Wirtschaft

Die Börse sieht sie nach den jüngsten Veröffentlichungen des FBI wieder als Wahlsiegerin: Demokratin Hillary Clinton. Bild: BRIAN SNYDER/REUTERS

«Ist der Peso heute teuer, erlischt bei Trump wohl bald das Feuer»

07.11.16, 01:36 07.11.16, 08:30

Steigende Aussichten auf einen Sieg von Hillary Clinton bei der US-Präsidentenwahl haben am Montag den Aktienmärkten Auftrieb gegeben. Auch der Dollar und der mexikanische Peso legten zu. Anleger reagierten erleichtert darauf, dass die Bundespolizei FBI nach weiteren Ermittlungen in Clintons E-Mail-Affäre keine Anhaltspunkte für eine Anklage fand.

Die Terminkontrakte auf den Wall-Street-Index S&P-500 notierten zu Beginn der neuen Handelswoche 1.4 Prozent im Plus. Das Börsenbarometer S&P-500 hatte zuletzt so viele Tage hintereinander nachgegeben wie seit mehr als 35 Jahren nicht mehr.

«Börsenschreck» Trump

Anlass war die Bekanntgabe weiterer FBI-Untersuchungen zu Clinton-E-Mails am 28. Oktober. Dies führte dazu, dass der Umfragenvorsprung der demokratischen Kandidatin vor dem republikanischen Rivalen Donald Trump zusammenschmolz. Trump gilt wegen seiner Unberechenbarkeit als «Börsenschreck».

Vorteil Clinton

Die US-Demokratin Hillary Clinton geht als Favoritin ins Wahlkampffinale. Rückenwind erhielt sie am Sonntagabend durch die Mitteilung der Bundespolizei FBI, keine neuen Hinweise auf kriminelles Verhalten mit ihren E-Mails gefunden zu haben. Viele Experten bezweifelten aber, dass sich die Entlastung des FBI in dieser späten Wahlkampfphase noch in einem deutlichen Stimmenschub widerspiegeln wird: Über 40 Millionen Amerikaner haben bereits gewählt. Trump selber erneuerte am Sonntagabend bei einem Wahlkampfauftritt in Michigan seinen Vorwurf eines «total manipulierten Systems». Clinton sei «schuldig, sie weiss es, das FBI weiss es, die Leute wissen es. Nun ist es in den Händen des amerikanischen Volkes, am 8. November an den Wahlurnen der Gerechtigkeit Genüge zu tun». Umfragen am Sonntag - vor der FBI-Mitteilung - zeigten Clinton US-weit mit einem Vorsprung von bis zu fünf Prozentpunkten vor Trump. Sie deuten auch auf eine solide Führung für die Demokratin bei den Stimmen im Wahlmännergremium hin, das am Ende den Präsidenten entsprechend den Ergebnissen in den einzelnen Bundesstaaten bestimmt.

FBI-Chef Comey rückte ins Rampenlicht der US-Wahlen. Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

An der Tokioter Börse tendierte der Nikkei der 225 führenden Werte 1,4 Prozent höher mit 17'142 Punkten. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans kletterte 0,9 Prozent.

Im fernöstlichen Devisenhandel trieb die FBI-Mitteilung den Dollar nach oben. Zum Yen legte er 1,1 Prozent zu auf 104,24 Yen. Auch gegenüber dem Franken gewann der Dollar um rund 0,6 Prozent. Der Euro verlor 0,5 Prozent auf 1,1082 Dollar.

Peso als Barometer

Der mexikanische Peso schoss zum Dollar um 1,7 Prozent in die Höhe. Die Währung hat sich zu einem Barometer dafür entwickelt, welche Siegeschancen die Märkte Trump geben. Dessen Politikvorschläge gelten für Mexiko als sehr nachteilig.

FBI-Chef James Comey hatte am Sonntag den Kongress informiert, dass seine Behörde nach der Untersuchung neu aufgetauchter E-Mails weiterhin keinen Grund für eine Anklage gegen die Demokratin sieht. Bei den Untersuchungen ging es darum, dass Clinton in ihrer Zeit als Aussenministerin einen privaten Server in ihrem Haus auch für dienstliche Korrespondenzen genutzt hat. Wäre dadurch die Sicherheit der USA gefährdet worden, hätte das zu einer Anklage führen können. (kad/sda/reu)

Hillary Clinton – ihr Leben in Bildern

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19
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie woof 07.11.2016 09:03
    Highlight Eine ungemuetliche Zeit fuer Comey, wird Trump gewaehlt bekommt er eine Gehaltserhoehung, wird Clinton gewaehlt, bekommt er den Stellenanzeiger in die Hand gedrueckt.
    3 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.11.2016 08:21
    Highlight Skandalöses Eingreifen der FBI in einen Wahlkampf.
    11 7 Melden
  • kleiner_Schurke 07.11.2016 07:50
    Highlight Kräht der Hahn auf dem Mist, werden die Republikaner Präsident, oder es bleibt wie es ist.
    6 7 Melden
  • SJ_California 07.11.2016 07:48
    Highlight Trump ist die grössere Gefahr für Amerika als ein paar geschäftliche E-Mails auf einem privaten Server...
    31 14 Melden
    • vision27 07.11.2016 18:55
      Highlight Hillary ist ein weit grössere Gefahr, will sie doch nur weiterhin Kriege anzetteln... dann doch lieber Trump, der mit Russland zusammenarbeiten will und somt den Weltfrieden unterstützt!
      3 0 Melden
    • SJ_California 09.11.2016 12:56
      Highlight Weltfrieden mit Russland??? LOL
      0 0 Melden
  • zeromg 07.11.2016 07:25
    Highlight Rote oder blaue Pille?
    17 11 Melden
    • Shin Kami 07.11.2016 09:24
      Highlight Und was passiert wenn ich beide gleichzeitig nehme?
      6 1 Melden
    • Corrado 07.11.2016 15:09
      Highlight Beide sind reines Gift.....
      4 0 Melden
    • Le_Urmel 07.11.2016 15:09
      Highlight Dann bekommste beide Trump und Clinton
      3 0 Melden
  • Wuschelhäschen 07.11.2016 06:52
    Highlight Frage: Die Abstimmung findet an einem Arbeitstag statt. Haben die Leute frei? Oder ist dazu gedacht, dass man möglichst wenige Stimmen der Arbeiterklasse haben will?
    9 12 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 07.11.2016 07:54
      Highlight Historisch bedingt: "In 1845, the United States was largely an agrarian society. Farmers often needed a full day to travel by horse-drawn vehicles to the county seat to vote. Tuesday was established as election day because it did not interfere with the Biblical Sabbath or with market day, which was on Wednesday in many towns"

      Aber heutzutage für Viele tatsächlich ein Problem
      16 0 Melden
    • Ruefe 07.11.2016 08:02
      Highlight "They don't want us to vote, if they would, they wouldn't let us vote on a tuesday in november. Have you ever made a party on a tuesday? No! No one would show up!"
      Zitat - Chris Rock
      10 2 Melden
    • Tepesch 07.11.2016 08:24
      Highlight 10s Googeln ;-)

      In 1845, before Florida, California, and Texas were states or slavery had been abolished, Congress needed to pick a time for Americans to vote. We were an agrarian society. We traveled by horse and buggy. Farmers needed a day to get to the county seat, a day to vote, and a day to get back, without interfering with the three days of worship. So that left Tuesday and Wednesday, but Wednesday was market day. So, Tuesday it was. In 1875 Congress extended the Tuesday date for national House elections and in 1914 for federal Senate elections.
      5 0 Melden
    • Gantii 07.11.2016 08:25
      Highlight am sonntag ist man in der kirche, nimm den montag als anreisetag und tada: dienstag ist wahltag. steht in der verfassung haha
      15 1 Melden
    • Thomas_v_Meier 07.11.2016 08:34
      Highlight Ist ein normaler Arbeitstag. Dies kann und führt dazu das ca. 28% deren die nicht Wählen dies machen weil keine Zeit, sprich arbeiten. War vor 4 Jahren so.

      Die Wahlen finden immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Historisch bedingt. Früher also 18irgendwas legte dies Gesetz so fest.

      Die Wege zu den Wahllokale waren noch weit, auf dem Lande. Sonntag konnte man nicht da man zum Gottesdienst musste, Montag war der Reisetag zum Ort des Wahllokales und Dienstag wurde gewählt. Das Gesetz wurde auf den Bauer auf dem Lande zu geschnitten.
      2 1 Melden
    • bebby 07.11.2016 08:36
      Highlight Die Abstimmung ist historisch am Dienstag, weil es dann den christlichen Feiertagen und dem Markttag am Mittwoch nicht in die Quere kommt. Man fürchtete wohl den Einfluss von der Kanzel zu sehr.
      zur Beruhigung: wie in der Schweiz kann man in den meisten Staaten brieflich abstimmen und zusätzlich werden in den USA über ein Drittel der Stimmen vorzeitig abgegeben.
      3 0 Melden
    • chilli37 07.11.2016 09:40
      Highlight
      1 0 Melden
  • pamayer 07.11.2016 06:25
    Highlight Wir warten ab.
    4 9 Melden

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