Wirtschaft
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Laut Novartis sind Qualitätsprobleme für das Aus der Produkte verantwortlich. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Pharmaindustrie

Aus für zwei Klassiker: Novartis streicht Vita-Merfen und Euceta

18.12.14, 20:59

Vita-Merfen und Euceta sind Schweizer Medikamente-Klassiker. Während Jahrzehnten fanden sich die zwei Salben in fast allen Medikamentschränkchen und Reiseapotheken. Doch damit ist Schluss: Die Herstellerin Novartis hat beschlossen, die beiden Produkte nicht weiter zu vertreiben.

Der Pharmakonzern bestätigte am Donnerstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen entsprechenden Bericht von Radio SRF. «Uns ist bewusst, dass die Beendigung des Vertriebs Kunden und Konsumenten enttäuschen kann, da Euceta und Vita-Merfen schon lange als Marken auf dem Schweizer Markt etabliert sind», schreibt Novartis.

Euceta wurde 1947 zugelassen. Die Salbe enthält Kamille und Arnika und hilft bei Prellungen, Verstauchungen, bei Sonnenbrand, Insektenstichen und allerlei anderem. Auch Vita-Merfen kann vielseitig verwendet werden und dürfte besonders bei Kindern häufig zum Einsatz gekommen sein: Zur Behandlung von kleinen Schnitt-, Kratz- oder Schürfwunden.

Das Aus der beiden Traditionsmarken begründet Novartis damit, dass das Unternehmen und seine Lieferanten keine gangbare Lösung gefunden hätten, um die erwarteten Qualitätsstandards zu garantieren.

«In den letzten Produktionsrunden wurde deutlich, dass wir bei Fortführung der Produktion keine Lösung zur Einhaltung der hohen Qualitätsstandards, die Patienten und Kunden von Novartis erwarten, finden würden», schreibt Novartis.

Was genau dahinter steckt, ist unklar. Gemäss Radio SRF kann Novartis die Rohstoffe für die Produktion der Salben nicht in genügender Qualität einkaufen. Dies bestätigte das Unternehmen indes nicht.



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    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 19.12.2014 00:24
    Highlight Könnte es sein, dass diese beiden altbewährten Produkte der Novartis nicht mehr genug Gewinn in die Kasse spülen?
    Schliesslich gibt es sicher unterdessen längst neue Produkte, die dem gleichen Zweck dienen und gefühlte 100 mal teurer sind und im Gegensatz zu den altbewährten Produkten nicht mehr nebenwirkunsfrei sind. Auch das hilft, das Geschäft anzukurbeln.
    Uebrigens Euceta hat das gleiche Alter wie ich.
    2 0 Melden
  • Der Tom 19.12.2014 00:20
    Highlight Ach Schürfungen und Sonnenbrand hatten wir als Kinder in den 70ern und 80ern. Heute gibts Knieschoner, Ganzkörperprotektoren, jede Menge Verbote und Sonnencreme. Falls dann mal was ist gehts gleich zum Spital Notfall. Da braucht es die gute alte Essigsauretonerde mehr.
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  • christian_meister 19.12.2014 00:12
    Highlight Es wird gemunkelt, dass die SwissMedic sich an den "Ribeli" stört, die es beim Auftragen von Euceta gibt. Euceta und VitaMerfen waren schon länger nicht mehr Lieferbar. Das Problem konnte also nicht gelöst werden. Anfang Jahr verschwand schon Pulmex Baby von Novartis vom Markt. Auch dort war es ein Problem mit der SwissMedic.
    @ watson: Fragt doch mal bei SwissMedic nach. Die haben Zeit eure Fragen zu beantworten. Die haben so viel Zeit, dass sie durch sinnlose Schikanen die Medikamentenpreise in den Himmel treiben.
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  • Thom Mulder 18.12.2014 22:36
    Highlight Qualitätsstandard? Nur eine Ausrede. Vermutlich machen sie in letzter Zeit mit den Produkten nicht ganz so viele Millionen wie sie gerne haben möchten. Wollen sich wohl auf die anderen Sachen konzentrieren die mit weniger Aufwand mehr hergeben z.B. mit dem Ausnutzen von Krebspatienten.
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  • Goon 18.12.2014 21:40
    Highlight Und wieder zwei Kindheitserinnerungen weg. Weiß noch genau wie meine Großmutter meinen Sonnenbrand mit Euceta behandelt hat.....
    12 0 Melden
    • mukeleven 19.12.2014 01:22
      Highlight ... dito! irgendwie schon schade, gerade weill es ja "brands" sind.
      offensichtlich reicht das dem pharma multi nicht, diese schönen nostalgie-marken im heimmarkt CH aufrecht zu erhalten. qualität kostet, das investment würde sich lohnen, auch wenn nur fürs image (-;
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