Wirtschaft
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THEMENBILD ZUR KRIMINALSTATISTIK 2013 --- Zuercher Stadtpolizisten des Sonderkommissariats Uno 44 verhaften am 30. Mai 2008 in Zuerich, Schweiz, einen Verdaechtigen. Der Auftrag der SOKO Uno 44 ist die Verhinderung einer verdeckten Drogenszene. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Kriminalstatistik absurd

Das sind die 5 «kriminellsten» Gemeinden der Schweiz

Die Kriminalstatistik des Bundes zeigt, in welchen Gemeinden die Polizei 2013 am meisten zu tun hatte. Sie sind entweder klein, grenznah oder haben Pech gehabt. Hier die Top 5:

1. Frick (AG) 

Niederlassung der ASE Investment AG ( Gebaeude links ) in Frick (AG) am Freitag, 18. Mai 2012. Mit einem weit gespannten Vermittlernetz soll die ASE Investment AG ahnungslose Anleger um Millionen geprellt haben. Der mutmassliche Millionen Betrueger, der Geschaeftsfuehrer M.S ist verhaftet worden.  (KEYSTONE/Walter Bieri )

Geschäftssitz der ASE Investment in Frick. Bild: KEYSTONE

Spitzenreiter unter den kriminellen Gemeinden war 2012 gemäss der heute veröffentlichten Kriminalstatistik des Bundes die Gemeinde Frick im Kanton Aargau. 606,1 Anzeigen pro 1000 Einwohnern wurden in Frick wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch und das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet, wobei letztere nicht ins Gewicht fallen. Die Zahl der Anzeigen wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch hat gegenüber dem Vorjahr (175) auf knapp 600 zugenommen. Diese Verdreifachung ist nicht alleine mit der autobahn-nahen Lage Fricks und der damit erhöhten Anfälligkeit auf Einbruchdiebstähle zu erklären. Wahrscheinlicher ist, dass der statistische Ausreisser mit dem Anlagebetrug um die Firma ASE Investment und die Basler Kantonalbank zu tun hat, die eine grosse Zahl von Geschädigten hervorgebracht hat. Die Aargauer Kantonspolizei wird am Freitag detailliert über die kantonale Kriminalstatistik Auskunft geben. 

2. Bourg-St.-Pierre (VS)

La station de ski du Super Saint-Bernard est ferme pour l'hiver ce lundi 26 decembre 2011 au pied du Col du Grand-Saint-Bernard en Valais. Fermees fin 2010, les remontees mecaniques du Super St-Bernard a Bourg-St-Pierre, pourraient ne jamais rouvrir. De nouvelles installations couteraient quelque 25 millions de francs et les investisseurs ne se bousculent pas. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Stillgelegter Skilift in der Mini-Gemeinde auf dem Grossen St. Bernhard.  Bild: KEYSTONE

Bourg-St.-Pierre ist seit Jahren unter den Gemeinden mit den meisten Anzeigen pro 1000 Einwohnern aufgeführt. 404 waren es 2013, 246 im 2012. Das regelmässige Top-Ranking verdankt Bourg-St.-Pierre seiner kleinen Einwohnerzahl und der Lage am Grossen St. Bernhard. Die Anzeigen von Bourg-St.-Pierre beziehen sich zu drei Vierteln auf Drogendelikte, was die Walliser Kantonspolizei gemeinhin mit dem Grenzübergang zu Italien erklärt. Dort werden viele Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt, die dann auf die Einwohnerzahl von Bourg-St.-Pierre hochgerechnet werden. Oder anders: Die 195 Einwohner von Bourg-St.-Pierre müssen für sämtliche aufgeflogenen italienischen Drogenkuriere den Kopf hinhalten. 

3. Bardonnex (GE)

The border station of Bardonnex on the highway near Geneva, Switzerland, March 7, 2014, in direction of Switzerland, at the Swiss-French border. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Grenzuebergang Bardonnex auf der Autobahn bei Genf, in Richtung Schweiz, aufgenommen am 7. Maerz 2014 bei der schweizerisch-franzoesischen Grenze. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Grenzübergang zu Frankreich bei Bardonnex. Bild: KEYSTONE

Auch Bardonnex ist in der Statistik der «kriminellen» Gemeinden regelmässig weit vorne vertreten. Die hohe Zahl von 372 Anzeigen auf 1000 Einwohner im Jahr 2013 ist im Fall von Bardonnex mit den drei Faktoren Autobahn, Grenzübergang und Nähe zu Frankreich zu erklären. Grosse Einzelfälle mit vielen verschiedenen Verstössen oder Geschädigten sind für 2013 nicht auszumachen. Auch in Bardonnex zeigt sich die für Grenzorte typische Verteilung der Anzeigenbereiche: Rund ein Viertel wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch, rund drei Viertel wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz. 

4. Lohn (GR)

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Kirche und Dorf von Lohn (GR). Bild: Adrian Michael

Der Weiler Lohn im bündnerischen Schams taucht in der Kriminalstatistik des Bundes entweder überhaupt nicht oder dann weit vorne auf. Weil Lohn nur 42 Einwohner hat, reicht schon eine Anzeige, um im Ranking «pro 1000 Einwohner» weit nach vorne zu kommen. 2013 kamen auf die imaginären 1000 Lohner Einwohner 358 Anzeigen. 

5. Saint Gingolph (VS)

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Bahnhof von Saint Gingolph. Armin Kübelbeck

Saint Gingolph liegt im Wallis an einem Grenzübergang zu Frankreich. Dieser Umstand und die geringe Einwohnerzahl erklären den Spitzenplatz von St. Gingolph aber nicht alleine. Die Region hatte in den vergangenen Jahren vermehrt mit ausländischen Banden zu kämpfen, die Einbrüche und Überfälle in Serie begingen. 2013 verzeichnete Saint Gingolph 304 Anzeigen auf 1000 Einwohner. Damit hat sich die Situation wieder ein wenig beruhigt. 2012 waren es noch 336.  

Mehr zur Schweizer Kriminalstatistik hier.



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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 24.03.2014 17:30
    Highlight Highlight Statistiken sind immer mit Vorsicht zu geniessen!
    Je nachdem man die Zahlen büschelt, kann das wieder ganz anders aussehen!
  • Adonis 24.03.2014 15:48
    Highlight Highlight Kann das kaum glauben! Die sehen aus wie: "Na ja, fasst wie Urlaubsorte"! Stimmt das effektiv?
    • Kasi 24.03.2014 17:07
      Highlight Highlight Das zeigt einfach, das hier die falsche Vergleichsmethode angewendet wird, da die grösse der Gemeinde überhaupt nicht einbezogen wird.

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