Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
File photo of cancelled flights on a flight schedule board next to the logo of German air carrier Lufthansa at the Fraport airport in Frankfurt, April 22, 2013. Lufthansa, Germany's largest airline, said March 26, 2014, it had cancelled around 400 flights on Thursday due to a planned strike by public sector workers across the country's airports. Trade union Verdi has called on ground staff, baggage handlers and maintenance staff at almost all of Germany's big airports, including Europe's third largest hub at Frankfurt, to strike during the morning shift on Thursday, which runs until roughly 1300 GMT.  REUTERS/Kai Pfaffenbach/Files (GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT TRANSPORT)

Bild: Reuters

Mittwoch bis Freitag

Lufthansa-Streik: Zu Ferienbeginn werden 3800 Flüge gestrichen

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa stellt ihren Betrieb von Mittwochnacht bis einschliesslich Freitag fast komplett ein. Die Schweiz ist voraussichtlich nur wenig betroffen.

31.03.14, 15:06 31.03.14, 16:02

Ein Artikel von

Die Lufthansa streicht wegen des Streiks der Piloten von Mittwoch bis Freitag 3800 Flüge. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Davon seien voraussichtlich mehr als 425'000 Passagiere betroffen. Die Piloten wollen von Mittwoch bis Freitag drei komplette Tage streiken, um ihrer Forderung nach mehr Geld und der Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck zu verleihen. 

Um Mitternacht am Mittwoch wollen die Piloten der Lufthansa in den Ausstand treten. Bisher konnten Gespräche zwischen der Airline und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Arbeitsniederlegung nicht abwenden. Deutschlands grösste Fluggesellschaft ist daher dabei, einen Ersatzflugplan für den bis Freitagnacht um 23.59 Uhr angekündigten Streik zu erstellen. 

Bereits am Dienstag fallen Flüge aus

Welche Flüge betroffen sind, geht aus einer im Internet veröffentlichten Liste der Fluggesellschaft hervor. Die Absagen betreffen Flüge bis inklusive Samstag, bereits für Dienstag sind erste Flüge nach Nordamerika gestrichen. In der vergangenen Woche hatte Lufthansa beim weit kürzeren Warnstreik des Flughafenpersonals rund 600 Verbindungen gestrichen. 

Die Lufthansa bietet den betroffenen Kunden kostenlose Umbuchungen an. Möglich sei dies für Verbindungen von und nach Deutschland in der Zeit von Mittwoch bis Freitag. Der Streik trifft genau die Osterferien in Niedersachsen und Bremen, die am Donnerstag beginnen. Weitere Streiks bis zum Ende der Osterferien sollen nach derzeitigem Stand ausgeschlossen sein.

Mitglieder der Gewerkschaft Ver.di streikten bereits letzte Woche, rund 600 Flüge an deutschen Airports fielen aus. Bild: Reuters

Die Verbindungen des Ersatzflugplans sollen den Angaben zufolge Piloten absolvieren, die nicht bei der VC organisiert sind. Betroffen von dem Arbeitskampf sind die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Konzerntöchter Swiss und Austrian Airlines haben eigene Tarifverträge und sind vom Ausstand bei der Lufthansa nicht berührt.

Schweiz: Acht Flüge nach Düsseldorf annulliert

Die Swiss bestätigt auf Anfrage von watson, dass ihre Piloten nicht streiken. Der Flugplan der Swiss werde während des Lufthansa-Streiks normal weitergeführt. «Inwiefern unser Flugbetrieb betroffen sein wird, können wir erst kurzfristig, als ab Mittwoch, beurteilen», sagt eine Swiss-Sprecherin.
Der Flughafen Zürich hat bis anhin Kenntnis von acht gestrichenen Flügen zwischen der Schweiz und Deutschland. «Am Mittwoch sind vier Flüge von Zürich nach Düsseldorf annulliert worden», meldet Sprecherin Jasmin Bodmer. (egg)

Bei vorangegangenen Streiks hatte die Airline mit ihren Ersatzflugplänen das Ziel verfolgt, den Normalbetrieb möglichst schnell nach Streikende wieder zu erreichen. Dafür ist es wichtig, dass sich Maschinen und Crews zum Streikende an den Plätzen befinden, an denen sie auch planmässig zu sein hätten. Das kann dazu führen, dass während der Streiktage die Flüge eher grosszügiger gestrichen werden und einzelne Crews für mehrere Tage im Ausland bleiben müssen. 

Streik kostet «hohe zweistellige Millionensumme»

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens hat ihren Appell an die VC-Vertreter erneuert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: «Wir sind jederzeit verfügbar und geben die Hoffnung nicht auf.» Kommt es dennoch zum Streik, dürfte er Lufthansa eine «hohe zweistellige Millionensumme» kosten. 

Auch die Piloten der Lufthansa Cargo treten in den Ausstand. Bild: Reuters

Im Fall eines Pilotenstreiks hätten Passagiere der Airline direkt nach den rund 600 Flugausfällen wegen eines Ver.di-Ausstands an deutschen Airports abermals mit den Folgen von Arbeitsniederlegungen zu kämpfen. Volkens dringt auf eine Lösung zwischen Gewerkschaft und Unternehmen, ehe ein mögliches Schlichtungsverfahren eingeleitet werden müsste. «Dieses Thema ist sehr komplex, deshalb würde ich es gern mit der VC gemeinsam lösen», sagte sie dem «Spiegel». 

Am Sonntag hatte es danach nach Angaben der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit noch einmal Verhandlungen zu den Übergangsrenten gegeben. Lufthansa habe ihren Vorschlag noch einmal erläutert, aber nicht verbessert, sagte VC-Tarifexpertin Ilona Ritter.

«Wir hatten nichts missverstanden. Lufthansa will die bisherigen Regelungen verschlechtern und zudem eine Generationenteilung.» VC verlange aber eine einheitliche Regelung, die auch für die jüngeren Kollegen gelten müsse. Dafür habe man eine Deckelung der Kosten angeboten, worauf Lufthansa aber nicht eingegangen sei.

(abl/dpa/Reuters/AFP)



Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Roger Schawinski im grossen No-Billag-Interview: «Das ist völlig durchgeknallt»

Der Schweizer Medienpionier und Radio-Unternehmer Roger Schawinski meldet sich in der No-Billag-Debatte mit dem in Rekordzeit geschriebenen Buch «No Billag? Die Gründe und die Folgen» zu Wort. Ein Gespräch über die Vernebelungstaktiken der Initianten, die Chancen der Initiative und «Morning Joe».  

Ihr Buch ist flott geschrieben und es bietet eine verständliche Einordnung der Problematik. Aber kann ein Schnellschuss auch seriös sein?Roger Schawinski: Dies ist mein Fachgebiet, in dem ich mich seit Jahrzehnten auskenne. Und ich habe wohl mehr praktische Erfahrungen im In- und Ausland als andere.

Sie tragen aber ziemlich dick auf. Man hat den Eindruck, die Schweiz werde bei einem Ja zur No-Billag-Initiative untergehen. So ein Quatsch. Haben Sie das Buch überhaupt gelesen? Das schreibe …

Artikel lesen