Wirtschaft
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Plakate von Befuerwortern und Gegnern der Volksinitiative

Die Mindestlohn-Initiative hat in der Bevölkerung einen schweren Stand. Bild: KEYSTONE

SRG-Umfrage

Mehrheit für Pädophilie-Initiative – kaum Chancen für den Mindestlohn

Am 18. Mai befindet das Schweizer Stimmvolk über vier eidgenössische Vorlagen. Wie die Chancen der einzelnen Initiativen stehen, zeigt die aktuelle SRG-Umfrage.

11.04.14, 16:59

Wäre Ende März über die eidgenössischen Vorlagen vom 18. Mai abgestimmt worden, hätte eine Mehrheit der Stimmberechtigten für die Pädophilie-Initiative votiert und der Artikel zur medizinischen Grundversorgung wäre angenommen worden. Das zeigt die heute publizierte Umfrage der SRG in Zusammenarbeit mit dem politischen Forschungsinstitut GfS.

Demnach wären die Mindestlohn-Initiative und der Finanzierungsfonds für die Beschaffung des Gripen beim Schweizer Stimmvolk durchgefallen. Befragt wurden 1209 Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz zwischen dem 29. März und dem 4. April.

Gemäss GfS-Studie wollten sich Anfang April 45 Prozent der Stimmberechtigten an der Volksabstimmung vom 18. Mai beteiligen. Dieser Wert liegt sehr nahe am Mittel der Stimmbeteiligung der letzten elf Jahre (2001-2012), die gemäss Bundesamt für Statistik 44,6 Prozent beträgt. 



Pädophilie-Initiative

Die Plakate zur Volksinitiative‚

Bild: KEYSTONE

Gemäss GfS-Studie neigen 74 Prozent dazu, der Initiative zuzustimmen, 19 Prozent lehnen sie ab. 7 Prozent zeigen sich unentschieden. Allerdings teilen sich die Befürworter in zwei unterschiedliche Gruppen: 52 Prozent äussern eine klare Zustimmung, 22 Prozent lediglich eine tendenzielle.

Bei der Pädophilie-Initiative sind die Meinungen laut den GfS-Studienautoren in «erheblichem Masse» zugunsten der Volksinitiative gemacht. Die zentrale Botschaft zugunsten der Initiative kreise um die Auffassung, dass Pädophile potenzielle Wiederholungstäter seien. Demgegenüber versuche die Gegnerschaft, die Schwere der Vorfälle als Massstab bei einer Verurteilung einzubringen.

GfS-Trend: «Die Chancen einer Annahme am 18. Mai sind erfahrungsgemäss gegeben, obwohl mit dem Kampagnenverlauf bei Initiativen in aller Regel ein Aufbau des Nein-Anteils erfolgt.»

Mindestlohn-Initiative

Die Unia Nordwestschweiz eroeffnet ihre regionale Mindestlohn-Kampagne auf dem Claraplatz in Basel am Mittwoch, 26. Februar 2014. Die Volksinitiative

Bild: KEYSTONE

Bei der Mindestlohn-Initiative orten die GfS-Studienautoren bei den Gegnern der Hauptkampagne einen Startvorteil. 52 Prozent würden die Initiative heute «bestimmt» oder «eher ablehnen». 40 Prozent wären im gleichen Masse dafür. 8 Prozent zeigten sich unentschieden. 

Die Meinungsbildung zur Mindestlohn-Initiative ist – wie bei der Pädophilie-Initiative – ebenfalls fortgeschritten. Das kann gemäss Studie als Folge der öffentlichen Debatte angesehen werden. Auf der einen Seite sei das Lohnthema spätestens mit der Abzocker-Initiative zum Problem aufgestiegen, andererseits wurde die 1:12-Initiative der Juso kürzlich deutlich verworfen.  

GfS-Trend: «Ohne grosse Überraschung ist davon auszugehen, dass die Nein-Seite bis zum Abstimmungstag anwächst, allenfalls sich auch die Ja-Seite verringert. Das ist der Normalfall der Meinungsbildung zu einer Volksinitiative. Das spricht für eine Ablehnung, wenn nicht noch etwas Ausserordentliches geschieht.» 

Beschaffung Gripen

ZUR NICHT DURCHGEFUEHRTEN GRIPEN-FLUGSHOW STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG - Der Testpilot und Gripen-Projektleiter Fabio Antognini haelt ein Modell des Gripen Flugzeuges waehrend einer Medienkonferenz bei einem Medientreffen am Freitag, 27. Dezember 2013 in Adelboden. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Aktuell sind 52 Prozent «bestimmt» oder «eher gegen» die Flugzeugbeschaffung, derweil 42 Prozent bestimmt oder eher dafür stimmen würden. Den Ausschlag geben werden laut GfS-Studie die 6 Prozent Unentschiedenen respektive die 17 Prozent, die nur «eher dagegen» sind.

Aus Bevölkerungssicht pendelt die Debatte vor allem zwischen der Sicherheitspolitik und dem Nutzen der Rüstungsbeschaffung. Gemäss GfS-Studie ist das wirksamste Argument der Ja-Seite, die Lufthoheit über die Schweiz zu verteidigen, während die Nein-Seite die Vernünftigkeit der hierfür nötigen Investition anzweifeln könne.

GfS-Trend mit zwei Szenarien:  

Medizinische Grundversorgung

Hausaerztinnen und Hausaerzte werben mit einer Plakataktion fuer die Hausarztmedizin am Dienstag, 1. April 2014 auf dem Bundesplatz in Bern. Die Volksabstimmung ueber den

Bild: KEYSTONE

Aktuell würden 66 Prozent für die Vorlage stimmen, 10 Prozent dagegen. Mit 24 Prozent sind vergleichsweise viele unschlüssig.

Ein Konfliktmuster sei bisher kaum ersichtlich. Laut GfS-Studie will nicht einmal bei der SVP, die eine Nein-Parole beschlossen hat, eine Mehrheit der Wähler gegen die Vorlage stimmen. Überraschend viele Nein-Stimmen gibt es dagegen an der Basis der FDP, formell im Ja-Lager. 

GfS-Trend: «Die Chancen einer Annahme am 18. Mai sind erfahrungsgemäss intakt, denn mit dem Kampagnenverlauf wird eine Polarisierung der Stimmabsichten einsetzen, so dass beide Seiten an Boden gewinnen können.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • philgrum 12.04.2014 13:59
    Highlight Wir benötigen keine Mindestlohn-Initiative, sondern eine Maximallohn-Initiative. Gemessen an der mittelmässigen Produktivität der Schweizer sind Löhne über 4'000 Franken ungerechtfertigt. Stattdessen sollten die Chefs deutlich mehr verdienen, welche die schwierige Aufgabe haben, die Produktivität ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.
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    • klugundweise 12.04.2014 15:15
      Highlight Genau! Die Sklaventreiber sollen es gut haben und wer zuwenig verdient, kann ja aufs Sozialamt, den bezahlen wir dann über die Steuern.
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  • Nicoscore 12.04.2014 09:02
    Highlight Ich bin gegen den Mindestlohn. Und zwar weil er die Ärmeren in der Schweiz schützen will, aber genau das Gegenteil bewirkt. Wenn ein Unternehmen eine einfache Arbeit bisher mit 18.- in der Stunde bezahlt hat, und nun muss es für die selbe einfache Arbeit 22.- zahlen, dann wird dieses Unternehmen einen Weg finden, immer noch 18.- zu bezahlen. Da gibt es eine Auswahl an Möglichkeiten. Man könnte die Arbeiter einfach nur noch als Praktikanten anstellen, was schwerwiegende Folgen für die Arbeitskraft hätte. Oder die Arbeit könnte im schlimmsten Fall abwandern. Mit dieser Initiative ist den Ärmeren also nicht geholfen!
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  • klugundweise 11.04.2014 21:34
    Highlight Wieso braucht es diese Meinungsumfragen? Damit werden Meinungen vor der Abstimmung beeinflusst. Es genügt, wenn am Abstimmungstag entschieden wird.
    Es ist auch auffällig wie in der Presse (z.B. heute in der Berner Zeitung) seitenweise Artikel mit einseitigen Informationen zur Gripen-Beschaffung publiziert werdend.
    Diese Verfälschung der demokratischen Prozesse sind bedenklich.
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    • philgrum 12.04.2014 14:09
      Highlight Richtig. Weshalb braucht es andere Meinungen? Die sind doch sowieso nur anders. Und dann werden sie auch noch gedruckt. Natürlich immer nur auf einer Seite, darum sind sie einseitig. Wer glaubt, dass demokratische Prozesse etwas mit verschiedenen Argumenten, verschiedenen Meinungen und der Debatte darüber zu tun hat, irrt. Das ist Verfälschung und Beeinflussung aller, die sowieso anders denken. Das ist klug und weise.
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    • klugundweise 12.04.2014 15:13
      Highlight Habe ich etwas gegen Meinungsvielfalt gesagt, oder gegen verschiedene Argumente und entsprechende Debatten?
      Aber warum muss man die Meinungen vor Abstimmungen mehrmals abfragen? Dann braucht es schlussendlich keine Abstimmungen mehr, die Umfrage genügt doch, oder?
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  • papparazzi 11.04.2014 19:37
    Highlight Ermahnung an Goschi wegen der Rechtschreibung... es heisst plumpe und nicht "plume". Gruss:-) ut (dp)
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  • Nicoscore 11.04.2014 18:35
    Highlight Bei der Pädophilen Initiative ist es für Gehner sehr schwer. Man muss schon sehr gute Argumente bringen, um hemanden vom Nein zu überzeugen. Trotzdem lohnt es sich, sich die Argumente der Gegner anzusehen. Diese klingen für mich recht verständlich.
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  • Abel Emini 11.04.2014 17:57
    Highlight Ich sage JA zum Mindestlohn!
    3 7 Melden
  • papparazzi 11.04.2014 17:49
    Highlight Also das mit den Umfragen ist ja immer so eine Sache... Ich habe den Verdacht, dass solche Studien hauptsächlich dazu verwendet werden um einen psychologischen Aspekt bei den Wählern zu verstärken! By the way: Das wäre auch mal einen interessanten Bericht wert watson. Viele Menschen haben leider bei einer öffentlichen Stellungsnahme eine automatische Angleichung an die allgemeine und mehrheitliche Meinung. Ganz privat denken sie eigentlich anders. Deshalb lasst doch diese manipulativen Umfragen sein und ruft lieber zu einer hohen Stimmbeteiligung auf! Interessant wäre auch jeweils zu erfahren, wer eine solche Meinungsumfrage oder eine solche Studie in Auftrag gegeben hat... Trotzdem aber hier schon meine Stellungsnahme: JA zur Initiative gegen Pädophile! Ebenfalls JA zum Gripen und JA zur Mindestlohninitiative. Vielleicht wird das ja die "öffentliche Meinung" beeinflussen. ut (dp)
    4 3 Melden
    • Maya Eldorado 11.04.2014 18:16
      Highlight Das denke ich auch! Manipulation ist allgegenwärtig heute und begegnet uns auf Schritt und Tritt.
      Das Einzige, was uns bleibt, ist, auf unser Gewissen zu hören und sich von der Meinungsmache nicht anstecken zu lassen. Ich bin überzeugt, dass das ansteckender ist als die Vogelgrippe.
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    • Wiederkehr 11.04.2014 18:37
      Highlight Ich glaube Du hast recht. Das von Linken durchtränkte Staatsfernsehen versucht die Meinungen so darzustellen wie es sie gerne hätte. Aber der Wind dreht...
      4 3 Melden
  • Gock 11.04.2014 17:01
    Highlight Sind diese Umfragen genau so gut wie die zur Masseneinwanderungsinitiative?
    6 1 Melden
    • goschi 11.04.2014 17:31
      Highlight Ja, weil schon damals zur MEI klar gesagt wurde, dass der Trend bei der MEI, entgegen der normalen Entwicklung bei Volksinitiativen (steigende Ablehnung) wohl die Befürworter an Zustimmung gewinnen werden.

      Zusätzlich hat gerade die GfS im Vorfeld der MEI immer wieder klar betont, dass hier eine Prognose erschwert ist.

      Wenn man einfach einmal auch den zugehörigen Text lesen würde und sich nicht nur an bunten Farben aufhängen würde, kämen nicht immer derat plume Versuche der Stimmungsmache.
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    • papparazzi 11.04.2014 19:33
      Highlight Auf jeden Fall besser als ein Usernahme, der mit dem englischen ...w.n.z assoziiert werden kann. (C.ck) ut (dp)
      1 4 Melden

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