Wirtschaft
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Bild: KEYSTONE

Ehrgeizige Klimaziele

Der Bundesrat will den Treibhausgas-Ausstoss in der Schweiz um 30 Prozent reduzieren

27.02.15, 09:00 27.02.15, 10:38

Der Bundesrat will den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 um 50 Prozent reduzieren. Mindestens 30 Prozent der Reduktionen sollen im Inland erzielt werden, 20 Prozent mit Projekten im Ausland. Das hat der Bundesrat am Freitag bekannt gegeben. 

Zu den Zielen soll sich die Schweiz im Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll verpflichten, der Ende Jahr in Paris unterzeichnet werden soll. Geplant ist eine Klimakonvention, die verbindliche Reduktionsziele für alle UNO-Mitglieder für die Zeit nach 2020 enthält. 

Schweiz produziert 0,1 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen 

Mit der angestrebten Reduktion um 50 Prozent werde die Verantwortung der Schweiz an der Klimaerwärmung berücksichtigt, ebenso das Potenzial und Kosten der Reduktionsmassnahmen, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung. Die Schweiz ist für 0,1 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und hat einen relativ niedrigen Ausstoss. Daher ist sie nach Ansicht des Bundesrates zur Senkung auf Reduktionsmassnahmen im Ausland angewiesen. 

Derzeit ist eine Änderung des Kyoto-Protokolls im Parlament hängig. Damit verpflichtet sich die Schweiz für die Jahre 2013–2020, ihre Emissionen gegenüber 1990 um 20 Prozent zu senken. Gesetzesänderungen sind dafür nicht nötig, da das Ziel bereits im CO2-Gesetz verankert ist. 

Dieses müsste verschärft werden, um zusätzliche Reduktionen verbindlich festzulegen. Dafür ist die Zustimmung des Parlaments nötig. Eine Vernehmlassungsvorlage dazu will der Bundesrat bis Mitte 2016 vorlegen. 

Auf internationaler Ebene sind die Arbeiten an einem Nachfolgeabkommen für Kyoto längst im Gang. Ziel der Reduktion von Treibhausgasen ist es, die Erderwärmung langfristig auf zwei Grad zu begrenzen. 

An der Klimakonferenz in Lima wurde Ende letztes Jahres darum gerungen, welche Massnahmen dafür nötig sind und welche Gase in die Reduktionsziele einbezogen werden sollen. Daraus resultierte jedoch lediglich ein Minimalkonsens. 

Bei einer Vorbereitungstagung in Genf von Mitte Februar konnten inhaltlich kaum Fortschritte erzielt worden. Insbesondere China und die USA wehren sich gegen ein starkes Abkommen. Die EU-Länder ihrerseits haben sich beim Klimagipfel im Oktober auf eine Reduktion um 40 Prozent bis 2030 geeinigt. (sda) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Rondi 27.02.2015 12:23
    Highlight Unglaublich was der Bundesrat über unsere Köpfe hinweg alles entscheidet.
    4 2 Melden
    • Why-not? 27.02.2015 17:27
      Highlight Ist das so unglaublich? Freiwilliger Verzicht hat's leider nicht gebracht - und kann es nicht bringen - also braucht es eine gemeinsame Anstrengung aller Länder, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Tatsächlich bräuchte es einen Marshall-Plan, aber dafür müsste Europa zuerst Dürren wie in Kalifornien, Wassernotstand wie in Sao Paolo und Waldbrände wie in Australien erleben und Zehntausende von Klimaflüchtlingen an der Grenze stehen haben. Wenn wir unseren Kindern und Grosskindern ihre Zukunft rauben wollen, brauchen wir ganz einfach so halbherzig wie bisher weiterzumachen.
      1 3 Melden
  • Joel Busch 27.02.2015 09:26
    Highlight Der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten ist wichtig. Diese Unterscheidung sollte nicht dem Kontext überlassen werden, daher bitte ich Euch das mal durchzudenken.

    "Mindestens 30 Prozent der Reduktionen sollen im Inland erzielt werden" Das heisst, wenn man das alleine liest 30% der 50% Reduktion, also 30/100 * 50/100 * MomentanerAusstoss. Erst wenn man weiterliest und von 20% die Rede ist wird klar, dass eigentlich 30 resp. 20 Prozentpunkte der vorherigen 50% Reduktion gemeint sind. Also einfach nur 30/100 * MomentanerAusstoss resp 20/100 * MomentanerAusstoss. Alternativ kann man auch sagen 60% der Reduktion und 40% der Reduktion. Dann erhält man nämlich 60/100 * 50/100 * MomentanerAusstoss resp 40/100 * 50/100 * MomentanerAusstoss, was wieder den richtigen Werten entspricht.

    Viele viele Zeitschriften und Zeitungen machen das falsch (ausser die Finanzteile üblicherweise) aber ich fände es grossartig wenn Watson hier aus der Menge heraussticht.
    1 1 Melden
  • willey 27.02.2015 09:13
    Highlight Bin ja ma gespannt wie viele Steuern und Gebühren dann unter dem Deckmantel Treibhausgasreduktion eingefürt werden. Und das bei 0.1 % des weltweiten Ausstosses.
    6 3 Melden
  • miawallace 27.02.2015 09:05
    Highlight 30% im Inland reichen nicht! Um das 2-Grad-Ziel einzuhalten müssten es mindestens 60% sein.
    3 4 Melden

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