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Bild: Shutterstock

«Keine Miniröcke, keine Spaghetti-Träger» – das sind die Dresscodes von Schweizer Firmen

Ein schriftlicher Dresscode oder den Mitarbeitern vertrauen? Firmen haben unterschiedliche Strategien, wie eine Umfrage von watson zeigt.



Ein 10-Seiten langer Dresscode – für General Motors Mitarbeiter war dies jahrelang Alltag. Darin hiess es unter anderem: T-Shirts mit einer unangemessen Botschaft seien am Arbeitsplatz nicht erwünscht.

Seit Mary Barra an der Spitze des Unternehmens ist, hat sich dies geändert. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war es, die Kleiderordnung massiv zu vereinfachen. Seither kommt das Unternehmen mit einem «Zwei-Wörter-Dresscode» aus: «Dress appropriately», auf deutsch: «Ziehen Sie sich angemessen an.» Damit will Barra auf das Urteil von ihren Mitarbeitern vertrauen.

Auch in der Schweiz gibt es Firmen, die die Kleiderwahl dem gesunden Menschenverstand ihrer Mitarbeiter überlassen, wie eine Umfrage von watson unter Unternehmen zeigt. Dazu zählt auch der Energiekonzern Axpo.

«Bei Tätigkeit ausserhalb der Kraftwerksanlagen und bei Bürotätigkeiten gibt es keine fixen Kleidervorschriften», schreibt die Axpo-Sprecherin. Ein gepflegtes, sauberes Auftreten werde als selbstverständlich erachtet. «Erfahrungsgemäss hat es sich bewährt, hier auf ein gesundes Eigenempfinden der Mitarbeitenden zu zählen, anstatt fixe Vorschriften zu geben.» Ähnlich klingt es auch bei der Swisscom

Diese Firmen haben No-Gos definiert

In anderen Schweizer Firmen gibt es klare No Gos, die teils auch schriftlich festgehalten sind.

1) Die Schweizerische Post

Für Mitarbeitende mit Kundenkontakt gibt die Post Empfehlungen ab. Dazu gehört:

2) AMAG Group

Schriftlich sind die Vorgaben beim Automobilhändler AMAG festgehalten. Darin heisst es. 

«Als Mitarbeiterin und Mitarbeiter repräsentieren Sie die AMAG. Dementsprechend ist ein gepflegtes Erscheinungsbild gewünscht.»

Für Frauen heisst das konkret:

Für Männer heisst das konkret:

Es seien Basisvorgaben, die von den einzelnen Betrieben ergänzt werden können, schreibt der Sprecher der AMAG Group.

3) Adecco Switzerland

Wer bei Personaldienstleister Adecco eine neue Stelle antritt, der wird an seinem ersten Tag über die Gepflogenheiten im Unternehmen informiert und was er vermeiden sollte. Und zwar wird empfohlen auf diese Kleidungsstücke zu verzichten:

4) Die CSS-Versicherung

«Die richtige Kleidung steht für Professionalität und fördert ein respektvolles Miteinander», schreibt der Sprecher der CSS. Mitarbeitenden wird zum Beispiel empfohlen, dass sie bei der Arbeit auf folgende Kleidungsstücke verzichten.

5) UBS

Die Bekleidungsvorschriften für UBS-Mitarbeiter in der Kundenzone klingen schlicht. Ein rotes Accessoire, ein weisses Oberteil (Bluse oder Hemd), ein dunkler Anzug und schwarze Schuhe. Die UBS lege Wert auf ein gepflegtes Auftreten, schreibt eine Sprecherin. «Weitere spezifische Vorgaben gibt es nicht. Schlussendlich zählen Mass und Ästhetik.» 

Das klang vor 8 Jahren noch anders, als die Schweizer Grossbank weltweit für Aufsehen sorgte, als sie einen neuen Dresscode testete. Bereits nach einer Woche kam der Rückzieher, nachdem viele Mitarbeiter sich dagegen wehrten.

eFinancialCareers.ch hat damals aus dem Dokument zitiert Und zwar stand darin:

Zur Unterwäsche

«Die Unterwäsche stellt eines der intimsten Teile unserer Bekleidung dar. Daher darf sie nicht unbeachtet bleiben, ganz im Gegenteil, sie muss Ihnen perfekt passen, niemals zwicken, nicht in die Haut einschneiden und natürlich nicht unter Ihrer Kleidung sichtbar sein.»

Zu den Schuhen

«Wechseln Sie Ihre Schuhe täglich: mit frischen’ Schuhen riechen Sie besser und verbessern Ihre Arbeitsleistung.»

Zum Parfüm

«Der ideale Moment, um sich zu parfümieren, ist direkt nach einer heissen Dusche, da dann die Poren der Haut noch geöffnet sind. So halten die Gerüche länger.»

Zur angemessenen Rocklänge

«Die Länge des idealen Rocks reicht bis zur Mitte des Knies und fällt bis zu fünf Zentimeter unterhalb des Knies hinab (die Masse verstehen sich ab Mitte des Knies).»

Zur Strumpfhose

«Das Tragen undurchsichtiger Strumpfhosen, Netzstrumpfhosen, Strümpfen mit phantasievollen Mustern oder allzu glänzende Strumpfhosen ist untersagt.»

«Shoppen? Da hau ich mir lieber einen rostigen Nagel ins Auge»

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Video: watson/Viktoria Weber, Emily Engkent

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Snowy 18.04.2018 14:10
    Highlight Highlight Gesunder Menschenverstand?

    Klar - gerne, aber was machen dann die Firmen mit eigener IT-Abteilung?

    User Image
    • koalabear 18.04.2018 21:49
      Highlight Highlight 😂😂😂
  • RatioRegat 18.04.2018 11:59
    Highlight Highlight Keine Jeans?

    Meine Chefs können froh sein, wenn ich mir überhaupt Hosen anziehe.
  • Nelson Muntz 18.04.2018 11:36
    Highlight Highlight Bei Hooters heissts wohl anders als bei der AMAG:
    Maximal Spaghetti-Träger
    wenn möglich bauch- und rückenfreie Kleidung
    gerne sichtbare Unterwäsche
    wenns sein muss Miniröcke
  • Ms. Song 18.04.2018 09:55
    Highlight Highlight Leider funktioniert das mit dem gesunden Menschenverstand nicht immer. Ich hatte schon enorme Diskussionen mit Mitarbeiter. Eine Lehrtochter wollte nicht einsehen, dass Hotpants mit Füdlishow nicht unter angemessener Kleidung läuft. Immer wieder diskutiert wurden Shirts mit grossem Aufdruck. Ein "Bierkönig" Shirt mag ja im Privaten vielleicht gehen, aber nicht im Kundenkontakt. Ich kann Firmen mit Dresscodes teils verstehen. Sie sind nervig, aber so erspart man sich viel Ärger. Bei uns müssen die Oberschenkel von Frau und Mann aus hygienischen Gründen bedeckt sein (Bürostuhl vollschwitzen).
  • Iniza 18.04.2018 07:18
    Highlight Highlight Ich kann tun und lassen was ich will :) Man möchte aber trotzdem ein Vorbild für die Lernenden sein.
  • Leon1 18.04.2018 00:32
    Highlight Highlight Fazit oder Kommentar hätte dem Artikel vielleicht gutgetan, so fehlt irgendwie die journalistische Aufarbeitung des Themas (was durchaus notwendig wäre)!

    Zum Eigentlichen:

    Arbeite in einer grossen deutschen Firma.
    Generell: Business Schick, keine Jeans.

    Männer: Anzug (also langärmlig, lange Hose, Krawatte). Bei schlimmster Hitze darf ab Mittag (!) die Krawatte weg, das aber auch nur im Backoffice, bei Kunden- oder auch nur Abteilungsübergreifendem Kontakt strikt das volle Programm.

    Bei Frauen etwas offener; Hose oder Rock bis mindestens über die Knie, Schulter bedeckt, Make-up nur dezent.
    • jjjj 18.04.2018 08:06
      Highlight Highlight Ihr siezt „die Kollegen“ sicher auch...

    • Snowy 18.04.2018 14:12
      Highlight Highlight Klar. Und Kollegen werden gerne auch noch mit Herr Betriebsleiter XY angesprochen.
  • Alnothur 17.04.2018 23:56
    Highlight Highlight ...also eigentlich gesunder Menschenverstand.
  • Julietta 17.04.2018 21:30
    Highlight Highlight Schon mal in einem Hotel in einen solchen Katalog geblickt?

    Da wird je nach Betrieb von Tattoos und Piercings über Schuhe, Strümpfe, Unterleibchen, Bartlänge bis hin zu Make Up, Fingernägel und Frisur alles geregelt..

    Ich wurde mal gerügt, weil ich kein Make Up getragen habe.

    Finde es aber grundsätzlich richtig, einen gewissen Kodex vorzugeben, wenn Kundenkontakt besteht. Man vertritt ja das Unternehmen.
  • Dreizehn 17.04.2018 20:36
    Highlight Highlight bei uns tragen (fast) alle genau die gleichen Klamotten.
    Weil, von der Firma zur Verfügung gestellt.
    Und ja, wir haben Tragepflicht.
    • Aliyah 18.04.2018 23:19
      Highlight Highlight 👍🏻Ich auch
  • CharlesOhne 17.04.2018 20:16
    Highlight Highlight Die Post hat definitv strengere Kleidervorschriften/empfehlungen als hier angegeben... Bspw. dürfen Piercings und Tattoos jeglicher Art nicht sichtbar sein, nicht nur “extreme” oder “diskriminierende”. Aber was weiss ich schon 😌
    • Goon (Zeuge Del Curtos) 18.04.2018 07:29
      Highlight Highlight In welchen Berufen bei der Post? Als Pöstler sicher nicht. Bei mir haben etliche Pöstler tätowierte Arme
    • Musikliebhaberin 18.04.2018 08:22
      Highlight Highlight Genau! Bei der Post darf man (auch wenn kein Kundenkontakt) nur geschlossene Schuhe tragen, keine Spaghettiträger und auch keine zerrissenen/kurze Hosen. Im Sommer kann es damit sehr warm sein. PostFinance ist da hingegen viel offener solange kein Kundenkontakt besteht, darf man anziehen was man will (ausser zerrissene Hosen, die bestimmt niemand vermisst).
  • DichterLenz 17.04.2018 19:44
    Highlight Highlight Flips sollten für mich ausserhalb von Strand oder Freibad generell verboten werden ;-) Dieses Gewatschel...
  • äti 17.04.2018 19:34
    Highlight Highlight Das mit den Spaghetti-Trägern ist schon hart, jetzt wo doch die Hitzewellen einfahren.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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