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Nach Deutschland lanciert Media Markt Serviceroboter auch in der Schweiz.  ho

Media Markt versucht die Lücke zu Digitec zu schliessen – und lanciert den Verkaufsroboter

In den letzten sechs Jahren hat Media Markt in der Schweiz 30 Prozent an Umsatz eingebüsst. Der Elektronikhändler reagiert auf die Konkurrenz wie Brack und Digitec: Man baut den Onlineshop massiv aus – und setzt auf neu auch in der Schweiz auf Verkaufsroboter.

27.09.17, 06:27

Benjamin Weinmann / Nordwestschweiz



Minus 30 Prozent: So stark ging der Umsatz von Media Markt in den letzten sechs Jahren hierzulande zurück. Vom 1-Milliarden-Franken-Umsatz im Jahr 2010 sind beim ehemaligen Branchenprimus zuletzt nur noch 748 Millionen übrig geblieben. Gleichzeitig waren neun Standorte in dieser Zeit dazugekommen. Mehr hat im schrumpfenden Markt kein grosser Player verloren, weder M-electronics (Migros) noch Interdiscount (Coop).

Dafür sind andere gross geworden, so wie die Onlinehändler Brack und insbesondere Digitec, der seit 2015 mehrheitlich zur Migros gehört. «Wir haben den Onlinetrend ursprünglich verschlafen», sagt Martin Rusterholz, seit April neuer Länderchef. Das sei nun anders und Media Markt sei nach wie vor eine bekannte Marke in der Schweiz. «Diesen Vorteil gilt es auszunutzen.» Die Lösung sieht er im Zauberwort Omnichannel-Strategie, so wie momentan fast alle Detailhändler.

Neuer Test im Zürcher Sihlcity

Damit ist die optimale Verknüpfung des Geschäfts im Laden und im Internet gemeint. Die Kunden können in den Fachmärkten via Touchscreens das ganze Sortiment abrufen und bestellen. Geliefert wird nach Hause während eines vom Kunden gewünschten Zeitfensters, oder in die Filiale, wo der Kunde den Fernseher oder die Waschmaschine selber abholen kann.

Media Markt hat den Onlinetrend verschlafen.  Bild: KEYSTONE

Momentan sind 250 000 Produkte im Onlineshop erhältlich. Ziel sind mittelfristig eine Million. Im Zürcher Einkaufszentrum Sihlcity testet der Elektronikhändler zudem ab Oktober einen Verkaufsroboter, der Fragen beantwortet und die Kunden dann zum gewünschten Produkt in der Filiale führt. In Deutschland ist er für die Schwester-Kette Saturn am Hauptsitz in Ingolstadt bereits im Einsatz.

Rusterholz sagt, Media Markt gebe den stationären Handel nicht auf. «Im Gegenteil, wir möchten auch neue Fachmärkte eröffnen», sagt Rusterholz, der bereits einmal von 1996 bis 2009 beim Elektronikhändler tätig war und dabei unter anderem die Media Märkte in St. Gallen und Pratteln eröffnete. Man schaue sich derzeit «eine Handvoll» potenzielle Standorte an. Bereits sicher ist die Neueröffnung der Filiale Ende Oktober im Einkaufszentrum Gais in Aarau. Mit 870 Quadratmetern wird es der mit Abstand kleinste Media Markt in der Schweiz. Andere Geschäfte, so wie in Dietikon ZH, sind teilweise mehr als 4000 Quadratmeter gross.

«Wir tendieren in Zukunft zu kleineren Flächen», sagt Rusterholz, der auch in der Geschäftsleitung der Muttergesellschaft sitzt. Er nennt allerdings weder eine Zahl neuer möglicher Filialen, noch will er sagen, ob sich Media Markt vermehrt in Innenstädte vorwagt. «Alles ist möglich, wenn die Konditionen stimmen», sagt der 54-Jährige. Beschlossene Sache ist dafür der Auszug aus der ehemaligen Berner Markthalle.

Foto-Workshops für Kunden

Sind die meisten bestehenden Media Märkte zu gross? Rusterholz sagt: «Klar, früher brauchte es Platz für den Discman, dann für kleinere MP3-Player. Und heute hören die Jungen Musik online übers Handy.» Andererseits seien die Fernsehmodelle heute grösser. Media Markt hat zwar nur 28 Standorte, mit total 75000 Quadratmetern aber sogar mehr Fläche als Interdiscount mit 190 Geschäften.

Diese Fläche muss in Zukunft teilweise neu genutzt werden. «Das ist auch eine Chance, denn wir haben den nötigen Platz für neue Innovationen und Serviceangebote, um die Kundschaft ins Geschäft zu locken, wo sie die Produkte anfassen und ausprobieren können», sagt Rusterholz. «Vorstellbar sind auch Kurse für unsere technikaffine Kundschaft, zum Beispiel Fotografie-Workshops vor Ort.» 

Roboter-Butler in Schweizer Shoppingzentrum

Video: watson

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Triumvir 27.09.2017 07:39
    Highlight Falls Media Markt auch künftig Kunden mit ihrem Onlineshop mit falschen Daten für dumm verkauft, werden sie grandios scheitern... als ich das letzte mal etwas kaufen wollte, war die Lieferzeit komplett falsch in ihrem Onlineshop...
    10 0 Melden
  • Roy Bär 27.09.2017 07:31
    Highlight Sollten die Roboter so kompetent sein wie die Verkäufer, dann sehe ich schwarz.. :D

    Mediamarkt ist einigermassen okay um blu-rays zu mehr oder weniger anständigen Preisen zu bekommen. Alternativ kann man sich Tech-Produkte mal in natura anschauen, bevor man dann aufgrund des Preisunterschieds doch bei digitec bestellt.

    Meistens hat man nach 20 Minuten Internetrecherche leider mehr Ahnung als die Angestellten vor Ort. Bin aber auch schon positiv überascht worden!
    12 0 Melden
  • CasRas 27.09.2017 07:14
    Highlight Die sollten bei ihren überteuerten, der Werbung widersprechenden Preisen anfangen. Zugegeben, Digitec wurde seit der Übernahme durch die Migros auch einiges teurer.
    7 0 Melden
  • Senderella 27.09.2017 07:12
    Highlight ich bin dann mal gespannt ob diese roboter dann alle rückfragen beantworten können! ich hoffe noch immer, dass der mensch nicht so einfach ersetzt werden kann...es wird sich zeigen.
    2 1 Melden
  • Rabbits 27.09.2017 07:06
    Highlight Für mich ist Digitec bzw. Galaxus das Nonplusultra. Serviceleistung, Kundenorientierung, Abwicklung etc. sind sehr vorbildlich. Dementsprechend erschrocken war ich, als ich wieder mal in einem Media Markt (Kriens) war. Die Umsatzeinbusse kann ich vollends nachvollziehen.
    13 1 Melden
    • Rabbits 27.09.2017 13:00
      Highlight Die Zahlungs- und Liefergebühren sind im Bestellprozess immer ganz klar und transparent deklariert. Zudem hat Galaxus seit Mai dieses Jahres fast alle Zahlungsgebühren abgeschafft. Betreffend Verfügbarkeit - da hatte ich auch mal Probleme, da sie den Liefertermin immer wieder hinausschoben. Am Telefon (online ginge auch) konnte ich meine Bestellung stornieren.
      2 1 Melden
    • Rabbits 27.09.2017 15:54
      Highlight Natürlich wird das zuletzt aufgelistet. Man kann ja kaum im Voraus wissen, ob Sie einen USB-Stick oder 20 Fernseher kaufen. Warenwert und Liefer-
      & Zahlungsspesen ist etwas komplett Anderes. Man kann hier nicht Birnen mit Apfel vergleichen.

      Ich weiss nicht detailliert wie Ihre Erfahrung vonstatten gingen. Aber tendenziell einmal den Hörer mehr in die Hand nehmen, dann klappt es auch mit der schnelleren Rückerstattung. Nobody's perfect!
      2 0 Melden
  • Trasher2 27.09.2017 07:03
    Highlight Ich hätte da dem Mediamarkt einen Geheimtipp, wie ihre Läden wieder laufen könnten...

    1. Stellt Personal an, welches auch eine Ahnung hat (nicht vom Lesen der Angaben auf der Verpackung, sondern vom Abteilungsbereich/Fachgebiet in dem sie arbeiten)

    2. Sagt euren Verkäufern, sie sollen jegliche Soundquelle nach dem Testen der Kunden umgehend wieder ausschalten. Der Lärm in diesen Shops ist unerträglich, wenn ich in Ruhe evaluieren will ob ich Gerät a oder b kaufen soll.
    11 0 Melden

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