Wirtschaft
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Besucher verweilen neben Abfallbergen am Zuerifaescht am Freitag, 5. Juli 2013 am See in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza) (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ein Stand am Züri Fäscht 2013. Jeder von ihnen muss strikte Auflagen der Organisatoren befolgen.
Bild: KEYSTONE

Spuckschutz, Party-Pflicht und Dezibel-Limite: Diese 10 Auflagen musst du am Züri Fäscht als Stand-Betreiber einhalten

Das Züri Fäscht ist das grösste Volksfest der Schweiz. Wer am lukrativen Geschäft teilhaben will, hat aber strikte Auflagen zu befolgen.



Um mehr als zwei Millionen Besucher bewirtschaften zu können, werden dieses Wochenende am Züri Fäscht 165 Festwirtschaften und 333 Marktstände bereitstehen. «Die Organisation braucht also Struktur. Der Dorffest-Charakter ist bei einer solchen Grösse nicht mehr gegeben», sagt Markus Höfler, stv. Geschäftsleiter des Vereins Zürcher Volksfeste. Mit diesen zehn Auflagen müssen sich die Standbetreiber abfinden:

Der Alkohol muss markant teurer sein als Softdrinks und Wasser

Die Masse der erlebnishungrigen Besucher am Zueri Faescht in Zuerich am Sonntag, 7. Juli 2013. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bier darf nicht günstiger sein als Wasser.
Bild: KEYSTONE

Sollte es am Wochenende warm und sonnig werden (🙏), ist es wichtig, dass die Besucher genügend Wasser trinken. Daher steht jeder Stand in der Pflicht, nicht alkoholische Getränke deutlich günstiger zu verkaufen als Bier, Wein und Schnaps. So ist die Vorgabe für Softdrinks und Wasser je halber Liter sechs Franken. Ein halber Liter Bier muss für mindestens sieben Franken verkauft werden. Die Vorgabe für härtere Drinks ist mindestens neun Franken.

Auch dank dieser Regelung wurden vor drei Jahren nur 127 Personen von Schutz & Rettung Zürich wegen übermässigen Alkoholgenusses behandelt – und dies trotz heisser Temperaturen und über zwei Millionen Besuchern. 

Kein Glas

Junge Maenner mit einer Dose Bier, einer Flasche Smirnoff Ice und Salami und Brot nach dem Event freestyle.ch auf der Landwiese in Zuerich am Samstag, 23. September 2006. Freestyle.ch ist der groesste Freestylesport-Event in Europa. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) === ,  ===

Dosen sind weniger gefährlich als Flaschen.
Bild: KEYSTONE

Schlechter sieht die Statistik für Schnittverletzungen aus: Von etwa 800 Behandlungen durch Sanitäter am Fest 2013 waren fast 700 mit Schnittverletzungen an den Füssen verbunden. «Das Festgelände ist für jeden offen und wir können nicht jeden Rucksack kontrollieren. So gibt es halt immer welche, die Flaschen mit ans Fest nehmen. Aber an den Ständen werden Sie keinen einzigen Glasbehälter erhalten», so Höfler. 

Ausserdem sind abgebrochene Flaschenhälse lebensbedrohliche Waffen. Am Züri Fäscht 2013 wurde ein junger Mann mit einer solchen Flasche lebensgefährlich am Hals verletzt. Lasst Glas also zur Sicherheit aller zu Hause oder entsorgt es an einer der 36 Flaschensammelstellen.

Party-Pflicht während dem Feuerwerk

Grosses Feuerwerk ueber dem Zuerichsee zum Start des Zueri Faescht in Zuerich am Freitag, 5. Juli 2013. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Highlight.
Bild: KEYSTONE

Während dem Feuerwerk müssen alle Lichter rund um das Seebecken ausgeschaltet und die Musik abgeschaltet werden. So kann das Feuerwerk seine ganze Wirkung entfalten. Damit aber neben dem Feuerwerk doch noch andere Attraktionen laufen, sind die Stände an der Peripherie dazu angehalten, weiter Party zu machen.

Dies soll verhindern, dass sich alle Besucher ans Seebecken begeben und es zu Engpässen kommt.

Dezibel-Grenzen

Im Rahmen des 'Zueri Faescht '98' wurde am spaeten Freitag abend, 3. Juli 1998, im Zuercher Seebecken das 'Pop-Feuerwerk' gezuendet. Das halbstuendige Feuerwerk zu Pop-Musik schauten sich nach Angaben der Organisatoren rund 250 000 Schaulustige und Festfreudige an.   (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Feuerwerk ist laut, die Musik ist laut.
Bild: KEYSTONE

Die Lärmklagen gehen seit mehreren Jahren zurück, trotzdem nerven sich noch einige Anwohner an der Lautstärke des Züri Fäscht. Daher hat das Organisations-Komitee veranlasst, dass in verschiedenen Zonen verschiedene Dezibel-Grenzen gelten. 

Orte, an denen sich die Schallwellen über den Zürichsee verteilen können, haben höhere Grenzen als solche, die von Wohnhäusern umgeben sind. Allgemein aber gilt: Bis um halb 3 Uhr morgens sind 100 Dezibel erlaubt, danach nur noch 95. Das entspricht etwa einer Kettensäge oder einem vorbeifahrenden Lastwagen.

Fernseher dürfen nicht in Richtung Gehweg zeigen

Swiss fans react during the UEFA EURO 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland,, at a public viewing in Zurich, Switzerland, Saturday, June 25, 2016. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Vor einem Fernseher bleiben die Leute stehen und das Gedränge auf den Gehwegen ist schon gross genug. Bild: KEYSTONE

An jedem Tag des Festes findet um 21 Uhr ein Viertelfinal statt. Dafür werden auch Public Viewings veranstaltet. Damit aber nicht der Gehweg zur Public-Viewing-Zone wird und es zu eng wird, dürfen die Fernseher der Stände nicht in Richtung der Passanten zeigen. 

Wo die Public Viewings sind, siehst du hier.

Jugendschutz-Test für alle Verkäufer

Ein rotes Schild weist darauf hin, dass an Jugendliche unter 18 kein Alkohol und keine Tabakwaren verkauft werden, aufgenommen im Coop Suedpark in Basel am 03. April 2013. Die Coop-Filiale im Suedpark wurde im Juni 2011 eroeffnet. (KEYSTONE/Christian Beutler)

An wen darf was verkauft werden?  Bild: KEYSTONE

Jeder Verkäufer muss einen Online-Jugendschutz-Test von etwa 30 Minuten absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss des Testes erhalten die Verkäufer einen Abschlussnachweis, den sie bei sich tragen müssen. Ausserdem macht die Stadtpolizei Zürich Testkäufe.

Im Test inbegriffen sind Alltagssituationen beim Verkauf von Alkohol, wie man reagieren soll und Fragen wie: Ist ein Ausländerausweis zur Altersbestimmung gültig? Interessierte können den Test hier absolvieren.

Spuckschutz für Verkaufsstände

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Der Spuckschutz soll die direkte Linie zwischen Mund und Lebensmittel unterbrechen. 
bild: kl.zh.ch

Am Züri Fäscht Pflicht für jeden Stand: der Spuckschutz. Dabei handelt es sich um eine Plexiglas-Scheibe, die das Essen vor Speichel schützt, ob dieser nun absichtlich oder unabsichtlich auf das Essen gelangen könnte.

Erst ab 17 Uhr darf verkauft werden

Die Vorbereitungen fuer das Zueri Faescht laufen auf Hochtouren, am Mittwoch, 3. Juli 2013, in Zuerich. Das Zueri Faescht findet vom Freitag, 5. Juli bis Sonntag, 7. Juli 2013, statt. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der Aufbau der Stände gibt viel zu tun.
Bild: KEYSTONE

Am Freitag wird das Festgelände bereits ab 6 Uhr morgens gesperrt, damit die Stände mit den Aufbauarbeiten beginnen können. Verkaufen dürfen sie ihre Ware aber erst ab 17 Uhr. Der Grund für diese Regelung: Den ansässigen Restaurants und Wirtschaften soll am Mittag keine Konkurrenz gemacht werden. Schluss ist am Sonntag um Mitternacht. 

Das Verkaufssortiment wird von Produkt-Partnern bestimmt

HANDOUT - Zuschauer schenken sich Bier ein, beim Public Viewing des EM-Spiels Schweiz gegen Frankreich am 19.06.2016 in Winterthur. (PHOTOPRESS/Feldschloesschen/Steffen Schmidt)

In gewissen Zonen des Züri Fäscht darf nur Feldschlösschen ausgeschenkt werden.
Bild: PHOTOPRESS

Das Sortiment jedes Standes ist von den Produkt-Partnern vorgegeben. So dürfen an den Ständen zum Beispiel nur die Biersorten Feldschlösschen, Heineken, Müller, Falke und Turbinenbräu verkauft werden. 

Die Organisatoren betonen aber, dass alle Sponsoren und Produkt-Partner den gleichen Vertrag hätten und gleich behandelt würden. Auch für die Cervelats und Bratwürste (vom Schwein und vom Kalb) gibt es eine Einschränkung: der Preis. Dieser wird vorgegeben und darf nicht erhöht werden.

Zapfenstreich um 5 Uhr

Besucher verweilen neben Abfallbergen am Zuerifaescht am Freitag, 5. Juli 2013 am See in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza) (KEYSTONE/Ennio Leanza)

In nur fünf Stunden muss die Stadt wieder auf Vordermann gebracht werden.
Bild: KEYSTONE

Am Samstag- und Sonntagmorgen um 5 Uhr muss die Musik ausgeschaltet und der Stand geschlossen werden. Die Stadt braucht ihre fünf Stunden Ruhe, damit sie gereinigt werden kann. Um 10 Uhr geht's ja schon wieder los!

Und jetzt gibt's grandiose Bilder von früher vom Züri Fäscht

Vom 1. Züri Fäscht bis heute: Eine Zeitreise in 50 Bildern

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Turi 02.07.2016 11:25
    Highlight Highlight "So ist die Vorgabe für Softdrinks und Wasser je halber Liter sechs Franken"

    "Das Sortiment jedes Standes ist von den Produkt-Partnern vorgegeben. So dürfen an den Ständen zum Beispiel nur die Biersorten Feldschlösschen, Heineken..."

    völlig pervers, wie wasser teuer verkauft wird und die globalen bierfirmen hier mit drin hängen. dazu passt der artikel im tagi über vetterliwirtschaft bei den eislieferungen.
    http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/eiskalte-geschaefte/story/18468750
  • Ramon Sepin 02.07.2016 10:01
    Highlight Highlight Damn Alk gibts erst 17 Uhr?
  • Aareschwumm 01.07.2016 19:09
    Highlight Highlight Nicht alles ist vom Züri Fäscht bestimmt. Das mit dem Spuckschutz zum Beispiel, steht im Lebensmittelgesetz.
  • Neuromancer 01.07.2016 17:49
    Highlight Highlight Klingt ganz nach ner Bürokraten-Sause 😂
  • kEINKOmmEnTAR 01.07.2016 17:32
    Highlight Highlight Wieso dürfen Preise z.B. für die Bratwürste überhaupt vorher bestimmt werden? Ich dachte wir hätten den freien Wettbewerb?
    • supremewash 01.07.2016 18:52
      Highlight Highlight Vielleicht um illegalen Preisabsprachen und Wucher(auch verboten) vorzubeugen?
    • kEINKOmmEnTAR 01.07.2016 21:20
      Highlight Highlight Also wird etwas Illegales mit etwas Illegalem bekämpft, das ist ein super Motto!
    • Zern 02.07.2016 08:03
      Highlight Highlight Machen sie mal Preisabsprachen mit sovielen Beteiligten... der normale Wettbewerb würde das schon regeln.
      Die Verantwortlichen würden sich besser um ein WC-Konzept bemühen
    Weitere Antworten anzeigen

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