Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Banken

US-Finanzaufsicht fordert höhere Liquiditätsvorsoge für Grossbanken

04.09.14, 05:43

Fed-Chefin Janet Yellen. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

US-Grossbanken brauchen künftig dickere Liquiditätspolster. Die Finanzaufseher fordern von den Instituten eine Notvorsorge an als sicher geltenden Wertanlagen, die kurzfristig zu Geld zu machen sind. Das beschlossen die US-Notenbank Fed und Aufsichtsbehörden wie die FDIC am Mittwoch (Ortszeit) in Washington.

Der einzurichtende Schutzwall an hochwertigen Anlagen wie Zentralbankreserven oder Staatsanleihen soll sicherstellen, dass sich die Geldhäuser mindestens über eine 30-tägige Stressperiode flüssig halten können. So soll künftig die Staatskasse verschont und zugleich verhindert werden, dass Liquiditätslücken zu Finanzkrisen werden.

Kreditmärkte froren bei der Finanzkrise ein

In der Finanzkrise 2008, als der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers die Weltwirtschaft erschütterte, war das Misstrauen der Banken untereinander so hoch, dass die kurzfristigen Kreditmärkte komplett einfroren. Wenn sich die Akteure am Geldmarkt keine Mittel mehr leihen, droht akute Pleitegefahr.

Es spielt dann keine grosse Rolle mehr, wieviele langfristige Vermögenswerte die Institute auf den Büchern haben. Denn diese Anlagen können häufig nicht schnell genug liquidiert werden, um fällige Rechnungen zu begleichen. Weil die Grossbanken über die internationalen Finanzmärkte so stark miteinander verflochten sind, kann ein Geldhaus leicht andere mit in den Abgrund reissen.

Wer behält bei so vielen Regeln den Überblick?

Um eben dies zu verhindern, wurden Banken in der Krise mit riesigen Summen an Steuergeld gerettet. Das soll in Zukunft durch verschärfte Regulierung verhindert werden. Allerdings hat die Bankenlobby die nun nach und nach beschlossenen Regeln über Jahre zu entschärfen versucht. Viele Experten sprechen mittlerweile von einem Papiertiger.

Alleine die am Mittwoch beschlossenen Vorschriften zur Liquiditätsvorsorge bringen es auf 400 Seiten. Die noch komplexere Dodd-Frank-Gesetzesreform, mit der US-Präsident Barack Obama die Wall Street an die Leine legen wollte, hat fast 1000 Seiten. Kritiker sagen, in dem Regeldickicht behalten nur die teuren Anwälte der Finanzindustrie den Überblick. (sda/dpa)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Bannon will zurück ins Weisse Haus und seine Chancen stehen gar nicht schlecht

Der in Ungnade gefallene Ex-Chefstratege plant sein Comeback – und er hat Chancen.

Nach der Publikation von Michael Wolffs Skandalbuch «Fire and Fury» schien das Tischtuch zwischen Donald Trump und Steve Bannon endgültig zerschnitten zu sein. Der Präsident bezeichnete seinen Ex-Strategen als «schlampigen Steve» und tobte jedesmal, wenn dessen Name in seiner Gegenwart erwähnt wurde.

Doch nun meldet die «Washington Post»: «Bannon schlägt dem Weissen Haus einen Plan vor, wie man Trump vor Mueller schützen kann». Er sei im Kontakt mit Mitarbeitern des West Wing und er habe …

Artikel lesen