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Elon Musk will einen Tesla ins All schiessen – was wirklich hinter der Meldung steckt

Man könnte es die «Methode Musk» nennen: Verzögert sich eines seiner Projekte, legt der Milliardär einfach noch eine Schippe drauf. Jetzt will er das erste Auto ins All schicken – und keine Volte ist ihm dabei zu irre.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Elon Musk will den Mars besiedeln, damit fängt's schon mal an. Wie er da hoch kommen möchte? Mit Raketen seines privaten Raumfahrtunternehmens namens SpaceX. Bevor es soweit ist und Menschen in Richtung Roter Planet fliegen, will Musk aber erst einmal ein Auto vorschicken, und zwar sein eigenes.

Hat er geschrieben, auf Twitter. Aber schau selbst:

Falcon Heavy (so heisst die (SpaceX-Trägerrakete) hebe nächsten Monat (also Januar 2018) von der gleichen Rampe ab, von der aus 1969 die legendäre Apollo-11-Mission zum Mond startete: Pad 39A auf dem Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida.

Der Clou: An Bord der Rakete, schreibt Musk in einem weiteren Tweet, werde sich sein kirschfarbener Tesla Roadster befinden, dazu laufe «Space Oddity» (von David Bowie). Ziel sei der Mars, und der Wagen werden «für Milliarden von Jahren in den Tiefen des Alls schweben». Vorausgesetzt, die Rakete «explodiert nicht beim Start».

Was Musk damit sagen will: Ich schicke einen Sportwagen ins All, der aus meinem selbstgegründeten Autounternehmen stammt. Mit einer Rakete, die aus meinem selbstgegründeten Raumfahrtunternehmen kommt.

epa06335606 A handout photo made available by Tesla 16 November 2017, showing Tesla founder Elon Musk presenting the new Roadster electric sports vehicle (on background), presented to media 16 November 2017 at Tesla's Los Angeles design centre, Los Angeles, USA. Tesla says the Roadster will accelerate from 0-60 mph (or 0-96 km/h) in less than two seconds. Tesla says the new Roadster will cost 200,000 USD and will be released in some three years time. Tesla has began to take in orders for the new Roadster, and says new buyers will have to pay a 45,000 USD deposit. However, clients interested in buying one of the first 1,000 vehicles of the limited edition 'Founders Series' will have to pay 250,000 USD for the car.  EPA/TESLA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Ein Verkäufer vor dem Herrn: Tesla-CEO Elon Musk Bild: EPA/TESLA

Das ist eine witzige, spektakuläre Nachricht von Musk. Aber sie ist eben auch das Eingeständnis eines Problems. Denn eigentlich, und jetzt kommt der Hintergrund des Ganzen, hätte Falcon Heavy schon in diesem Jahr abheben sollen, und nicht erst 2018. Und wenn wir schon dabei sind: Ursprünglich sollte Falcon Heavy auch nicht 2017 zum ersten Mal abheben, sondern 2013.

Hinzu kommt, dass Musk mit einer möglichen Explosion der Rakete beim Start kokettiert. Der Milliardär nimmt solche potentiellen Rückschläge sportlich – das ist einerseits das Faszinierende an ihm. Musk, der Charmeur.

Andererseits könnte bei einem Fehlstart die Apollo-11-Rampe Schaden nehmen - und das würde das gesamte Raumfahrtprogramm der NASA beeinträchtigen. Durch den PR-Stunt mit dem Auto an Bord erweckt Musk den Eindruck, als mache er sich über solche Konsequenzen nicht viele Gedanken. Musk, der Scharlatan.

Musk bestätigte, dementierte dann, und dementierte später sei Dementi

Wie es scheint, war der Unternehmer schlussendlich selbst nicht mehr richtig überzeugt von seiner Ankündigung. Jedenfalls gab es um seine beiden Tweets viel Verwirrung, und schuld daran war Musk selbst: Als das US-Onlineportal «The Verge» ihn um eine Bestätigung seiner Pläne bat, habe er das zunächst per Mail getan. «It's so real» habe er geantwortet.

Kaum war die Meldung erschienen, habe er plötzlich das Gegenteil behauptet. Das Ganze sei erfunden gewesen, teilte er «The Verge» demnach per Direktnachricht auf Twitter mit.

Das war allerdings nicht die letzte Wendung: Ein SpaceX-Mitarbeiter bestätigte «The Verge» schlussendlich die Ankündigung, Musk werde einen Tesla ins All schiessen. Mittlerweile berichtet auch die Webseite «Mashable», es liege eine Bestätigung von SpaceX vor, und der Wissenschafts-Blogger Phil Plait teilte mit, Musk habe ihm persönlich versichert, der Sportwagen werde in der Rakete geparkt. (cst)

Eine weiter Transportvision von Elon Musk

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Video: watson/Nico Franzoni

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    Alle Leser-Kommentare
  • Miss_Anthrope 04.12.2017 15:51
    Highlight Highlight Ground Control to Major Musk
    Ground Control to Major Musk
    Take your protein pills and put your helmet on... :-)
  • Stichelei 04.12.2017 14:16
    Highlight Highlight Der Start der Falcon Heavy ist kein PR-Gag sondern der erste Testflug der Rakete. Und beim Jungfernflug gleich Millionen teure Satelliten mitfliegen zu lassen, wäre mehr als fahrlässig. Da aber das Ding für den Test auch eine 'Nutzlast' mitnehmen muss, ist die Idee mit dem Tesla genial. So können sowohl Testdaten gesammelt werden und die damit gewonnene PR wird gleich mitgeliefert wie man sieht.
  • DerHans 04.12.2017 12:54
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu Musk hat Spiegel Online, weder eine Vision, noch ein eigenes Auto und schon gar keine eigene Rakete. Nur im Tesla/Musk bashing sind sie stark. Man kann Musk mögen oder nicht, was er aber bis jetzt alles auf die Beine gestellt hat, kann niemand leugnen.
    • Posersalami 04.12.2017 13:57
      Highlight Highlight Ach, die ewig gestrigen Bedenkenträger und "ja, aber" Sager können jede Idee zerreden. Darum kommt aus Europa ja auch nichts mehr das wichtig wäre. Die Zukunft und das Geschäft machen derweil andere.

      Während Mercedes einen Tesla X testet stellt Musk die nächste Generation vor. Bis Mercedes mal etwas auf die Beine gestellt hat was die Menschen auch kaufen wollen hat Musk die Übernächste Generation von Autos schon ausgeliefert.
  • Posersalami 04.12.2017 12:45
    Highlight Highlight "Was Musk damit sagen will"

    Wer kann, der kann :)

    Eure Seitenhiebe auf nicht eingehaltene Termine sind recht daneben. Die Entwicklung von Raketen ist alles andere als trivial und wenn die grossen Stufen auch noch wieder landen sollen potenzieren sich die Schwierigkeiten. Da sind Verzögerungen das normalste der Welt.
    • Pascal Scherrer 04.12.2017 13:43
      Highlight Highlight Ja, das ist normal. Musk ist aber auch dafür bekannt, und das sagen seine eigenen Ingenieure, dass er einfach mal ein unmögliches Datum in die Welt hinausposaunt, ohne, dass dies realistisch machbar wäre.

      Wenn dann noch die ganz normalen Probleme hinzukommen, die solche Projekte mit sich bringen, ist es kein Wunder, dass seine Verzögerungen teilweise Jahre dauern, anstatt nur Monate und das dann kritisiert wird.
    • Posersalami 04.12.2017 13:54
      Highlight Highlight Ja Musk sagt gerne mal Dinge, die andere für unmöglich halten. Manchmal hat er Recht, manchmal nicht. So what.

      Ohne Musk wäre die E-Mobilität nicht da, wo sie jetzt ist. Dank ihm sinken auch die Preise für Satellitenstarts. Er scheint abseits von grossspurigen Ansagen etwas richtig zu machen. 50% Marktanteil (!!!) bei Satellitenstarts sind eine eindrückliche Dokumentation dafür. Selbstständig landende Raketen, für diese Ankündigung ist er vor 10-12 Jahren von den "Bedenkenträgern" ausgelacht worden.
    • Pascal Scherrer 04.12.2017 14:32
      Highlight Highlight Ja, das ist mir auch klar. Ich sag ja nicht, dass er nicht eine treibende Kraft ist, oder nichts erreicht hat. Nur, dass die Kritik durchaus auch begründet ist.

      Musk hat bisher viel erreicht, hat aber auch einiges falsch gemacht, das darf man bei all dem Hype nicht vergessen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Kubod 04.12.2017 12:40
    Highlight Highlight Sein eigenentwickeltes und gebautes Auto im Orbit des Mars mit der eigenentwickelten und gebauten Rakete hochgeschossen.
    Er hat sich den Bubentraum schlechthin erfüllt.
    Da würden mir langsam die Ziele und Träume ausgehen.
    Mein Staunen und meine Bewunderung hat er.
  • Thurgauo 04.12.2017 12:38
    Highlight Highlight Will ja nicht wissen, was dieser PR-Gag Tesla und die Umwelt wieder kosten wird. Einfach nur unnötig.
    • Cmo 04.12.2017 14:06
      Highlight Highlight Das ist kein PR-Gag. Wer würde sich schon in eine Rakete setzen, die vorher nie getestet wurde?
    • zuercher123 04.12.2017 14:10
      Highlight Highlight Beim Erstflug einer neuen Rakete ist sehr üblich nur einen Massensimulator zu fliegen, da man nicht einen teuren Satelliten oder Raumsonde gefährden will.
      Anstelle eines Aluminiumwürfels senden sie halten einen Tesla ins All, macht ja auch nichts und ist cool.
    • Thurgauo 04.12.2017 14:38
      Highlight Highlight Naja, jedes Kilo das in den Weltraum transportiert werden muss kostet mehrere 10'000 Dollar... Und auch der Treibstoffverbrauch steigt dementsprechend. Passt für mich nicht ganz zum sonst angeblich umweltfreundlichen Konzept.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DrFisch 04.12.2017 12:29
    Highlight Highlight Die Frage ist wieso? Normalerweise ist Musk ziemlich berechnend und alles was er tut, passt in einen Plan. Auch wenn wir den häufig erst mit der Zeit durchschauen. Einen Tesla ins All zu schiessen, scheint mir aber doch ziemlich sinnlos. Für dieses Gewicht nimmt man doch lieber Geräte mit, die auch Daten sammeln können oder sonst etwas Sinnvolles tun..
    • Cmo 04.12.2017 14:07
      Highlight Highlight Vielleicht sind die Geräte ja auch dabei? Hat ja noch genügend Platz.

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