Wirtschaft

Uli Hoeness wurde am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Bild: EPA/dpa

Beihilfe zu Steuerhinterziehung

Schweizer Vontobel-Banker und Hoeness-Vertrauensmann in Polen verhaftet

23.10.14, 12:14 23.10.14, 19:19

Er war der Vertrauensmann von Uli Hoeness bei der Bank Vontobel: Jetzt wurde Jürg Hügli vorübergehend verhaftet. Wie eine deutsche Regionalzeitung berichtet, wurde er in der polnischen Hauptstadt Warschau festgenommen und später auf Kaution wieder freigelassen. Die Polizei handelte offenbar im Auftrag des bayrischen Landeskriminalamts. Dem Vontobel-Banker wird «Beihilfe zu Steuerhinterziehung» vorgeworfen.

Damit fällt der Fall Hoeness ein weiteres Mal auf die Bank Vontobel zurück. Hügli habe wesentlichen Anteil daran, dass der ehemalige Präsident des FC Bayern München insgesamt rund 38 Millionen Euro Steuern hinterziehen konnte, werden die deutschen Behörden zitiert.

Prozess machte Hügli bekannt

Bekanntheit erlangte Hügli erstmals im Prozess gegen Uli Hoeness. Zwar wurde dem Vontobel-Banker während des gesamten Verfahrens gegen den langjährigen Präsidenten des FC Bayern nichts vorgeworfen. Doch sein Name und die für Hoeness getätigten Geschäfte kamen an die Oberfläche.

Hoeness wurde am 13. März 2014 von der 5. Strafkammer des Landgerichts München II wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Er trat daraufhin von seinen Funktionen als Präsident des FC Bayern München und als Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG zurück.

Zusammenarbeit seit Neunzigerjahren

Hügli leitete jahrelang den Devisenhandel der Bank Vontobel. Er gehörte damit zum obersten Kader in der Sparte Investment Banking. Laut Insideparadeplatz habe der Vontobel-Banker Hoeness seit den Neunzigerjahren betreut. Die Beziehung des deutschen Ex-Nationalspielers und Ex-Bayern-Präsidenten gehe aber noch weiter zurück.

Mitte der 1970er-Jahre hatte Hoeness offenbar einen anderen Banker der Vontobel kennengelernt, heisst es; und zwar, wie am Münchner Prozess bekannt wurde, in der Lenzerheide in den Bündner Bergen.

Bei der Bank Vontobel hält man den Ball flach. Sprecherin Rebeca Garcia sagt auf Anfrage: «Wir bestätigen die Festnahme eines Mitarbeitenden im Ausland, kommentieren diese aber nicht, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, mit dessen Details wir derzeit nicht vertraut sind.» (sza)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Jay_Jay 23.10.2014 12:19
    Highlight Was mich mal interessieren würde, was ist eigentlich mit dem geschehen, der die Daten den Behörden gegeben hat? War da nicht was mit Datenschutz und so? Das eine ist eine Straftat, bestimmt und soll auch bestraft werden, doch das andere auch....
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