Wirtschaft
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epa04422741 A handout picture made available by the US Department of Defense (DoD) on 29 September 2014 shows a pair of US Air Force F-15E Strike Eagles flying over northern Iraq early in the morning of 23 September 2014, after conducting airstrikes in Syria. These aircraft were part of a large coalition strike package that was the first to strike Islamic State (IS or ISIL) targets in Syria. Al-Nusra, a branch of al-Qaeda operating in Syria, was hit by US airstrikes on 23 September, the same day the US and allies launched raids against the Islamic State group, which split from al-Qaeda last year and has seized swathes of Syria and neighboring Iraq. The US Congress has also authorized the equipping and training of moderate Syrian rebel groups who are to fight Islamic State militants on the ground. But even some moderate rebel groups have reacted angrily to the strikes against al-Nusra, asking why they are not receiving more military aid and arguing that regime forces should also be targeted. The Britain-based Syrian Observatory for Human Rights said al-Jaulani's group lost 57 fighters in the raids. The US said it was targeting a network of al-Qaeda veterans who were preparing overseas attacks. US president Barack Obama blamed instability in Syria for giving extremists space to thrive. In an interview on 28 September, Obama said his director of national intelligence already had acknowledged that US intelligence underestimated what had been taking place in Syria.  EPA/US AIR FORCE/MATTHEW BRUCH  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

US Air Force F-15E im Kampf gegen den IS.  Bild: EPA/DOD/DVIDS

US-Luftangriffe gegen den IS

«Aus der Sicht der Verteidigungsindustrie ist es der perfekte Krieg»

18.10.14, 07:43 18.10.14, 10:38

Die Luftangriffe der USA gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) im Irak und in Syrien erweisen sich als Goldgrube für die Rüstungsindustrie. Der Einsatz beschert US-Rüstungsfirmen steigende Aktienkurse und potenzielle Milliardeneinnahmen.

Gefragt sind Bomben, Raketen, Ersatzteile für Kampfflugzeuge. Auch die Entwicklung neuer Rüstungsprojekte dürfte einen Schub erhalten. «Aus der Sicht der Verteidigungsindustrie ist es der perfekte Krieg», sagt Branchenkenner Richard Aboulafia von der Marktforschungsfirma Teal Group.

Aerospace analyst and Vice President of the Teal Group Richard Aboulafia speaks during the last day of the Reuters Aerospace and Defense Summit in Washington, September 11, 2014.      REUTERS/Larry Downing   (UNITED STATES - Tags: MILITARY TRANSPORT)

«Der perfekte Krieg»: Richard Aboulafia von der Marktforschungsfirma Teal Group. Bild: X00961

In den vergangenen drei Monaten legte der Aktienkurs des Rüstungs- und Technologieriesen Lockheed Martin um rund zehn Prozent zu. Der Konzern stellt unter anderem die Hellfire-Raketen her, die von US-Drohnen abgefeuert werden. Auch der Börsenwert der Rüstungsunternehmen Northrop Grumman und Raytheon stieg seit Beginn des Militäreinsatzes.

Raytheon sicherte sich Ende September einen 251 Millionen Dollar schweren Pentagon-Auftrag, der US-Marine weitere Tomahawk-Lenkraketen zu liefern. Am 23. September, dem ersten Tag der Luftangriffe auf Syrien, feuerten US-Kriegsschiffe 47 Tomahawks ab. Kostenpunkt: 1,4 Millionen Dollar pro Rakete.

Beraterverträge für Neuaufbau

Die Rüstungsfirmen hoffen nicht nur auf Geschäfte mit der US-Armee, sondern auch mit anderen Ländern der internationalen Koalition gegen die Dschihadisten. An den Luftangriffen in Syrien beteiligen sich Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Im Irak bombardiert unter anderem die französische Luftwaffe mit. Ausserdem schielen Sicherheitsunternehmen auf Beraterverträge bei Neuaufbau und Ausbildung der irakischen Regierungstruppen.

Noch vor einem Jahr stellte sich die Rüstungsindustrie in den USA auf magere Zeiten ein. Präsident Barack Obama hatte die Truppen aus dem Irak abgezogen, der Einsatz in Afghanistan neigte sich ebenfalls dem Ende zu.

«Der politische Konsens scheint sich in Richtung höhere Verteidigungsausgaben zu bewegen, als Antwort auf das gefährliche Umfeld da draussen»

Richard Aboulafia, Marktforschungsfirma Teal Group

Angesichts des Schuldenberges sollten die Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren zurückgefahren werden. Wegen des Haushaltsstreits zwischen Demokraten und Republikanern liessen automatische Kürzungen das Pentagon-Budget bereits schrumpfen. Die Rüstungsindustrie verkündete erste Entlassungen.

Der Vormarsch der Dschihadisten im Irak und in Syrien, aber auch der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland haben in Washington zu einer Neubewertung der Sicherheitslage geführt. «Der politische Konsens scheint sich in Richtung höhere Verteidigungsausgaben zu bewegen, als Antwort auf das gefährliche Umfeld da draussen», sagt Aboulafia.

580 Milliarden Dollar für Verteidigung

Obama, der sich eigentlich dem Aufbau des eigenen Landes widmen wollte, gab den Befehl zur Verlegung von 1600 Soldaten in den Irak. Den Einsatz von Kampftruppen hat der US-Präsident ausgeschlossen, die Soldaten sollen nur das irakische Militär beraten und wichtige US-Einrichtungen schützen. Dennoch brachte er eine Mission ins Rollen, die Jahre dauern könnte und deren Ende noch nicht abzusehen ist.

«Es ist unglaublich schwer, nein zu sagen, wenn man im Krieg ist»

Loren Thompson vom in der Politikberatung tätigen Lexington Institute

Die Rufe aus dem Kongress in Washington nach harten Einschnitten im Verteidigungsbereich sind weitgehend verstummt. Selbst die für einen Minimalstaat eintretende Tea-Party-Bewegung habe ihre Kritik an Militäreinsätzen im Ausland abgemildert, sagt Aboulafia.

Im gerade abgelaufenen Haushaltsjahr 2014 betrug das US-Verteidigungsbudget rund 580 Milliarden Dollar. Die USA sind damit weiter auf Platz eins in der Rangliste der nationalen Verteidigungsbudgets – und gaben alleine mehr Geld «für Verteidigung» aus als alle acht nachfolgenden Staaten zusammen.

Das Pentagon hat nun gute Argumente, sein Stück am Haushaltskuchen in den kommenden Jahren wieder zu vergrössern. Widerstand aus dem Kongress dürfte nur wenig kommen. «Es ist unglaublich schwer, nein zu sagen, wenn man im Krieg ist», sagt Loren Thompson vom in der Politikberatung tätigen Lexington Institute. (sda/afp)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 18.10.2014 13:21
    Highlight Der Militärisch-Industrielle-Komplex in den USA sagte schon immer wo es bei der Politik lang geht. Der US-Industrie, die grosse Parteispenden macht, geht es gut. Da hängt viel Technologie und Geld drin, das auch Arbeitsplätze bedeutet. Das mag pervers klingen, doch alle machen da mit. Selbst die Schweiz pflegt eine Rüstungsindustrie als "neutraler" Staat.
    2 5 Melden
    • AdiB 18.10.2014 14:04
      Highlight ist aber lustig zu sehen/hören wieviele menschen das nicht kapieren.
      0 1 Melden
  • EvilBetty 18.10.2014 11:12
    Highlight «VERTEIDIGUNGSindustrie», that's cute.
    5 2 Melden
  • AdiB 18.10.2014 08:57
    Highlight ein kurdischer kumpel hat gesagt, dass die amis gar nichts treffen beim bombardieren. abgekatertes spiel sei das. munition verschwändung um neu zu verkaufen.
    1 8 Melden
    • poesie_vivante 18.10.2014 09:30
      Highlight Die USA bekämpfen ein Monster, welches sie selbst zu verantworten haben. 50 Jahre gescheiterte Nahostpolitik der USA ist für die Region nicht so leicht zu verkraften. Dazu eine kurze Geschichtslektion aus der Sendung "Die Anstalt" aus dem ZDF, welche "Ursachenforschung" betreibt:
      7 5 Melden
    • quark 18.10.2014 11:32
      Highlight Nur schade dass niemand der USA sagte, wie man es richtig macht. Vermutlich hockten die heutigen Besserwisser vor dem TV und haben primitive Soaps eingesaugt. Zudem, immer wenn jemand etwas macht kommen die Kritiker aus dem Bett gekrochen.
      6 3 Melden
    • goschi 18.10.2014 11:41
      Highlight AdiB, ein amerikanischer Kumpel hat mir gesagt, dass die Regierung Aliens in Roswell gefangen hält und mittels Chemtrails die Kommunisten genetisch ausrottet.

      Was das mit Ihrer Aussage zu tun hat? der Wahrheitsgehalt ist identisch und die Quellenlage ist gleich irrelevant.
      4 1 Melden
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