen Grund nicht in der Lage, mehr zu fordern). Als Akademikerin müsste sie ihren ungefähren Wert gekannt haben. Zudem war sie ja mit den Konditionen einverstanden. Immerhin ist sie Akademikerin. Also ich weiss nicht...
  • walsi 18.01.2018 22:11
    Highlight Highlight Wenn es stimmt, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdiene, wäre ich als Arbeitgeber schön blöd einen Mann einzustellen wenn ich das Gleiche für weniger Geld von einer Frau haben kann. Besonders wenn ich 70% mehr abdrücken muss.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 18.01.2018 19:58
    Highlight Highlight "Wegen der Angst vor Rachemassnahmen wehren sich die meisten Frauen erst, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist" - bringt ja voll was wenn man im Nachhinein sich beklagt dass es dann aber nicht OK war im Fall.
    Der Lohn sei bei uns Tabu, OK. Aber dass sich wehren dann auch zum Tabu gemacht wird, und dann auch noch vom Opfer, verdirbt die ganze Daseinsberechtigung einer gleichen Einfordern.
  • Es ist Nachgerichtet 18.01.2018 19:57
    Highlight Highlight Der Artikel hält fest dass gemäss Gleichstellungsgesetz welches es nun doch schon eine Weile gibt, während Männer per Gesetz immer noch benachteiligt werden (Wehrpflicht, Pensionsalter...) eine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts nicht bewiesen, sondern lediglich glaubhaft gemacht werden muss.

    Dennoch wird einleitend behauptet die Klagen würden an der Beweisführung scheitern? Das ist - nett ausgedrückt - irreführend.
  • Zap Brannigan 18.01.2018 19:46
    Highlight Highlight Was viele Leute und auch Arbeitgeber nicht zu kapieren scheinen: Was ein angemessener Lohn ist, bestimmen ausschliesslich die anderern Arbeitgeber. Verdient man zu wenig, kriegt man woanders mehr. Wenn nicht, dann nicht.
    Und für substantielle Erhöhungen muss man die Firma wechseln. Ich hatte in meinen über 20 Jahren als Ingenieur bei jedem Wechsel mindestens 10% mehr Lohn. Auch wenn ich am neuen Ort das selbe machte wie am Alten. Man muss den Mut haben, etwas anderes zu Suchen. Einmal bot mir ein Arbeitgeber nach erfolgter Kündigung die 4fache Erhöhung dessen, was ich davor Erfolglos verlangt
  • andrew1 18.01.2018 19:38
    Highlight Highlight stelle sich einer vor die frauen müssten in die armee oder wehrdienstersatz bezahlen und die männer nicht. Oder würden unsinnigerweise später pensioniert obwohl man weniger lang lebt. Das Geschrei währe riesig. Beide geschlechter haben ihre vor- und nachteile. aber unter dem strich ist es mindestens ausgeglichen. Man sollte nicht nur die nachteile sondern auch die zahlreichen vorteile betrachten.
  • Pisti 18.01.2018 18:25
    Highlight Highlight Also wenn eine Frau vom obersten Kader für sich nicht mal einen angemessenen Lohn aushandeln kann, dann hat sie auch nicht mehr verdient oder auf solch einer Position nichts verloren.
    Oder glaubt sie nur weil sie alle möglichen Diplome hat ist sie automatisch besser geeignet für diese Stelle?
  • IchSageNichts 18.01.2018 17:55
    Highlight Highlight Statistik und Einzelfall. Das ist so wie wenn man bei der Schweizerzeit über " Carlos" liest und dann behauptet wird das sei der Normlfall.
    Gibt halt Klicks und schürt die subtile Spannung....

    Offenbar machten alle (Firma, Schlichtungsstelle etc.) alles Falsch ausser diese Frau. Komischerweise dürfen sich alle anderen nicht äussern.
    Cool ist auch die Box wo wieder eine Person alleine Fakten schafft. Nur weil eine Anwältin was behauptet hat es doch keine Wahrheitsgehalt. Vielleicht gibt es andere Gründe wieso man mit dem OR prozessiert?
  • Rabbi Jussuf 18.01.2018 14:42
    Highlight Highlight Dieser Fall zeigt mitnichten, dass es um Lohngleichheit geht.
    Wenn man schon so einen Artikel schreibt, sollte man doch etwas besser recherchieren. Praktisch alle wesentlichen Fakten fehlen um sich ein Urteil zu erlauben.
    Die "Lohnungleichheit" in diesem Fall kann einige wahrscheinlichere Gründe haben, als eine Diskriminierung von Frauen.
    Ich halte das sogar für ausgemachten Blödsinn.
  • Wald Gänger 18.01.2018 14:31
    Highlight Highlight Das Beispiel dieser Frau zeigt vor allem, dass unbelegte Anekdoten, bei denen die angeklagte Seite sich nicht zu den Gründen oder dem Wahrheitsgehalt äussern kann, im Grunde nicht mehr Wert sind als urban myths.
    • Richu 18.01.2018 20:40
      Highlight Highlight @Überraschend ist, das mit diesen unbelegten "Anekdoten" die Journalistin der Nordwestscheiz einen Bericht verfasste, welcher viele Fragen unbeantwortet lässt!
  • BeWi 18.01.2018 14:21
    Highlight Highlight Ich möchte mal eines festhalten: "Akademiker/in" ist KEIN Beruf. Eine Philosophin und ein HSG-Absolvent - das sind beides Akademiker aber deren Tätigkeitsfeld ist absolut nicht vergleichbar. Dieser Fehler wird leider auch in den offiziellen Statistiken immer wieder gemacht.
    • andrew1 18.01.2018 19:34
      Highlight Highlight ist so. Wenn männer im schnitt mehr verdienen als frauen ist dies wohl oft wegen der studienrichtung und nicht wegen des geschlechts. Bei vielen gut bezahlten fachrichtungen sind männer in der überzahl: bwl, medizin, Recht, engineering,... vielleicht derzeit nicht bei der ausbildung aber auf dem beruf bestimmt. ob die branchenspezifischen unterschiede gerechtfertigt sind ist natürlich eine andere frage aber hat nichts mit dem geschlecht zu tun.
  • mille_plateaux 18.01.2018 14:16
    Highlight Highlight Wie jetzt?
    Verdient er 70% mehr (also 170% ihres Lohnes)? Oder verdiente sie nur 70% seines Gehaltes (was bedeuten würde, dass er “nur” 121% ihres Lohnes erhielte)?

    Die Formulierungen im Artikel wechseln sich ab und sind entsprechend kontradiktorisch und verwirrend.

    Mag freilich auch daran liegen, dass ich Mathe vor langer Zeit mit einer 2.5 abgeschlossen hatte; für die Korrektur meiner eventuellen Denk- oder Rechenfehler wäre ich ebenso dankbar. 😅

    Zum Thema: Alle Löhne transparent offenlegen. Konsequentes «Name & Shame» von Sünderbetrieben. Alles andere funktioniert nicht.
  • BeWi 18.01.2018 14:12
    Highlight Highlight Als junger Ingenieur habe ich bei einer Firma in Bern gearbeitet - Im Arbeitshandbuch standen ALLE Löhne der Mitarbeiter und auch der GL, genau aufgeschlüsselt nach Ausbildung, Erfahrung, Stellenbeschrieb. Das hat mir enorm Eindruck gemacht, jeder Lohn war so genau definiert, Lohnerhöhungen gab es bei einem Mehrwert: Projekterfahrung, Weiterbildung, Führungsaufgaben. Es waren auch viele Frauen dort beschäftigt und es gab nie irgend eine Diskussion. Das sollte bei unseren Firmen Einzug halten, meinetwegen kann das auch gefordert werden, dann hätten wir für alle gerechte Löhne!
    • mille_plateaux 18.01.2018 15:55
      Highlight Highlight Vorbildlich!
      Mein Arbeitgeber hat sämtliche Löhne in ähnlicher Manier transparent gemacht (alle MitarbeiterInnen haben Einsicht in die Lohnbuchhaltung, einmal im Monat wird an einer kurzen Sitzung die Finanzlage erläutert). Lohndiskussionen und Werweisseln wird so von Beginn an der Riegel vorgeschoben und alle wissen, wofür sie wie entschädigt werden.
      Das Resultat: Ein sehr angenehmes Arbeitsumfeld frei von Neiderei und Getuschel. Alle können sich auf Augenhöhe begegnen.
  • BeWi 18.01.2018 14:03
    Highlight Highlight Sorry, das beweist gar nichts - und sicher nicht die angebliche "Lohnungleichheit" zwischen den Geschlechtern. Das ist mit Sicherheit auch schon Männern passiert. Ja auch ich wusste meist nicht, was meine Kollegen verdienen. Man(n) spricht ja eher über das Sexleben mit der Frau als über den Lohn. Das sollte sich meines Erachtens ändern: Transparenz und nicht erzwungene "Gleichheit" die nie untermauert werden kann. Wir haben nur noch sehr wenige Jobs, die direkt miteinander verglichen werden können. Daher ist auch der "gleiche" Lohn Ansichtssache.
  • Haiderfroh 18.01.2018 13:00
    Highlight Highlight In Einzelfällen gibt es immer viele Gründe für Lohnunterschiede, die alle nichts mit der Genetik zu tun haben, ganz besonders in Kaderpositionen.
    In Elviras Fall stellen sich Fragen, die für E. sehr unbequem sind: Warum war ihre Firma bereit für 70 % Mehrkosten jemand neues einzustellen, statt E. z. B. für +35 % zum Verbleib in der Firma zu überreden? Warum überhaupt liess man E. einfach gehen?
    Den Anforderungen hat sie beim Eintritt entsprochen, aber hat sie das auch beim Austritt?
    Erfüllte sie die Erwartungen ihrer Vorgesetzten (Leistung, Flexibiltät, Charakter) nicht, oder nicht mehr?
    • DerTaran 18.01.2018 16:24
      Highlight Highlight Es gibt Unternehmen, die grundsätzlich nicht versuchen einen Mitarbeiter der gekündigt hat zu halten.
    • Haiderfroh 19.01.2018 11:55
      Highlight Highlight @DerTaran
      Dumme Firma!
      Das eine gute Kraft die Firma verlassen will, ist ein Führungsfehler der Firma. Zu einer solchen für die Firma nachteiligen Kündigung kann es nur kommen, wenn die gute Kraft überzeugt davon ist, dass man über seine Arbeitsbedingungen mit dieser Firma nichts verhandeln und vereinbaren kann (nebst Lohn, auch Weiterbildung, unbez. Urlaub, Zuständigkeiten, etc.) und ein Stellenwechsel deswegen die einzige bessere Option ist, als zu bleiben.
      Indem die Firma nicht versucht, die eine Kündigung rückgängig zu machen, ermuntert sie so allen anderen guten Kräfte, auch zu kündigen.
    • DerTaran 19.01.2018 13:27
      Highlight Highlight @Haiderfroh, ich wiederspreche dir nicht, trotzdem gibt es solche eitle Firmenpolitik.
  • Nonqi 18.01.2018 12:59
    Highlight Highlight Abgesehen davon, dass 70% extrem viel sind, hat sie ihren selbst verhandelten Lohn als fair empfunden. Sonst hätte sie ja die Stelle nicht angenommen. Ausserdem beurteilt Sie den Nachfolger nach dem Anforderungsprofil...Wieso? Ist das ihre Arbeit? Kann sie das überhaupt objektiv einschätzen, nachdem sie in den Unterlagen geschnüffelt hat? Ich bin für Lohngleichheit, jedoch ist jeder für seinen eigenen Lohn verantwortlich. Einigen ist es einfach nicht bewusst wie fest sie ihren Lohn beeinflussen können. Negativ wie positiv...
    • Trouble 18.01.2018 13:49
      Highlight Highlight Ich tippe auf männliches Geschlecht bei dir.
    • Nonqi 18.01.2018 15:43
      Highlight Highlight @Trouble Sherlock, bisch es du?! was tut das der Sache, ob ich jetzt ein Mann oder eine Frau bin?
    • IchSageNichts 18.01.2018 17:41
      Highlight Highlight Trouble: merkst du gerade dass du selbst sie/ihr diskriminierst. Wenn der/die Schreiber/In eine Frau ist zählt seinen Meinung mehr als wenn er ein Mann ist.
  • mogad 18.01.2018 12:33
    Highlight Highlight Der Arbeitgeberverband: Der Lohnunterschied bestehe nicht zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen Männern und Mütter, wegen mutterschaftsbedinger Erwerbsunterbrüche. O.k., dann könnte man ja während einer Einarbeitungsphase einen tieferen Lohn vereinbaren und dann innerhalb eines Jahres den Frauenlohn stufenweise auf die Höhe der Männerlöhne bringen. Passiert das? Offenbar zu selten, so wies aussieht.
    • Haiderfroh 18.01.2018 14:18
      Highlight Highlight Das wäre dann nach 20 - 30 Jahren der Zuwendung zu den eigenen Kindern. Bis dann ist jeder Vater und jede Mutter auf ihrem Job gleich gut qualifiziert, wie ein Ungelernter.
      Während der Elternschaft, können Väter und Mütter selbstverständlich arbeiten gehen, aber sie können und dürfen nicht (s. ZGB Pflichten der Eltern) 7x24x365 Stunden pro Jahr der Firma zur Verfügung stehen, was sie sehr unattraktiv für den Arbeitsmarkt macht, und ihnen den Weg zu hochbezahlten Spezialisten- oder Führungspostionen verwehrt. Wer sich der Familie widmet, egal ob Mann oder Frau, der kann keine Karriere machen.
    • mogad 18.01.2018 15:41
      Highlight Highlight @Haiderfroh. Sie haben nat. recht, was ich geschrieben habe, kann für Wiedereinsteigerinnen oder Stellenwechslerinnen gelten, deren Familienplanung abgeschlossen ist. Bei jungen Frauen, von denen man annehmen muss, dass sie während eines Arbeitsverhältnisses, ev. zwei, drei Mal in Mutterschaftsurlaub gehen, wird es etwas schwierig. Die Frage, ob mehrmonatige Absenzen und ev. die Reduktion auf Teilzeitarbeit an der Qualifikation einer Frau nagen, muss wohl individuell beantwortet werden. Sicher erklärt es nicht 70% Lohnunterschied, vielleicht aber teilweise die unerklärlichen 7%.
  • El diablo 18.01.2018 12:19
    Highlight Highlight gleicher Ausbildungsstand heisst nicht, dass beide gleich fähig sind. Was, wenn die Frau schlicht und einfach ihre Arbeit schlecht erledigt hat und ihr Nachfolger top? Dann wäre der Lohnunterschied schon gerechtfertigt. Geschlechtsabhängige Löhne sind ein Mythos und so gut wie nicht existent.
    • Herr Ole 18.01.2018 13:26
      Highlight Highlight Sie wollen damit also sagen, dass Frauen durchschnittlich 7% schlechter arbeiten als Männer?
    • Haiderfroh 18.01.2018 14:23
      Highlight Highlight @Ole
      Der Lohn hängt nicht nur von der Leistung ab, sondern vorallem auch von dem der Leistung beigemessenen Wert. Die Leistung einer Hure ist z. B. viel höher bewertet, als die eines Pfarrers.
      Weil aber die meisten Frauen unterdurchschnittlich hoch bewertete Leistungen erbringen, verdienen die Frauen halt auch unterdurchschnittlich viel.
      Oder anders gesagt: Die Frauen könnten locker 20 % mehr als die Männer verdienen, wenn sie anschaffen gingen, statt putzen.
    • El diablo 18.01.2018 17:00
      Highlight Highlight Nein ich würde nie behaupten Frauen arbeiten schlechter! Einige arbeiten sogar seriöser als Männer (ordentlicher und gewissenhafter). Geschlechterabhängig gibt es keine Unterschiede in der Arbeitsqualität, aber durchaus können einige Jobs vom einen Geschlecht besser gemacht werden als vom anderen. Ich habe aber nur gemeint, dass es keine gute Studie gibt, die den Geschlechtsunterschied beweist.
  • Uf em Berg 18.01.2018 12:02
    Highlight Highlight Es ist tatsächlich fast nicht möglich zu beweisen worauf ein Lohnunterschied basiert. Ich (w) habe auch fast 50% mehr Lohn als meine Vorgängerin trotz gleichwertiger Ausbildung. Ich konnte jedoch mehr Erfahrung und ein besseres Netzwerk bieten und habe wahrscheinlich besser verhandelt als sie. Solche Unterschiede gibt es also auch zwischen Frauen. Wir Frauen können nicht immer alles auf Geschlechterdiskriminierung schieben. Man ist auch selbst verantwortlich, die eigenen Forderungen durchzusetzen.
    • BeWi 18.01.2018 14:32
      Highlight Highlight sehr gute Ansicht! Chapeau! Nach dem Motto: nöd lafere, lifere... :-)
    • Citation Needed 19.01.2018 11:43
      Highlight Highlight Das sind ja auch weitgehend erklärbare Unterschiede. Daran gibt es nichts auszusetzen, such nicht, wenn sie zugunsten eines Mannes anfallen.

      Mir hat eine HR-Recruiterin für höhere Kader mal gesteckt, dass die Frauen, die es aufs Top-Level schaffen, fast ausnahmslos sehr gut bis überqualifiziert seien, während sie bei den Männern mehr warme Luft vorfinde. Zweitere würden allerdings seltener angezweifelt, weshalb sie mit kleinerem Rucksack weiter kommen. Soll ich lafere oder einfach den Job machen? Natürlich zweiteres, aber sich fragen, warum es so ist und wie zu ändern muss man schon!
    • BeWi 19.01.2018 13:49
      Highlight Highlight und als solche HR Frau ist sie ja genau für das verantwortlich...
    Weitere Antworten anzeigen
  • I don't give a fuck 18.01.2018 11:54
    Highlight Highlight Das stärkere Geschlecht verdient mehr, verstehe die ganze Aufregung nicht...
    • I don't give a fuck 18.01.2018 14:53
      Highlight Highlight Hui, wusste nicht, dass hier soviele humorvolle Feministinnen unterwegs sind.
    • FancyFish - Stoppt Zensur! 18.01.2018 19:34
      Highlight Highlight Sarkasmus geht hier meistens in die Hose...
  • Wüscher 18.01.2018 11:37
    Highlight Highlight Was bringt dies? Sollte man nun Mitlleid mit der Frau haben? Auf der Baustelle gibt es willkürliche Lohnunterschiede zwischen Männer.
    • Citation Needed 18.01.2018 14:03
      Highlight Highlight Mitleid? Nein. Aber wenn es sich tatsächlich um einen 'implicit bias' handelt (dass man unbewusst stereotypen anwendet und ergo davon ausgeht, eine Frau leiste weniger als ein Mann), dann hilft Sensibilisierung. Also kein Mitleid, sondern überlegen, ob man selbst solche unerkannten Überzeugungen pflegt und danach handelt. Schwierig, denn unerkannt ist nun mal unerkannt...
    • Citation Needed 19.01.2018 07:59
      Highlight Highlight Peter: den impl. Bias sehe ich allgemein, nicht speziell in diesem Fall (der Comment geht dann ja auch vom konkreten Fall der Frau zur Baustelle über).
      ZB das Argument, Frauen verhandelten zu schlecht, daher gäb‘s weniger Lohn. Mag sein. Aber ich geh mit meinem Limit im Kopf (nach unten) in eine Verhandlung, das Gegenüber hat eine Obergrenze. Beides kann nur mit exzellenten Argumenten noch geringfügig verschoben werden. Wenn aber aufgrund eines Bias Obergrenzen schon tiefer gesetzt wurden, dann bringt bestes Verhandeln nur mässig was.
      Siehe auch meinen Link zu Ming in anderm Thread.

    • Citation Needed 20.01.2018 16:09
      Highlight Highlight a propos andere Variablen: mich überzeugt Ming, weil sie auch Big Data Analyst ist, also das, was sie behauptet, mit Daten belegt hat. Ob es nun der Transgender-status oder das Frausein ist, das Nachteile bringt oder beides ist egitl. egal. Denn die Kernaussage ist, dass man als normaler, weisser Mann NICHT diskriminiert werde. Frauen, Schwule, Transgender.. die alle fallen aus dieser Norm und haben's schwerer. Sie beziffert den Mehraufwand übrigens für Frauen und Schwule separat (andere Interviews / Artikel). Und wie gesagt, it's all backed by Data, also nicht nur subjektive Erfahrung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Safster 18.01.2018 11:31
    Highlight Highlight Sorry, das Beispiel dieser Frau zeigt nicht, dass es Lohnungleichheiten aufgrund des Geschlechts gibt. Daher ist der Titel völlig falsch. Es ist ein Fall einer Frau, deren Nachfolger 70% mehr verdient als sie. Wir haben keinerlei Anhaltspunkte, weshalb. Ich hätte gerne einmal eine Analyse der bisherigen Diskriminierungsrechtsprechung. DAS wäre interessant.
  • Candy Queen 18.01.2018 11:28
    Highlight Highlight Zeigt dieses Beispiel wirklich, wie weit die CH von Lohngleichheit entfernt ist? Um anhand dieses Beispiels so etwas zu behaupten, müsste die Geschichte schon noch etwas sorgfältiger durchleuchtet werden.
  • Kreasty 18.01.2018 11:24
    Highlight Highlight Man nehme eine namenhafte Reinigungsfirma, nennen wir sie mal IS(I)S.

    Lehre wird hier absolviert als FM Betriebsunterhalt.
    Reinigungslehrlinge verdienen im selben Lehrjahr 200.-, da der Beruf ja einen schlechten Ruf hat.
    Nach Abschluss mit Top Noten bekommt man den Mindestlohn, die Reiniger wechseln in die Hauswartung (Treppenhausreinigung etc.) und bekommen auch wieder 200.- mehr Lohn, obwohl sie nicht mal die Ausbildung haben ¯\\\_(ツ)_/¯

    Möchte damit sagen, nicht nur die Frauen haben diese Probleme. Es geht weniger um das Geld, wie schon beschrieben, sondern das einem jemd sagt man sei weniger Wert, als andere.
    • Pisti 18.01.2018 18:31
      Highlight Highlight Ein dipl. Hauswart verdient auch ca. 2000.- mehr als ein Reiniger und putzt bestimmt keine Treppenhäuser! 😉
      Ich verstehe ehrlich gesagt deinen Kommentar nicht ganz.
    • Kreasty 19.01.2018 15:01
      Highlight Highlight Wo steht denn was von diplo. Hauswart?

      Ich sag ja nicht das ich ne Bäckerlehre gemacht hab und dann als Meister rauskomme...

      Fm. Betriebsunterhalt ist nicht Hauswart, aber Danke für deinen Kommentar!

      Anscheinend verstehen 2 anderen den Kommentar nicht, andere aber schon. Vielleicht möchtest du nicht?
  • Andrea Kaehlin 18.01.2018 11:16
    Highlight Highlight Ich hab wöchentlich mit Lohnverhandlungen zu tun. Frauen verkaufen sich schon viel günstiger (und oftmals schlechter). Wieso sollte ein Arbeitgeber mehr Lohn zahlen, als der Angestelle verlangt?
    Frauen haben da die Tendenz, Sexismus zu rufen, anstelle selber ihr Verhalten zu ändern.
    • mogad 18.01.2018 12:37
      Highlight Highlight Fairerweise muss ich Ihnen da Recht geben.
    • Hierundjetzt 18.01.2018 12:58
      Highlight Highlight Frauen verkaufen sich unter dem Wert. Das ist ein Faktum.

      Ich weis nicht wieviele mal ich von mir aus was drauflegen musste, weil ansonsten das Lohngefüge in der Abteilung durcheinander fiel. Und wir reden von 1‘000, 2‘000.- / Monat.

      Und sorry, dass ist einfach peinlich.

      Es gibt den lohnrechner.ch, man bereitet sich vor und schreit nicht erst danach: „Hilfe Ungerechtigkeit“, weil man unfähig ist sich selber zu verkaufen 🙄

    • Hierundjetzt 18.01.2018 13:31
      Highlight Highlight Ollowain: Gegenfrage, warum? Weil Du Dich nicht vorbereitet hast lege ich Dir den Lohn fest? Nope.

      Du, die Arbeitswelt ist kein Kindergeburtstag mit wünsch Dir was 😏

      Such Dir ein professionelles Coaching und zeig Eigenverantwortung. Beides hilft sehr und ist in Deinem Fall dringend zu empfehlen.

      Aber das was Du möchtest ist ein Luftschloss und ein rosa Traum. Verabschiede Dich davon. Rasch.

      Ich wünsche Dir von herzen viel Glück.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Katzenseekatze 18.01.2018 10:34
    Highlight Highlight Traurig ist das!
  • keplan 18.01.2018 10:27
    Highlight Highlight erstaulich wie schwierig es ist allen entsprechend ihrere Position dieselben Löhne zu zahlen
    • Andrea Kaehlin 18.01.2018 11:18
      Highlight Highlight Berufserfahrung spielt nun mal auch eine grosse Rolle. Und wie gut Leute bei Lohnverhandlungen sind.

      Wieso sollte ein Arbeitgeber mehr bezahlen, als verlangt wird? Und aus persönlicher Erfahrung Weiss ich: Frauen sind bei Lohnverhandlungen sehr viel schlechter. Hierfür geben Sie aber gern die Schuld den Männern und "sexistischen" Unternehmen
    • keplan 18.01.2018 12:31
      Highlight Highlight Das stimmt natürlich das Berufserfahung usw. dazu kommt, trotzdem hat jede Firma eine Lohnskala nach Aufgabengebiet/Tätigkeit, wieso man da Frauen Grundsätzlich weniger anbietet versteh ich nicht.
    • Herr Ole 18.01.2018 13:35
      Highlight Highlight @Peter: dieses Argument erklärt aber nicht, wieso jemand in der gleichen Position von Anfang an mehr verdient als ein anderer.

      @Kaehlin: wenn Frauen so viel weniger verlangen, wieso stellen Sie dann nicht nur Frauen ein? ;) (dieses Argument wollte ich schon immer mal auf diese Weise "umdrehen")
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  • DerTaran 18.01.2018 10:21
    Highlight Highlight Ich hatte den Umgekehrten Fall in meiner damaligen Firma. Es wurde eine neue Kollegin (ja -in) eingestellt und ein Kollege hat zufällig den Arbeitsvertrag im Drucker gefunden. Sie hat ebenfalls fast das Doppelte verdient. Er war geschockt, hat sich einen neuen Arbeitgeber gesucht (dort ebenfalls das Doppelte gefordert) und gekündigt. Und wir hatten einen Top Mitarbeiter an die Konkurrenz verloren, er hat uns jahrelang im Vertrieb das Leben schwer gemacht (Im Nachhinein muss man sagen, es hätte sich finanziell gelohnt, ihm den höheren Lohn zu zahlen).
    Lohngleichheit ist ein allgemeines Problem.
    • Citation Needed 18.01.2018 14:12
      Highlight Highlight Eine Dystopie? Also es ist eine Horrorvorstellung, die hoffentlich nie eintritt? Sie meinen wohl Utopie. Ich finde, sie ist ein berechtigtes Anliegen, das es aber schwer haben wird, aus verschiedensten Gründen. Hauptproblem: wir haben Rollenbilder, die wir bzgl. eigenem und anderem Geschlecht oft unbewusst anwenden. Diese zu hinterfragen ist eben gerade darum so hart, weil die unbewusst sind. Man sich ehrlich und tief mit solchen Fragen auseinandersetzen und oft kommt man sich nur langsam auf die Schliche. Aber eine Dystopie, I don't think so.
    • DerTaran 18.01.2018 15:53
      Highlight Highlight Rollenbilder? Geschlecht? Hast du meine Kommentar überhaupt gelesen?

      Bei mir hat die Frau deutlich mehr angeboten bekommen als der Mann, der daraufhin gekündigt hat.
    • Citation Needed 18.01.2018 17:00
      Highlight Highlight Taran, ich beziehe mich auf die Wortverwendung in R. Peters Kommentar. Ich verstehe schlicht nicht, was er mit Dystopie sagen will. Deinen Kommentar hab ich gelesen, mich aber nicht drauf bezogen. Hätt ich ausweisen sollen, aber ich fand Bezugnahme auf Dystopie reicht, dass Du Dich nicht angesprochen fühlst.
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  • Philu 18.01.2018 10:11
    Highlight Highlight Na und? Ich habe auch herausgefunden, dass meine Nachfolgerin mit weniger Qualifikation 10% mehr verdient als ich vorher. Das hat definitiv nichts mit dem Geschlecht zu tun. Ich glaube die Lohndifferenzen, egal ob +/-, mit dem/der Nachfolger/in treten auch bei gleichbleibendem Geschlecht auf.
    • BigE 18.01.2018 12:23
      Highlight Highlight Man erkenne den Unterschied von 10% zu 70%......
    • trio 18.01.2018 12:28
      Highlight Highlight 10% sind aber nicht 70%. Das lässt sich ev. mit Ausbildung oder Alter erklären.
    • trio 20.01.2018 14:27
      Highlight Highlight Ich schreibe ja eventuell und schliesse auf gar nichts. 10% Unterschied erscheinen mir aber plausibel, 70% eher weniger.
      Unterschiede können viele Ursachen haben 😉
  • DartVaidder 18.01.2018 10:08
    Highlight Highlight Krass und mit nichts zu rechtfertigen, da hat sich der Nachfolger wohl einfach besser verkauft.
    Trotz der verständlichen "Nichtnennung" des Unternehmens, wären eben genau die Veröffentlichung dieser Firmen wünschenswert, damit einerseits Druck auf die Arbeitgeber in dieser Thematik entsteht und sich die Arbeitnehmer Gedanken machen können, ob sie bei einer Firma welche die Löhne so unterschiedlich handhabt, tätig sein wollen.
    • Bündn0r 18.01.2018 13:23
      Highlight Highlight Auch für die Firma gilt die Unschuldsvermutung, verurteilt wurde niemand.
      Dass der Unterschied nicht begründet ist kann auch nicht davon ausgegangen werden, zumal recht einseitig berichtet wurde.
      Ball flach halten und keine Lügen in die Welt setzten.
    • DerTaran 18.01.2018 16:11
      Highlight Highlight Er hat die 70% mehr nicht bekommen, weil er ein Mann ist, sonder weil die Firma für weniger Geld niemanden bekommen hat.
      Es ist eine Tatsache, dass die Löhne ausserhalb einer Firma schneller steigen als innerhalb.
      Jeder neue Mitarbeiter bekommt mehr als du für die gleiche Arbeit.
      Nach ein paar Jahren kann sich das richtig heftig bemerkbar machen (so wie im Beispiel). Das ist ungerecht, hat aber meistens nichts mit dem Geschlecht zu tun.
    • Citation Needed 19.01.2018 19:24
      Highlight Highlight Taran: also in unserer Firma war das nie so. Unterdessen arbeite ich woanders (dort erst recht nicht, alles transparent und abgestimmt), kenne aber keine Branche, in der Neulinge die Erfahrenen überflügeln. Und wenn ich an so einem Ort arbeiten würde, dann würde ich, egal ob neue, besserverdienende Frau oder Mann sind, ziemlich auf die Barrikaden steigen oder was neues suchen. Würdest Du dir das bieten lassen? Lässt Du Dir das bieten?
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  • efrain 18.01.2018 10:08
    Highlight Highlight Es ist halt immer schwer zu sagen, was der Grund für einen höheren oder tieferen Lohn ist. Man kann den Lohnunterschied zwischen zwei arbiträr definierten Gruppen nicht zwangsläufig auf Diskriminierung der einen durch die andere schieben.

    Die Lohnsteigerung von 70% ist in jedem Fall stossend. Doch wie kann man belegen, dass der der Unterschied durch sexistische Diskriminierung entsteht? Was, wenn das zwei Männer oder Frauen gewesen wären?
  • LeChef 18.01.2018 10:01
    Highlight Highlight "Die Mitglieder der Schlichtungsstelle seien überfordert gewesen. Zudem [...] selbst in die unbewusste Diskriminierungsfalle getreten [...]"

    Die Begründung an sich wird natürlich nicht aufgeführt. Die Firma darf auch nicht Stellung nehmen, was das Mindeste gewesen wäre. Zu einem Verfahren ist es nie gekommen, deshalb ist die Frage juristisch auch nicht geklärt. Dass Firmen Vergleiche schliessen, obwohl sie im Recht sind, um eine öffentliche Hexenjagd zu vermeiden, kommt häufig vor.

    Trotzdem bestehen für die Autorin keine Zweifel an der Geschichte.

    Ganze journalistische Arbeit, momoll!
  • solani 18.01.2018 09:57
    Highlight Highlight Eine Kollegin von mir hat herausgefunden, dass sie 1000.- (Sachbearbeiterin) weniger als ihr Vorgänger verdient hat...
    Mir wurde eine Lohnerhöhung nicht gegeben mit der Begründung, dass es in der Firma einen männlicher Kollegen gäbe, der etwa gleich alt sei und eine ähnliche Ausbild wie ich habe. Dann wurde mir noch gesagt, dass ich aufgrund dessen eigentlich sogar weniger verdienen müsste...
    Es ist einfach nur frustrierend. Und nichtmal wegen dem Geld selbst! Sondern, dass einem quasi gesagt wird, man sei WORTWÖRTLICH weniger Wert!
    • ShadowSoul 18.01.2018 10:13
      Highlight Highlight Dem hätte ich so richtig die Meinung gegeigt!
    • fandustic 18.01.2018 10:19
      Highlight Highlight Das Beispiel mit deiner Kollegin hinkt ein bisschen. Kommt ja auch darauf an, wie lange ihr Vorgänger in der Firma arbeitete. Jeder, der dann neu anfängt, wird meistens mit einem gewissen Basislohn beginnen und dann mit der Zeit aufsteigen. Da ist es dann schon viel irritierender, wenn der Nachfolger bereits viel mehr verdient.
    • DerTaran 18.01.2018 10:23
      Highlight Highlight Dann musst du gehen (oder zumindest damit drohen), wenn du es wert bist, dann bekommst du den höheren Lohn.
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  • aglio e olio 18.01.2018 09:57
    Highlight Highlight Wenn der Nachfolger 70% mehr bekommt als seine Vorgängerin, bekam die Vorgängerin 41,18% weniger als ihr Nachfolger.
    ;)
  • Menel 18.01.2018 09:48
    Highlight Highlight Gibts eigentlich auch Lohnunterschiede zwischen Männern und noch-WK-Absolventen? Und wie sieht die Lage aus, wenn Frauen auch Dienst leisten müssen? Gibts dann verschiedene Ungleichheitsstufen? Männer/Mütter, Männer/WK-Mütter, Männer/WK-Männer, WK-Männer/WK-Mütter.
    Und ist es überhaubt legitim, dass Firmen den Dienst fürs Land (WK/Mutter) bestrafen dürfen, hätte der Staat da nicht eine gewisse Verantwortlichkeit?
    Fragen über Fragen....
    • Obey 18.01.2018 10:54
      Highlight Highlight Mutter sein ist kein Dienst am Staat sondern am eigenen Ego. Hört mit dieser Mähr bitte auf.
      Interessant wäre es zu sehen, ob ein Lohnunterschied bestehen würde zu einer Frau, welche keine Kinder gebären kann. DAS dürfte dann definitiv nicht eintreten.
    • Andrea Kaehlin 18.01.2018 11:22
      Highlight Highlight Ja, gibt es. WK Absolventen erhalten oftmals weniger, da sie auch weniger Berufserfahrung mitbringen. Früher war das mal anders, da hat man gesagt das WK sei gleichwertig.

      Generell: Die Berufserfahrung spielt beim Gehalt eine gewichtige Rolle. Ein grossteil der Lohnunterschiede lässt sich damit erklären. Was Frauenverbände aber gerne ignorieren, past es doch nicht in deren Argumentation. Berücksichtigt man dies, sind es plötzlich weniger als 3% Lohnunterschied.
      Und aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Frauen sind schlechter bei Lohnverhandlungen
    • DerTaran 20.01.2018 16:08
      Highlight Highlight R. Peter: Und das muss sich ändern, aber das passiert nicht durch gesetzliche Vorgaben bezüglich Lohn. Ich erwarte, das Eltern und Schulen (hier kann ein Gesetz hilfreich sein) Mädchen beibringen besser und aggressiver zu verhandeln und dabei selbstbewusster aufzutreten. Dann erledigt sich das Problem Lohnunterschied von alleine.
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  • Ökonometriker 18.01.2018 09:46
    Highlight Highlight Und woher weiss sie, dass der Unterschied auf Grund ihres Geschlechts ist?
    Leider gibt es in der Privatwirtschaft viele Leute, die sich unter ihrem Wert verkaufen. Und wahrscheinlich auch eben so viele, die sich über ihrem Wert verkaufen. Das korrekte Erfassen der Leistungsfähigkeit eines Angestellten ist ein Problem, das über die Dimension des Geschlechts hinausgeht.
    • Mutzli 18.01.2018 10:19
      Highlight Highlight Steht ja im Artikel: Die anderen möglichen Faktoren wären ja Erfahrung, Ausbildung und Qualifikationen. Ihr Nachfolger habe allerdings, im Gegensatz zu ihr, bei Stellenantritt in in vielerlei Belangen nicht dem Profil entsprochen. Wenn also das als Faktor für die bessere Entlöhnung wegfällt müssen es andere Gründe sein.

      Kommt hinzu, dass auch Lohnverhandlungen in keiner Weise ein neutrales Spielfeld sind: https://hbr.org/2014/06/why-women-dont-negotiate-their-job-offers

      https://www.newyorker.com/science/maria-konnikova/lean-out-the-dangers-for-women-who-negotiate
    • Obey 18.01.2018 11:01
      Highlight Highlight Softskills sind durchaus auch ein Anstellungskriterium.
      Stellen sie sich vor, Sie haben eine Stelle im Verkauf/Aussendienst zu vergeben.
      2 Bewerber kommen: X und Y. X ist sofort mit dem absichtlich zu tief angesetzten Lohn zufrieden. Y versucht sofort sie hoch zu handeln und einer bessere Deal für sich heraus zu holen.
      Quizfrage: Wen stellen sie als Verkäufer für ihre Firma ein? Wenn lassen sie mit Kunden über Geschäfte verhandeln die ihre Existenz sichern sollen?
    • Zwingli 18.01.2018 12:20
      Highlight Highlight Bewerber X da er schonend mit den Ressourcen der Firma umgeht.
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  • Evan 18.01.2018 09:38
    Highlight Highlight Wäre interessant zu untersuchen, wie (un)üblich eine 70%ige Lohnsteigerung zwischen Nachfolgern ist. Kommt das eventuell auch zwischen Männern so vor?
    Ich will das Thema damit wirklich nicht herunterspielen, doch eine sorgfältige Analyse ist wichtig.
    • Haiderfroh 18.01.2018 13:56
      Highlight Highlight Die Lohnunterschiede innerhalb eines Geschlechtes ist sind viel grösser, als die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
      Z. B. gibt es Geschäftsführer die über 10 Mio. Franken pro Jahr kriegen und andere, die weniger als 300 Tsd. pro Jahr kriegen. Es gibt Pharmaverkäuferinnen, die auf über 300 Tsd. pro Jahr kommen und solche, die es nicht auf 150 Tsd. schaffen.
      Dagegen gibt es keinen einzigen LKW-Fahrer, der auf über 150 Tsd. kommt, auch keinen einzigen Elektroinstallateur.
    • Ulmo Ocin 18.01.2018 14:42
      Highlight Highlight Ich habe Erfahrungen zwischen Männern gemacht, wo der springende Punkt war, dass der Nachfolger von Extern kam. Hatte sofort 50% mehr Lohn als sein Vorgänger, welcher seit seiner Lehrzeit im gleichen Betrieb war. Loyalität wird bestraft.
    • Haiderfroh 18.01.2018 14:54
      Highlight Highlight @SESA
      Ganz recht!
      Es kann nicht genug betont werden: kein Weg zu einem unterdurchschnittlichen Lohn ist sicherer, als die Stelle nie zu wechseln. Das ist eine ganz teure Bequemlichkeit.
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