Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Al Gore auf Promotour – hier vor der berühmten Oper von Sidney. Bild: EPA/AAP

Trotz Hurrikanen, Dürren und Donald Trump – Al Gore versprüht Optimismus

Der amerikanische Ex-Vize-Präsident verbreitet in seinem neuen Film Hoffnung. Gore wird «An Inconvenient Sequel: Truth to Power» am 13. Zurich Film Festival vorstellen.

15.09.17, 07:18 27.09.17, 09:35


«Das können die Amerikaner, Optimismus verbreiten», murmelt die renommierte Kritikerin während der Medienvorführung von Al Gores neuem Film. «An Inconvenient Sequel» ist ein erstaunliches Werk, nicht unbedingt wegen der Fakten, die darin präsentiert werden: Die Gletscher schmelzen, die Unwetter werden bösartiger, die Dürren katastrophaler.

All dies weiss mittlerweile, wer die letzten Jahrzehnte mit zumindest halboffenen Augen und Ohren durch die Welt gegangen ist, einen IQ hat, der grösser ist als seine Schuhnummer – und nicht dafür bezahlt wird, das Gegenteil zu behaupten.  

Trailer für den Film «An Inconvenient Sequel: Truth to Power». Video: YouTube/KinoCheck International

Auch die politische Realität ist deprimierend. Aus mehr als fadenscheinigen Gründen ist Donald Trump aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen. Sein Umweltminister Scott Pruitt – in diesem Fall von Umweltminister zu sprechen ist allerdings ein Hohn – war lange ein bezahlter Lakai der Öl- und Gasindustrie. Nach den verheerenden Unwettern in Texas, Florida und der Karibik erklärt er nun, es sei nicht an der Zeit, über die Klimaerwärmung zu diskutieren. Dabei ist genau das eingetreten, was die Wissenschaftler seit Jahren prophezeien.  

Al Gore hätte alle Gründe der Welt, sich in eine selbstgerechte «Ich habe euch ja gewarnt»-Pose zu werfen. Vor mehr als zehn Jahren hat er im Film «An Inconvenient Truth» aufgezeigt, weshalb die Klimaerwärmung zur grössten Herausforderung der Menschen im 21. Jahrhundert wird. Wie die Meeresspiegel steigen und Städte wie Miami, New York oder Mumbai überfluten werden. Er hat dafür Hohn und Spott der Klimaleugner geerntet.

Der Planet Erde, aus dem All fotografiert: Für Al Gore ist dieses Foto ein entscheidender Wendepunkt im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

In «An Inconvenient Sequel» gibt es zwar auch die Bilder von Überflutungen und deren verheerenden Folgen. Doch primär geht es Gore darum, zu zeigen, wie die Menschen auch gelernt haben. Sorgfältig zeichnet er nach, wie das Pariser Umweltabkommen Ende 2015 zu einem guten Ende gekommen ist. Im letzten Moment ist es gelungen, einen Kredit für Solaranlagen in Indien zu organisieren und die Inder so mit ins Boot zu holen.  

Wer rechnet, setzt auf Solarenergie

Ebenso wird im Film deutlich, dass nachhaltige Energie längst ein gutes Geschäft geworden ist. In den sonnenreichen US-Bundesstaaten montieren inzwischen auch erzkonservative Hausbesitzer im grossen Stil Solarpanels auf die Dächer, weil sie damit Geld sparen. Die texanische Kleinstadt Georgetown ist auf Geheiss des republikanischen Bürgermeisters vollständig auf nachhaltige Energie umgestiegen.  

Es gibt nach wie vor mächtige Interessen, die buchstäblich um jeden Preis eine Energiewende verhindern wollen. Doch weder Exxon, die Koch-Brüder noch Trump verhindern letztlich, dass sich die Vernunft durchsetzen wird.

«Du kannst immer wieder Nein sagen», führt Al Gore am Schluss des Filmes aus, «aber irgendwann wirst du Ja sagen müssen. Und dieses Ja wird entscheidend sein.»

Solarenergie

Der «bewährte Energiemix» ist wie eine gedruckte Zeitung – ein Auslaufmodell

Dieser ETH-Professor mag keine Subventionen. Die Energiewende ist für ihn trotzdem kein Luxus – sondern ein glänzendes Geschäft

Du glaubst immer noch nicht an Wind- und Sonnenenergie? Die neuesten Entwicklungen sollten dich eines Besseren belehren!

Elon Musk ist «Iron Man»: Brauchen wir wieder einen Übermenschen, der uns vor dem Untergang bewahrt?

Das könnte dich auch interessieren:

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Erste Verurteilungen nach Ausschreitungen in Paris

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Das sind die Tops und Flops der WM

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 15.09.2017 12:28
    Highlight Offenbar gibt es bezahlte Klimaleugner (Zitat Löpfe).
    Gibt es auch bezahlte Klimahysteriker?
    22 20 Melden
  • Wehrli 15.09.2017 09:49
    Highlight Sag mal, Al Gore, hat der etwas mit Plastik und Chirurgie gemacht? Oder sind das alles Steaks?

    Nicht falsch verstehen, ich liebe Al, und er sehr recht.
    10 10 Melden
    • Darth Unicorn 15.09.2017 12:01
      Highlight Er hatte einen Kampf mit dem Schweinebärmann und musste sich deswegen unters Messer legen
      10 1 Melden
  • Don Manolo 15.09.2017 09:08
    Highlight ManBearPig!!
    17 0 Melden
  • Radiochopf 15.09.2017 09:01
    Highlight Al Gore, der Vorzeige-Umweltschützer der um die Welt jettet um seinen Film zu promoten..
    36 9 Melden
    • thunder 15.09.2017 11:16
      Highlight Im Privatjet
      18 2 Melden
  • m. benedetti 15.09.2017 08:50
    Highlight Nun etwas historisches. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts trafen 16 Hurrikane Florida, in der zweiten Hälfte noch deren 6. Florida wird also etwa alle 4 Jahre von einem Sturm heimgesucht. Zerstörung? Googeln sie nach hurricane great miami 1926. Wer etwas weiter in die Geschichte zurückgeht, wird verherende Dürren, Stürme und Fluten auch in Europa finden. Und heute? Heute ist der Mensch an allem Schuld. Sehr einfach gedacht.
    32 23 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 10:01
      Highlight Es geht nicht um Schuld, sondern was wir beeinflussen können und was nicht. Mir geht der Ökoterror auch auf den Sack, aber der Raubbau an unseren Ressourcen ist ein Fakt.
      14 7 Melden
    • m. benedetti 15.09.2017 13:24
      Highlight @Wehrli
      Da bin ich ganz auf ihrer Seite. Und nicht nur das. Was die Rohstoffkonzerne in Afrika und anderswo veranstalten ist Menschenverachtung und Raubbau an der Natur erster Güte. Aber so ein Hurrikan ist natürlich schon spannender und ein Katastrophenfilm über den angeblich vom Menschen verursachten Klimawandel füllt die Kinosäle und das Portmonnaié des Herrn Al Core wohl zuverlässiger.
      12 6 Melden
  • Grundi72 15.09.2017 07:48
    Highlight Spiegel.de: "Al Gores Klimafilm enthält wissenschaftliche Fehler und darf in Schulen nur mit entsprechenden Hinweisen gezeigt werden, hat ein britisches Gericht entschieden."

    Sonst noch Fragen zu Al Gore?
    30 14 Melden
    • Wehrli 15.09.2017 10:02
      Highlight Ach Grundi, erzähl das doch Mama.
      13 21 Melden

Masslose Zuwanderung? Von wegen! Die Begrenzungs-Initiative der SVP im Faktencheck

Die Zuwanderung aus der EU war noch nie so tief wie heute. Dennoch will die SVP die Einwanderung eindämmen und die Personenfreizügigkeit künden. Doch mit welcher Begründung? Sechs Argumente im Faktencheck. 

2017 wanderten aus EU- und EFTA-Ländern unter dem Strich 31'250 Personen ein, 11 Prozent weniger als im Vorjahr und 50 Prozent weniger als im Rekordjahr 2013. Das zeigt der jüngste Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Grund dafür ist der wirtschaftliche Aufschwung in Südeuropa.

«Wir stellen fest, dass die Arbeitsmarktintegration von EU-Bürgerinnen sehr gut gelingt», sagte Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, am Dienstag vor den Medien in Bern. «Und wir stellen …

Artikel lesen