Wirtschaft
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Bild: EPA

Erst schwellenländer, jetzt japan

Zweifel am Aufschwung lassen Aktienmärkte abstürzen

2014 soll das Jahr des Aufschwungs sein - doch nun mehren sich Zweifel, ob die Weltwirtschaft sich wirklich so schnell erholen kann. An den Aktienmärkten geht es deshalb rasant nach unten. Besonders hart trifft es Japan: Dort bricht der Nikkei-Index um mehr als vier Prozent ein.

04.02.14, 10:07 04.02.14, 13:48

Ein Artikel von

stefan kaiser, spiegel online, Tokio/New york

An den Aktienmärkten sind die Kurse rund um den Globus ins Trudeln geraten. Grund ist vor allem die Angst der Investoren, den weltweiten Aufschwung überschätzt zu haben. Nach den Turbulenzen in vielen aufstrebenden Schwellenländern hatten in den vergangenen Tagen mit China und den USA auch die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt beunruhigende Konjunkturdaten gemeldet.

In beiden Ländern hat die Industrieproduktion im Januar laut Umfragen deutlich an Schwung verloren. In den USA enttäuschte zudem auch der wichtige Dienstleistungssektor. Er wuchs zu Jahresbeginn so langsam wie seit mindestens zwölf Monaten nicht mehr. Das nährt die Zweifel daran, ob die US-Wirtschaft wirklich so stark zurückkommt, wie es zuletzt viele Experten vorausgesagt hatten.

Nach Schwellenländern nun auch Japan in Schieflage

Angesichts der schlechten Nachrichten waren die wichtigsten US-Aktienindizes bereits am Montag kräftig gefallen. Der Dow Jones sank um mehr als zwei Prozent. Der S&P 500 musste mit minus 2,3 Prozent sogar den grössten Tagesverlust seit Juni hinnehmen.

Noch härter trifft es aber Japan: An der Tokioter Börse brach der Nikkei-Index am Dienstag um 4,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Oktober ein. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus damit bereits rund 13 Prozent. Der japanische Wirtschaftsminister Akira Amari äusserte sich besorgt und warnte vor einer Überreaktion der Finanzmärkte.

Nikkei-Index fällt: Japan könnten stürmische Zeiten bevorstehen Bild: EPA/EPA

In den vergangenen Wochen hatten bereits die Turbulenzen in wichtigen Schwellenländern wie der Türkei, Brasilien oder Indien die Märkte erschüttert. Viele Investoren ziehen ihr Geld aus den lange Zeit boomenden Volkswirtschaften ab, weil sie Zweifel am weiteren Wachstumskurs haben.

Schwäche der USA lässt Anleger zittern

Nun scheint die neue Angst auch die Märkte in den etablierten Industrieländern erfasst zu haben. In den USA hat der Dow Jones seit Jahresbeginn bereits rund sieben Prozent an Wert verloren. Und auch Deutschland bleibt nicht unbeeindruckt von der weltweiten Entwicklung: Der Aktienindex Dax hat seit seinem Höchststand Mitte Januar sechs Prozent eingebüsst.

Kältewelle drückt in den USA aufs Wirtschaftswachstum Bild: AP

Vor allem die mögliche Schwäche der USA lässt die Anleger zittern. «Die Konjunkturdaten sind durch die Bank weg sehr schwach», sagte Paul Zemsky, der beim New Yorker Vermögensverwalter ING Investment Management die Portfoliostrukturierung verantwortet. «Es ist wirklich schwer, irgendwo gute Nachrichten zu finden.»

Dabei sollten die Amerikaner die Weltwirtschaft in diesem Jahr doch eigentlich antreiben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte dem Land erst kürzlich ein Wachstum von 2,8 Prozent vorhergesagt. Ganz abschreiben wollen Experten diese Ziele noch nicht: Schliesslich sei der Januar in weiten Teilen der USA von einer ungewöhnlichen Kältewelle geprägt gewesen, die die Wirtschaftstätigkeit erlahmen liess. Vielleicht ist der Aufschwung also nur verschoben.



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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