Wirtschaft

«Moralisch verwerflich»: Rockefeller-Dynastie trennt sich vom Öl- und Kohlegeschäft

24.03.16, 09:43

Die Rockefeller-Familie verabschiedet sich von Anlagen in fossile Brennstoffe und damit auch vom US-Ölriesen Exxon. Der Rockefeller Family Fund, eine Wohltätigkeitsorganisation, teilte am Mittwoch mit, seine Anteile an dem Konzern abzustossen.

David Rockefeller 2014 in  New York.
Bild: Invision for Tishman Speyer/Invision

Auch von Beteiligungen im Bereich Kohle und kanadischem Ölsand werde man sich so schnell wie möglich trennen. Angesichts der existenziellen Bedrohung, der sich die Menschheit und das natürliche Ökosystem ausgesetzt sähen, gebe es für Unternehmen «keinen vernünftigen Grund, weiter nach neuen Kohlenwasserstoff-Quellen zu suchen».

Die Stiftung wendet sich damit von den Ursprüngen des sagenhaften Reichtums der Rockefeller-Familie ab. Vor mehr als einem Jahrhundert machte John D. Rockefeller Sr. mit Standard Oil, einem Exxon-Vorläufer, ein Vermögen. Doch mittlerweile sieht der Family Fund Exxon kritisch. Das Verhalten bei Klimathemen scheine «moralisch verwerflich» zu sein, hiess es in der Mitteilung.

Im November leitete die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen Exxon Ermittlungen ein. Dabei ging es um die Frage, ob der Konzern die Öffentlichkeit und Aktionäre über die Risiken des Klimawandels getäuscht hat. Exxon erklärte damals, auf Geschäftsrisiken über Jahre hinweg unter anderem in Quartalsberichten hingewiesen zu haben.

Die Höhe des Exxon-Anteils oder der Beteiligungen im Bereich fossile Brennstoffe führte der Family Fund nicht aus. Exxon-Aktien tendierten wie der Markt insgesamt etwas schwächer. Ölkonzerne sind seit Monaten wegen des Ölpreisverfalls unter Druck.

(sda/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 26.03.2016 12:11
    1 0 Melden
  • sentir 24.03.2016 12:36
    Highlight Jahrzehnte lang Milliarden "verdienen" und wenn das Geschäft nicht mehr läuft, das Zeugs verkaufen, begründet mit Klima und Moral. Was für ein Sauhaufen!
    Die wissen sicher nicht, wie man Moral schreibt, die kennen nur das Wort Gewinn.

    Dasselbe gilt für die Atomstromlobby; 50 Jahre von "günstigem" Strom schwafeln und wenn dann herauskommt, was er wirklich kostet......
    5 3 Melden
  • FrancoL 24.03.2016 11:50
    Highlight Da frage ich mich:
    Wievielt ist dem sinkenden Stern des Oels zuzuschreiben und wieviel der erkannten "moralisch verwerflichen" Schiene.
    Ich hoffe es trifft eher die moralisch verwerfliche Schiene, denke aber dass die wirtschaftliche Komponente von nicht zu geringer Wichtigkeit ist.
    8 0 Melden
    • sentir 24.03.2016 12:39
      Highlight FrancoL; du brauchst dich nicht zu fragen. Geld kennt keine Moral.
      Ich kann mich da nicht so vorsichtig ausdrücken wie du.
      3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.03.2016 11:48
    Highlight Die Rockefellers waren die UN-Erbauer und Financiers :)
    6 0 Melden
  • opwulf 24.03.2016 11:32
    Highlight Haben sie die Milchkuh also lange genug gemolken? The family that started it all spricht von Moral und Verantwortung und der Verwerflichkeit dieses Geschäfts! Nun gut, falls dies wirklich stimmen tut und sie es so umsetzen und meinen wie sie es sagten dann kann ich nur dafür sein - nur das zu glauben fällt mir schwer - ich glaube Berliner würden dazu sagen "Nachtigall ick hör dir trapsen"?
    6 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.03.2016 11:07
    Highlight wow
    nothing else
    7 1 Melden

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