Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der nächste Nagel im Sarg der Taxi-Branche: BMW plant europäisches Uber

Der Autokonzern BMW sucht neue Geschäftsfelder. Mit Drive Now investieren die Bayern bereits ins Carsharing-Geschäft, jetzt wollen sie nach Spiegel-Online-Informationen auch einen Mitfahrdienst gründen.

14.03.16, 09:29


Ein Artikel von

BMW will in Europa einen Konkurrenten zum Taxi-Fahrdienst Uber aufbauen. «Wir können uns vorstellen, unser Carsharing weiter auszubauen und in Richtung Ridesharing zu entwickeln», sagte BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer zu Spiegel Online. Als Ridesharing wird die Mitnahme von Personen in einem privaten Pkw bezeichnet.

Ridesharing gehört zu einem der am schnellsten wachsenden Angebote im noch jungen Markt für geteilte Mobilität. In den USA dominiert Uber das Geschäft, während in China das lokale Unternehmen Didi Kuaidi die Marktführerschaft hat. In Europa scheiterte bisher ein Vorstoss von Uber an der Rechtsprechung in einigen Ländern. Frankreich oder Deutschland haben das mit 51 Milliarden Dollar bewertete Start-up aus dem Sillicon Valley verboten, weil der Dienst gegen das Personenbeförderungsgesetz verstösst. Geklagt hatte in Deutschland der Verbund Taxi.

Dass Uber in Europa bisher nicht Fuss fassen konnte, liege auch an der «Cowboy-Mentalität des Silicon Valleys», sagte Schwarzenbauer, der im BMW-Vorstand unter anderem für Mini, Rolls-Royce, aber auch Drive Now und i Ventures zuständig ist, eine Venture Capital Gesellschaft, die in Dienstleistungen investiert. «Europa tickt kulturell anders.» So hat sich Uber in den USA bei seiner Etablierung einfach über bestehende Gesetze hinweggesetzt, wuchs rasant und ist heute in Städten wie San Francisco nicht mehr wegzudenken. Die offizielle Erlaubnis für sein Mobilitätsgeschäft erhielt das Unternehmen, an dem der Suchmaschinenbetreiber Google beteiligt ist, erst nachträglich.

BMW könnte auf die Drive-Now-Flotte zurückgreifen

In Europa kommt so ein Vorgehen schlecht an. Wenn BMW sein Ridesharing-Angebot erfolgreich platzieren will, könne dies nur im Konsens mit allen Beteiligten gehen, glaubt Schwarzenbauer. Die Erfahrungen aus dem Carsharing helfen dem Unternehmen dabei. In Deutschland betreibt BMW gemeinsam mit der Autovermietung Sixt Drive Now.

Wie ein mögliches Ridesharing-Konzept von BMW konkret aussehen könnte, sagte Schwarzenbauer nicht. Vorstellbar sei aber, dass der geplante Uber-Konkurrent auf die Flotte von Drive Now zurückgreift, das bereits in Deutschland, Dänemark, Grossbritannien, Schweden und Österreich vertreten ist.

Studenten, die nach einem Job suchten, könnten sich einen Drive Now buchen und damit Ridesharing betreiben. Gerade Freitag- oder Samstagnacht, wenn bei Taxis in Deutschland Hochbetrieb herrscht, könnte dies für die Fahrer lukrativ sein. Drive-Now-Fahrzeuge sind besonders häufig abends frei.

Uber will in Europa weiter angreifen

Für den BMW-Konzern, der mit Daimler bei alternativen Mobilitätskonzepten der Autobranche die Nase vorne hat, muss es vor allem darum gehen, möglichst schnell eine Spitzenposition in Europa einzunehmen. «Uber wird sicher noch einmal einen zweiten Anlauf in Europa unternehmen», sagte Schwarzenbauer. Gibt es aber erst einmal einen Platzhirschen, liesse sich dieser nur schwer wieder verdrängen.

Dass BMW für seine Ridesharing-Pläne nach einem Partner sucht, ist wahrscheinlich – allein um die Software für den Dienst zu entwickeln und aktuell zu halten. In Deutschland böten sich dafür verschiedene Partner an, beispielsweise das Hamburger Start-up Wunder Car, das mit seinem Mitfahrdienst bereits in Städten wie Budapest, Prag, Warschau und Istanbul gestartet ist. Im vergangenen Jahr wurde über einen Einstieg von BMW bei Wundercar spekuliert, damals kam es nicht dazu. Dafür beteiligte sich Konstantin Sixt an dem Hamburger Unternehmen.

Was du über den Fahrdienst Uber wissen musst

Die Waschmaschine hat uns das Leben erleichtert – die Digitalisierung wird es revolutionieren

Stehen wir an der Pforte zum Himmel oder zur Hölle? Zwei grundverschiedene Zukunftsszenarien

«Eine Maschine wird niemals ein Bewusstsein haben»

Der neue Wohlstands-Faschismus ist da – und auch die alte Unfähigkeit, dagegen anzukämpfen

Wenn wir Glück haben, behalten uns die Roboter als Haustiere

Die Stadt der Zukunft? «Wohnen 500 Hipster nebeneinander, bringen sich 300 gegenseitig um»

Das bedingungslose Grundeinkommen hat nichts mit Sozialismus und Schlendrian zu tun – es würde uns von staatlicher Hilfe emanzipieren

Einer der mächtigsten Notenbanker warnt vor der Klimaerwärmung

Eine wahrhaft liberale Marktwirtschaft: «Wenn Kooperation, Respekt und Grosszügigkeit belohnt werden, ist eine ethische Wirtschaftsordnung möglich»

Die Schweden sagen: Sechs Stunden Arbeit sind genug – das freut Arbeitnehmer wie Firmen

Alle Artikel anzeigen

Danke VW! Dein Skandal hat (vielleicht) die Welt gerettet

Ein merkwürdiger «Tagi»-Artikel ändert nichts daran: Der Tesla ist eine gute Sache

Von wegen Yuppie-Spielzeug: Tesla versetzt die Autoindustrie in Angst und Schrecken

«Das Auto der Zukunft wird eine Mischung aus Büro und Wohnzimmer sein»

präsentiert von

mhu

Abonniere unseren Daily Newsletter

16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sagitarius 14.03.2016 12:41
    Highlight Warum fahren die Taxi Fahrer nicht für Uber? Wär doch ein Nebenverdienst. Oder?
    4 1 Melden
    • Hierundjetzt 14.03.2016 14:37
      Highlight ...weil Taxifahrer ein Beruf und kein Hobby ist
      2 2 Melden
    • Sagitarius 14.03.2016 16:48
      Highlight Dann mach Dein Hobby zum Beruf! 😉
      0 0 Melden
  • Digital Swiss 14.03.2016 12:34
    Highlight Meine Lieblings-Vision ist eine Kombination aus Car Sharing, Elektroauto, selbstfahrend und mit einem Service wie zB Uber gekoppelt. Toll nicht. Da braucht es nur noch 20% der Autos auf der Strasse, keine Parkplatzprobleme, Staus etc. Und plötzlich wird Mobilität fair. (Siehe Peter Kruse, Gunter Dueck auf YT)
    7 0 Melden
  • Donald 14.03.2016 12:18
    Highlight Das ist nicht der Nagel im Sarg der Taxi-Branche, sondern sogenannter Wettbewerb. Dieser wurde bisher an vielen Orten durch krasse Regulierung ausser Kraft gesetzt. Es wird endlich Zeit, dass Wettbewerb herrscht, wie sonst überall. Ausser natürlich in der Landwirtschaft :)
    18 1 Melden
  • 7immi 14.03.2016 12:04
    Highlight aus einem bestimmten grund hat man seinerzeit die ruhezeitverordnung, fahrtenschreiber und 0.0 promille eingeführt. all diesen regelungen sind diese unternehmen nicht unterstellt. wie das sicherheitstechnisch aussieht ist fraglich, schliesslich wurden diese regelungen nicht aus spass eingeführt. leider wird der markt durch solche unternehmen zerstört. entweder zählen die regeln für alle oder für niemanden. dann ist es wettbewerb. momentan wird mit ungleichen ansätzen gemessen...
    3 10 Melden
    • Hackphresse 14.03.2016 13:23
      Highlight Uber Black und UberX sind den Taxiregeln unterstellt.
      Uber Pop ist es nicht.
      3 2 Melden
    • 7immi 14.03.2016 14:10
      Highlight sie halten sich zwar nicht an die taxiregeln, aber an die übrigen betreffend berufsmässiger personentransport. das ist richtig. das konzept von bmw geht aber in richtung uber pop...
      2 1 Melden
    • winglet55 16.03.2016 11:59
      Highlight Ui ich erinnere mich noch gut, als ich leicht übermässig erfrischt, mich in Zürich in ein Taxi gesetzt habe um nach Dietikon chauffiert zu werden. Der 0.0 Promille Fahrer hat sich unterwegs genüsslich einen "Ofen" reingezogen........
      0 0 Melden
    • Hackphresse 16.03.2016 13:32
      Highlight Genau 7immi! Habs richtig gemeint aber falsch ausgedrückt.
      Ich hab mich mit einem Taxifahrer mal über diese Thematik unterhalten.
      Bei gewissen Zentrallen muss man pauschal 1000.- Monatlich zahlen, um für die dann fahren zu dürfen. Bei Krankheit gibt es nichts zurück. Ich bin mir darum nicht sicher ob uber so viel schlechter ist.
      Wenn bei einem Anbieter pro Fahrt AHV beiträge usw. automatisch mit dem Fahrpreis abgerechnet würden und der Fahrpreis um die 3 CHF/km und 1-2CHF/min liegt und ALLE Fahrer ein Mindestmass an Service und Anstand an den Tag legen, würde ich Uber links liegen lassen.
      0 0 Melden
    • 7immi 16.03.2016 14:39
      Highlight ich frage mich einfach, wie das ganze rentabel sein kann... rechnen wir mal wie bei den steuern mit 70 rappen / km betriebskosten. dies x2 da hin und zurück. sind wir bei 1.40. jetzt noch den lohn dazurechnen mit nachtzuschlag und ahv iv abgaben... ist mir ein rätsel... ausser natürlich die app erzeugt eine hohe auslastung. das könnte natürlich sein...
      1 0 Melden
  • Cool Beans 14.03.2016 11:18
    Highlight Die Taxi-Branche muss sich anpassen.
    11 1 Melden
  • scriptCH 14.03.2016 10:02
    Highlight schluss entlich muss man doch einfach mit der zeit gehen....=)
    17 2 Melden
  • herschweizer 14.03.2016 09:41
    Highlight ich finde die Idee besser als Uber und ich glaube mal auch sie schadet dem Taxigewerbe geringer... wenn das alle Hersteller machen würden würde ein Markt entstehen der sich reguliert nicht wie jetzt bei uber
    13 7 Melden
    • Damien 14.03.2016 09:55
      Highlight @herschweizer
      Und was geschieht jetzt zusätzlich durch Uber wenn nicht Regulation?
      10 0 Melden
    • herschweizer 14.03.2016 12:43
      Highlight uber verliert sozusagen das monopol... oder und wünsche ich mir natürlich auch dass uber durch neue notwendige Regularien weggewischt wird
      3 1 Melden

Porsche drosselt wegen Abgaswerten Verkauf von Neuwagen in Europa

Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche verkaufe ab sofort keine Neuwagen mehr in Europa, dies berichtete die FAZ. Grund: Man komme bei der Anpassung an die neuen Abgasnormen nicht hinterher.

Offenbar hat Porsche die neuen Anforderungen für die Zulassungen von Autos, die in diesem Jahr in Kraft treten, unterschätzt. 

Wer einen Porsche kaufen möchte, muss entweder lange Wartezeiten einrechnen oder auf ein Modell nach alten Abgas-Richtlinien zurückgreifen, heisst es in dem Bericht.

Kurz nach …

Artikel lesen