Wirtschaft
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epa04936862 epa04936860 Dairy farmers attend traditional Chaesteilet (lit.: sharing the cheese) in Justistal, Switzerland, 18 September 2015. The local farmers whose cows have spend the summer on the pastures of the valley share the cheese in relation to the milk yield of their cows. Thousands of people attend the tradition of Chaeseteilet.  EPA/ALEXANDRA WEY FINLAND OUT  EPA/ALEXANDRA WEY FINLAND OUT

«Chäs-Teilete» auf einer Alp. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Nationalstaat ist besser als sein Ruf

In seinem Buch «Straight Talk on Trade» plädiert ausgerechnet der progressive Ökonom Dani Rodrik für einen starken Nationalstaat und warnt vor der Illusion einer globalen Regierung. Dabei erklärt er auch, weshalb die Welt mehr Füchse und weniger Igel braucht.

05.12.17, 16:04 06.12.17, 05:03


Der Kapitalismus hat schon bessere Tage gesehen. Will er überleben, dann muss er sich neu erfinden, «um die Herausforderungen der Globalisierung, der Ungleichheit, des raschen technischen Wandels, der Klimaerwärmung und demokratischer Rechenschaftspflicht meistern zu können», wie Dani Rodrik in seinem neuen Buch «Straight Talk on Trade» feststellt. Er ist Professor an der Harvard University und einer der renommiertesten Handelsökonomen der Gegenwart.  

Gilt als führender Handelsökonom: Dani Rodrik.

Rodrik wird dem progressiven Lager zugeordnet. Umso überraschender ist daher auf den ersten Blick sein Kernanliegen: Er setzt sich vehement für die Stärkung des Nationalstaates ein. Ein Linksliberaler als Champion des Nationalstaates, ist das in Zeiten eines bedrohlich wachsenden Nationalismus nicht ein Widerspruch in den Begriffen?  

Nicht bei Dani Rodrik. Er hat plausible Gründe für seine These. Der traditionelle Gegensatz zwischen Staat und Markt sei in Zeiten von immer komplexer werdenden Märkten obsolet geworden, argumentiert er.

«Eine erfolgreiche Politik gründet auf heimischen Experimenten und Innovationen der lokalen Institutionen.»

Daher müssen wir umdenken: «Gut funktionierende, nachhaltige Märkte werden von einer breiten Palette von Institutionen gestützt, die kritische Funktionen bezüglich Regulierung, Umverteilung, geld- und fiskalpolitischer Stabilität und Konfliktmanagement anbieten.»  

Diese Aufgabe kann heute nur ein moderner Nationalstaat meistern. Globale Institutionen sind viel zu schwach, um dringend notwendige Regeln auch durchsetzen zu können. IMF, Weltbank oder OECD können zwar so genannte «best-pratice-Regeln» ausarbeiten – Regeln, welche die angeblich beste Lösung für ein Problem aufzeigen –, aber sie haben kaum Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass sie auch in Kraft treten.  

epa06212930 A handout photo made available by the United States Department of State (DOS) shows US Secretary of State Rex Tillerson (8-L) participating in the Ministerial Discussion on Syria, on the margins of the 72nd Regular Session of the UN General Assembly in New York, New York, USA, 18 September 2017.  EPA/US DEPARTMENT OF STATE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Treffen im UN-Hauptgebäude in New York. Bild: EPA/US DEPT. OF STATE

Überhaupt hält Rodrik wenig von «best practice». Was gut für Chile ist, kann schlecht für die Schweiz sein, und was in Deutschland funktioniert, kann in den USA versagen. Alle Volkswirtschaften in ein starres, allgemein gültiges Konzept zu pressen, ist daher unsinnig. Jede Nation muss ihren eigenen Weg finden. «Eine erfolgreiche Politik gründet auf heimischen Experimenten und Innovationen der lokalen Institutionen», so Rodrik, «und nicht auf ‹best practice› und Vorlagen, die von internationalen Experimenten stammen.»  

Allerdings, allein mit der Stärkung der nationalen Institutionen ist es nicht getan. Berühmt geworden ist Rodrik nämlich mit seiner Trilemma-These. Sie besagt: Ein Staat kann nicht gleichzeitig demokratisch sein, seine eigene Volkswirtschaft schützen und an der Globalisierung teilnehmen. Er muss sich für zwei dieser drei Dinge entscheiden.  

Hyperglobalisierung als Bedrohung

Zu viele Staaten haben sich gemäss Rodrik in den letzten Jahrzehnten für die Globalisierung entschieden und dabei die Interessen der einheimischen Bevölkerung vernachlässigt. Das rächt sich nun. Brexit, Trump und die wachsende Gefahr eines gefährlichen Nationalismus sind die Folgen dieser Entwicklung, die Rodrik «Hyperglobalisierung» nennt.  

Die negativen Folgen des Trilemmas zeigen sich derzeit auch in der EU. «Wollen die europäischen Staatschefs die Demokratie erhalten, dann müssen sie sich zwischen einer politischen Union oder einer wirtschaftlichen Desintegration entscheiden», so Rodrik. «Sie müssen sich entweder explizit von der wirtschaftlichen Souveränität verabschieden oder sie aktiv zugunsten ihrer Bürger verwenden. Im ersten Fall müssen sie den Wählerinnen und Wähler reinen Wein einschenken und einen demokratischen Raum über den Nationalstaaten schaffen. Oder sie müssen die Einheitswährung wieder abschaffen und zu einer nationalen Geldpolitik zurückkehren.»  

radar-reuters  Die italienische Küstenwache hat erneut über 1300 Flüchtlinge vor Sizilien und Nordafrika aus Booten gerettet.Die Menschen seien am Samstag bei insgesamt elf verschiedenen Einsätzen zwischen dem italienischen Süden und dem Norden Afrikas in Sicherheit gebracht worden, teilte die Küstenwache mit.Bereits in der vergangen Woche waren nach Angaben der Küstenwache und der Organisation

Afrikanische Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Sie sind auch die Opfer einer «vorzeitigen Deindustrialisierung». Bild: kaltura

Die Balance zwischen global und national zu finden ist für alle Regierungen zur vielleicht anspruchsvollsten Herausforderung der Gegenwart geworden. Das gilt besonders für die Entwicklungs- und Schwellenländer. Sie können heute nicht mehr das Vorbild der reichen westlichen Länder und der asiatischen Tigerländer kopieren. Schuld daran ist ein Phänomen, das Rodrik «vorzeitige Deindustrialisierung» nennt.  

Einst sah der traditionelle Weg zu Wohlstand wie folgt aus: Die zunächst überwiegend bäuerliche Bevölkerung wird als ungelernte Arbeiter in die industrielle Massenproduktion integriert. Dadurch steigen die Produktivität der Volkswirtschaft und damit auch der nationale Wohlstand massiv an. Die Arbeitsteilung schreitet weiter voran, das Land wird reich.  

Der traditionelle Weg zum Wohlstand ist verbaut

Dieser Weg ist den heutigen Entwicklungsländern weitgehend verbaut. Massenproduktion wird zunehmend nicht mehr von ungelernten Arbeitern, sondern von Robotern erledigt. «Die Kräfte der Globalisierung und des technischen Fortschrittes haben die Natur des industriellen Prozesses in einer Art und Weise verändert, die es den zu spät Gekommenen praktisch verunmöglicht, dem Beispiel der ostasiatischen Tigerstaaten und der europäischen und der nordamerikanischen Wirtschaft zu folgen», stellt Rodrik fest.  

Demographisch geschieht genau das Gegenteil. Die Bevölkerungsexplosion in Afrika und Indien hat die «vorzeitige Deindustrialisierung» zu einem der drängendsten geopolitischen Probleme der Gegenwart gemacht. Hunderte von Millionen junger Menschen ohne Zukunftsperspektive sind brandgefährlich. «Angesichts des langsamen Strukturwandels sagt die Weltbank voraus, dass über die nächsten zehn Jahre nur einer von vier afrikanischen Jugendlichen einen festen Arbeitsplatz ergattern wird», warnt Rodrik.  

Grossangelegte Handelsabkommen helfen nicht weiter

Auch er hat jedoch kein Patentrezept, wie diese Zeitbombe entschärft werden kann. «Es braucht einen neuen Weg», stellt er lediglich fest. «Wir können zwar die groben Umrisse dieses Weges beschreiben. Es ist ein Modell, das auf der Dienstleistungsindustrie beruhen muss. Es wird ein Modell sein, das sich auf eine sanfte Infrastruktur konzentriert – Ausbildung und Verwaltung – und weniger auf die Akkumulation physischer Güter – Werkhalle und Fabriken.»  

Gross angelegte Handelabkommen helfen kaum weiter. Rodrik kann weder TPP noch TTIP viel Positives abgewinnen. Er betrachtet sie als Null-Summen-Spiel, und zwar aus liberaler wie auch aus merkantilistischer Sicht. Liberale plädieren für möglichst viel Freihandel, Merkantilisten trachten danach, mit möglichst viel Export die eigene Volkswirtschaft zu stärken. «Aus der Sicht des komparativen Wettbewerbvorteils (i.e. aus liberaler Sicht, Anm. des Verf.) schaffen Handelsabkommen keine neuen Jobs, sie verteilen sie bloss. Aus merkantilistischer Sicht können sie Jobs schaffen, aber nur, wenn diese Jobs anderswo vernichtet werden», schreibt Rodrik.  

Warum wir mehr Füchse brauchen

Es gibt somit kein bestimmtes ökonomisches Modell, das weiter hilft. Dogmen sind wenig zielführend. Rodrik plädiert dafür, dass Ökonomen und Politiker kein bestimmtes Modell verfolgen, sondern opportunistisch jeweils das am besten geeignete anwenden. Er beruft sich dabei auf den Philosophen Isaiah Berlin. Dieser hat in einem legendären Vergleich zwei Arten des Denkens unterschieden, die er Igel und Fuchs nennt.  

Gemäss Berlin vertreten die Igel eine allumfassende Theorie, die im Prinzip jedes Problem lösen kann. Füchse hingegen haben keine grossartige Vision, sie haben verschiedene teils sich widersprechende Modelle, die sie je nach Situation einsetzen. Die komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bilden ein schlechtes Umfeld für generalisierende Weltanschauungen. Wer die Balance zwischen global und lokal finden und dem Fluch des Trilemmas entgehen will, muss opportunistisch handeln. Für Rodrik ist daher klar: «Die Welt braucht weniger Igel und mehr Füchse.»

Sie sind jung, aufstrebend und gut gebildet

Video: srf

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 07.12.2017 19:22
    Highlight Wer hätte das gedacht? Nationalstaaten haben noch eine kleine Überlebenschance!
    1 0 Melden
  • demokrit 06.12.2017 13:01
    Highlight Dieses Trilemma ist doch völlig konstruiert.
    0 0 Melden
  • Marcus Antonius 06.12.2017 12:35
    Highlight Nationalismus war nicht das Problem, sondern Expansionismus.
    Nationalismus ist heute nicht das Problem, sondern die Kluft und der Hass zwischen extremer werdenden politischen Ansichten.
    Nationalistisch und Konservativ sollte nicht ignorant und eigensinnig heissen, wie man es an der heutigen Rechten sieht.
    Weiter zum Artikel und diesem Rodrik: Endlich mal ein liberaler Wirtschaftsfanatiker, der gewisse Ansichten mit mir teilt.

    PS: Sälbständigs Wallis!
    8 4 Melden
    • rodolofo 06.12.2017 13:13
      Highlight Das Wallis hat doch den Sepp Blatter völlig selbständig hervorgebracht!
      Oder könnte es sein, das Jacob Zuma noch ein klein wenig nachgeholfen hat?
      1 5 Melden
  • TRL 06.12.2017 12:20
    Highlight Ich mach mal wieder unbeliebt bei den EU-Gegner-Blitzern:

    Wow, was für eine Erkenntnis! Der Nationalstaat ist stark, weil bis jetzt noch kein Nationalstaat wichtige Kompentenzen an eine supranationale Institution abgegeben hat. Die EU wurde 1993 neu lanciert, nachdem sich die Weltordnung geändert hat. An den meisten anderen Orten auf der Welt sind die Länder viel grösser als in Europa. Die Idee eines europäischen Föderalismus in dem die Mitgliedstaaten trotzdem über die nötigen Kompetenzen verfügen, sehe ich durch dieses Plädoyer für den Nationalstaat nicht wirklich geschwächt.
    4 4 Melden
  • Lowend 06.12.2017 11:21
    Highlight Die einzigen, die den Staat und seine Institutionen immer schlecht reden, sind jene, die vorgeben, sie würden die Schweiz lieben, aber eben nicht so wie sie ist, sondern so wie sie sie in ihren faschistoiden Ideen erträumen.
    5 17 Melden
  • Herbert Anneler 06.12.2017 10:03
    Highlight Klassik, Utilitarismus, Sozialismus, Neoliberalusmus: Sie alle waren Antworten auf jeweilige Problemlagen - wenn sich diese ändern, entwickeln sich neue Strömungen an neuen Problemen. Endlich, endlich hat auch dem Neoliberalismus mit seinem Globalisierungs- und kurzfristigen Eigennutzenmaximierungswahn die letzte Stunde geschlagen. Der Irrglaube der Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit und Wertfreiheit, das Brainwashing unzähliger Generationen von Ökonomiestudis, naht sich dem Ende! Weg vom homo oeconomicus - hin zum homo empathicus! Aber nie vergessen: Auch seine Zeit wird einmal vorüber sein...
    11 9 Melden
  • rodolofo 06.12.2017 08:52
    Highlight Genau so ist es!
    Es gibt kein Ideal. Alles hat Vor- und Nachteile.
    Wo Menschen sind, da "menschelt" es auch.
    In der Vielfalt liegt die Kraft!
    Und weil das so ist, musst Du Dein Herz befragen, für welche Art der Vor- und Nachteile Du Dich entscheiden willst!
    Die Einen finden ihr Glück in einem abgelegenen "Chrachen", in einer verschworenen Gemeinschaft.
    Und die Andern zieht's hinaus in die weite Welt.
    Wichtig ist nur, dass Du das, was Du machst, mit Leidenschaft und mit Überzeugung machst!
    Ob in Hinter-Tupfikon, oder in Bern, oder in Brüssel, oder in Genf.
    9 7 Melden
  • Angelo C. 05.12.2017 20:01
    Highlight Dass der Nationalstaat auch auf int. Verknüpfungen wirtschaftlicher Art angewiesen ist, ist zwar eine Binsenwahrheit, die kaum in Frage gestellt werden kann.

    Dass er jedoch niemals wirklich "globalisiert und internationalisiert" wegrationalisiert werden kann, ist dem denkfähigen Beobachter genauso klar. Linkslastige Sandkastenspiele, die das Gegenteil propagieren, werden ihr Ziel niemals erreichen, da spricht jegliche Empirie dagegen.

    Auch in regionalen, vermehrt aber noch globalen Krisen, sind die national geprägten Gesellschaften auf sich selbst zurückgeworfen - und wollen es auch sein.
    51 10 Melden
    • _kokolorix 05.12.2017 22:09
      Highlight Linkslastige Sandkastenspiele, die das Gegenteil propagieren?
      Das Gegenteil von was?
      Seit wann wollen die Linken den Staat globalisieren, internationalisieren und wegrationalisieren?
      Das ist doch genau der Anspruch den Rechtsliberale erheben. Alle Macht dem 'freien' Markt, sprich internationalen Grosskonzernen, sprich dem einen Prozent dem 90% von allem schon heute gehört.
      Man muss nicht den Kommunismus bewundern, aber blinder Hass auf alle welche nicht dem ungezügelten Egoismus frönen zeugt auch nicht gerade von Weitblick.
      Es wird Staatsregulatorien und freien Markt brauchen
      8 14 Melden
    • rodolofo 06.12.2017 08:58
      Highlight Niemand will Dir Deinen Nationalstaat wegnehmen, so wie Dir auch niemand Deinen Kantönligeist, oder Deine Gemeindeautonomie wegnehmen will!
      Wie Dein idyllisches Dorf dann tatsächlich aussieht und funktioniert, wenn der Nachbar ausgerechnet Glarner heisst, lassen wir einmal dahingestellt...
      Aber neben der Schweiz als (willkürlicher) Geographischer Abschrankung gibt es auch noch Kontinente, die ebenfalls Namen tragen!
      Und es gibt die Meere und die Welt!
      Es gibt Meteo Schweiz und das Welt-Klima.
      Diese Dinge sind Tatsachen, keine Widersprüche.
      6 8 Melden
    • Angelo C. 06.12.2017 12:47
      Highlight Ahaaaa, da habe ich doch wieder mal etwas ganz falsch verstanden - i'm so sorry 😐 !

      Hier nur eines von etlichen ähnlichen Beispielen :

      https://www.blick.ch/news/schweiz/bern/juso-fordert-schafft-die-grenzen-ab-id6357350.html

      Also lasst einfach die bei euch gemeinhin üblichen Spiegelfechtereien und steht auch heute noch zu dem, was euch de facto seit Rosa Luxemburgs Zeiten vorschwebt 😉!
      14 3 Melden
    • rodolofo 06.12.2017 13:08
      Highlight Die Grenzen sind dazu da, überwunden zu werden!
      Das sagte letzten Sonntag Reinhold Messmer, in der Sendung "Sternstunde Philosophie" auf srf 1.
      Die Vorstellung, dass die Grenzen verschwinden ist eine Utopie.
      Und zugleich ist diese Vorstellung (teilweise) Wirklichkeit geworden!
      Geh mal an den Rhein! Am besten im Hochsommer zum Baden.
      Wenn Du auf dem romantischen Uferweg Stromaufwärts wanderst, um Dich weiter oben ins kühle Nass zu stürzen und Dich von den gewaltigen Wassermassen runter treiben zu lassen, gehst Du an zahlreichen Bunkern aus der Zeit des 2.Weltkriegs vorbei...
      3 3 Melden
  • Posersalami 05.12.2017 17:49
    Highlight "Dieser Weg ist den heutigen Entwicklungsländern weitgehend verbaut."

    So ein Unsinn, und das von einem Wirtschaftsjournalisten, unfassbar.

    Wie haben es Thailand, Malaysia oder China (um nur ein paar zu nennen) nur aus der absoluten Armut geschafft..

    Das Problem auf der Welt sind die Reichen, die immer reicher werden müssen. Dies gilt für Personen, Firmen und Länder. Was mit einer vernünftigen Entwicklungspolitik (ja, es ist nicht alles gut was da passiert, trotztdem!) möglich ist zeigen zB. die genannten Länder, und da ist ja jetzt keinesfalls ein Ende der Entwicklung erreicht.
    14 72 Melden
    • haegipesche 05.12.2017 18:17
      Highlight Er hat konkret genannt weshalb diese Staaten es geschafft haben und weshalb in Zukunft dieser Weg verbaut sein wird (zudem: Thailand mit viel Tourismus und Malaysia mit Erd- und Palmöl). In Afrika wird dieser Weg tatsächlich deutlich Schwieriger, da zudem bereits eine herrschende Elite besteht, die kein Interesse daran hat, etwas am Status Quo zu verändern!
      50 3 Melden
    • Tsunami90 06.12.2017 06:39
      Highlight Arbeite seit 4,5 Monate in Bangladesch. Grosse Teile der Bevölkerung lebt in Blechhütten ohne Zugang zu Strom und Fliessend Wasser. Trotz zügigem Wirtschaftswachstum wächst die Anzahl Stellen im Land kaum, da Landwirtschaft und Fabrikation zunehmend Automatisiert werden.
      1 1 Melden
    • Posersalami 06.12.2017 12:22
      Highlight @haegipesche: Nein, hat er nicht.

      Ihr "zudem" ist eben einfach falsch und beruht auf Vorurteilen. Der Anteil am BIP ist nicht so gross wie sie glauben, suchen können sie ja selbst. Thailand hat sich eine "richtige" Industrie und Dienstleistungsbetriebe angelacht. Die vorhandenen Rohstoffe müssen eben auch vernünftig eingesetzt werden um die Wirtschaft zu entwicklen. Fast alles hängt an der Regierung und ob die wollen oder nicht. In SOA wollen die Regierungen halt, in Afrika wollen sie (noch) nicht, da ist die eigene Tasche halt näher als die der Bürger.
      0 7 Melden
    • Posersalami 06.12.2017 12:25
      Highlight @ Tsunami90: Ja und? Hat hier einer von Bangladesch gesprochen? Sie können auch weitere negative Beispiele finden. Nehmen sie Nordafrika, die hatten da ewig lange jedes Jahr 4-5% Wirtschaftswachstum aber die Politik hat es verkackt und davon ist NICHTS bei den Bürgern angekommen. Positivbeispiel wären da eben die Länder in SOA + China.

      Hier wächst die Wirtschaft jedes Jahr, die Angestellten bekommen davon aber auch nichts mehr ab. Es hängt da eben fast alles an der Politik..
      2 4 Melden
  • Töfflifahrer 05.12.2017 17:30
    Highlight Und, unsere Politiker sind geistig im ‚Gestern‘ gefangen. Es wird immer noch der Heilige Chor des Privatisierens gesungen. Sie vermuten, oder wissen, dass dies dem Volk nichts Gutes bringt. Aber wenn schon die Konzepte fehlen, dann soll zumindest kurzfristig die eigene Klientel provitieren.
    48 11 Melden
  • Knety 05.12.2017 16:36
    Highlight Gewaltenteilung, Gleichheit vor dem Gesetz, Demokratie, Recht auf Privateigentum...
    So schlecht ist der Ruf des Nationalstaates gar nicht.
    Nur ein paar Leute in Brüssel würden gerne ihre Machtbefugnisse erweitern. Das ist alles.
    151 28 Melden
    • FrancoL 05.12.2017 17:33
      Highlight Wenn man deren Markt begehen will muss man sich auch danach richten, aber Du kannst uns gerne erläutern wie Du mit einem grösseren Binnenmarkt, inkl. den erhöhten Kosten, den Wohlstand erhalten willst. Wenn etwas mobil ist kann man nicht das andere in der Immobilität verharren lassen. Wenn ich Zugang will und vor allem brauche, dann muss ich auch Positionen überdenken. Nicht zu vergessen, dass wir heute das Jahr 2017 schreiben und somit nicht am Anfang einer Handelsentwicklung stehen.
      Gehört nicht gerade die Schweiz zu den Ländern die auch auf fremdes Kapital ihre Befugnisse erweitern mag.
      22 27 Melden
    • Posersalami 05.12.2017 17:50
      Highlight Würden denn die genannten Beispiele für ein Vereinigte Staaten von Europa nicht gelten? Ich glaube nicht! Mit Brüssel hat das überhaupt nichts zu tun. Ja, in der EU gibts Defizite und das nicht nur in demokratischer Hinsicht. Aber der Möglichkeit den Kontinent endlich auch politisch zu einen stehen eigentlich nur ein paar ewig gestrige im Wege.
      17 51 Melden
    • FrancoL 05.12.2017 18:09
      Highlight @Posersalami; Ich weiss nicht ob es nur ein paar wenige sind. Es scheinen mir viele zu sein, alle die nichts verlieren wollen und meinen sie verlieren es wegen den EU. Die EU muss für viele hausgemachte Fehler herhalten und solange wir nicht mündig werden und unsere Fehler richtig erkennen und deren Ursache beseitigen wird mit dem "Kontinent einen" nichts. Uns und dem Kontinent steht der Egoismus im Weg.
      14 24 Melden
    • Kubod 05.12.2017 18:21
      Highlight @Posersalami

      Als Anhänger von Slow Food, die sich auf regionale Spezialitäten konzentrieren, kann ich Dir sagen, dass Ewiggestrige immer noch die Idee vertreten, es gäbe eine globale Internationale, in der alle Länder und Völker über den gleichen Kamm dwes Sozialismus geschert werden können.
      Einfache Sicht der Dinge, für denkfaule Leute.
      Sowas von Ewiggestrig. Aber sowas von.
      42 15 Melden
    • FrancoL 05.12.2017 19:15
      Highlight @kubod: ewig gestrig sind die heute noch wie Du in den links rechts Gräben stecken und politisch seit langem abgelutschte Definitionen von politisch Richtungen mit sich tragen. Links hat nichts mit gleichem Kamm scheren zu tun eher mit gleichen Ellen messen oder gleiche Zugangsmöglichkeiten schaffen. Wie kann man 2017 noch so mit Definitionen falsch liegen. Man kann verschiedene Meinungen haben aber die Definition sollte schon den Tatsachen entsprechen, sonst ist es nicht mehr als ein bewusstes verkennen.
      10 33 Melden
    • rodolofo 06.12.2017 09:06
      Highlight @ FrancoL
      Sie reden über uns und zeigen mit der Art, wie sie über uns reden, dass sie uns überhaupt nicht kennen.
      Möglicherweise ist es umgekehrt in etwa ähnlich...
      Darum gibt es ja Soziale Medien, wie Watson:
      Damit wir miteinander ins Gespräch kommen können und so vielleicht wenigstens die gröbsten Missverständnisse ausräumen können.
      Wirklich verstehen werden sich "Linke" und "Rechte" aber eh nie, weil sich die Wunder des Lebens letztlich nicht verstehen lassen...
      Vielleicht will die Natur einfach Symmetrisch sein und hat darum für alles eine linke- und eine rechte Seite geschaffen.
      2 4 Melden
    • Posersalami 06.12.2017 12:30
      Highlight @ Kubod: Was hat denn jetzt Slow Food damit zu tun?

      Sie sprechen von Konservativen. Mit progressiven Rechten kann ich sehr viel besser, als mit konservativen Linken. Das meinte ich auch mit "Ewig-Gestrige".
      4 4 Melden
    • FrancoL 06.12.2017 13:06
      Highlight @Rodolfo; Das Grundverständnis für das Verstehen muss vorhanden sein und dies ist es nicht, wenn grundsätzlich einmal mit Bashing begonnen wird. Das ist das Hauptproblem, man spricht mitessender sondern man wirft Behauptungen in den Raum. Das erkenne ich im Alltag, in der Gemeinde, in den Gremien und Kommissionen. Geredet wird leider wenig, behauptet um so mehr. Eine Erfahrung habe ich nach mehr als 30 Jahren in diesen Gefässen. Und leider stelle ich fest dass eine Seite EHER zum Bashing neigt und zur Behauptungskultur und das ist die rechte Seite.
      1 1 Melden

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