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In this photo taken in 2013, provided by Britta Denise Hadety,  a red-footed booby on Christmas Island, in the Indian Ocean. As many as nine out of ten of the world’s seabirds likely have pieces of plastic in their guts, a new study estimates. Previously, scientists figured about 29 percent of seabirds had swallowed plastic, but those are older studies. An Australian team of scientists who have studied birds and marine debris for decades used computer models to update those figures, calculating that far more seabirds are affected, according to a new study published in the journal Proceedings of the National Academy of Sciences Monday. (Britta Denise Hardesty/Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation via AP)

Vögel im Plastikmeer: ein trauriger Anblick. Bild: AP/Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation

Zwei Drittel der Seevögel haben Plastikmüll im Magen

Forscher schlagen Alarm: Die meisten Seevögel haben bereits jetzt Plastikreste im Magen. Im Jahr 2050 könnten bis zu 95 Prozent aller Tiere betroffen sein. Die Wissenschaftler fordern eine bessere Müllentsorgung.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Ergebnisse der Forscher fallen düster aus: Nahezu alle Seevögel-Arten werden in den kommenden Jahrzehnten Probleme mit Plastikmüll im Meer bekommen, berichten sie in einer Studie. 99 Prozent der untersuchten 186 Spezies würden bis zum Jahr 2050 Kunststoffteilchen aufnehmen, berechnet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences». Besonders gefährdet sind demnach die Bewohner des Südlichen Ozeans, auch Antarktischer Ozean genannt.

Schon lange macht Plastikmüll vielen Meeresbewohnern Probleme, etwa Fischen, Walen, Robben, Schildkröten oder Seevögeln. Sie können sich in Plastik verheddern und ertrinken. Zudem können verschluckte Teile den Verdauungstrakt verstopfen, sodass die Tiere verhungern. Überdies reichern sich in Kunststoff Giftstoffe an, berichten die Forscher um Chris Wilcox von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation im australischen Hobart.

Rückstände vom Plastik im Magen

Experten schätzen, dass zurzeit jährlich zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gelangen. Derzeit treiben pro Quadratkilometer bis zu 580'000 Partikel durch die Ozeane, schreibt das Team um Wilcox. Besonders besorgniserregend sei, dass die weltweite Kunststoffproduktion rasant steige und damit auch der Plastikmüll.

This handout photo provided by Britta Denise Hardesty shows Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) scientist Britta Denise Hardesty with plastic dissected from a dead flesh-footed shearwater. As many as nine out of ten of the world’s seabirds likely have pieces of plastic in their guts, a new study estimates. Previously, scientists figured about 29 percent of seabirds had swallowed plastic, but those are older studies. An Australian team of scientists who have studied birds and marine debris for decades used computer models to update those figures, calculating that far more seabirds are affected, according to a new study published in the journal Proceedings of the National Academy of Sciences Monday. (Britta Denise Hardesty/CSIRO via AP)

Aus dem Magen eines Vogels. Bild: AP/ Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation

Zwei Drittel der Seevögel hätten bereits jetzt Rückstände von Plastikmüll im Verdauungstrakt, sagt Erik Van Sebille vom Imperial College London, Ko-Autor der Studie. Dies könne zu dem Phänomen beitragen, dass bei der Hälfte aller Seevögel-Arten die Bestände zurückgehen.

«Wir prognostizieren, dass die Aufnahme von Plastik bei Seevögeln zunehmen wird, dass er bis 2050 im Verdauungstrakt von 99 Prozent aller Seevogel-Arten gefunden wird», schreiben die Forscher. Im selben Jahr dürften 95 Prozent der Individuen dieser Arten Plastik verschluckt haben. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass sich die weltweite Kunststoffproduktion alle elf Jahre verdoppelt und in der Folge der Plastikmülls in den Meeren weltweit dramatisch zunimmt.

Am schlimmsten betroffen sei die Tasmansee zwischen Neuseeland und Australien sowie der nördliche Teil des Südlichen Ozeans, der die Antarktis umgibt. Dort treibe viel Plastik im Wasser, zusätzlich sei die Region reich an Seevögel-Spezies.

Nötig sei eine effektive Müllentsorgung, denn Plastik im Meer verrottet kaum. Zudem brauche man Studien zur Verschmutzung der Meere um Indonesien und der Nordsee. Die Datenlage für diese Regionen sei eher dünn, obwohl sie «dafür bekannt sind, das manche Seevögel-Arten viel Plastikabfall verschlucken», schreiben die Wissenschaftler.

nik/dpa

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