Wirtschaft
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Das sagt der ehemalige Post-Finanzchef zur Postauto-Affäre

Pascal Koradi war von 2012 bis 2016 Finanzchef der Post, bevor er zur Aargauischen Kantonalbank (AKB) als CEO wechselte. Koradi erklärt im Interview, wie er die Postauto-Affäre sieht, was er als Finanzchef der Post unternahm und warum er rückblickend nicht zufrieden ist.

Rolf Cavalli / az



«CEO der Aargauischen KB im Postauto-Sturm», titelte die in der Finanzbranche bekannte Plattform «Inside Paradeplatz» am Donnerstagmorgen. Gemeint ist Pascal Koradi: Der heutige AKB-Chef war von 2012 bis 2016 Finanzchef der Post. Im Zusammenhang mit den publik gewordenen Buchhaltungs-Tricks der Postauto AG taucht der Name Koradi in einer Aktennotiz auf, welche der «Blick» veröffentlicht hat.

HANDOUT - Pascal Koradi, neuer Direktionspraesident AKB / Der Bankrat der Aargauischen Kantonalbank hat Pascal Koradi zum Direktionspraesidenten der AKB ernannt. Er tritt die Nachfolge von Rudolf Dellenbach an, der 2016 in den Ruhestand tritt. Pascal Koradi ist zurzeit Finanzchef der Post und Mitglied der Konzernleitung. Er wird die operative Fuehrung der Aargauischen Kantonalbank im dritten Quartal 2016 übernehmen. Weiterer Text ueber ots und www.presseportal.ch/de/nr/100016321 / (OBS/AKB/MEDIADOM AG/FABIO CONFESSORE)

Pascal Koradi war von 2012 bis 2016 Finanzchef der Post Bild: PHOTOPRESS

Gemäss dieser hatte die interne Revision in einem E-Mail vom Sommer 2013 die damalige Post-Spitze gewarnt betreffend Finanzgebahren bei der Postauto AG, einer Tochtergesellschaft der Post. Empfänger war neben Post-Chefin Susanne Ruoff unter anderen auch der damalige Post-Finanzchef Koradi.

Die «Aargauer Zeitung» erreichte Koradi in seinen Winterferien und konnte schriftlich Fragen stellen sowie telefonisch vertiefen.

Herr Koradi, was war Ihre erste Reaktion, als Sie Anfang Woche von der Postauto-Affäre gelesen haben?
Als ich Anfang dieser Woche von den Ergebnissen der Revision des BAV gehört habe, war ich überrascht. Die Zielkonflikte zwischen den Eignerzielen und dem regionalen Personenverkehr waren mir bekannt. Die im Bericht erwähnten fiktiven und fehlerhaften Buchungen in der Kosten- und Leistungsrechnung zu Lasten der Sparte regionaler Personenverkehr waren für mich Neuland.

Susanne Ruoff wusste angeblich schon seit Jahren vom Betrug ihrer Kollegen.

Video: © TeleM1

In der Berichterstattung wird nun auch Ihr Name genannt. Der «Blick» hat ein E-Mail der internen Revision veröffentlicht, mit dem die damalige Post-Spitze bereits im Sommer 2013 gewarnt worden sei betreffend Vorgängen bei der Postauto AG. Wie beurteilen Sie den Inhalt dieses Mails aus heutiger Sicht?
Ich habe mich als Leiter Finanzen Post und Mitglied der Konzernleitung mit meinen Kolleginnen und Kollegen stets dafür eingesetzt, innerhalb der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für alle Anspruchsgruppen das bestmögliche Resultat zu erzielen. Wir haben hierzu regelmässig einen Dialog mit den verschiedenen Aufsichtsstellen geführt. Dazu stehe ich.

Haben Sie als Finanzchef der Post nie Verdacht geschöpft betreffend möglicher Unregelmässigkeiten bei der Postauto AG?
Als Leiter Finanzen Konzern wusste ich um die bereits erwähnten Zielkonflikte. Aus diesem Grund war es uns ein Anliegen, mehr Transparenz für die Besteller von Leistungen im regionalen Personenverkehr und dem Regulator zu schaffen. Dies wurde in den Jahren 2014/15 erarbeitet und per 2016 umgesetzt.

Postchefin Ruoff spricht mittlerweile von «illegalen, fiktiven Buchungen» bei Postauto. Wie ist Ihre Einschätzung?
Ich habe im Revisionsbericht des BAV erstmals von fiktiven Buchungen innerhalb der Kosten-/Leistungsrechnung in hoher Anzahl zu Lasten der Sparte öffentlicher Personenverkehr gelesen. Dies war mir nicht bekannt. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich hierzu keine weitere Aussage machen kann. Ich bin nun seit rund 2 Jahren nicht mehr als Leiter Finanzen des Konzerns Schweizerische Post tätig. Es steht mir als Person nicht zu, hierzu Wertungen vorzunehmen.

Sind Sie sich irgendwelche Fehler bewusst im Rückblick?Schlussendlich ist das Ergebnis entscheidend. Es wurden gemäss Revisionsbericht fehlerhafte Verbuchungen innerhalb der Kosten- und Leistungsrechnung der Tochtergesellschaft PostAuto bis 2015 getätigt. Damit kann ich im Rückblick nicht zufrieden sein.

Hat der Fall irgendwelche Bedeutung für Sie als AKB-Chef?Die AKB ist von diesen Vorkommnissen nicht betroffen. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen darf ich dieses erfolgreiche Unternehmen weiterentwickeln. Wir haben schon viel erreicht und noch sehr viel vor. Darüber werden wir an unserer Bilanzmedienkonferenz vom 20. Februar orientieren. (aargauerzeitung.ch)

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18
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    Alle Leser-Kommentare
  • N. Y. P. D. 09.02.2018 11:27
    Highlight Highlight Auch dieser Posterboy wird keine Strafe bekommen..
    Schon beim Wort Zielkonflikt kommen wir unweigerlich Wörter wie negativer Gewinn, Negativwachstum etc. in den Sinn.
    Es ist die Sprache abgehobener Manager, die das Gesetz zu ihren Gunsten interpretieren.

    Zielkonflikt = Wir haben uns ungesetzlich, bzw. kriminell verhalten, aber vielleicht merkt es ja niemand.
    53 2 Melden
  • My Senf 09.02.2018 10:45
    Highlight Highlight Da können die AKB Kunden beruhigt sein.

    Ihr Geld befindet sich in guten Händen!
    52 0 Melden
  • meliert 09.02.2018 10:29
    Highlight Highlight der ehemalige CEO war ja in der fraglichen Zeit bei PostAuto, ganz klar „mitgegangen=mitgefangen“.
    Für was bekam VR Schwaller sein Honorar, wenn er erst jetzt genau hinsehen will?
    40 0 Melden
  • coronado71 09.02.2018 10:10
    Highlight Highlight Ein nicht sehr erhellendes Interview, eher ein mal wieder üblicher "Werbespot" für den smarten "shooting-star"-Banker. Ich hätte mir etwas härtere Nachfragen betreffend den Vermutungen die auf insideparadeplatz angestellt wurden.
    Mich dünkt auch, dass jetzt etwas viele der damaligen Verantwortlich von quasi kriminellen Handlungen von irgendwelchen aus dem Ruder gelaufenen Buchhaltern und Abteilungschefs unterstellt werden. 200'000 (entdeckte) Falschbuchungen macht man nicht manuell, das sind i.d.R. in der Buchhaltungssoftware hinterlegte Routinen zu verschiedenen Buchungskreisläufen.
    33 0 Melden
    • Töfflifahrer 09.02.2018 13:18
      Highlight Highlight Das ist eben so, die oberen Kader können sich immer als Betrogene darstellen, denn die Handlungen wurden ja von Untergebenen durchgeführt. Dies ja immer auch ohne Anweisung sondern ‚nur aus Eigenantrieb‘. Wir alle wissen, das stimmt ja nicht, aber beweisen kann man wohl nichts.
      21 0 Melden
  • Steffan Griechting 09.02.2018 09:32
    Highlight Highlight Riesen Skandal! So eine Affaire ist wirklich unterste Schublade! Da muss der Staat hard durchgreifen!!!
    Am besten gleich den ganzen Laden zumachen, Postautos sind e unnötig. Und die Orte die durch Postautos angefahren werden inreressieren e kein Schwein
    7 99 Melden
    • Jonas Schärer 09.02.2018 10:03
      Highlight Highlight Yeeee endlich mal ein klassischer Blick-Troll der sich auf Watson verirrt hat.

      Deutschkurs ein Thema?

      Besonders die sehr differenzierte Argumentation bezüglich angefahrener Ort überzeugt. Kompliment *Ironie off*
      57 4 Melden
    • JJ17 09.02.2018 10:27
      Highlight Highlight Ääähm doch, ich wohne da!?
      34 1 Melden
    • Töfflifahrer 09.02.2018 13:19
      Highlight Highlight Ich interpretiere dies mal als Sarkasmus pur.
      13 0 Melden
  • ströfzgi 09.02.2018 08:46
    Highlight Highlight Er war FINANZchef und hat nichts mitbekommen? Wer's glaubt. Entweder ist er absolut inkompetent oder er lügt ungeniert. Gerade er müsste solche Transaktionen genehmigt haben.

    *#@*-Filz überall wo jeder jeden deckt bis es chlöpft.
    117 4 Melden
    • Madison Pierce 09.02.2018 10:13
      Highlight Highlight Er war Finanzchef der Post und nicht von PostAuto. Da erscheint es mir plausibel, dass er die "Fehlbuchungen" nicht erkannt hat. Wenn er die von der Revision geprüfte Bilanz der PostAuto AG bekommen hat, hatte er wohl nicht die Pflicht, auch die Bilanzen der Subunternehmen der PostAuto AG zu prüfen.

      Aber: wenn er mittels Aktennotiz auf ein mögliches Fehlverhalten der Leute bei PostAuto aufmerksam gemacht wurde und nichts unternommen hat, ist er trotzdem nicht aus dem Schneider. "Aktives Wegschauen" geht an solchen Positionen nicht.
      28 2 Melden
    • mukeleven 09.02.2018 11:00
      Highlight Highlight trotzdem soll frau ruoff ihren arbeitsplatz nun räumen.
      mindestens vorläufig.
      ... oder ebe ‚bis es chloepft‘.
      die gegenseitige deckung ist eh vorbei, in der phase schuldzuweisung, wo wir gerade sind, probiert jeder nur noch seinen eigenen allerwertesten zu retten...
      man schiesst sich so dann gegenseitig ab.
      23 0 Melden
    • Töfflifahrer 09.02.2018 13:22
      Highlight Highlight Auch wenn er nichts mitbekommen hat, er sprach vom Zielkonflikt, der sei bekannt gewesen. Er hat das gekannt aber kein Interesse daran gezeigt wie der Konflikt aufgelöst werden soll. Also hat er aktiv weggeschaut.
      16 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triumvir 09.02.2018 08:44
    Highlight Highlight Wie man so lesen kann, wird bereits ein Dossier für die Bundesanwaltschaft vorbereitet...Ich bin schon gespannt, gegen welche Personen in der Folge ein Strafverfahren eröffnet wird...Bitte drann bleiben Watson...
    81 0 Melden
    • Töfflifahrer 09.02.2018 09:40
      Highlight Highlight Es wird gar nichts passieren, ausser der Einte oder Andere Rücktritt. Danach wird man niemandem was beweisen können und alles wird im Sande verlaufen.
      Wie es eben bei solchen Machenschaffen dieser Manager immer ist.
      Ach ja, die Manager erhalten dann wohl nen anderen hochdotierten Job oder man schafft einen für die.
      23 1 Melden
  • LeChef 09.02.2018 08:15
    Highlight Highlight Wie er sich windet.. Jedes Wörtchen auf der Goldwaage. Da hätte man das Interview auch gleich sein lassen können.
    133 2 Melden
    • Töfflifahrer 09.02.2018 09:44
      Highlight Highlight Stimmt schon eine klare Aussage lässt sich schwerlich finden. Oder habe ich ne Direkte Aussagen wie, nein ich wusste das nicht und konnte dies nicht wissen, lese ich nirgends oder habs überlesen. Stattdessen nur der Hinweis auf einen Zielkonflikt, ja das ist ziemlich lau.
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