Wirtschaft

Für diese doofe Werbung muss die Kosmetikfirma Dove (zurecht) sorry sagen

Dunkle Haut kann weiss werden, dank eines Duschgels - diesen Eindruck vermittle eine Kosmetik-Werbung, monierten Kritiker - und warfen dem Hersteller Rassismus vor. Die Firma reagierte.

09.10.17, 14:09

Ein Artikel von

Die Kosmetikfirma Dove hat sich nach heftigen Rassismus-Vorwürfen für ein Werbevideo auf Facebook entschuldigt. Die Werbung sei unbedacht und zeige Frauen mit dunkler Haut nicht in angemessener Weise, hiess es in einem Statement. Dove entfernte den Clip aus dem Netz.

In dem rund drei Sekunden langen Video war zu sehen, wie eine schwarze Frau ihr braunes T-Shirt auszieht. Darunter - so der Eindruck der Betrachter - kommt dann eine weisse Frau mit hellem T-Shirt zum Vorschein. Auch diese Frau zieht ihr T-Shirt aus, worunter wiederum eine Frau mit dunklerer Haut in dunklerem T-Shirt zum Vorschein kommt.

In sozialen Netzwerken monierten diverse Kritiker, der Spot sei rassistisch. Sie fanden, es entstehe der Eindruck, dass sich Schwarze mit einem Duschgel quasi «weiss» waschen sollten. Eine entsprechende Diskriminierung, wonach dunkle Haut als schmutzig gilt, habe in der angloamerikanischen Werbung eine lange Tradition, schreibt auch die New York Times und verweist auf eine Reklame von vor rund hundert Jahren: «Warum wäscht dich deine Mami nicht mit Fairy Seife?», sagt darin ein weisses zu einem schwarzen Kind.

Umso empörter reagierten Kritiker auf die aktuelle Dove-Werbung: «Ein sauberer Körper ist nicht ein weisser Körper, und schwarze Körper sind nicht automatisch dreckig», schrieb etwa Abigail Sewell, Soziologieprofessorin an der Emory-Universität in Atlanta, bei Facebook. «Das Marketing-Team von Dove ist absolut rassistisch», meinte sie und kündigte an, die Produkte der Firma künftig zu boykottieren.

Dove dagegen versuchte eifrig, die Sache als schiefgegangene PR-Massnahme zu verkaufen. «Die Werbung sollte zeigen, dass das Duschzeug von Dove für jede Frau gedacht ist, es sollte ein Fest der Vielfalt sein, aber wir haben es falsch gemacht und im Ergebnis viele Menschen beleidigt», sagte Marissa Solan, eine Sprecherin von Dove, der Zeitung.

In einem offiziellen Statement hiess es: «Die Werbung zeigt nicht die Vielfalt echter Schönheit, an die Dove zutiefst glaubt. Wir entschuldigen uns sehr ernsthaft dafür und für den Ärger, den sie verursacht hat.»

Solan sagte, man werde intern Prozesse evaluieren, wonach Werbe-Inhalte entworfen und geprüft werden. Wie viele Menschen aus dem Unternehmen den Werbespot vorab für gut befunden hatten, und wie viele Afroamerikaner daran beteiligt waren, wollte sie nicht preisgeben. Dove gehört dem britisch-niederländischen Konzern Unilever.

Es ist nicht das erste Mal, dass Dove wegen rassistischer oder zumindest unsensibler Werbung kritisiert wird. 2011 zeigte die Firma einen Spot, in dem eine Frau mit dunkler Haut und eine mit heller Haut vor zwei Schildern mit «vorher» und «nachher» stehen.

fok/AP

Das könnte dich auch interessieren:

Wo ist Walter? (Natur-Edition) Diese 14 Tierarten haben Forscher erst vor kurzem entdeckt

Video zeigt dramatische Flucht von nordkoreanischem Soldaten

Til Schweiger hat sich mit diesem Facebook-Post mal wieder in Schwierigkeiten gebracht ...

Uber vertuscht massiven Hackerangriff – 57 Millionen Kundendaten weg

Das sind die populärsten (und fairsten) Smartphones der Schweiz

Weil es schon wieder früh dunkel wird: 13 Glühbirnen-Witze zum Abschalten

Hast du auch dieses Teil an deiner Heizung? So funktioniert es richtig

12 geniale Erfindungen, die deinen Koch-Alltag einfacher machen

Nach dem «Haka» der «All Blacks» bleiben die Waliser einfach stehen 

Die 10 witzigsten Rezensionen bei Amazon – zum Beispiel für diese Huhn-Warnweste

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ahaok 09.10.2017 21:25
    Highlight Ich sehe in der Werbung keine beleidigung. Die hellhäutige Frau zieht ihr T-shirt auch aus und wird zu einer Latina. Bedeutet dies also das Hispanische Frauen mehr wert sind?!
    0 0 Melden

Bis zu 100 Stellen betroffen: SIX plant Stellenabbau

Die Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX plant bis zu 100 Stellen in der Schweiz abzubauen. Nach der Übernahme des Kartenakzeptanz- und Verarbeitungsgeschäfts der Aduno Gruppe zieht die SIX ihre Standorte an ihrem Hauptsitz am Hardturm in Zürich zusammen.

Die Niederlassungen in Bedano im Tessin und in Oerlikon ZH sollen auf Ende 2018 geschlossen werden. Ein Teil der Stellen soll bis dahin durch natürliche Fluktuation abgebaut werden, wie die SIX am Montag mitteilte.

Das gesetzlich vorgeschriebene …

Artikel lesen