Wirtschaft
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Von der Goldschmiede in die Bank: Der grosse Haken der Vollgeld-Initiative 

Vollgeld ist nicht so kompliziert, wie die Gegner der Initiative behaupten. Aber es ist auch keine Wunderwaffe für ein sicheres Finanzsystem, wie es die Befürworter versprechen.

01.05.18, 10:51 02.05.18, 06:25


Wer sich die Mühe gibt zu verstehen, was die Vollgeld-Initiative will, gerät bald einmal ins Schleudern. Welcher Laie kann schon eine Bankbilanz lesen, wer kennt den Unterschied zwischen Innen- und Aussengeld, und wer weiss um die Bedeutung der Geldmenge?

Zum Glück gibt es eine simple Erklärung: Die Vollgeld-Initiative will, dass unser Bankensystem so funktioniert, wie es sich nach wie vor die meisten von uns vorstellen: Die Nationalbank druckt das Geld. Wir bringen unsere Ersparnisse auf die Bank. Diese verleiht es an kreditwürdige Kunden – und alle sind happy.

Soweit der Wunsch. Die Realität ist eine andere, und sie hat bereits im ausgehenden Mittelalter in England begonnen. Damals war Gold das Mass aller Dinge in Sachen Geld. Wer zu viel davon hatte, liess es beim Goldschmied aufbewahren, weil es dort sicher war.

Der Goldschmied fertigte im Gegenzug eine Note aus, eine Art Quittung, die es dem Eigentümer erlaubte, sein Gold wieder abzuheben. Der Goldschmied seinerseits stelle für seine Dienste eine Gebühr in Rechnung.

Goldschmiede bei der Arbeit, 16. Jahrhundert. Bild: pinterest

Bald jedoch erkannten clevere Goldschmiede, dass es ein viel einträglicheres Geschäft mit dem aufbewahrten Gold gab. Im Wissen, dass nie alle Goldbesitzer gleichzeitig ihr Gold abheben wollen, gaben sie mehr Noten aus als sie Gold besassen. Heute würde man sagen: Sie erhöhten so via Kredit die Geldmenge.

Diese Kreditschöpfung war äusserst lukrativ. Ohne grossen Aufwand konnten die Goldschmiede happige Gebühren, sprich Zinsen, für ihre Kredite einheimsen. Diese Kreditschöpfung war nicht anrüchig, zumindest so lange nicht, wie die Kredite dazu dienten, die Wirtschaft produktiver zu machen.

Wurde das Geld beispielsweise dazu gebraucht, neue Strassen oder Kanäle zu bauen oder um Handwerker bessere Werkzeuge zu finanzieren, dann ging die Rechnung auf: Die Wirtschaft wuchs und damit auch der Wohlstand. Es ist daher kein Zufall, dass die industrielle Revolution auf der britischen Insel begann: Ohne Kredite hätte sie nicht finanziert werden können.

Kreditschöpfung war jedoch schon damals nicht nur ein Segen. Goldschmiede sind auch nur Menschen. Sie wurden gierig und begannen, zu viele Noten auszustellen; so viele, dass ihre Goldbestände zu klein wurden.

Wenn Menschen zu gierig werden ... «Verkaufsvertrag» des flämischen Malers Quentin Massys, 1515. bild: gandalfsgallery

Das merkten auch ihre Kunden. Es entwickelte sich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Aus Angst, bei einer Pleite des Goldschmiedes ihr Gold zu verlieren, forderten die Eigentümer es zurück. Weil dies alle gleichzeitig taten, war der Goldschmied tatsächlich pleite – und die Eigentümer verloren tatsächlich ihr Gold.

Das Noten-Prinzip der Goldschmiede gilt im Wesentlichen auch heute noch für die Geldschöpfung der Geschäftsbanken. Sie verkaufen via Kredit Geld. Genauso wie ein Bäcker möglichst viel Brot verkaufen will, trachtet ein Banker danach, möglichst viel Kredit schöpfen zu können. Schliesslich ist es ein gutes Geschäft.

Auch Banker sind nur Menschen. Sie wurden übermütig und gierig zugleich und brachten zu viele Kredite unter die Menschen. Nicht immer wurden diese vernünftig investiert. Wurden zu viele Kredite faul, wurde es für die Banken eng. Wie einst die Goldeigentümer wurden auch die Sparer misstrauisch und wollten ihr Geld zurück. Wieder entstand die bereits geschilderte, sich selbst erfüllende Prophezeiung. Nur erhielt sie jetzt einen Namen: Bank Run. So bezeichnet man den Tatbestand, wenn alle Sparer gleichzeitig ihr Geld abheben wollen.

Massenauflauf vor dem Eingang der Spar- und Leihkasse Thun (SLT) am 10. September 1991, bevor sie wegen Ueberschuldung im Oktober des selben Jahres geschlossen werden musste. (KEYSTONE/Str)

Bank Run vor dem Eingang der Spar- und Leihkasse Thun am 10. September 1991, bevor sie wegen Überschuldung im Oktober desselben Jahres geschlossen werden musste. Die Kunden verloren 223 Millionen Franken. Bild: KEYSTONE

Einen Bank Run überlebt keine Bank, auch eine gesunde nicht. Wie beim Dominospiel kann er eine Kettenreaktion auslösen und das gesamte Finanzsystem lahmlegen. Bank Runs sind für eine Volkswirtschaft äusserst schädlich. Deshalb begann man auch, nach Mitteln und Wegen zu suchen, sie zu verhindern – und wurde dabei fündig.

Zum einen entwickelte man die Einlageversicherung. In der Schweiz erhält jeder Bankkunde bis zu 100’000 Franken seines Sparvermögens von dieser Versicherung, sollte seine Bank pleite gehen. Damit hat der grösste Teil der Kleinsparer keinen Grund mehr, in Panik sein Geld abzuheben. Wer über ein grösseres Sparguthaben verfügt und auf Nummer sicher gehen will, kann sein Geld auf mehrere Institute verteilen.

Die Zentralbank – wahlweise auch Noten- oder Nationalbank genannt – ist die zweite Versicherung gegen einen Bank Run. Sie muss nicht nur für eine sicherer Währung, sondern auch für ein sicheres Bankensystem sorgen. Deshalb spielt sie in Krisenzeiten die Rolle des Retters in höchster Not, oft auch englisch als «lender of last resort» bezeichnet. Das bedeutet, dass die Zentralbank einer in Schieflage geratenen Bank die faulen Kredite abnimmt und sie gegen sichere eintauscht und so eine Kettenreaktion verhindert.

Umstrukturierung nach der Bankenkrise der 90er-Jahre: Montage des neuen Logos der fusionierten UBS 1998.  bild: keystone

Einlageversicherung und Zentralbanken haben dafür gesorgt, dass Bank Runs äusserst selten geworden sind. In der Schweiz ist dieses Phänomen zuletzt 1991 im Berner Oberland gesichtet worden, als die Thuner Sparkasse nach Bekanntgabe eines hohen Verlustes gestürmt wurde.

Das von Bank Runs weitgehend befreite Bankensystem ist jedoch nicht sicherer geworden. Es ist etwas entstanden, für das es leider nur einen englischen Begriff gibt: Moral Hazard. Grob gesagt versteht man darunter die Tatsache, dass Banker zu grosse Risiken eingehen können, weil sie wissen, dass sie es dank Einlageversicherung und Zentralbanken gefahrlos tun können.

Moral Hazard führt daher zu dem viel zitierten Kasino-Kapitalismus. Auf der Jagd nach einer immer höheren Rendite können Banker im Kasino zocken, ohne mit eigenem Geld dafür gerade stehen zu müssen. Dies gilt besonders dann, wenn ihre Bank «too big to fail» ist, will heissen: Sie muss auf jeden Fall vor einer Pleite geschützt werden, um eine desaströse Kettenreaktion im gesamten Finanzsystem zu verhindern.

Wie gefährlich das werden kann, hat die amerikanische Subprime-Krise gezeigt. Sie bildete den Auftakt zur Finanzkrise im Herbst 2008. Im Grunde genommen hat sich das alte Kreditspiel wiederholt, das wir von den Goldschmieden kennen. Anstatt Gold bildeten Immobilien die Basis der Kredite.

Subprime mortages nennt man die Hypotheken, die ab 2007 massig an US-amerikanische Kreditnehmer vergeben wurden, die im Grunde über keine oder keine genügende Bonität verfügten.

Im trügerischen Glauben, dass sich der Preis amerikanischer Häuser nur nach oben entwickeln und mit Hilfe von komplexen Finanzinstrumenten, schöpften die Banken immer mehr und immer riskantere Kredite. Sie bedienten sich eines Finanzinstrumentes namens CDO. Dabei handelt es sich um verbriefte Hypotheken, will heissen, Schuldbriefe, die handelbar sind. Diese Kredite wurden aufgesplittet, in verschiedene Risikoklassen unterteilt, neu verschweisst und als attraktive Anlage auf den Markt gebracht.

Dank den CDOs konnten die Banken eine gewaltige Kreditmenge schöpfen. Weil es so schön war, gingen sie noch einen Schritt weiter. Sie boten so genannte «synthetische CDOs» an. Dabei bildeten die Schuldscheine der Immobilien die Basis. Es wurden Schuldscheine auf Schuldscheine gestapelt, um die Kreditmenge noch weiter auszudehnen.

In der Theorie hätte man dieses Spiel unendlich weitertreiben können, in der Praxis nicht: Die Kreditschöpfung war endgültig zu einem Schneeballsystem verkommen. Als immer mehr Schuldner ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten, brach das Kartenhaus ein.

Wie einst die britischen Goldbesitzer mussten die Gläubiger feststellen, dass kein Gold mehr da war, respektive der Wert der Immobilien bei Weiten nicht mehr dem Umfang der Kredite entsprach. Es kam zu einem Crash, bei dem sie Immobilienpreise rund 40 Prozent einbrachen.

Die Finanzkrise hätte beinahe zu einer Kernschmelze des internationalen Finanzsystem geführt, ein Ereignis, das wir alle lieber nicht erleben möchten. Gerettet werden konnte das System nur dadurch, dass die Zentralbanken ihre Rolle als «lender of last resort» tatsächlich gespielt und das Finanzsystem mit Geld geflutet haben. Sie mussten so das Kreditgeld der Banken, das in gigantischem Ausmass vernichtet worden war, mit Zentralbankengeld ersetzen.

Das «Eccles Building», Hauptsitz der Federal Reserve in Washington, auch einfach die US-Notenbank genannt. bild: keystone

Die Rettung des Finanzsystems hat seinen Preis. Die Geldflut der Zentralbanken hat dazu geführt, dass die Zinsen bis heute unnatürlich tief, in der Schweiz gar teilweise negativ sind; und es ist alles andere als sicher, dass wir je wieder normale Zinssätze haben werden. Zudem haben die Zentralbanken weitgehend die Kontrolle über die Geschäftsbanken verloren. (Weshalb das so ist, ist eine technische Geschichte. Ihr müsst es mir ganz einfach glauben.)

Womit wir endlich wieder beim Vollgeld sind. Dieses Konzept ist bereits in den 30er-Jahren an der Universität von Chicago entwickelt worden. Es ist auch keine linke Idee, ein prominenter Befürworter war beispielsweise der Vater des Neoliberalismus, Milton Friedman.

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Milton Friedman (1912–2006). bild: wikimedia

Vollgeld will den Geschäftsbanken verbieten, via Kredit so genanntes «Fiat Money» zu schöpfen, «Geld aus dem Nichts», wie es auch genannt wird. Geschäftsbanken dürften nur noch entweder Spargelder verleihen oder Geld, das sie von den Zentralbanken erhalten haben. Der uferlosen Kreditschöpfung wäre damit ein Riegel geschoben.

Oder auch nicht. Das Problem der Vollgeld-Initiative liegt darin, dass sie die Cleverness der Banken unterschätzt. Schon zu Zeiten des Goldstandards haben sich die Banken mit Schecks aus den Kreditfesseln befreien können.

Die Digitalisierung hat ihre Möglichkeiten drastisch erweitert. Dazu kommt, dass wir heute streng genommen zwei Bankensysteme haben, das geschilderte und ein Schattenbankensystem (fragt nicht!), das noch schwieriger zu überwachen ist. Ob es möglich ist, in einer digitalen Welt mit analogen Mitteln einem ausgebufften Gegner die Stirne zu bieten, ist daher fraglich.

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77
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77Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • trubi 04.05.2018 09:50
    Highlight Ok. Sollen wir es nun auch unterlassen Verkehrsdelikte zu bestrafen, nur weil die Leute irgendwo eh zu schnell fahren? Mit oder ohne Schattenbanksystem: Vollgeld löst das too-big-to-fail-Problem. Das sollte uns doch interessieren! Am 10. Juni Ja!
    17 2 Melden
  • Freydenker 03.05.2018 04:04
    Highlight Der Vergleich mit den Goldschmieden ist meiner Meinung nach falsch.

    Erstens waren die Goldschmiede nicht so extrem voneinander abhängig wie die heutigen Banken.

    Zweitens ist die Krise 2008 ausgebrochen weil zu viele Immobilien auf dem Markt waren und die Schuldner nicht mehr bezahlen konnten was ein Preiszerfall auslöste anders bei den Goldschmieden wo nicht genug vorhanden war.

    Und die Argumentation gegen Vollgeld ist wie wenn ich sagen würde Diebstahl nicht belangen weil sie einen anderen weg finden werden sich ungerechtfertigt zu bereichern.


    15 2 Melden
  • Restseele 02.05.2018 22:30
    Highlight Also kurz zusammengefasst: eine völlig abstruse Initiative, die niemand wirklich abschliessend erklären kann, jedoch kreativen Kriminellen (wahrscheinlich) ungeahnte Möglichkeiten bietet. Bei allen Regulierungen, wurden Ausweichmanöver gebildet mit denen sich der Geldfluss wieder in Schwung bringen liess. Bei allen Bankenproblemen musste der Otto Normalverbraucher schlussendlich alles bezahlen. Zu so etwas undurchsichtigem kann ich nur Nein sagen. Beweise führe ich hier nicht auf. Die Befürworter haben ja auch nur Behauptungen. Dann lasst es mal blitzen....
    6 22 Melden
  • Pe_Ulrich 02.05.2018 11:54
    Highlight @Loepfe - noch zwei Punkte:
    3. Vollgeld ist nicht „analog“, vielmehr schafft die VGI just die rechtlichen Voraussetzungen, um elektronische Franken („digitale Währung“) als gesetzliches Zahlungsmittel mit oder ohne Blockchain zu etablieren.
    4. Das Vollgeldsystem ist nicht einfach identisch mit dem Vollreservesystem des Chicago Plans aus den 30er Jahren, sondern eine moderne Weiterentwicklung. (Die Differenz zu erläutern wäre eine „technische Geschichte“.)
    29 2 Melden
  • Pe_Ulrich 02.05.2018 10:24
    Highlight Lieber Philipp Löpfe, das ist eine wunderbar anschauliche und Erläuterung der Grundidee der Vollgeldinitiative! Nur zwei kleine Ergänzungen:
    1. Der schon vielseitig beklagte Schluss Ihres Textes ist ungefähr so, wie wenn man argumentieren würde: Die Kriminellen sind dem Rechtsstaat oft einen Schritt voraus - also lassen wir lieber gleich bleiben, sie zu verfolgen.
    2. Dass das Schattenbankensystem schwer regulierbar ist, ist v.a. ein Argument gegen die Auffassung vieler VGI-Gegner, es genüge, die Eigenmittelanforderungen an die Banken zu erhöhen. Die VGI greift da immerhin deutlich weiter.
    25 1 Melden
  • who cares? 02.05.2018 07:32
    Highlight @Löpfe Eine Frage wird mir nicht ganz klar. Wie verhindert Vollgeld, dass die Banken einfach nur noch härter zocken? Die Hauptverantwortung liegt dann ja bei der SNB. Die Banken nehmen Kredite auf und geben sie an jederman unabhängig ihrer Kreditwürdigkeit heraus. Kann die Person dann nicht mehr den Zins zahlen, kann es die Bank auch nicht mehr und hä blöd, ist es die SNB, die den Schaden hat. Oder mache ich hier einen Fehler?
    1 6 Melden
    • Philipp Löpfe 02.05.2018 08:39
      Highlight Die Banken können dann nicht mehr mittels Kredite so genanntes Fiat Money schöpfen.
      7 1 Melden
    • who cares? 02.05.2018 09:11
      Highlight Danke für die Antwort. Das ist mir schon klar und beantwortet keineswegs meine Frage.

      Was hält die Banken davon ab, Kredite and kreditunwürdige Kunden abzugeben, einen hohen Zins einzusacken und sich im Falle eines Zins- oder Kreditausfalls einfach aus dem Schneider zu ziehen, das Risiko wäre ja bei der SNB?
      6 1 Melden
  • Jonas Erba 02.05.2018 00:00
    Highlight Bis auf den Schluss wirklich Hut ab für den Artikel! Die Cleverness der Banken gilt es mit Vollgeld stark einzuschränken. Vollgeld ist die Antwort auf Digitalisierung und somit auf elektronisches Geld. Das wäre jetzt wichtig. Gegen die Cleverness der Banken kann die SNB ja dann mit Vollgeld ordentlich und machtvoll ankämpfen, mit dem jetzigen System nicht. Danke für die Aufklärung, aber dieser möchtegern Vertrauenston passt mir nicht so.
    20 6 Melden
  • Groovy 01.05.2018 18:48
    Highlight Langfristig wird ein JA zur Vollgeldinitiative unser Land und unsere Währung stärken. Dass alle die heute Geld aus dem Nichts schöpfen, einen roten Kopf kriegen, ist normal. Diese Kaste hat uns lang genug ausgeblutet. Etwas Ordnung ins Finanzsystem zu bringen ist ganz ok, da muss man auch kein Sozi sein. Ich gehe davon aus, dass das grobe Geschütz noch aufgefahren wird. Angst wirds dann richten...
    73 11 Melden
  • Dagobert Duck 01.05.2018 17:38
    Highlight Es ist sehr komisch, dass man immer noch das Gefühl hat, in der Finanzwelt sei das Perpetuum Mobile möglich. Was die Physik widerlegt hat, gilt auch für alle anderen Bereiche. Von nichts kommt nichts. Auch wenn die Banker uns da immer wieder für dumm verkaufen wollen.
    53 8 Melden
    • Ueli der Knecht 02.05.2018 12:58
      Highlight Eine kleine (Meta-)Physik-Lektion für Dagobert:

      In der (aktuellen Standard-) Physik ist das Universum aus dem Nichts entstanden. Insofern widerlegt die Physik deine These, dass von nichts nichts kommt. Vielmehr beinhaltet das Nichts alles, was es gibt. Dazu gehört zum Bleistift auch das Naturgesetz, welches deine Perpetuum-Mobile-These widerlegt:

      Nichts verändert sich nicht. Panta rhei.
      5 3 Melden
  • Charly Reber 01.05.2018 14:55
    Highlight Das ganze ist doch etwas zu kurz geraten Herr Löpfe.

    Das Vollgeld stellt einen Teil der Reformierung einer mittlerweile schwer überschaubaren Finanzwelt dar.

    Wer soll Geld herstellen?
    Wer soll von dessen Vergabe profitieren?
    Wem eigentlich hat unser Finanzsystem generell zu dienen?

    Eine Diskussion darüber muss auf allen Ebenen geführt werden - geschieht dies via Vollgeld-Initiative, ist diese meiner Meinung nach schon desswegen unterstützenswert!
    82 5 Melden
  • Paddiesli 01.05.2018 14:47
    Highlight Für mich eine Frage der Ethik, die heute einfach überall flöten geht. Darum: Vollgeld ja, auch wenn es klar nicht die Lösung aller Probleme ist.
    70 7 Melden
  • Sarkasmusdetektor 01.05.2018 14:41
    Highlight Der Schluss ist wirklich nicht logisch. Das Problem ist doch ein ganz anderes: Wie soll Vollgeld die unbegrenzte Geldschöpfung überhaupt bremsen? Die Zentralbank kann niemals jeden Kredit überprüfen, also wird sie einfach so viel Geld schöpfen müssen, wie die Banken gerade brauchen. Denn würde die Zentralbank die Menge begrenzen, hätte die Wirtschaft ein ernstes Problem. Eigentlich ist das genau wie die Bankenrettung bei einem Crash, nur gleich schon von vornherein. Dann können die Banken erst recht zocken, es ist ja nicht mal mehr ihr Geld.
    21 18 Melden
  • Hayek1902 01.05.2018 13:47
    Highlight Vollgeld ist gar nicht mehr möglich. Schaut euch doch die ganzen Krypto-Währungen und ICOs an, wie wollt ihr mit der heutigen Technik Vollgeld einführen und regulieren? Auch kann ich einfach das Bankgeschäft für diesen Bereich ins Ausland verschieben. Für sowieso schon global aufgestellte Banken ein Kinderspiel, für die kleinen der schleichende Tod. Ergo: Vollgeld, ein interessanter Gedankengang, aber im 21. Jh so obsolet wie der Tag der Arbeit.
    30 68 Melden
    • Ostberg 01.05.2018 14:13
      Highlight Vollgeld möchte ja gerade eine Anpassung an die modernste Technik durchführen. Heute stellt die SNB nur Münzen und Noten her, sie ist immer noch nicht bereit für das 21. Jh. Sie soll neu auch das elektronische Geld herstellen, das wäre zeitgemäss!

      Wenn Schweizer Banken in ausländische Währungen flüchten, so müssen Sie diese von den ausländischen Banken gegen Zinsen beziehen, und können diese nicht selber schöpfen. Das kommt also nicht günstiger als beim Schweizer Vollgeld-Franken zu bleiben.

      Kryptowährungen werden gemäss Initiativtext parallel zum Vollgeldsystem weiterhin erlaubt sein.
      49 8 Melden
    • Hayek1902 01.05.2018 14:44
      Highlight ja, und siehst du das Problem nicht? ich kann die ganze Geldschöfung auch aus dem Ausland aus machen, ich vergebe CHF Kredite neu einfach von Deutschland aus oder wo auch immer. Natürlich werden an Kryptowährungen nichts geändert, wie kann man auch? das system ist ja gerade deshalb entstanden, weil es dezentral ist und staaten keine kontrolle haben. aber mit kryptowährungen kann ich die vollgeldinitiative komplett aushebeln, wie will man das kontrollieren? und mit ICOs wird quasi nichts anderes gemacht als Geld geschöpft.
      14 19 Melden
    • Raphael Stein 01.05.2018 14:47
      Highlight Vollgeld ist gar nicht mehr möglich. Schaut euch doch die ganzen Krypto-Währungen ...

      mag sein.
      Aber was ist wenn ich als Verkäufer bares sehen will?
      12 7 Melden
    • Hayek1902 01.05.2018 16:30
      Highlight ist dein gutes recht, aber was hat das jetzt mit vollgeld zu tun? vollgeld bedeutet nicht goldstandard, es bleibt fiat geld. die geldschöpfung wird beim offiziellen geld bloss zentralisiert.
      15 3 Melden
    • Zap Brannigan 01.05.2018 18:38
      Highlight @Ostberg
      Die UBS zB kann problemlos über ihre deutsche Niederlassung Euros schöpfen. Oder Dollars in den USA.
      Die Schweizer Firmen nehmen dann die Kredite direkt im Ausland auf. Werden dann damit in der Schweiz Löhne und waren gezahlt, steigt entweder der CHF Kurs (Gift für den Export) oder die SNB muss die Geldmenge entsprechend anpassen. Nutzt also alles nicht viel.
      8 3 Melden
    • Gäry 01.05.2018 19:08
      Highlight Herr Ostberg, die aussage „Heute stellt die SNB nur Münzen und Noten her“ ist schlichtweg falsch.

      Zwar ist die snb die einzige, die münzen und noten macht, aber sie schafft viieel mehr elektronisches geld. Ein blick in die snb bilanz sollte genügen um diese aussage zu untermauern
      10 4 Melden
  • ZaharztAua 01.05.2018 13:43
    Highlight "Toller Titel"
    ... Artikel gelesen ...
    ... Und was ist jetzt "der grosse Haken" an dieser Initiative?
    80 7 Melden
    • Jonas Erba 01.05.2018 23:55
      Highlight Der Haken ist, dass der Autor auf vertrauensvoll tut, bloss nicht nachfragen und zu kompliziert, da wo es entscheidend wird...
      21 2 Melden
  • Adriano Francesco Casu 01.05.2018 13:31
    Highlight Der Titelnsagt schon viel aus: keine Wunderwaffe für ein sicheres Finanzsystem
    Ergo gesteht man, dass das Finanzsystem nicht sicher ist. Dennoch will man NICHTS tun (oder nur schon versuchen) um es sicherer zu machen.. Spannende Logik ;)
    68 11 Melden
  • Zap Brannigan 01.05.2018 13:08
    Highlight Frage an die Finanzversteher: Kann man das national in einem kleinen und exportorientierten Land wie der Schweiz einführen? Können wir Vollgeld haben, und alle unsere Handelspartner nicht? Was ist mit den Grossbanken, die nur wenige Prozent ihres Geschäfts in der Schweiz tätigen? Ich stelle mir das in der Praxis schwierig vor.
    22 12 Melden
    • David Steger 01.05.2018 13:27
      Highlight Bei der Vollgeldinitiative geht es um die Frage, wie unser Geld entsteht und wer es "entstehen" lässt. Ob es Privatbanken oder die SNB ist. Den Aussenhandel beeinträchtigt das nicht.
      53 14 Melden
    • Zap Brannigan 01.05.2018 15:27
      Highlight Sicher, dass das so einfach ist? Was würde das für den Wechselkurs gegen Euro und Dollar bedeuteten? Hätten wir nicht ein völlig anderes Kreditsystem? Die ausländische Konkurrenz kommt zu Hause weiterhin an Fiatkredite, unsere einheimischen Firmen nicht? Was passiert, wenn "Nichtvollgeld", welches im Ausland verdient wurde, in CHF getauscht wird? Was ist mit unserer Anbindung an Weltbank und IWF?
      15 7 Melden
    • David Steger 01.05.2018 17:30
      Highlight Teil 1
      Die Initianten gehen davon aus, dass nach Einführung des Vollgeldes der Franken gestärkt wird, da er besder abgesichert ist. Der Franken kann weiterhin gehandelt werden wie bisher.
      Das Kreditsystem ändert nur gering. Heute können private Banken ohne jedliche Kontrolle, Kredite vergeben. Dabei schöpfen sie Geld. Bei Annahme der VGI dürften sie nur noch das Geld von Sparern oder das von der SNB zu diesem Zweck bezogene Geld verleihen. Die SNB hätte mehr Kontrolle darüber, wie viel Geld im Umlauf ist. Ob die Kredite teurer sind als im Ausland, hängt von drr Höhe des Zinses der SNB ab.
      14 5 Melden
    • David Steger 01.05.2018 17:37
      Highlight Teil 2
      Wenn Sie auf Ihrem Bankkonto Euros haben und Ihre Bank pleite ginge, wäre das Geld weg. Nach Annahme der VGI müssten Sie entscheiden, ob Sie Ihr Geld in Euros sparen möchten oder in CHF. Ginge Ihre Bank jetzt pleite, wären die Euros weg, die CHF behielten wie Banknoten weiter ihren Wert. Sie würden Ihre Euros jedoch jederzeit in CHF tauschen können.
      Bezüglich Weltbank ind IWF kann ich Ihnen keine Antwort geben. Da weiss ich zu wenig darüber...
      7 5 Melden
    • Zap Brannigan 01.05.2018 18:09
      Highlight Ein steigender CHF ist Gift für die unsere Exportwirtschaft. Das Kreditsystem würde dramatisch ändern, genau darum geht ja. Die Ausweitung der Geldmenge durch Kredite soll ja begrenzt werden, womit zwangsläufig die Zinsen steigen. Und niemand kann Firmen und Privatleute daran hindern, im Ausland Kredite aufzunehmen.
      Sosehr mir die Idee gefällt, das kann man nicht national Regeln. Heute nicht mehr. Und alle unsere Exporte werden auch weiterhin mit blasengefährdetem Fiatgeld bezahlt.
      Die Initianten haben eine Vorstellung der Wirtschaft, die vielleicht zu Gotthelfs Zeiten zutraf.
      9 13 Melden
    • David Steger 01.05.2018 20:32
      Highlight Ich habe die Initianten so verstanden, dass sie die Ausweitung der Geldmenge durch die privaten Banken einschränken möchte. Die Geldmenge an sich kann auch weiterhin steigen. Es wäre einfach die SNB, die bestimmt wie gross die gesamte Geldmenge ist. Mit der VGI könnte die SNB die Geldmenge viel direkter kontrollieren. Heute kontrolliert sie nur die 10% Vollgeld direkt, die 90% Giralgeld jedoch nur indirekt. Das ist mMn auch der Grund, weshalb die Negativzinsen nicht die erhoffte Wirkung zeigen. Oder nur langsam.
      12 3 Melden
  • nickname* 01.05.2018 13:05
    Highlight einen versuch ist es auf jeden fall wert!
    48 18 Melden
    • El diablo 01.05.2018 15:28
      Highlight Ein Versuch mit dem Finanzsystem muss gut durchdacht sein, sonst kann das böse ins Auge gehen!
      12 12 Melden
    • rodolofo 01.05.2018 16:40
      Highlight @ ElDiablo
      Wenn ich mir das Börsengeschehen so anschaue, dann wirkt es auf mich wie ein Affenhaus mit darin herumturnenden Affen, die manchmal in hysterisches Kreischen ausbrechen, dann und wann aber auch ruhig und fokussiert eine Banane schälen.
      Tatsächlich könnte eine Änderung bei den Fütterungs-Zeiten diese Affen in eine grosse Aufregung versetzen...
      28 8 Melden
    • _kokolorix 01.05.2018 20:58
      Highlight Ich würde jetzt auch sagen, das ganz grosse Experiment mit dem Finanzsystem läuft jetzt schon etliche Jahrzehnte. Wir haben die Verantwortung in die Hände einer Horde gieriger, krimineller Bänker gelegt und diese bestehlen uns erwartungsgemäss hemmungslos.
      Die Behauptung, dass das Kreditwesen mit Vollgeld zusammenbricht stimmt schlicht nicht. Weder muss die NB nun jeden Kredit prüfen, noch kann man heute für jeden Scheiss einen Kredit bekommen. Das Vollgeld hilft lediglich den dummen Herdentrieb der Bänker etwas einzudämmen. Nicht mehr und nicht weniger
      20 5 Melden
    • rodolofo 02.05.2018 08:12
      Highlight Gestern am Dienstag-Themabend über die Geschichte der Sklaverei aufgeschnappt:
      Ohne Banken und Versicherungen wäre der Sklavenhandel zu riskant und somit nicht möglich gewesen.
      Und ohne Banken und Versicherungen wären wohl auch niemals Menschen auf dem Mond gelandet.
      Letztlich sind Banken und Versicherungen und Geld nur Hilfsmittel und Werkzeuge.
      Die Menschen können damit nützen, oder schaden. Auf den EINZELNEN MENSCHEN kommt es also an!
      (Jeder Einzelfall zählt!)
      2 2 Melden
  • Ass 01.05.2018 12:46
    Highlight Und wenn der Staatkonkurs geht war alles für die Katz
    8 27 Melden
    • David Steger 01.05.2018 13:28
      Highlight Die SNB kann nicht konkurs gehen...
      37 5 Melden
    • Hayek1902 01.05.2018 13:51
      Highlight theoretisch kann die snb nicht konkurs gehen. aber wenn keine sau mehr daran glaubt, dass der franken etwas wert ist und stattdessen mit naturalien handelt, dann ist sie quasi bankrott.
      24 6 Melden
    • David Steger 01.05.2018 17:38
      Highlight @hayek Dieses Problem haben Sie bereits heute...
      9 3 Melden
  • Doeme 01.05.2018 12:35
    Highlight "Zudem haben die Zentralbanken weitgehend die Kontrolle über die Geschäftsbanken verloren."

    Mich interessiert es aber trotzdem. Würde mich über einen Artikel, der sich mit diesem Thema befasst, sehr freuen.
    53 0 Melden
    • mrcharliebrown 01.05.2018 13:17
      Highlight http://static.woz.ch/1532/geld/die-banken-koennen-so-viel-geld-schaffen-wie-sie-wollen
      16 1 Melden
    • ZaharztAua 01.05.2018 17:30
      Highlight "Die Grundidee hinter dem Vollgeld ist, dass Geld nicht mehr den privaten Gewinninteressen der Banken unterworfen sein soll, sondern dem Staat. Das ist ein Gedanke, den man durchaus diskutieren kann."
      19 1 Melden
  • David Steger 01.05.2018 12:17
    Highlight Die Vollgeldinitiative ist sicher nicht perfekt. Sie geht jedoch meiner Meinung nach in die richtige Richtung. Deshalb werde ich ja stimmen.
    78 20 Melden
  • schuldig 01.05.2018 12:15
    Highlight Dank der Gier der Banken "ist unklar, ob wir je wieder normale Verhältnisse haben werden"
    Eins ist aber klar: Die Gier der Banken wird wieder zunehmen.
    Also alles beim bestehenden System belassen?
    71 7 Melden
  • Pidemitspinat 01.05.2018 11:58
    Highlight Leider hört der Artikel genau da auf, wo es interessant geworden wäre, nämlich beim sogenannten Haken. Leider hält der Titel nicht, was er verspricht. Trotzdem eine nette Erklärung der Geschichte des banking principe. Gibt's einen Teil 2?
    106 1 Melden
  • cdpp 01.05.2018 11:53
    Highlight Herr Löpfe, Sie verwirren das Publikum mit dem angeblichen Ziel der VGI:

    "Die SNB druckt das Geld. Wir bringen unsere Ersparnisse auf die Bank. Diese verleiht es an kreditwürdige Kunden – und alle sind happy."

    Denn das ist genau die Bankengeldschöpfung, welche die Initiative abschaffen will! (Da das Geld sowohl bei der Sparerin als auch beim Kreditnehmer auf dem Konto ist)

    Korrekt wäre "Wir legen unser Geld ins Bankkonto. Die Bank darf es nicht anfassen oder verleihen. Eingezahltes Geld im Sparkonto, das weder liquid ist, noch als 'Geld' bezeichnet wird, darf die Bank jedoch verleihen."

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  • saugoof 01.05.2018 11:46
    Highlight Sehr gute Erklärung über die Vollgeld Initiative. Obwohl ich nicht gerade sagen würde dass die "cleverness der Banken" der grosse Haken ist.

    Trotzdem stimme ich aber zu, ich finde zwar die Idee von Vollgeld gut, aber ich glaube nicht dass das funktioniert.
    22 24 Melden
    • mein Lieber 01.05.2018 13:05
      Highlight Der Artikel befasst sich vorwiegend mit dem jetzigen System, die VGI wird leider nur am Rande kritisch erwähnt. Eigentlich lesen wir hier nur eine kurze Zusammenfassen über den Ist Zustand.
      37 2 Melden
    • Ostberg 01.05.2018 14:16
      Highlight Vollgeld funktioniert bereits heute: Münzen und Geldnoten sowie das elektronische Geld, das für den Verkehr zwischen den Banken benutzt wird, wurden von der SNB erzeugt. Warum sollte der Bankkunde nicht auch elektronisches Vollgeld auf seinem Konto besitzen dürfen?
      17 1 Melden
    • phreko 01.05.2018 14:27
      Highlight Der wesentliche Punkt ist aber derselbe wie bei Minders anti-Abzockerinitiative: Das Volk meint eine Lösung präsentiert zu bekommen, jedoch wird sie einfach umgangen werden.
      5 8 Melden
  • dä seppetoni 01.05.2018 11:35
    Highlight Merci villmol für deinen Artikel Philipp Löpfe. Macht das ganze gleich etwas nachvollziehbarer
    13 19 Melden
  • Bynaus 01.05.2018 11:31
    Highlight Wichtig Ergänzung: Die Einlagensicherung deckt nur die ersten 6 Milliarden Franken. Es sind also nur 60'000 Mal 100'000 Franken gesichert (oder kleinere Beträge für mehr Sparer). So "sicher" ist das dann auch wieder nicht.
    208 9 Melden
    • Ostberg 01.05.2018 14:17
      Highlight Und wisst ihr, woher die Esisuisse (Einlagensicherung) diese 6 Milliarden im Notfall beziehen wird? Als Kredit bei privaten Banken!
      18 0 Melden
  • walsi 01.05.2018 11:24
    Highlight Guter Artikel, bis auf den Schluss. Das Vollgeld nicht einzuführen nur weil die Banken vieleicht einen Weg finden könnten das Vollgeld zu umgehen ist die falsche Logik. Die Logik müsste sein wie kann man diesen potentiellen Umgehungsmöglichkeiten den Riegel schieben.
    322 27 Melden
    • Philipp Löpfe 01.05.2018 11:39
      Highlight Dein Wort in Gottes Ohr!
      14 20 Melden
    • Simon Probst 01.05.2018 12:21
      Highlight vorallem beim glückspielgesetz ist es genau umgekehr. da verlangt die politik dann dass sich jeder and die einfachst zu umgehende sperre haltet. slapstick unsere politik
      29 0 Melden
    • swisskiss 01.05.2018 12:29
      Highlight walsi: Riegel schieben? Ausländischen Finanzdienstleistern die Vergabe von Krediten und Hypotheken an Schweizer verbieten? Inländischen Firmen verbieten durch Auslandsinvestitionen billigere Kreditkonditionen zu erhalten,die nicht Schweizer Gesetzgebung unterstellt sind?

      Schweizer Firmen verbieten, den Hauptsitz insAusland zu verlegen um an günstigere Kredite zu kommen.

      Solange ein System wie Vollgeld, einen höheren Zinsatz durch höhere Kreditdeckung provoziert und dieses System nur in der Schweiz gilt, ist dieses System nicht nur unbrauchbar, sondern auch volkswirtschaftlich schädlich.
      20 34 Melden
    • Ostberg 01.05.2018 14:22
      Highlight swisskiss: warum sollen Kredite im Vollgeldsystem teurer sein? Die SNB erhält ja einen viel grösseren Hebel als heute und kann bei Kreditklemmen den privaten Banken für 0 Zins Geld leihen. So werden Kredite weiterhin gewährleistet.

      Es geht bei Vollgeld ja nur darum, dass nicht mehr die privaten Banken die gesamte Kreditmenge bestimmen, sondern die SNB, die das Gesamtwohl der Schweizerischen Real-Wirtschaft im Auge hat, und nicht nur den Profit der Finanzwirtschaft. Aber zu welchen Konditionen einzelne Kredite vergeben werden, bestimmen weiterhin die privaten Banken.
      18 6 Melden
    • Raphael Stein 01.05.2018 14:51
      Highlight Ausländischen Finanzdienstleistern die Vergabe von Krediten und Hypotheken an Schweizer verbieten?

      Wenn die das wollen, sollen die doch. Die sind es, die auf ein paar Versprechen oder fauelen Krediten sitzen bleiben würden.
      8 1 Melden
    • rodolofo 01.05.2018 16:31
      Highlight Ich habe eigentlich auch bessere Erklärungen erwartet, als "die Banken sind eh viel zu clever".
      Ich hätte gerne Vor- und Nachteile erklärt bekommen, die beide Systeme, also das jetzige System versus das Vollgeld-System haben, oder hätten.
      Das ist vielleicht so, wie beim Unterschied zwischen der Biologischen- und der Konventionellen Landwirtschaft.
      Die Konventionelle LW erreicht hohe Erträge, schädigt aber langfristig die natürlichen Grundlagen dieser Erträge, was bedeutet, dass diese massiv sinken werden!
      Die Bio-LW erhält die natürlichen Grundlagen, mit kurzfristig tieferen Erträgen.
      15 1 Melden
  • DerTaran 01.05.2018 11:22
    Highlight Natürlich fragen wir :D , am besten mit einem weiteren Artikel antworten.
    43 0 Melden
  • Mutzli 01.05.2018 11:17
    Highlight Instabilität ist in einem Wirtschaftssystem sicherlich nicht wünschenswert, doch auch als schlimmer linker, sehe ich nicht den wahnsinnigen Nutzen von Vollgeld. Im Artikel wird m.A. nach ein bisschen die Konzepte von Eigenkapital, Geldvermehrung und Wirtschaftsblasen durcheinandergebracht. Bei der Subprimekrise mag das ja stimmen, aber bei anderen historischen Beispielen wie etwa die Tulpen- oder South Sea-Bubble greift das nicht.

    Noch sehr nebenbei: Das Wechselsystem ist keineswegs eine britische Erfindung, sondern eine italienische des 13. Jh., wie so vieles anderes.
    35 2 Melden
  • ZaharztAua 01.05.2018 11:14
    Highlight Verehrter Herr Löpfe: Bei allem Respekt finde ich ihre Artikelserie zur Vollgeldinitiative komisch bis tendenziös.

    Hier schreiben Sie:
    "Die Nationalbank druckt das Geld.
    Wir bringen unsere Ersparnisse auf die Bank.
    Diese verleiht es an kreditwürdige Kunden."
    Demnach könnten die Banken nur Geld verleihen, das vorher jemand anderes bei ihnen angelegt hat?

    Erst im drittletzten Abschnitt kommt die Wahrheit:
    Die Banken können bei der SNB gegen Zins (z.B. 1,5%) Geld leihen (!) und dieses zu einem höheren Zins (4,5%) weiterverleihen.

    Aktuell nehmen die Banken 4,5% ... für ein paar Mausklicks.
    59 14 Melden
    • baBIELon 01.05.2018 14:25
      Highlight Bei deinem letzten Satz entnehme ich eine gewisse Frustration... DU musst dieses Geld für 4.5% ja nicht annehmen!
      4 5 Melden
    • phreko 01.05.2018 14:29
      Highlight Wo bleibt das Giralgeld bei deinem Post?
      3 2 Melden
  • TheDan 01.05.2018 11:12
    Highlight Was sind denn nun die konkreten Argumente gegen die Vollgeldinitiative? Ausser viel bla bla und "glaubt mir" und "fragt nicht" gibt der Artikel für mich leider nicht her.

    @Löpfe: Wieso sollten wir es begrüssen dass eine private Bank durch Geldschöpfung überhaupt Gewinne erzielen kann? Die gleichen Banken die im Casino die Einlagen ihrer Kunden riskieren um am Ende unter dem Motto "To big to fail" auf Kosten der Allgemeinheit wieder gerettet werden zu müssen. Durch Geldschöpfung Gewinne zu erwirtschaften sollte verboten oder nur staatlichen Stellen erlaubt werden.
    66 17 Melden
    • TheManoure 01.05.2018 12:27
      Highlight Banken vermitteln Kredite, sie sind das Bindeglied zwischen Personen die Geld haben und Personen die Geld benötigen. Diese Funktion ist (im Kapitalismus wie er derzeit gelebt wird) essentiell und muss folglich auch einen Wert haben. Eine Bank muss also Gewinne machen dürfen (wie jedes andere Unternehmen auch).

      Können nun Banken kein Geld mehr schöpfen, muss dies natürlich von der ZB eingeschossen werden, damit genügend Kredite zur Verfügung stehen, was aus meiner Sicht nur die Aufgabe der ZB erschwert und sonst recht wenig bringt.

      Das Gesamtsystem kann man aber natürlich kritisieren.
      15 18 Melden
    • ZaharztAua 01.05.2018 13:05
      Highlight @TheManoure
      ???
      Die Banken können bei der SNB gegen Zinsen Geld leihen, das sie dann wiederum zu einem höheren Zins weitervrleihen.
      ... Wie in anderen Ländern auch. Wo ist das Problem?

      Akutell verdienen die Banken an Zinsen für Geld, das sie nur ein paar Mausklicks kostet.
      Das ist keine Arbeit. Das ist Abzocke.
      26 6 Melden
    • Ostberg 01.05.2018 14:26
      Highlight @TheManoure: genau, Banken sollen Kredite vermitteln, vom Sparer zum Kreditnehmer. Genau das verlangt die Vollgeld-Initiative. Denn heute ist es nicht so. Heute vermitteln Banken keine Kredite, sondern sie schöpfen einfach Geld aus dem Nichts, das sie dann dem Kreditnehmer geben, und erst noch dafür Zinsen verlangen.
      16 2 Melden
    • Raphael Stein 01.05.2018 14:52
      Highlight ...sie sind das Bindeglied zwischen Personen die Geld haben und Personen die Geld benötigen.

      das stimmt so nicht. Das wäre Vollgeld.

      Die Banken geben Kredit aus dem Nichts und verlangen Zins dafür.
      17 2 Melden
  • Ziasper 01.05.2018 11:07
    Highlight Ach schaffen wir doch die Banken einfach ab. Banken schaffen ja schliesslich gar kein Realwert.

    -dies ist keine Ironie, sonder nur Polemik-
    38 15 Melden
  • LibConTheo 01.05.2018 11:07
    Highlight "Einen Bank Run überlebt keine Bank, auch eine gesunde nicht."

    Das ist doch offensichtlich das Problem. Was für eine Lösung wäre Ihr Vorschlag, Herr Löpfe, wen nicht eine "Vollgeld-Initiative"?
    221 34 Melden
    • Platon 01.05.2018 14:23
      Highlight @LibConTheo
      Nein, an sich ist das kein Problem, ein grosser Teil unseres Wohlstandes basiert auf dieser Tatsache. Die Frage dreht sich darum, wann ein Bankrun obsolet würde bzw. das System komplett sicher. Am einfachsten wären 10% hartes EK, wie es die SP forderte. Dies war meiner Meinung nach aber bloss eine Alibiforderung, ohne die geringste Chance in unserembürgerlichen Parlament. Die Vollgeldinitiative würde unser System auch sicherer machen. Aber auch dort wird ein grosser Teil des Geldes aus dem Nichts bzw. auf der Erwartung zukünftiger Werte basieren. Die SNB behält aber die Kontrolle.
      10 2 Melden
    • Raphael Stein 01.05.2018 14:47
      Highlight Gesund, gerecht. Dann "überlebt" die Bank.
      2 2 Melden

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