Wirtschaft
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Bundesrat Johann Schneider-Ammann spricht zu den Medien nach einem Besuch beim Schweizerischen Nationalfonds, am Freitag, 11. April 2014 in Bern. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat sich heute mit den fuehrenden Koepfen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) getroffen. Themen waren der aktuelle Stand und das weitere Vorgehen bei den kurzfristig lancierten Uebergangsmass-nahmen des SNF ("Temporary Backup Schemes") sowie die vorlaeufig in Frage gestellte Beteiligung der Schweiz an "Horizon 2020". (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf Besuch beim Schweizerischen Nationalfonds.  Bild: KEYSTONE

Forschungsstandort Schweiz unter Druck

«Wenn die Schweiz die Beschäftigung erhalten will, muss sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben» 

11.04.14, 13:46 11.04.14, 14:13

Bei der Forschung hat die Abstimmung vom 9. Februar unmittelbar zu Kollateralschäden geführt. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bemühen sich gemeinsam um Schadensbegrenzung. Politisch bleibt das Dossier vorerst blockiert. Auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann konnte bei einem Besuch beim SNF am Freitag keine Entwarnung geben. Die EU habe stets klar gemacht, dass es beim Kroatien-Dossier Bewegung brauche, bevor wieder über Horizon 2020 gesprochen werden könne, sagte er gegenüber Medienvertretern.

Obwohl es positive Signale aus Brüssel gibt, ist es noch nicht so weit. Mit Resultaten sei frühestens in einigen Wochen zu rechnen, sagte Schneider-Ammann. Auch bei einem günstigen Verlauf wird es Zeit brauchen, bis der Bundesrat sein erklärtes Ziel erreicht hat: die vollständige Assoziierung an das EU-Förderprogramm Horizon 2020. Die EU hat entsprechende Verhandlungen abgebrochen, nachdem die Schweiz angekündigt hatte, das Protokoll zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht unterzeichnen zu können.

Wer soll die Forschung künftig finanzieren?

«Die beste Forschung ist nicht gut genug.»

Bundesrat Johann Schneider-Ammann 

Bis diese Probleme gelöst sind, müssen Nationalfonds und Behörden dafür sorgen, dass der Forschungsbetrieb weiterläuft. Wenn die Schweiz die Beschäftigung erhalten wolle, müsse sie innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, sagte Schneider-Ammann. «Das heisst, die beste Forschung ist nicht gut genug.» Wie diese genau finanziert werden soll, ist noch unklar. Das SBFI arbeitet derzeit an einer Übergangslösung, um Forschende in der Schweiz direkt finanzieren zu können. Die Übergangslösung könnte sich an der Kooperation mit der EU orientieren, die vor der Assoziierung der Schweiz ans Forschungsabkommen im Jahr 2004 bestanden hatte. Konkrete Vorschläge stellte Schneider-Ammann für Mai oder Juni in Aussicht.

Rascher reagiert hat der Nationalfonds: Da Schweizer Forschende seit Ende Februar beim Europäischen Forschungsrat (ERC) keine Gesuche für Fördergelder einreichen können, hat der SNF ein befristetes Förderinstrument für sie geschaffen. Dieses ist bis zum Ablauf der Eingabefrist rege genutzt worden. Insgesamt ersuchten 145 Forschende den SNF um Forschungsgelder im Umfang von 219 Millionen Franken. Wie viele dieser Projekte mit einem sogenannten «SNSF Starting Grants» über maximal 1,5 Millionen Franken gefördert werden, konnte SNF-Forschungsratspräsident Martin Vetterli nicht sagen. Die Gesuche würden derzeit geprüft. Entscheide sollen bis Ende 2014 fallen.

SNF-Forschungsratspräsident Martin Vetterli (links) und Bundesrat Schneider-Ammann. Bild: KEYSTONE

Mit über 500 Millionen Euro gefördert

Das Geld für diese Übergangsmassnahme kommt aus dem EU-Budget des SBFI, das nun nicht für EU-Forschungsprogramme verwendet wird. Ende April ist eine weitere Ausschreibung für ebenfalls befristete «SNSF Consolidator Grants» geplant. Diese sind für weiter fortgeschrittene Wissenschaftler mit sieben bis zwölf Jahren Erfahrung gedacht.

Vetterli sprach von einer «Notlösung». Der fehlende internationale Wettbewerb könne mittel- und langfristig nicht ersetzt werden. Zudem stünden mit der Übergangslösung weniger Mittel zur Verfügung als beim Europäischen Forschungsrat. Nach Angaben von Vetterli wurden Forschende in der Schweiz zwischen 2007 und 2013 vom ERC mit über 500 Millionen Euro gefördert – gut doppelt so viel, wie die Schweiz im selben Zeitraum beigesteuert hatte. (sza/sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 11.04.2014 21:21
    Highlight Die EU wollte doppelt soviel Geld wie bis anhin, deshalb kam das Forschungsabkommen nicht zustande. Langfristig wird es besser sein sich nicht mehr einbinden zu lassen, sondern selber direkt zu investieren und mit US Unis, mit asiatischen oder mit wem auch immer zusammenzuarbeiten. Herr Bundesrat kann ja auch etwas von den nichtbezahlten Steuern als Reisegutscheine an junge Leute zahlen.... und für jedes unwahre Wort einen Fünfliber an die Glückskette.....
    2 0 Melden
  • papparazzi 11.04.2014 16:36
    Highlight Was sie ja auch schon immer war Herr Bundesrat. ut (dp)
    1 0 Melden

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