Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Russischer Käufer

Stadler Rail zieht Grossauftrag an Land

15.04.14, 14:52 15.04.14, 15:57

Der Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail hat einen Grossauftrag an Land gezogen. Der russische Bahnbetreiber Aeroexpress bestellte beim Thurgauer Unternehmen 25 Doppelstocktriebzüge. Am Dienstag fand in Altenrhein SG der Montagestart statt. Der Auftrag umfasst ein Volumen von 380 Millionen Euro. Im Auftrag enthalten ist zudem eine Option für die Lieferung von 13 weiteren Zügen.

Die ersten drei Züge werden komplett in Altenrhein gebaut. «Nur 18 Monate nach der Vertragsunterzeichnung sollen die Züge erstmals in Moskau eingesetzt werden», sagte Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail Group, vor den Medien.

Die restlichen 22 Züge werden teilweise im Stadler-Werk in der weissrussischen Hauptstadt Minsk gefertigt, das im Herbst 2013 in Betrieb genommen wurde. Die Lokomotiven und Waggons, die nach Moskau geliefert werden, basieren auf dem Doppelstockzug KISS. Aufgrund der grösseren Spurweite in Russland sind die Züge allerdings breiter, höher und schwerer. «Wir mussten einen komplett neuen Zug konstruieren», sagte Spuhler.

Peter Spuhler, CEO Stadler Rail Group, geht seinen Gedanken nach, am Dienstag, 15. April 2014, in einer Montagehalle in Altenrhein. Im Rahmen eines Rundgangs wurde heute ueber den Montagestart des ersten der 6-teiligen Doppelstockzuege fuer Moskau orientiert. Die Zuege werden durch die Bahngesellschaft Aeroexpress betrieben und auf den Linien vom Stadtzentrum zu den drei Moskauer Flughaefen eingesetzt. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Peter Spuhler.  Bild: KEYSTONE

Neue Märkte erschliessen

Die Züge sollen zwischen dem Stadtzentrum von Moskau und drei umliegenden Flughäfen eingesetzt und bis Ende 2016 ausgeliefert werden. Die Zahl der Fluggäste, die in die Moskauer Innenstadt wollen, steige jedes Jahr weiter an, sagte Alexey Sorokin, COO von Aeroexpress. Jeder vierte Fluggast oder 16,8 Millionen Passagiere hat Aeroexpress 2013 zu den Moskauer Flughäfen und zurück transportiert. Das sind 13,2 Prozent mehr als 2012. Mit den neuen Doppelstockzügen von Stadler sollen es ab 2015 noch mehr werden, sagte Sorokin.

Das Unternehmen mit Sitz in Bussnang TG will weiter in die Erschliessung neuer Märkte intensivieren. Insbesondere Russland und andere Staaten der Ex-Sowjetunion wie Aserbaidschan oder Kasachstan haben es Stadler Rail angetan. Das seien allesamt traditionelle Eisenbahn-Nationen, deren Zugflotten veraltet seien. Der zweite Auftrag aus Russland sei ein Meilenstein in der Firmengeschichte, sagte Spuhler.

Er hoffe auf eine politische Lösung in der Krim und in der Ostukraine. Mit Bundespräsident Didier Burkhalter als derzeitiger OSZE-Vorsitzender könne die Schweiz einen Beitrag zur Deeskalation leisten. Würden Sanktionen oder ein Embargo verhängt, müsste sich auch Stadler Rail daran halten. «Ich hoffe aber, dass die Fortschritte, die vor 20 Jahren erzielt wurden, nicht aufs Spiel gesetzt werden,» sagte der ehemalige SVP-Nationalrat. (kub/sda)



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Diese 5 Projekte bringen dich vielleicht bald ins All – etwas Kleingeld vorausgesetzt

Früher war auch die Zukunft besser. In der Weltraum-Euphorie während der Zeit der Mondlandungen prophezeite man, dass bald Touristen den Mond – und gar den Mars – besuchen würden. Bereits 1964 plante die US-Airline Pan American touristische Weltraumflüge für das Jahr 2000.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2018 – und nach wie vor kann man Touristen, die tatsächlich im Weltraum waren, fast an einer Hand abzählen. Teilnehmer an suborbitalen Flügen, die zwar den Weltraum erreichen, aber …

Artikel lesen