Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Virtueller Mondbesuch

Diese interaktive Karte zeigt Ihnen den Nordpol des Mondes

Screenshot: asu.edu

Aus über 10'000 Bildern der Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) haben Astronomen eine interaktive Karte erstellt. Im Internet können Sie damit die Nordpolarregion unseres Trabanten erkunden.  

20.03.14, 08:56


Auch wenn der Weltraumtourismus noch grosse Fortschritte machen sollte – es ist eher unwahrscheinlich, dass Sie jemals Ihren Fuss auf den Mond werden setzen können. Doch dank den Aufnahmen des Lunar Reconnaissance Orbiter können Sie unseren Trabanten jetzt zumindest virtuell besuchen.  

«Dieses einzigartige Bild ist ein unglaubliches Hilfsmittel für Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit.»

John Keller, Goddard Space Flight Center

Seit Juni 2009 umrundet die Nasa-Sonde den Mond und hat dabei zahllose Detailaufnahmen von dessen Oberfläche zur Erde gefunkt. Wissenschaftler an der Arizona State University und am Goddard Space Flight Center der Nasa haben in jahrelanger Arbeit eine interaktive Karte der lunaren Nordpolarregion erstellt.  

astronomie mond lro

Die Nordpolarregion des Mondes. Rechts Zoom-Aufnahmen des Thales-Kraters.  Bild: NASA/GSFC/Arizona State University

Das Mosaik besteht aus insgesamt 10'581 Bildern, die unter möglichst vergleichbaren Lichtverhältnissen aufgenommen wurden. Es deckt ein Gebiet von 2,54 Millionen km² Grösse ab, was mehr als einem Viertel der Fläche der USA (9,6 Millionen km²) oder über 60 Mal jener der Schweiz (41'290 km²) entspricht. 

astronomie lro mond

Die abgebildete Mondregion im Vergleich zu den 48 Zentralstaaten der USA.  Bild: asu.edu

Gigantische Datenmenge

Die Auflösung beträgt zwei Meter pro Pixel; das gesamte Bild ist daher mit 867 Milliarden Pixel (die Seitenlänge des Quadrats beträgt exakt 931'070 Pixel) enorm gross. Wäre es eine einzelne Datei, würde sie einen Speicherplatz von 3,3 Terabyte belegen.

«Die Erstellung dieses Mosaiks hat insgesamt vier Jahre gedauert und das gesamte Team war daran beteiligt.»

Mark Robinson, Arizona State University

Die Astronomen zerlegten das gesamte Mosaik deshalb in zahlreiche Einzeldateien. Wer den Mond bequem von zuhause aus erkunden möchte, kann auf einer speziellen Website in das Bild hineinzoomen, ähnlich wie bei Google Maps.   

«Dieses einzigartige Bild ist ein unglaubliches Hilfsmittel für Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit», sagt John Keller, LRO-Projektwissenschaftler am Goddard Space Flight Center in einer Mitteilung der Nasa. «Es ist das jüngste Beispiel für die aufregenden Einblicke und Datenprodukte, die LRO seit fast fünf Jahren liefert.»

Mark Robinson von der Arizona State University, der verantwortliche Wissenschaftler für LROC erklärte, die Erstellung dieses Mosaiks habe insgesamt vier Jahre gedauert. «Das gesamte Team war daran beteiligt. Wir haben jetzt eine nahezu einheitliche Karte, mit der wir grundlegende wissenschaftliche Fragen untersuchen oder auch den Landeplatz für künftige Missionen auswählen können.»

astronomie mond lro

Illustration des Lunar Reconnaissance Orbiters (LRO) Bild: nasa.gov

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wenn wir zu den Sternen reisen, brauchen wir ein Raumschiff, das es jetzt noch nicht gibt

«Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen», sagte einst Helmut Schmidt. Wenn der ehemalige deutsche Bundeskanzler recht hat, müsste Angelo Vermeulen dringend zum Arzt.  Der Doktorand und sein Team an der Technischen Universität Delft in den Niederlanden beschäftigen sich nämlich mit einem visionären Thema: interstellare Reisen. 

Reisen über die Grenzen unseres eigenen Sonnensystems hinaus zu anderen Sternen sind nicht einfach ein etwas länger dauernder Mondflug. Die Distanzen im …

Artikel lesen