Wirtschaft
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Tourismusdirektoren und Skigebiete ziehen Bilanz

Skiers take a ski lift in Verbier with the village of Verbier in the background, Switzerland, Saturday, March 29, 2014. (KEYSTONE/Maxime Schmid)

Bild: KEYSTONE

Schwacher Winter = mickrige Umsätze + grosses Jammern

04.04.14, 11:26 04.04.14, 12:13

Der Winter ist vorbei. Nachtrauern tut ihm niemand. Auch nicht die Tourismusdirektoren. Denn kurz vor Ende der Saison müssen die Skigebiete eine schlechte Bilanz ziehen – dieser Winter hat die Kassen nicht klingeln lassen. Schuld daran waren die hohen Temperaturen und das schlechte Wochenendwetter.

Die Rothornbahn Lenzerheide-Valbella im Föhnsturm. Bild: KEYSTONE

«Es war kein einfacher Winter», sagt etwa Frédéric Füssenich, Tourismusdirektor von Engelberg-Titlis. Im Zentralschweizer Skigebiet fehlten vor allem die kurzentschlossenen Tagestouristen. Sie hätten wegen des warmen Wetters wenig Lust auf Wintersport gehabt, vermutet der Tourismusdirektor. Ähnlich tönt es im Berner Oberland: Die Bilanz für Januar und Februar sei «durchzogen», sagt Urs Pfenninger, Tourismusdirektor von Adelboden. 

Auch in Gstaad waren die beiden Monate schwierig, wie Bergbahndirektor Armon Cantieni erklärt. «Die Leute kommen heutzutage nur bei schönem Wetter.» Die Skigebietsbetreiber spürten auch die Häufung von Föhntagen im Januar und Februar: Wegen der starken Winde liefen beispielsweise in Engelberg wie auch in Gstaad an sechs Tagen die Bahnen nur eingeschränkt oder waren gar abgestellt. 

Guter Start in den Winter

Corviglia, St. Moritz im Dezember. Bild: KEYSTONE

Dabei hatte alles so gut begonnen: «Wir hatten einen optimalen Saisonstart in Engelberg», sagt Füssenich. Es schneite im November, und die Daten der Festtage machten lange Winterferien möglich. Zufrieden mit dem Dezember sind auch die Verantwortlichen in Gstaad und Adelboden. Insgesamt ist die Zwischenbilanz in Engelberg und den anderen Orten Anfang April denn auch nicht so schlecht. 

In Adelboden liegen die Zahlen der Bergbahnen bis zum 24. März im «Fünfjahresschnitt», in Gstaad sind die Frequenzen aktuell nur 6 Prozent tiefer als im Vorjahr. Zudem ist die Saison in den meisten Wintersportorten noch nicht zu Ende: Ein Grossteil der Bahnen wird bis am Ostermontag betrieben. 

Lenzerheide profitiert von Verbindung 

Von wegen schlechtes Wochenendwetter: Frühlingsskifahrer konnten dieses Jahr viele sonnige Tage geniessen. Hier in der Lenzerheide. Bild: PHOTOPRESS

Sehr zufrieden mit dem Winter 2013/14 sind die Verantwortlichen in der Lenzerheide: Das Bündner Skigebiet hat sich am 18. Januar stark vergrössert, als die Verbindungsbahn nach Arosa den Betrieb aufnahm. «Die Eröffnung hat sehr viel ausgelöst», sagt Tourismusdirektor Bruno Fläcklin. Bis Ende März gab es in den Skigebieten Arosa und Lenzerheide zusammengenommen 4,5 Prozent mehr Eintritte als im Winter davor – obwohl laut Fläcklin auch für sie das Wetter nicht ideal war.

Das Hotel The Chedi in Andermatt hatte einen positiven Effekt. Bild: KEYSTONE

Von einem Sondereffekt profitierte auch Andermatt: Kurz vor Weihnachten wurde das Luxushotel Chedi eröffnet, das Kronjuwel des Tourismusresorts des Investors Samih Sawiris. «Es hat ein gewaltiges Medienecho ausgelöst», sagt Tourismusdirektorin Bernadette Christen – am ersten Januarwochenende kamen einzig wegen des Hotels 1000 Personen in das Urner Bergdorf. Die Saisonbilanz des Skigebiets Andermatt wird aber wahrscheinlich dennoch leicht schlechter als letztes Jahr ausfallen – «Es gab im Januar und Februar fast keine stabile Schönwetterperiode», sagt Christen. Besonders an den Wochentagen seien wahrscheinlich weniger Leute gekommen.  

Mieser Februar

Der Februar war für die Tourismusbranche insgesamt kein guter Monat: Die Anzahl der Übernachtungen sind um fast vier Prozent auf 2,9 Millionen eingebrochen. Vor allem die Schweizer Gäste haben sich weniger in die Wintersportorte locken lassen. 

Auf ihr Konto gehen zwar immer noch 1,4 Millionen Übernachtungen. Das entspricht aber einem Rückgang von 6 Prozent. Die ausländischen Gäste generierten 1,5 Millionen Logiernächte (-1,8 Prozent). Werden die Übernachtungen von Januar und Februar kumuliert, ergibt dies 5,7 Millionen Logiernächte. Dies entspricht einer Abnahme von 1,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. (dwi/sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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