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US Air Force F-15E im Kampf gegen den IS.  Bild: EPA/DOD/DVIDS

US-Luftangriffe gegen den IS

«Aus der Sicht der Verteidigungsindustrie ist es der perfekte Krieg»

18.10.14, 07:43 18.10.14, 10:38

Die Luftangriffe der USA gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) im Irak und in Syrien erweisen sich als Goldgrube für die Rüstungsindustrie. Der Einsatz beschert US-Rüstungsfirmen steigende Aktienkurse und potenzielle Milliardeneinnahmen.

Gefragt sind Bomben, Raketen, Ersatzteile für Kampfflugzeuge. Auch die Entwicklung neuer Rüstungsprojekte dürfte einen Schub erhalten. «Aus der Sicht der Verteidigungsindustrie ist es der perfekte Krieg», sagt Branchenkenner Richard Aboulafia von der Marktforschungsfirma Teal Group.

«Der perfekte Krieg»: Richard Aboulafia von der Marktforschungsfirma Teal Group. Bild: X00961

In den vergangenen drei Monaten legte der Aktienkurs des Rüstungs- und Technologieriesen Lockheed Martin um rund zehn Prozent zu. Der Konzern stellt unter anderem die Hellfire-Raketen her, die von US-Drohnen abgefeuert werden. Auch der Börsenwert der Rüstungsunternehmen Northrop Grumman und Raytheon stieg seit Beginn des Militäreinsatzes.

Raytheon sicherte sich Ende September einen 251 Millionen Dollar schweren Pentagon-Auftrag, der US-Marine weitere Tomahawk-Lenkraketen zu liefern. Am 23. September, dem ersten Tag der Luftangriffe auf Syrien, feuerten US-Kriegsschiffe 47 Tomahawks ab. Kostenpunkt: 1,4 Millionen Dollar pro Rakete.

Beraterverträge für Neuaufbau

Die Rüstungsfirmen hoffen nicht nur auf Geschäfte mit der US-Armee, sondern auch mit anderen Ländern der internationalen Koalition gegen die Dschihadisten. An den Luftangriffen in Syrien beteiligen sich Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Im Irak bombardiert unter anderem die französische Luftwaffe mit. Ausserdem schielen Sicherheitsunternehmen auf Beraterverträge bei Neuaufbau und Ausbildung der irakischen Regierungstruppen.

Noch vor einem Jahr stellte sich die Rüstungsindustrie in den USA auf magere Zeiten ein. Präsident Barack Obama hatte die Truppen aus dem Irak abgezogen, der Einsatz in Afghanistan neigte sich ebenfalls dem Ende zu.

«Der politische Konsens scheint sich in Richtung höhere Verteidigungsausgaben zu bewegen, als Antwort auf das gefährliche Umfeld da draussen»

Richard Aboulafia, Marktforschungsfirma Teal Group

Angesichts des Schuldenberges sollten die Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren zurückgefahren werden. Wegen des Haushaltsstreits zwischen Demokraten und Republikanern liessen automatische Kürzungen das Pentagon-Budget bereits schrumpfen. Die Rüstungsindustrie verkündete erste Entlassungen.

Der Vormarsch der Dschihadisten im Irak und in Syrien, aber auch der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland haben in Washington zu einer Neubewertung der Sicherheitslage geführt. «Der politische Konsens scheint sich in Richtung höhere Verteidigungsausgaben zu bewegen, als Antwort auf das gefährliche Umfeld da draussen», sagt Aboulafia.

580 Milliarden Dollar für Verteidigung

Obama, der sich eigentlich dem Aufbau des eigenen Landes widmen wollte, gab den Befehl zur Verlegung von 1600 Soldaten in den Irak. Den Einsatz von Kampftruppen hat der US-Präsident ausgeschlossen, die Soldaten sollen nur das irakische Militär beraten und wichtige US-Einrichtungen schützen. Dennoch brachte er eine Mission ins Rollen, die Jahre dauern könnte und deren Ende noch nicht abzusehen ist.

«Es ist unglaublich schwer, nein zu sagen, wenn man im Krieg ist»

Loren Thompson vom in der Politikberatung tätigen Lexington Institute

Die Rufe aus dem Kongress in Washington nach harten Einschnitten im Verteidigungsbereich sind weitgehend verstummt. Selbst die für einen Minimalstaat eintretende Tea-Party-Bewegung habe ihre Kritik an Militäreinsätzen im Ausland abgemildert, sagt Aboulafia.

Im gerade abgelaufenen Haushaltsjahr 2014 betrug das US-Verteidigungsbudget rund 580 Milliarden Dollar. Die USA sind damit weiter auf Platz eins in der Rangliste der nationalen Verteidigungsbudgets – und gaben alleine mehr Geld «für Verteidigung» aus als alle acht nachfolgenden Staaten zusammen.

Das Pentagon hat nun gute Argumente, sein Stück am Haushaltskuchen in den kommenden Jahren wieder zu vergrössern. Widerstand aus dem Kongress dürfte nur wenig kommen. «Es ist unglaublich schwer, nein zu sagen, wenn man im Krieg ist», sagt Loren Thompson vom in der Politikberatung tätigen Lexington Institute. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 18.10.2014 13:21
    Highlight Der Militärisch-Industrielle-Komplex in den USA sagte schon immer wo es bei der Politik lang geht. Der US-Industrie, die grosse Parteispenden macht, geht es gut. Da hängt viel Technologie und Geld drin, das auch Arbeitsplätze bedeutet. Das mag pervers klingen, doch alle machen da mit. Selbst die Schweiz pflegt eine Rüstungsindustrie als "neutraler" Staat.
    2 5 Melden
    • AdiB 18.10.2014 14:04
      Highlight ist aber lustig zu sehen/hören wieviele menschen das nicht kapieren.
      0 1 Melden
  • EvilBetty 18.10.2014 11:12
    Highlight «VERTEIDIGUNGSindustrie», that's cute.
    5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 18.10.2014 15:19
      Highlight "Die USA sind damit weiter auf Platz eins in der Rangliste der nationalen Verteidigungsbudgets."

      Enorm was man ausgeben muss um sich uberall nur nicht auf eigenem boden zu verteidigen.
      1 1 Melden
  • AdiB 18.10.2014 08:57
    Highlight ein kurdischer kumpel hat gesagt, dass die amis gar nichts treffen beim bombardieren. abgekatertes spiel sei das. munition verschwändung um neu zu verkaufen.
    1 8 Melden
    • poesie_vivante 18.10.2014 09:30
      Highlight Die USA bekämpfen ein Monster, welches sie selbst zu verantworten haben. 50 Jahre gescheiterte Nahostpolitik der USA ist für die Region nicht so leicht zu verkraften. Dazu eine kurze Geschichtslektion aus der Sendung "Die Anstalt" aus dem ZDF, welche "Ursachenforschung" betreibt:
      7 5 Melden
    • quark 18.10.2014 11:32
      Highlight Nur schade dass niemand der USA sagte, wie man es richtig macht. Vermutlich hockten die heutigen Besserwisser vor dem TV und haben primitive Soaps eingesaugt. Zudem, immer wenn jemand etwas macht kommen die Kritiker aus dem Bett gekrochen.
      6 3 Melden
    • goschi 18.10.2014 11:41
      Highlight AdiB, ein amerikanischer Kumpel hat mir gesagt, dass die Regierung Aliens in Roswell gefangen hält und mittels Chemtrails die Kommunisten genetisch ausrottet.

      Was das mit Ihrer Aussage zu tun hat? der Wahrheitsgehalt ist identisch und die Quellenlage ist gleich irrelevant.
      4 1 Melden
    • AdiB 18.10.2014 12:28
      Highlight aha goschi. ich meins ernst. scheinbar beruchten kurdische medien was anderes als unsere. aber egal, wie es aussieht ist man gleich ein idiot lügner oder sonst was wen man die usa kritisiert.

      nebenbei bei wievielen genociden auf der welt hat die usa nichts unternohmen? und erst nach dem massaker reagiert?
      2 5 Melden
    • goschi 18.10.2014 13:57
      Highlight Ich meine es auch ernst, das ist Schwachsinn, Verschwörungsgebrabbel, mehr nicht.
      5 1 Melden
    • goschi 18.10.2014 15:36
      Highlight Und nebenbei, man ist nicht ein idiot und Lügner wenn man die USA kritisiert, man ist ein Idiot und Lügner wenn man an den haaren herbeigezogene Verschwörungstheorien zusammendichtet um eine Argumentation aufzubauen, die keiner Untersuchung standhält.

      Und ja, bei wievielen Genoziden hat die USA denn nichts unternommen, wo sie hätten eingreifen können?
      Bitte nennen Sie Fakten, Belege, Quellen, seriöse Hintergrundinformationen, keine Andeutungen!
      3 0 Melden
    • AdiB 18.10.2014 19:51
      Highlight srebrenica. palastina. sabra und schatila. dieser koni in afrika vor ein par jahren. brauchst du fakten und quellen. googel es mal. mach die aufen auf. weist du welches massaker die briten 1933 an den arabern anrichteten. die amis wusten bescheid. komm hör auf mit diesen forderungen von quellen und belegen!
      0 3 Melden
    • AdiB 18.10.2014 19:52
      Highlight und srebrenica war noch vor 20 jahren hier in europa!
      0 3 Melden
    • goschi 18.10.2014 20:33
      Highlight Quellen und Belege sind der Kern jeder glaubwürdigen Argumentation, dass Ihnen dies derart unnötig erscheint, ist entlarvend.

      -Srebrenica, die Leitung über die UN-Mission hatten die Niederlande, nicht die USA.
      -Palästina, welcher Genozid? Wortbedeutung nachschlagen, bevor man es so locker verwendet
      -1933 waren die USA keine Weltmacht und immer noch stark isolationistisch orientiert.
      -Koni? also ist die USA ab sofort für jeden kleinen Warlord irgendwo auf der Welt verantwortlich?

      komische Zusammenstellung, die primär davon zeugt, dass Sie keinerlei Ahnung haben, wovon Sie übrhaupt schreiben.
      4 1 Melden
    • AdiB 18.10.2014 23:08
      Highlight ja sind sie. sie füren sich auf wie die weltpolizei und mischen sich gerne ein. aber wenns nichts zu hollen hat helfen sie nicht. die amis kotzen mich an. denkst du im ernst dennen sind die kurden wichtig? dennen ist kein volk wichtig für ihre eigeninteressen.
      0 1 Melden
    • AdiB 18.10.2014 23:09
      Highlight und wer hat dan im balkan krieg das dayton abkommen auf den tisch gelegt? nach dem soviele zivilisten starben? es waren amis!
      0 1 Melden
    • goschi 19.10.2014 09:36
      Highlight Sie verwirren mich.
      Ist das Abkommen von Dayton jetzt etwas schlimmes? Es hat die Jugoslavienkiege beendet.

      Und die USA unternehmen nur etwas bei Bodenschätzen?
      -Sich mal gezielt über UNOSOM I und II informieren (und die innenpolitischen Folgen innerhalb der USA)
      -Katastrophenhilfe nach dem Erdbeben von Haiti, dem Tsunami von 2004 (und vielen anderen)

      Ich könnte noch viele andere Beispiele nennen, aber vermutlich wird den USA immer unterstellt, nur das schlechte zu wollen.
      Die USA sind keine Heiligen, aber diese geradezu bösartige Unterstellungen haben einfach einen bart.
      1 0 Melden
    • AdiB 19.10.2014 11:09
      Highlight das dayton abkommen ist dafür schuld das ein land wie bosnien das voller bodenschätze ist nicht weiter kommt! das dayton abkommen spaltet das land. in eine RS und Federation. und auch presidentenwahlen werden getrennt geregelt. die usa hat dank dem abkommen jedes recht jede mine auszuschürfen. die leute dort hungern in einem käffig voller nahrung. wenn sie fakten brauchen. reden sie mit den leuten von dort.
      0 1 Melden
    • goschi 19.10.2014 14:38
      Highlight Was ein Schwachsinn
      Reiner, purer und absolut unglaublicher Schwachsinn, was Sie da zusammendichten, anders kann man das gar nicht nennen.
      Das Abkommen von Dayton war die einzig reale Möglichkeit, die Konfliktparteien in eine gemeinsame Lösung zu integrieren und langfristig daran teilhaben zu lassen ohne erneut sofort wieder Unzufriedenheit über eine einseitige Bevorteilung aufkommen zu lassen.

      Und bitte sehr welche Bodenschätze hat den Bosnien-Herzegowina? nennen Sie mir doch ganz konkrete Beispiele, auch solche bei denen "der Ami" die Bodenschätze einseitig ausbeutet.
      0 0 Melden
    • goschi 19.10.2014 14:40
      Highlight Und nebenbei, Bosnien-Herzegowina kommt nicht vom Fleck, weil es in den Köpfen zu vieler immer noch im alten Hass steckt, statt vorwärtszublicken, das ist im ganzen Balkan das Hauptproblem!
      Immer sind die anderen Schuld, egal ob es die Nachbarn, die EU oder die Amerikaner sind, Sebstreflexion findet da unten schlicht nicht statt, man sieht sich immer nur als Opfer der Anderen und rechtfertigt damit dann das eigene Vorgehen.
      Sie selbst zeigen genau das gleiche Denkmuster.
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    • AdiB 25.10.2014 02:22
      Highlight eisen, kohle, salz, gold, kupfer sind ein par beispiele. vorallem ist bosnien reich an eisen.
      wie gesagt unterhalten sie sich mal mer mit menschen aus dem balkan zu dem thema.
      0 0 Melden

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