Wirtschaft
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In der Schweiz werden Fachkräfte benötigt, um Roboter zu programmieren.  Bild: KEYSTONE

ABB-Chef: «Digitalisierung kehrt Trend zur Auslagerung wieder um»

31.12.17, 05:33


Der jahrzehntelange Trend zur Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer wird sich nach Meinung von ABB-Präsident Peter Voser, umkehren. Die Digitalisierung ermögliche, die Fabrikation wieder nahe an die Absatzmärkte zu bringen.

Die Entwicklung hin zur digitalen Welt bringe es mit sich, dass die Produkte immer stärker auf die einzelnen Kunden zugeschnitten seien, sagte der Verwaltungsratspräsident des Technologiekonzerns in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Davon profitierten zum Beispiel Europa, inklusive der Schweiz, in der dieses Jahr wieder zahlreiche Stellen in der industriellen Fertigung gestrichen worden sind.

ABB-Chef Peter Voser Bild: KEYSTONE

«In einer Fabrik in Mannheim haben wir die Produktivität um 30% gesteigert. Das erlaubt uns, dass wir jetzt kleine Serien von wenigen hundert Stück vor Ort produzieren können. Das wurde dank Robotern möglich. Diese werden aber wiederum durch qualifizierte Arbeitskräfte programmiert», so Voser. 

Mehr Roboter, weniger Arbeitslose

Voser zeigte sich darum überzeugt, dass Roboter nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern sich unter dem Strich auch positiv auf die Beschäftigung auswirkten. Die Länder, die besonders viele Roboter einsetzten, hätten durchwegs sehr tiefe Arbeitslosenquoten.

Die Modernisierung funktioniere aber nur, wenn das Bildungssystem angepasst werde, sagte Voser, der auch in den Aufsichtsgremien der Unternehmen IBM und Roche sitzt. Der 59-Jährige, der seine Karriere mit einer KV-Lehre begann, fordert die Schweiz und insbesondere die Unternehmen dazu auf, mehr zu tun. Die technologische Entwicklung sei heute so schnell, dass man die Menschen mit 35 oder 40 Jahren noch einmal neu schulen müsse. Und später vielleicht noch einmal, wenn sie 50 seien.

Zur geplanten Verlagerung von 140 Industriearbeitsplätze der ABB von Genf nach Polen sagte Voser, das Unternehmen habe in der Fabrikation in gewissen Bereichen zu hohe Kosten und sei nicht konkurrenzfähig. In der Fabrikation wird es darum weitere Verlagerungen geben.

In Genf wolle ABB zwar die Fabrikation auslagern, die zukunfts- und wettbewerbsfähigen, forschungsorientierten Arbeitsplätze aber behalten. Der Standort bleibe bestehen, weil ABB die Fachleute oder die Innovationskraft bewahren wolle. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Str ant (Darkling) 31.12.2017 11:31
    Highlight Sag ja schon lange das die Regionale Arbeitsverwaltung sich zur Vermittlung wandeln muss.
    4 0 Melden
  • _kokolorix 31.12.2017 09:44
    Highlight Ich kann es nicht mehr hören. In der Schweiz kann ja auch wirklich jeder einen Roboter programmieren! Diese verlogene Schönfärberei. Und sobald sie merken, dass die Polen ganau so gut wie die Schweizer programmieren können, dann lagern sie den Prozess ratz, fatz wieder aus.
    In der Schweiz hält die doch nur die Tatsache, dass man hierzulande, mit voller Unterstützung des Finanzministers, straflos bei den Steuern bescheissen kann
    26 7 Melden

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