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Die Galaxie UGC 9379 vor der Supernova des WR-Sterns (links), Supernova vom Typ IIb (blauer Punkt rechts mit Pfeil). Bild: Avishay Gal-Yam, Weizmann Institute of Science

Supernova im Sternbild Bärenhüter

Die Selbstzerstörung einer Riesensonne

Erstmals ist es Astronomen gelungen, die Supernova eines Sterngiganten kurz nach der Explosion zu dokumentieren. 

Unsere Sonne ist ein Gigant: Sie ist 330'000 Mal grösser als die Erde und enthält 99,86 Prozent der gesamten Masse unseres Sonnensystems. Doch für einen Stern ist sie trotzdem ein Leichtgewicht. 

In einer ganz anderen Liga spielen da die sogenannten Wolf-Rayet-Sterne, die bis zu 256 Sonnenmassen erreichen können und mindestens fünfmal heisser sind als unser Zentralgestirn. WR-Sterne, wie man sie auch nennt, sind selten. Sie stellen das Endstadium mancher massereichen Sterne dar, wenn die Fusionstätigkeit sich allmählich verlangsamt. Die todgeweihten Sonnen stossen gewaltige Mengen an Materie ins All hinaus; diese Winde machen es für Astronomen schwierig, sie zu beobachten. Man weiss daher relativ wenig über ihre Entstehung und ihren Untergang. 

Das soll sich ändern: Mit Verfahren wie der intermediate Palomar Transient Factory (iPTF) scannen die Forscher das All, um kosmische Ereignisse wie Supernovae einzufangen. 

Gewalttätiger Tod in einer Supernova

Zum ersten Mal ist es dabei einem Team von Astronomen am israelischen Weizmann-Institut für Wissenschaften unter der Leitung von Avishay Gal-Yam gelungen, den gewalttätigen Tod eines 360 Millionen Lichtjahre entfernten WR-Sterns nur wenige Stunden nach seiner Explosion zu bestätigen (die sich natürlich vor 360 Millionen Jahren zugetragen hat – so lange brauchte das Licht, bis es bei uns ankam). Der Stern, der in einer Supernova vom Typ IIb unterging, befand sich im Sternbild Bärenhüter. 

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Aufnahme des Hubble-Teleskops des Sterns WR 124: WR-Sterne blasen enorme Mengen Materie ins All.   Bild: Nasa

Als die israelischen Astronomen die Galaxie UGC 9379 beobachteten, entdeckten sie eine neue Lichtquelle; ein heller blauer Punkt war plötzlich erschienen. Sie schlugen Alarm, damit weitere Teleskope die Supernova (SN 2013cu) ins Visier nehmen konnten. 

Eine detaillierte Studie des Lichtspektrums der Supernova enthüllte die Signatur des Windes, den der sterbende Stern kurz vor seiner Explosion noch ins All geblasen hatte. Normalerweise holt die Explosionswelle nach einer Supernova diesen Sonnenwind ein und zerstört alle Informationen über den Vorläuferstern, die Astronomen allenfalls hätten herauslesen können. 

Diesmal waren die Forscher schnell genug: Ein ultravioletter Blitz erhellte kurz nach der Explosion den Sonnenwind und erlaubte dem iPTF-Team, dessen Spektrum zu analysieren, bevor die Trümmer der Supernova ihn überholten. (dhr)



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