Wirtschaft
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Rund 15'000 Bauarbeiter sind nach Angaben der Gewerkschaft Unia einem Demonstrationsaufruf gegen den Baumeisterverband gefolgt. Bild: KEYSTONE

15'000 Bauarbeiter demonstrieren in Zürich gegen die Baumeister

27.06.15, 15:14


An einer nationalen Kundgebung haben am Samstag in Zürich Tausende von Bauarbeitern für einen neuen Landesmantelvertrag (LMV) demonstriert. Den Baumeistern wurde vorgeworfen, mit ihrer Verhandlungsverweigerung den sozialen Frieden aufs Spiel zu setzen.

Die aus allen Landesteilen in Extrazügen angereisten Bauarbeiter zogen mit Trillerpfeifen und einem roten Fahnenmeer vom Central durch die Innenstadt zum Helvetiaplatz. Dort fand die Schlusskundgebung mit musikalischen Darbietungen der italienischen Band Banda Basotti und Reden statt.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten die Gewerkschaften Unia und Syna. Gemäss ihren Angaben waren 15'000 Bauarbeiter dem Aufruf gefolgt. Nico Lutz, Mitglied der Geschäftsleitung und Sektorleiter Bau der Unia, zeigte sich beeindruckt «vom Mut und der Entschlossenheit der Bauarbeiter».

Rente ab 60 gemeinsam verteidigen

Ende Jahr läuft der Gesamtarbeitsvertrag für das Baugewerbe aus, der die Arbeitsbedingungen für rund 80'000 Bauarbeiter regelt. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) will den bestehenden LMV weiterführen und weigert sich, mit den Gewerkschaften über einen verbesserten Vertrag zu verhandeln.

Die Verlängerung des bestehenden Vertrags ist für die Gewerkschaften keine Option. Sie fordern einen besseren Schutz der Bauarbeiter bei schlechtem Wetter, die Absicherung der Rente bei Frühpensionierungen mit 60 sowie wirksamere Massnahmen gegen Lohndumping.

«Vor 10 Jahren», rief Lutz der Menge zu, «haben wir gemeinsam die Rente mit 60 erkämpft. Jetzt werden wir sie gemeinsam verteidigen.» Weil in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gingen, stellten die Baumeister das Rentenalter 60 in Frage. Das komme nicht in Frage: «Wer die Rente mit 60 angreift, greift die Würde der Bauarbeiter an», so Lutz.

Bauarbeiter zahlen mit ihrer Gesundheit

Ernst Zülle, Branchenleiter Bau der Gewerkschaft Syna, betonte, dass sich die Gewerkschaften vom Baumeisterverband nicht spalten liessen. «Wir stehen zusammen und kämpfen gemeinsam für einen besseren LMV», gab er sich kämpferisch.

Der Termindruck auf dem Bau habe in den letzten Jahren massiv zugenommen. Viel zu oft müssten die Arbeiter auch bei Schlechtwetter – bei gefährlichen Bedingungen, bei Regen und Schnee – weiterarbeiten. Hier brauche es Verbesserungen im neuen Vertrag, denn die Bauarbeiter bezahlten mit ihrer Gesundheit.

Baumeister weisen Vorwürfe zurück

Die an der Demonstration von Gewerkschaftsaktivisten verbreiteten Vorwürfe seien «heuchlerisch», schreibt der Baumeisterverband in einer Mitteilung. Die Gewerkschaftschefs weigerten sich, eine unterschriftsreife Vereinbarung mit dem Baumeisterverband zu unterzeichnen, die all dies bringe, was sie auf der Strasse lauthals forderten: nämlich Top-Bedingungen für die Bauarbeiter auch im nächsten Jahr.

Wieso die Gewerkschaftsführung die «grosszügigen Arbeitsbedingungen» ablehne und auf der Strasse Zeter und Mordio dagegen schreien liesse, sei ein Rätsel. «Aber wir halten Wort, unser Angebot steht. Unia und Syna müssen es nur unterschreiben. Dann gilt der Schutz durch den Landesmantelvertrag für die Bauarbeiter im Bauhauptgewerbe auch im nächsten Jahr», wird Präsident des Baumeisterverbands, Gian-Luca Lardi, zitiert. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zern 27.06.2015 15:24
    Highlight Von den 15000 bauarbeiern wahr wohl kaum die hälfte bauarbeiter
    7 9 Melden

Der nette Herr Molina

Ex-Juso Präsident Fabian Molina ist seit gut 100 Tagen im Nationalrat – und mit 27 Jahren der jüngste Parlamentarier im Bundeshaus. Grund genug, um mit dem Zürcher einen Kaffee zu trinken, ein paar Zigaretten zu rauchen und über die grossen Themen zu plaudern.

Fabian Molina sitzt schon seit einer Weile am Tisch nebenan, aber die äusserliche Unscheinbarkeit lässt ihn verschmelzen mit der lustig-zusammengewürfelten Ausseneinrichtung dieses Treatment-Cafés in den Ausläufern des Zürcher Kreis 4. Vielleicht liegt es auch daran, dass er in einem dieser Strandkörbe sitzt, die überall ausser auf Sylt und in vernachlässigten Hinterhofgärten fürchterlich deplatziert wirken, und zudem Kopf und Oberkörper ihrer Bewohner wegschlucken.

Kurz: man sieht ihn nicht.

Er …

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